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MEDIENMITTEILING/LEGITIMATION
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Das Ende aller Weltrekorde.
AM Sonntag, am 22. März 2009 um 10:22 Uhr, ist Roland Wagner an der Schweizer Schwimmmeisterschaft über 50 Meter Freistil Weltrekord in 00:00:00 Sekunden geschwommen. Wagner sollte eine volle Bahnlänge im Olympischen Becken schwimmen. Er spurtete im Feld los. Doch nach genau 25 Metern machte er eine abrupte Kehrtwendung zurück in Richtung Start. Zurück zu den Wurzeln, zurück an den Anfang. Alles nochmals von vorne. Eine Umkehrung die vieldeutig gelesen werden kann.
Wagner erfüllte zwar die reglementarisch festgelegte Distanz von 50 Metern, aber auf seine ureigene verdrehte Art. Er setzte ein künstlerisches Denkmal zu Ehren des kriegerischen neoliberalen Konkurrenzsystems und Leistungswahns. Ein gewagter Gedankensprung ins kühle Wasser, ja! Und doch ein Schlusszeichen, weil von nun an jegliches Streben nach «schneller, höher, weiter» und «mehr, mehr, mehr» absolut sinnlos geworden ist. Man kann nicht schneller als 00:00:00 Sekunden sein. Es ist ein Startzeichen in eine Zeit nach dem Nullpunkt.
Protesthaltung heute!
Wagners Protest richtet sich nicht gegen den Schwimmsport. Er liebt diesen Sport über alles. Schwimmen ist Kunst! Der Protest richtet sich gegen die Gier nach Rekorden aller Art. Er richtet sich gegen die Verlogenheit in den Leistungssystemen die Chancengleichheit und Fairness vorgaukeln und uns verschaukeln. Die Verlogenheit lässt sich 1:1 vom Sport auf das herrschende polit-ökonomische System übertragen. Langfristige Renditen jenseits von 25 Prozent sind ebenso irre wie ein 44-jähriger, der Weltrekord schwimmt. Sie privatisierten kriminelle Gewinne und werden den Schaden durch die Öffentlichkeit, uns alle, tragen lassen. Der kalkulierte Wahn ging sogar das Risiko einer Depression ein, die Ausmasse der 1930-er Jahren annehmen könnte, mit all seinen Folgen.. Was haben wir dazugelernt?
Die Medien, Olymp heutiger Helden.
Unter dem Deckmantel eines Familienvaters, Normalbürgers und Angestellten eines Grosskonzerns infiltrierte der Künstler Roland Wagner unter eigenem Namen den Schweizer Schwimmsport, aber nur als Metapher. Das Mitschwimmen in pfeifengerade abgezirkelten Rennbahnen widerspiegelt das moderne Leben. Niemand kann sich dem Fluss entziehen.
Mit medialen und realen Mitteln verschaffte sich der 44-jährige – wie er sich mitten in die Schwimmelite hineinkatapultiert hatte, bleibt sein gehütetes Geheimns – eine Bühne für seine «installative Eventskulptur». So bezeichnet die Kulturinstitution «Cabaret Voltaire» diese Kunst-aktion, die zuallererst eine «Soziale Skulptur» ist. Das Soziale zeigt sich darin, dass kein Mensch, nicht einmal der grösste Held, alleine zum Helden werden kann. Helden werden gemacht. Neben den gottgeschenkten Talenten, einer Portion guter Moral und etwas Mut braucht der Held immer ein Volk, über das er sich schwingen kann. Ein vielleicht veraltetes, aber wirkungsmächtiges Modell. Der gezielte, teils experimentell gezirkelte Einsatz von Tageszeitungen, Radio, Facebook, Blog, youtube, flickr, usw. hat Roland Wagner zusammen mit Ada M Riah und Team als einen skurilen Hoffnungsträger auflebenlassen.Glücklicherweise ist er dabei nicht abgesoffen.
Erschummelter Weltrekord?
Roland M. Wagner, dieser liebenswürdige und glaubwürdige Manager, Anti-Held und Glückspilz mit Schnauz zog über 500 Facebookfriends, einen absurden Bison Fanclub, 30′000 Ron Orp Newsletterempfänger, hunderttausende Tages Anzeiger-Leser, die Starkolumnistin des Wiener «Kuriers» (grösste Zeitung Österreichs) und Leserbriefschreiber aus Irland in seinen Bann.
Warum? Um einem breiten Publikum ausserhalb von Museumsmauern einen künstlerischen Vortrag zum aktuellen und sich anbahnenden Disaster im Kampf gegen die krankhaften Entwicklungen der Leistungsgesellschaft zu präsentieren:
Ur-definition von «Weltrekord»
Ein Weltrekord ist etwas, das noch nie dagewesen ist. Noch nie ist jemand 00:00:00 Sekunden schnell geschwommen. Ein Protest gegen die von oben, unten, links und rechts diktierten Ziele. Roland Wagner wünscht sich eine Inflation von vielen Milliarden von neuen, «individuellen Weltrekorden». Durch Euch! Umgekehrte, unmessbare, wohltemperierte Eigenkreationen, mitten im Haifischbecken des vorherrschenden (bio-politischen) Kontrollsystems, das wir gar nicht mehr spüren können, weil es uns so angenehm umspühlt.
00:00:00
Diese symbolische und tatsächliche Umkehrung und Umkehr in der Mitte der kopflosen Hetze an der Spitze ist ein künstlerischer Akt. Er macht aus dem schwimmenden Manager Roland M. Wagner den Künstler und Mensch Roland Wagner, als physisch-körperlicher Akt im Protest gegen die virtuell ausgelöste Weltkrise, die uns alle am eigenen Leib treffen wird. Folgendes Zitat von Arthur Cravan führt alles vor Augen:
« Die erste Bedingung für einen Künstler ist, schwimmen zu können »
(1914, Zeitschrift «Maintenant»)
AUFRUF ZUR KUNST DES HANDELNS! JEDE und JEDER, möge für sich selbst, die post-dadaistisch die Ära des Post-Weltrekords im Post-Neoliberalismus einläuten, hier an diesem seltsamen Orte, im Hallenbad zu Oerlikon, anlässlich der offiziellen Post-Schweizermeisterschaft im Schwimmen 2009. Eine Ur-Sonate! U – u – u – u – u – uhhhh!!!
Stossen wir an auf das Ende aller irgendwie erschummelten Weltrekorde!
Website: www.roland-wagner-will-den-weltrekord.tk
Facebook-Seiten:
Roland Wagner
Bison WELTREKORD Fanclub
Schwimmer: Roland Wagner
Coach & Personal Manager: Ada M Riah
Regisseurin: Ivana Lalovic
Videokamera: Pascal Hofer
Curating: Philipp Meier
Roland Wagner benutzt für seine Wettkampfvorbereitung DUL-X und ist durch PROTEKTA versichert.