November, 2009

Erklärung von Lehrenden und Forschenden zu den studentischen Protesten

November 20th, 2009 November 20th, 2009
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Erklärung von Lehrenden und Forschenden zu den studentischen Protesten

Im Rahmen einer internationalen Aktionswoche “Education is not for sale” haben auch an schweizerischen Universitäten (Basel, Bern, Fribourg, Genf, Zürich) zahlreiche Studierende mit Demonstrationen, Besetzungen, Diskussionsveranstaltungen und oft originellen Aktionen auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht. Sie kritisieren die Bologna-Reform, die allgemeine Tendenz zur Ökonomisierung der Hochschulen, undemokratische Strukturen, die Untervertretung der Frauen bei Professuren und Leitungsfunktionen, die soziale Selektivität (Studiengebühren u.a.) sowie die oft schlechten Studien- und Arbeitsbedingungen (dabei haben sie nicht selten auch an das Reinigungspersonal und andere Angestellte in unqualifizierter Beschäftigung gedacht).
Bisher haben Hochschulverantwortliche und bildungspolitische Behörden – wenn überhaupt – mit wenig Verständnis auf diese Proteste reagiert. Aus den Reihen des Mittelbaus und der Dozierenden ist es nur vereinzelt zu wohlwollenden Stellungnahmen gekommen. Daran möchten wir etwas ändern.
Aufgrund unserer Erfahrungen in Forschung und Lehre sind wir überzeugt, dass die von den Studierenden aufgeworfenen Fragen von grosser Bedeutung für die Zukunft der Hochschulen sind. Wir wissen zudem, dass auch unter den Forschenden und Dozierenden viel Unmut und Kritik an den gegenwärtigen Entwicklungen im Hochschulbereich verbreitet ist. Der mit der Verschulung des Studiums gestiegene Betreuungs-/Kontrollaufwand, die mit der forcierten Drittmittelorientierung verbundene Gefahr des Verlusts an kritisch-unabhängiger Forschung oder die in Managerdiskurse gehüllte Bürokratisierung der organisatorischen Strukturen der Hochschulen führen zu einer schleichenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Lehr- und Forschungspersonals.
Wie die protestierenden Studierenden setzen wir uns dafür ein, dass die Hochschulen nicht
auf die doppelte Funktion zugeschnitten werden, einerseits mit wenig Aufwand eine grosse
Zahl von “arbeitsmarktbefähigten” Subjekten sowie darüber hinaus eine schmale Elite der “Exzellenz” zu produzieren.

Wir schliessen diese Erklärung mit einem dreifachen Aufruf:

1) An die Hochschulverantwortlichen und die bildungspolitischen Behörden richten wir die Aufforderung, die studentischen Proteste ernst zu nehmen und die Bedingungen für eine breite öffentliche Diskussion zu schaffen, in der die an den Hochschulen studierenden und arbeitenden Menschen in angemessener Weise zu Wort kommen.

2) An die Kolleginnen und Kollegen in Forschung und Lehre wenden wir uns mit der Aufforderung, in die aktuellen politischen Auseinandersetzungen einzugreifen, ihren Unmut und ihre Kritik öffentlich zu äussern und in einen ehrlichen und (selbst)kritischen Dialog mit den Studierenden zu treten; dabei könnte das Ziel verfolgt werden, ähnlich wie die Kollegen und Kolleginnen in Österreich einen eigenen Forderungskatalog aufzustellen (siehe unter: http://unsereuni.at/?p=6188).

3) An die protestierenden Studierenden richten wir die Ermunterung, sich durch ignorante oder arrogante Reaktionen nicht entmutigen zu lassen, sowie den Wunsch, den Austausch mit Forschenden und Dozierenden zu suchen sowie bei ihren Diskussionen und Forderungen auch an die Menschen zu denken, die keinen Zugang zu Hochschulbildung haben.

ErstunterzeichnerInnen dieser Erklärung (87 Personen)
(alphabetisch, Stand Freitag 20. November 12.00 Uhr)

Norbert A’Campo, Professor für Mathematik, Universität Basel

Michèle Amacker, Diplomassistentin am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Fribourg.

Fabienne Amlinger, Historikerin am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterstudien, Universität Bern.

Regula Argast, Oberassistentin an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte,
Universität Zürich

Peter-Paul Bänziger, Historiker, Dozent an der Kulturwissenschaftlichen Abteilung, Universität St. Gallen

Elisabeth Bäschlin, Dozentin am Geographischen Institut, Universität Bern

Sara Bernasconi, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Zürich

Sabin Bieri, Sozialgeographin und Dozentin am Geographischen Institut und Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern

Daniel Blumer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Nordwestschweiz

Claude Calame, Anthropologue, Professeur à l’Université de Lausanne

Marie-Claire Caloz-Tschopp, professeure titulaire à l’Université de Lausanne

Andreas Cassee, Assistent am Philosophischen Seminar, Universität Zürich

Stephan Egger, Oberassistent am Seminar für Soziologie, Universität St. Gallen

Ruedi Epple, Lehrbeauftragter am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Lilian Fankhauser, Germanistin, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung, Universität Bern

Meret Fehlmann, Assistentin am Institut für Populäre Kulturen, Universität Zürich

Romain Felli, assistant diplômé et doctorant à l’Université de Lausanne

Dani Fels, Professor und Projektleiter am Kompetenzzentrum Soziale Räume, Fachhochschule St. Gallen

Anne-Vaia Fouradoulas, Université de Fribourg

Miriam Ganzfried, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung, Universität Bern

Michael Gemperle, Assistent am Soziologischen Seminar, Universität St. Gallen

Andrea Glauser, Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Soziologie der Universität Bern

Johannes Gruber, Lehrbeauftragter am Institut für Soziologie, Universität Basel

Sébastien Guex, Professeur à la Faculté des lettres, Section d’histoire, Université de Lausanne

Christoph Henning, Kulturwissenschaftliche Abteilung, Fachbereich für Philosophie, Universität St. Gallen

Denis Hänzi, Assistent am Institut für Soziologie, Universität Bern

Heiko Haumann, Professor am Historischen Seminar der Universität Basel

Andreas Hasler, Doktorand am Geographischen Institut, Universität Zürich

Alix Heiniger, Assistante Département d’Histoire générale, Université de Genève

Cornelius Helmes, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Bern

Barbara Hobi, Assistentin am Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Patricia Holder, Assistentin am Soziologischen Seminar, Universität St. Gallen

Claudia Honegger, Professorin für Soziologie, Universität Bern

Ueli Hostettler, Oberassistent am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit,
Universität Freiburg

Andrea Hungerbühler, Doktorandin am Institut für Soziologie, Universität Bern

Kurt Imhof, Professor am Soziologischen Institut, Universität Zürich

Anna Joss, Doktorandin an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Universität Zürich

Hans-Ulrich Jost, emeritierter Professor in Geschichte, Universität Lausanne

Anelis Kaiser, Assistentin am Zentrum für Gender Studies, Universität Basel

Wiebke Keim, Oberassistentin am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Felix Keller, Dozent, Soziologisches Seminar, Universität St. Gallen

Karin Keller, Forschungsassistentin am Institut für Entwicklungspsychologie, Uni Basel

Anne Kersten, Assistentin am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Alex Knoll, Doktorand am Departement Erziehungswissenschaft, Universität Fribourg

Martina Koch, Forschungsassistentin, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten

Daniel Künzler, Doktorassistent am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Lucia Lanfranconi, Diplom-Assistentin, Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Matthieu Leimgruber, Département d’histoire économique, Université de Genève

Barbara Lüthi, Assistentin am Historischen Seminar, Universität Basel

Christoph Maeder, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (SGS)

Ueli Mäder, Professor am Institut für Soziologie, Universität Basel

Katharina Manderscheid, Oberassistentin am Soziologischen Seminar, Universität Luzern

Sonja Matter, Wissenschaftliche Assistentin am Historischen Institut, Universität Bern

Andrea Maihofer, Professorin am Zentrum für Gender Studies, Universität Basel

Urs Marti, Titularprofessor für Politische Philosophie, Universität Zürich

Franz Andres Morrissey, Lehrbeauftragter am Englischen Seminar, Universität Bern

Heinz Nigg, Lehrbeauftragter am Institut für Sozialanthropologie, Universität Bern

Sven Opitz, Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziologie, Universität Basel

Simone Pape, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Soziologischen Institut, Universität Zürich

Isabelle Probst, Chargée de recherche, HES-SO, EESP Lausanne

Patricia Purtschert, Assoziierte Forscherin / Lehrbeauftragte, Zentrum für Gender Studies, Universität Basel

Diana Reiners, Dozentin am Soziologischen Seminar, Universität St. Gallen

Marina Richter, Doktorassistentin am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Fribourg

Myriam Rutschmann, Doktorandin am Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Tobias Scheidegger, Assistent am Institut für Populäre Kulturen, Universität Zürich

Sebastian Schief, Departement Soziologie, Sozialarbeit & Sozialpolitik, Universität Fribourg

Sarah Schilliger, Assistentin am Institut für Soziologie, Universität Basel

Brigitte Schnegg, Historikerin, Leiterin des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung der Universität Bern.

Klaus Schönberger, Dozent Departement Kunst & Medien, Zürcher
Hochschule der Künste

Franz Schultheis, Professor für Soziologie, Universität St. Gallen

Amir Sheikhzadegan, Oberassistent am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Beda Stadler, Professor am Institut für Immunologie, Universität Bern

Ivo Staub, Assistent am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Brigitte Studer, Professur für Schweizer und Neueste Allgemeine Geschichte, Universität Bern

Tobias Studer, Assistent am Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Peter Streckeisen, Oberassistent am Institut für Soziologie, Universität Basel

Michael Suter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Universität Zürich

Peter Trübner, Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Liestal

Gisela Unterweger, Oberassistentin am Institut für Populäre Kulturen, Universität Zürich

Luc van Dongen, chercheur FNS associé à l’Université de Fribourg

Nelly Valsangiacomo, Professeure assistante section histoire, Université de Lausanne

Claudia Vorheyer, Oberassistentin am Soziologischen Institut, Universität Zürich

George Waardenburg, Chargé de recherche, HES-SO, EESP Lausanne

Franziska Widmer, Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Zürich

Antonin Wiser, Assistant diplômé, Université de Lausanne

Nils Wyssbrod, Diplomassistent am Departement Soziologie, Sozialarbeit und Sozialpolitik, Universität Freiburg

Chris Young, Diplomassistent am Departement Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg

Appell_Petition_Aufruf zur politischen visuellen Kommunikation!

November 20th, 2009 November 20th, 2009
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Zürich: Theorie studieren an der Kunsthochschule / Studying Theory at the Art University

November 20th, 2009 November 20th, 2009
Posted in Studium/Bewerbung, Veranstaltungen / VTH
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english version below: Studying Theory at the Art University

Zürich: Theorie studieren an der Kunsthochschule
 http://vth.zhdk.ch

Die neue Website der Vertiefung Theorie (Bachelor Medien und Kunst) an der Zürcher Hochschule der Künste ist online.


Theorie boomt

in den Weiten des Kunstfelds, auf den Fluchtlinien sozialer Konflikte, an den glänzenden Oberflächen der Kreativindustrie. Dennoch tut sich eine immer grössere Kluft auf zwischen dem blossen Begehren nach Theorie und einer tatsächlichen Austauschbeziehung von kulturellen Praktiken und Wissensproduktion.

Das Studium in der Vertiefung Theorie bearbeitet diese Lücken und Bruchstellen auf der Basis eines europaweit einzigartigen Zusammenspiels avancierter Theorie mit dem Freiraum der Kunsthochschule. Jenseits akademischer Konvention schafft die systematisch angelegte Ausbildung einen fundierten Überblick und erprobt neue Formen der Text- und Theorieproduktion, der ästhetischen und politischen Intervention.

Die Ausbildung führt in die gegenwärtig relevanten Strömungen ästhetischer, politischer und kulturwissenschaftlicher Theorien ein und setzt sich zum Ziel, die Grundlagen für eine kritische und theoretisch versierte AutorInnenschaft zu legen. Spezifisch für die Vertiefung ist die Fokussierung dieser Theorien auf Kunstpraxis und Populär- und Alltagskultur sowie die Reflexion von deren sozialer und politischer Dimension. In der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Diskursen entwickeln die Studierenden textuelle, konzeptionelle und organisatorische Kompetenzen, mit denen sie kulturelle Praktiken analysieren, mitgestalten und neu erfinden.

Unter der Adresse http://vth.zhdk.ch finden Sie Informationen zum Theorie Studium an der Kunsthochschule und Hinweise auf unsere aktuellen Veranstaltungen, Projekte und Publikationen.

Infotag: 24. November 2009
 http://www.zhdk.ch/index.php?id=11702

Bewerbungsfrist (Studienbeginn Herbstsemester 2010/2011): 19. Februar 2010

Mit der Bitte um Weiterleitung an interessierte Einzelpersonen und Mailinglisten und den besten Grüssen,

Gerald Raunig / Klaus Schönberger

Leitung Vertiefung Theorie
Bachelor Medien und Kunst
Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

Zurich: Studying Theory at the Art University
 http://vth.zhdk.ch

The new website of the specialization Theory (Bachelor Media and Arts) at the Zurich University of the Arts is online now.

Theory is booming …

… along the final frontiers of the art field, across the flight lines of social conflicts, on the glossy surfaces of the creative industries. All the same, an ever-widening gulf is opening up between the mere desire for theory and an actual relationship of exchange between cultural practices and knowledge production.

Unique in Europe, the courses offered by the Theory major address these gaps and fractures by establishing an interplay between advanced theory and the free space of the art school. Surpassing the boundaries of academic convention, the systematic course structure provides students with a substantiated overview and opportunities to try out new forms of text and theory production, of aesthetic and political intervention.

The specialisation offers an introduction to the topical drift of aesthetic, political and cultural studies, and aims to lay the foundations for critical and theoretically versed authorship. Specific to this major is the focus on artistic practice and popular and everyday culture, as well as the examination of their social and political dimensions. In the course of this preoccupation with contemporary discourses, students develop textual, conceptual, and organizational skills enabling them to analyze, shape and reinvent cultural practices.

Courses mainly in german language.

At http://vth.zhdk.ch you find information about Studying Theory at the Art University as well as announcements about our current events, projects and publications.

Information day: 24 November 2009
 http://www.zhdk.ch/index.php?id=11702

Deadline for applications (autumn term 2010/2011): 19 February 2010

Please distribute widely.

All the best,

Gerald Raunig / Klaus Schönberger

Leitung Vertiefung Theorie
Bachelor Medien und Kunst
Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

“Studentenproteste erreichen Zürich”

November 17th, 2009 November 17th, 2009
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berichtet NZZ online (17.11.2009).
Bisher lautet die NZZ-Blattlinie eher, Bologna verteidigen und ansonsten protestieren Studierende immer.

Gegen «Verschulung des Lehrplans» und Missstände der Bolognareform

Die Studentenproteste haben auch Zürich erreicht. Mehrere hundert Studierende beteiligten sich am Dienstag an einer Protestveranstaltung an der Uni Zürich. Die Veranstalter zeigen sich überrascht vom grossen Aufmarsch.

Er habe nicht mit diesem Interesse gerechnet, sagte ein Sprecher der Studentengruppe «Uni von unten», die den Studentenprotest an der Uni Zürich organisierte. Es gehe darum, bei den Studierenden der Uni Zürich die Diskussion über falsche Entwicklungen an der Hochschule anzuregen

Der ganze Artikel

Vgl. auch den Tagi-Artikel zur Besetzung:

“Damit hat der Studentenprotest nicht nur Zürich, sondern die ganze Deutschschweiz erreicht. Insgesamt sind rund 1000 Studierende auf den Beinen. Sie protestieren allesamt gegen die Folgen der Bologna-Reformen: Verschulung des Studiums, Präsenzkontrollen in den Vorlesungen, Studiengebühren, Einfluss der Privatwirtschaft auf die Forschung. «Jetzt kann man uns definitiv nicht mehr in die linksradikale Ecke stellen», sagte eine Studentin in Zürich, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.”

Studierendenproteste in der Schweiz? Pfeifen im Wald der NZZ?

November 17th, 2009 November 17th, 2009
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Inzwischen weiten sich die Studierenden-Proteste und Besetzungen auch nach Deutschland und in die Schweiz aus. An einem der Gebäude der Zürcher ZHdK gab es eine Sprühaktion.
Die Berichterstattung in der NZZ (13.11.2009) über die Besetzung der Basler Uni-Aula dünkt fast wie das berühmte Pfeifen Wald: Ich weiss nicht, ob da was ist, aber ich tue mal so, als ob da gar nichts sein könne.
Und in diesem Tenor geht es gerade weiter. Immer so tun, als ob es keine guten Gründe geben (vgl. etwa NZZ am Sonntag, 15.11.2009).

Aber vielleicht ist es auch in der Schweiz ganz anders, als alle mal unisono annehmen. Wir werden sehen, wie sich diese Bewegungen entwickeln.

Wien kommt nach Zürich?

November 11th, 2009 November 11th, 2009
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Kommentar an der Wand der Vertiefung Bildende Kunst (ZHdK), Sihlquai.

Graffiti-Kommentar auf den Wänden der Vertiefung Bildende Kunst am Sihlquai an der ZHdK.
(Mit Dank an Felix Stalder)

Michel Foucaults Vorlesungen über «Die Regierung des Selbst und der anderen» auf deutsch erschienen

November 2nd, 2009 November 2nd, 2009
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In der Neue Zürcher Zeitung (31. Oktober 2009) schreibt Otto Kallscheuer über die

Die Macht der freimütigen Rede
Michel Foucaults Vorlesungen über «Die Regierung des Selbst und der anderen»

Hatte Michel Foucault, der Antihumanist, in seinen letzten Lebensjahren doch wieder zum «Subjekt» als Ort der Freiheit zurückgefunden? Manche Philosophen haben sich im Sinne dieser Vermutung an einer postumen Heimholung des nietzscheanischen Skeptikers versucht. Und die Spassfraktion der Postmoderne war zufrieden, dass sie sich auf Foucaults Archäologie der ästhetischen Lebenskunst berufen durfte.

Die ganze Rezension

Michel Foucault: Die Regierung des Selbst und der anderen. Vorlesungen am Collège de France 1982/1983. Aus dem Französischen von Jürgen Schröder. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009. 506 S., Fr. 72.50.

Klappentext von Suhrkamp:

Aus dem Französischen von Jürgen Schröder. Die letzten Vorlesungen Michel Foucaults am College de France sind der Parrhesia gewidmet: der freimütigen, öffentlichen, aufbegehrenden Rede. Es ist das große Thema seines späten Denkens: der Mut zur Wahrheit, mit dem das aufrichtige Sprechen in die Politik eingreift. In einer neuen Lektüre von Platons Siebtem Brief beschreibt er, wie sich dieser öffentliche Sprechakt mit dem Verfall der griechischen Stadtstaaten zu einer persönlichen Anrede des Fürsten wandelt. Zugleich unterzieht er eine Reihe von topoi der antiken Philosophie einer grundlegenden Revision: die Figur des Philosophen-Königs, die platonische Verurteilung der Schrift und Sokrates’ Ablehnung einer Redekunst, die im politischen Ehrgeiz gründet.
“Die Regierung des Selbst und der anderen” erschließt das vergessene ethische Fundament der athenischen Demokratie. Sie bildet den Auftakt der beiden Vorlesungsreihen der Jahre 1982-84, in denen Foucault nicht weniger formuliert als sein philosophisches Vermächtnis. Niemand wird diese Texte lesen können, ohne in ihnen Foucaults Mut zur Wahrheit wiederzuerkennen. Es ist nicht zuletzt die eigene Denk- und Lebensform, die er in seiner Lektüre antiker Texte befragt und bestimmt.