Februar, 2010

Michael Hardt/Antonio Negri: Common Wealth. Das Ende des Eigentums

Februar 25th, 2010 Februar 25th, 2010
Posted in Common Wealth, Hardt/Negri, Theoretiker_innen
Keine Kommentare

so lautet der dritte Band nach Empire und Multitude von Michael Hardt und Antonio Negri.

Klappentext

In der Krise wächst das gesellschaftliche Unbehagen am Kapitalismus. Viele Menschen fragen nach einer humaneren Alternative des Zusammenlebens. Michael Hardt und Antonio Negri entwerfen das Bild einer globalen Gesellschaft, in der die Idee des Gemeinsamen (»common«) ganz neue Kräfte freisetzt. Ressourcen wie Wasser, Luft und Pflanzen und immaterielle Güter wie Wissen und Information gehören uns allen. Wenn wir sie teilen, wird der Weg frei für eine gerechtere Gesellschaft, an der alle partizipieren können. Im Streit um das politische Profil des 21. Jahrhunderts bieten die Autoren ein unverwechselbares Gegengewicht zu all jenen, die davon überzeugt sind, dass die derzeitige Politik- und Wirtschaftsform die einzig mögliche sei.

Michael Hardt/Antonio Negri: Common Wealth. Das Ende des Eigentums
Aus dem Englischen von Thomas Atzert und Andreas Wirthensohn. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010
ISBN-10 3593391694
ISBN-13 9783593391694
Gebunden, 437 Seiten, 34,90 EUR

Die Einleitung

Inhaltsverzeichnis

Interview zu “Kommt herunter, reiht Euch ein” in Malmoe

Februar 23rd, 2010 Februar 23rd, 2010
Posted in Schönberger/Sutter: "Komm herunter, reiht Euch ein ... ", VTH-MitarbeiterInnen
Keine Kommentare

In der Wiener Zeitschrift Malmoe (Nr. 49/2010) findet sich in der Printausgabe sowie online unter der Rubrik “Erlebnispark” sich nun ein im Cafe Ritter durchgeführtes Interview mit Karoline Boehm und Klaus Schönberger anlässlich der Herausgabe von “Kommt herunter, reiht Euch ein …”.

Hier ein Auszug:

MALMOE: Ein anderes Beispiel: Facebook. Hat die Frage des Subjekts eines Protests noch Relevanz?

Schönberger: Es gibt unterschiedliche Vorstellungen über das, was als politisch erklärt wird. Die Vorstellung von „Click-To-Protest“ ist, dass wenn man sich auf Facebook bei “Ich schäme mich für die Minarett-Initiative” eingetragen hat, wie das in der Schweiz 80.000 NutzerInnen gemacht haben, dass das nicht politisch sei, oder dass es keine Konsequenz hätte. Es gibt nach wie vor starke Vorstellungen, dass mit Protest ein bestimmter Einsatz verbunden ist, Mut und Zivilcourage gezeigt werden sollte und dass, wenn ich mich mittels Internet an Protest beteilige, das nicht so ernst gemeint ist. Ich würde das gelassen sehen, weil die meisten, die sich hier beteiligen, sich auch noch andernorts engagieren. Facebook ist ebem eine weitere Artikulationsform. Es ist ein Irrglaube, dass das alles substituierbar sein wird. Erfahrungsgemäß führt so eine virtuelle Form von Protest auch dazu, sich face-to-face zu treffen und bestimmte Dinge wieder zu verabreden usw. Das lässt sich nicht alles virtualisieren. Die Frage finde ich aber auf einer anderen Ebene, jenseits des Technischen, interessant. Da geht es um das alte Problem des revolutionären Subjekts, das sich antagonistisch zu den Verhältnissen verhält. Aus einer historischen Sichtweise lässt sich ersehen, dass, solange es kapitalistische Verhältnisse gibt, auch antagonistische Verhaltensweisen oder Bedingungen und Bedürfnisse entstehen. Die jeweiligen Subjektivierungen führen dazu, dass die Menschen, die entsprechende Unterdrückung erfahren, sich zur Wehr setzen. Interessant ist, in welcher Form das stattfindet, mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen, ob in der Form der Partei, der Bewegung oder des Projektes. Die jeweiligen historischen Verhältnisse legen geeignete Formen von Selbst-Organisation nahe.

Boehm: Protest ist auch ein Identitätsangebot. Widerständigkeit entsteht dabei in verschiedenen Lebensbereichen, so also auch im Virtuellen.

Schönberger: Man muss natürlich auch sagen, dass bestimmte Organisationsformen an bestimmte biografische Momente geknüpft sind und irgendwann nicht mehr gehen. Und das eigentliche Politische wäre, darüber nachzudenken, in welchen biografischen Abschnitten welche Formen von Antagonismus funktionieren, also was sind die Möglichkeiten? Und die sind eben nicht nur subkulturell.

Marion Hamm / Ove Sutter über EuroMayDay-Paraden

Februar 19th, 2010 Februar 19th, 2010
Posted in ArbeitWorkLabour, Praxen der Kritik, VTH-MitarbeiterInnen
Keine Kommentare

Auf der Webseite des eipcp (european institute for progressive cultural policies) wurde gerade ein Beitrag von Marion Hamm und Ove Sutter veröffentlicht (als Vorabversion für einen Ausstellungskatalog zur Ausstellung über den 1.Mai im Wiener Volkskundemuseum):

Marion Hamm / Ove Sutter: »ICH STRESS. ICH PAUSE. ICH STREIK.« Widerständige Subjektivierungen auf den EuroMayDay-Paraden der Prekären. In: eipcp. Policies 02 2010. Online-Publikation: http://eipcp.net/policies/hamm-sutter_de… [Stand: 19.02. 2010]:

In der Zeit seines Bestehens wurde der 1. Mai als öffentliche Versammlung zur Artikulation politischer und sozialer Interessen von unterschiedlichsten AkteurInnen aufgegriffen. Mit den gesellschaftlichen Bedingungen und den jeweiligen AkteurInnen wandelten sich auch Forderungen und Ausdrucksformen. Neben den geordneten Umzügen und Kundgebungen der organisierten Arbeiterbewegung finden etwa seit den 80er Jahren die »revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen« der urbanen radikalen Linken, seit 2000 einige global ausgerufene Aktionstage der globalisierungskritischen Bewegung sowie Massenmobilisierungen migrantischer ArbeiterInnen in den USA statt.

In jüngster Zeit sind die EuroMayDay-Paraden der Prekären hinzugekommen  www.euromayday.org). Hier versammeln sich jene, die – oft durchzogen von Phasen der Erwerbslosigkeit – in ungesicherten befristeteten oder Teilzeitjobs, als PraktikantInnen oder selbständige ProjektarbeiterInnen beschäftigt sind. Ausgehend von der ersten im Jahr 2001 in Mailand durchgeführten MayDay-Parade mit 5.000 TeilnehmerInnen verbreitete sich das Format auf mittlerweile über 40 europäische Städte. Die TeilnehmerInnenzahlen reichen von unter Hundert beim Mini-MayDay in der Kleinstadt Hanau bis 120.000 in Mailand im Jahr 2005 (Mattoni 2006).

Zum ganzen Artikel

Tagesanzeiger-Rezension von Rudolf Walther

Februar 11th, 2010 Februar 11th, 2010
Posted in Schönberger/Sutter: "Komm herunter, reiht Euch ein ... ", Texte_Publikationen_VTH, VTH-MitarbeiterInnen
Keine Kommentare

Im Zürcher Tagesanzeiger (3.2. 2010) ist jüngst eine Rezension von Klaus Schönberger/Ove Sutter (“Komm herunter, reih Dich ein – eine kleine Geschichte der Protestformen sozialer Bewegungen”) erschienen. Der Verfasser ist Rudolf Walther, der Autor und Mitherausgeber des geschichtswissenschaftlichen Grundlagenwerks “Geschichtliche Grundbegriffe” ist.

An “Komm herunter, reih Dich ein” gefällt ihm besonders die politische und begriffliche Differenzierung. Da leider nicht online, bitte hier als pfd-File runterladen:
protestformen_tages-anzeiger

Die Theorie der Kulturindustrie von Theodor W. Adorno

Februar 9th, 2010 Februar 9th, 2010
Posted in Theodor W. Adorno
Keine Kommentare

Form ist Inhalt

Februar 4th, 2010 Februar 4th, 2010
Posted in Schönberger/Sutter: "Komm herunter, reiht Euch ein ... ", Texte_Publikationen_VTH, VTH-MitarbeiterInnen
1 Kommentar

Neues Deutschland (03.02.2010)
Soziale Bewegungen und Protestrepertoires / Außer Parlamentarisches

Von Gottfried Oy

Neben den Prinzipien der Kollektivität, der Konfliktorientierung und einer gewissen Dauerhaftigkeit sind es die Formen des Protestes, die Bewegungspolitik eindeutig unterscheidbar von Partei- oder Lobbypolitik macht.

Die »kleine Geschichte der Protestformen sozialer Bewegungen«, eine Zusammenfassung von Ergebnissen eines Volkskundeseminars an der Hamburger Universität, trägt dieser Erkenntnis Rechnung. 15 Einzelbeiträge beleuchten das Spannungsfeld zwischen vermeintlich ernsthafter Politik wie der Straßendemonstration und clownesken, vermeintlich unernsten Protestformen, die Politikvorstellungen auf den Kopf und damit weit mehr in Frage stellen als das ausgefeilteste Flugblatt oder der stringent argumentierende Beitrag.

Protestformen sozialer Bewegungen und etablierter politischer Akteure lassen sich heute allerdings immer schwerer unterscheiden. Wenn etwa politische Institutionen der Bundesrepublik zu einer Demonstration gegen Rassismus aufrufen – und damit eigentlich Unfähigkeit oder Unwillen zum adäquaten politischen Handeln zur Schau stellen – oder, wie Roland Kochs Hessen-CDU eine Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft initiieren, übernehmen sie das Protestrepertoire der sozialen Bewegungen.

Demgegenüber betreiben soziale Bewegungen allzu oft das Geschäft der visuellen Medien: Sie liefern die spektakulären Bilder, die etwa eine Bundestagsdebatte nicht bieten kann. Wer hier wen instrumentalisiert – dazu fehlt in vielen Beiträgen eine Problematisierung.

Insbesondere im Beitrag, der sich mit der Rolle der Medien auseinandersetzt, fehlt der Bezug auf Wechselwirkungen zwischen Bewegungen und Medien. Andrej Mischerikow beschränkt sich allzu sehr auf technische Fragen und schwärmt von der »massenhaften Aneignung« von der Drucktechnik über audiovisuelle Medien bis hin zum Internet. Den sozialen Bewegungen wird somit immer auch eine Vorreiterrolle bei der Einführung neuer Technologien eingeräumt. Ob diese immer auch zur Demokratisierung beitragen, sei dahingestellt. Zudem bleibt auch die Veränderung von Bewegungen ausgeblendet, die sich in ihren Aktionsformen zunehmend auf Medienwirksamkeit konzentrieren.

Wie Form und Inhalt von Protest zusammenhängen, verdeutlicht nicht zuletzt der Prozess der »Rekuperation«, der Übernahme ehemals inhaltlich völlig konträr besetzter Protestformen. Sich schwarz zu kleiden, ein »Palituch« zu tragen und das Konterfei von Ché Guevara zu benutzen – das machen heute auch Nazis, um ihren Antisemitismus und ihre globalisierungsfeindliche und nationalistische Einstellung auszudrücken. Philipp Franz, David Höh und Ines Taube sehen ehemals »links« besetzte Zeichen nun mit anderem Inhalt versehen. Diese Sichtweise stößt jedoch an Grenzen. Sind es doch keine zufälligen Symbole, die aufgegriffen werden. Der Antisemitismus palästinensischer Organisationen, der Nationalismus verschiedenster Befreiungsbewegungen oder der Wohlstandschauvinismus westlicher Globalisierungsgegner verdiente etwas mehr Ideologiekritik, anstatt nur auf den symbolischen Gehalt der Protestformen zu achten.

Insofern hat die in diesem Buch aufgeworfene Frage nach Form und Inhalt von Politik keineswegs nur einen rein philosophischen Charakter. Die von Klaus Schönberger und Ove Sutter zusammengetragenen Beiträge bieten einen wichtigen Anstoß zur Debatte.

Klaus Schönberger / Ove Sutter (Hg.): Kommt herunter, reiht euch ein. Eine kleine Geschichte der Protestformen sozialer Bewegungen. Assoziation A, 272 S., 18 €.

The Rise of Palestinian Graffiti

Februar 4th, 2010 Februar 4th, 2010
Posted in Kunst & Politik, Praxen der Kritik
Keine Kommentare

An Extract from The Politics of Graffiti and Calligraphy of War

Salma Tuqan

The motivation for graffiti in Palestine is not necessarily to flaunt censorship, as it was in New York, but rather an instinctive participation of many voices in a kind of conversation. This dialogue is key to understanding the development of Palestinian graffiti, so completely different from the daring, solitary minded ambitions of the modern American graffiti artist, with his longing for greatness, and his pursuit of an artistic voice.

Anyone attempting to piece together the history of Palestinian art… has to contend with inevitable gaps which would shed light on the development of Palestinian art practices… The popular reception which Palestinian art received from the general public, from the mid 1970’s to the mid 1980’s alarmed the Israeli authorities. Exhibitions were closed and paintings were confiscated for containing political material. Significantly, paintings were classified by military ruling as leaflets and were thus subject to the same censorship regulations as any other printed matter. ‘Military Order No.101, Article 6’ prohibits residents of the West Bank from printing, publishing any publication, advertisement, proclamation, picture, or any other document which contains any article with political significance except after obtaining a licence from the military commander.

Der ganze Artikel im Art Dubai Journal (2/2009)