{"id":5038,"date":"2021-09-14T14:38:53","date_gmt":"2021-09-14T12:38:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/?p=5038"},"modified":"2021-09-15T17:07:35","modified_gmt":"2021-09-15T15:07:35","slug":"studierende-vereinigt-euch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/2021\/09\/14\/studierende-vereinigt-euch\/","title":{"rendered":"Studierende, vereinigt euch!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht des Awareness-Teams der HfMT Hamburg<\/strong><br \/>\nDas D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus, die Berliner Volksb\u00fchne, das Maxim Gorki Theater\u2026 In den letzten Monaten reiht sich Schlagzeile an Schlagzeile \u00fcber F\u00e4lle von Machtmissbrauch in der deutschen Theaterlandschaft. Immer mehr im Kulturbetrieb Besch\u00e4ftigte ver\u00f6ffentlichen ihre Diskriminierungserfahrungen und beginnen so das ewige Schweigen \u2013 scheinbares Charakteristikum der Kulturst\u00e4tten \u2013 zu brechen. Auch (ehemalige) Angeh\u00f6rige der entsprechenden Ausbildungsst\u00e4tten, der Kunst- und Musikhochschulen im deutschsprachigen Raum, machen seit einigen Jahren mit Berichten \u00fcber sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch auf tiefliegende strukturelle Probleme aufmerksam. Nach dem Bekanntwerden von F\u00e4llen wie denen um den ehemaligen Hochschulpr\u00e4sidenten Siegfried Mauser und nach den Enth\u00fcllungen weiterer \u201e#metoo-Skandalgeschichten\u201c ist die \u00d6ffentlichkeit alarmiert und innerhalb der Hochschulen erh\u00f6ht sich langsam aber sicher die Sensibilit\u00e4t. Im Kontext dieser gesamtgesellschaftlichen Entwicklung mag auch die Geschichte unseres Awareness-Teams gelesen werden.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung des Awareness-Teams geht zur\u00fcck auf einen grauen Hamburger Herbsttag 2020: Studierende der Theaterakademie der HfMT Hamburg veranstalten eine Zukunftswerkstatt, in der Studierende aus allen Studieng\u00e4ngen der Theaterakademie zusammenkommen, um sich \u00fcber Kritik und Utopien bez\u00fcglich ihrer Ausbildung auszutauschen. \u201eWelche Probleme sehen wir in unserem Studium?\u201c \u201eWelche Erfahrungen machen wir an unserer Hochschule, die wir lieber nicht machen w\u00fcrden?\u201c \u201eWelche Unterrichtsformate und welche Strukturen w\u00fcnschen wir uns?\u201c An diesem Tag wird eine Solidarisierung unter der Studierendenschaft sp\u00fcrbar, die befl\u00fcgelnd ist. Es gr\u00fcndet sich beispielsweise eine Initiative, die die Sichtbarkeit der Theaterakademie auf Social Media st\u00e4rken will. Eine weitere Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Anliegen einer transparenten Kommunikation innerhalb der HfMT Hamburg. Daf\u00fcr arbeitet sie M\u00f6glichkeiten aus, um den Dialog zwischen der Leitung und den Studierenden auf Augenh\u00f6he zu gestalten, etwa durch die Einf\u00fchrung eines gemeinsamen Jour fixe. Und dann bildet sich auch noch das Awareness-Team.<\/p>\n<p>Wir, das Awareness-Team, sind eine Gruppe von Studierenden verschiedener Musik- und Theaterstudieng\u00e4nge der HfMT Hamburg, die im Anschluss an die Zukunftswerkstatt im November 2020 eine Interessengemeinschaft gegr\u00fcndet haben. Unser Ziel ist es, an unserer Institution und dar\u00fcber hinaus ein Bewusstsein f\u00fcr Diskriminierung zu schaffen und Betroffene zu unterst\u00fctzen. In Zusammenarbeit mit der HfMT Hamburg, deren Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden bem\u00fchen wir uns, Strukturen, die Machtmissbrauch beg\u00fcnstigen und zulassen, aufzuzeigen und nachhaltig zu ver\u00e4ndern. Die Mitgliedschaft ist allen Studierenden der HfMT Hamburg m\u00f6glich.<br \/>\nWir organisieren Workshops, Vortr\u00e4ge und Aktionen innerhalb und au\u00dferhalb der Hochschule. Au\u00dferdem stehen wir zur Supervision in heiklen Situationen zur Verf\u00fcgung, stellen einschl\u00e4gige Literatur bereit und machen bei Bedarf strukturelle Probleme \u00f6ffentlich. Wir handeln nach antirassistischen, antifaschistischen, antisexistischen, antiklassistischen, intersektional-feministischen und inklusiven Grunds\u00e4tzen. Als studentisch organisierte und damit niederschwellige Anlaufstelle f\u00fcr Studierende schlie\u00dft das Awareness-Team die L\u00fccke zwischen den reinen Beratungsstellen und den \u201aoffiziellen\u2018 dienstrechtlichen Wegen des Hochschulbetriebs. Wir k\u00f6nnen zwar keine psychologische oder \u00e4hnliche Beratung ersetzen, k\u00f6nnen Betroffene jedoch individuell und zielgerichtet an entsprechende Stellen weiterleiten. \u00dcberdies schafft das Awareness-Team einen Safespace durch das Gr\u00fcnden von Untergruppen f\u00fcr LGBTQI+, FINTA*, People of Color, Menschen mit Behinderung und Menschen mit psychischen Erkrankungen.<\/p>\n<p><em><strong>\u201eSie haben genug gesprochen!\u201c <\/strong><\/em><\/p>\n<blockquote><p>TRIGGERWARNUNG: Diese Zitate sind im genauen Wortlaut wiedergegeben. Sie stammen von Dozierenden und wurden Studierenden gegen\u00fcber ge\u00e4u\u00dfert. Wir werden im Folgenden das Ausbildungssystem problematisieren, in dem derartige Aussagen m\u00f6glich werden. Dadurch wird deren Gewaltf\u00f6rmigkeit noch sichtbarer.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf hierarchische Strukturen und Machtgef\u00e4lle, die N\u00e4hrboden f\u00fcr verschiedene Formen der Diskriminierung sind und Machtmissbrauch beg\u00fcnstigen, trifft mensch vielerorts: im allt\u00e4glichen Leben, an Universit\u00e4ten und Lehrinstitutionen, am Arbeitsplatz. Die Themen, mit denen wir uns besch\u00e4ftigen, betreffen keineswegs ausschlie\u00dflich Musik- und Theaterhochschulen. Doch bestehen an diesen Ausbildungsst\u00e4tten Rahmenbedingungen, die bestimmte Diskriminierungsmechanismen besonders zu f\u00f6rdern scheinen (s. Kommentar unten).<br \/>\nAn erster Stelle ist hier sicher das Verh\u00e4ltnis zwischen Studierenden und Lehrenden zu nennen: W\u00e4hrend Unterrichts- und Pr\u00fcfungssituationen in wissenschaftlichen Studieng\u00e4ngen an Universit\u00e4ten h\u00e4ufig in Gruppenkonstellationen stattfinden und Einzelunterrichte eine Ausnahme sind, stehen diese an k\u00fcnstlerischen Hochschulen an der Tagesordnung. Gerade im Musik- und Schauspielstudium machen Sprech-, Gesangs- oder Instrumentalunterrichte bei dem*der Hauptfachdozierenden einen betr\u00e4chtlichen Teil des Studienplans aus. Was innerhalb der vier W\u00e4nde des Unterrichtszimmers passiert, wie diese Einzelunterrichte genau ablaufen, wei\u00df niemand. Es gibt keine Kontrollinstanzen. Und selbst dort, wo kein Einzelunterricht stattfindet, sind die Studieng\u00e4nge klein und famili\u00e4r. Gerade junge Studierende begeben sich \u2013 auf der Suche nach Orientierung in der Welt des Leistungsdrucks \u2013 verst\u00e4ndlicherweise oft vollst\u00e4ndig in die Hand dieser Dozierenden.<\/p>\n<p><em><strong>\u201eStudieren Sie erstmal richtig!\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Oftmals aber haben die Dozierenden keine p\u00e4dagogische Erfahrung, denn Hochschulen schm\u00fccken sich lieber mit erfolgreichen Musiker*innen und Regisseur*innen anstatt mit guten P\u00e4dagog*innen. Dabei geht es scheinbar gar nicht um uns Studierende. Denn p\u00e4dagogische Aus- und Weiterbildung f\u00fcr das k\u00fcnstlerische Lehrpersonal ist an den meisten Hochschulen wenig verbreitet und selten verpflichtend.<br \/>\nHinzu kommt, dass an Universit\u00e4ten der Forschungsgegenstand nur mittelbar mit der Pers\u00f6nlichkeit der Studierenden in Zusammenhang gebracht wird, w\u00e4hrend an Musik- und Kunsthochschulen die Pers\u00f6nlichkeit von uns Studierenden im Fokus der Ausbildung steht: Kunst zu studieren wird uns oft als eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst, also mit dem eigenen Privatleben verkauft. Alles soll pers\u00f6nlich sein. Wir Studierenden sollen unser Innerstes nach au\u00dfen tragen, unsere privaten Gef\u00fchle artikulieren; damit machen wir uns angreifbar und verletzlich.<\/p>\n<p><em><strong>\u201eIhr seid eine Schande f\u00fcr die Hochschule und f\u00fcr uns!\u201c<\/strong><\/em> <\/p>\n<p>Wir haben schon einiges ertragen und geh\u00f6rt. Wir haben \u00dcbergriffigkeit erlebt und beobachtet. Unsere Geschichten handeln von psychischer Gewalt, von physischen \u00dcbergriffen, von Beleidigungen und mentaler Verletzung, von narzisstischen Dozierenden und deren Inschutznahme durch verantwortliche Personen. Inschutznahme gerade in den Gespr\u00e4chen, die wir suchten, damit unsere Erfahrungen geh\u00f6rt w\u00fcrden und gegen solche Vorf\u00e4lle etwas unternommen w\u00fcrde.<br \/>\nWir wollten uns nicht mehr an diesen Erlebnissen aufreiben, wollten uns nicht mehr in der Vergangenheit aufhalten und uns vom Schmerz l\u00e4hmen lassen. Wir hatten keine Lust mehr darauf, dass es an der Hochschule nicht um uns Studierende geht. Also beschlossen wir, die L\u00f6sung unserer Probleme selbst in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>Die Hochschule muss ein diskriminierungsfreier Raum werden!<\/strong><\/p>\n<p>Mittlerweile gibt es das Awareness-Team etwas l\u00e4nger als ein halbes Jahr. In den eineinhalb Semestern unserer Existenz haben wir kleine Dinge im Hochschulalltag ver\u00e4ndert: Wir haben einen gem\u00fctlichen Awareness-Space eingerichtet, der R\u00fcckzugsort sein soll. Dort steht ein B\u00fccherregal, in dem Literatur zu finden ist, rund um die Themen Awareness, Machtmissbrauch, strukturelle Ungleichheit und was mensch dagegen unternehmen kann. Gemeinsam mit den verantwortlichen Stellen der Hochschule haben wir daf\u00fcr gesorgt, dass die Toiletten am neuen Standort der Theaterakademie alle Gender ansprechen und arbeiten daran, diese in den n\u00e4chsten Jahren vollst\u00e4ndig genderneutral zu gestalten.<br \/>\nAu\u00dferdem haben wir uns um Aufkl\u00e4rung bem\u00fcht: Mit den Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule haben wir eine Vortragsreihe zum Thema <em>Machtmissbrauch im Klassik- und Theaterbetrieb<\/em> ins Leben gerufen. Verschiedene Referent*innen aus der Forschung und aus der Musik- und Theaterpraxis haben aus intersektionaler Perspektive zu Machtmissbrauch in der Klassikszene, zu Rassismus und Klassismus an Musikhochschulen, zu Aufnahmeverfahren und Besetzungspolitik und zum Eurozentrismus des Werke-Kanons gesprochen. Die Vortragsreihe soll fortgef\u00fchrt werden und wird im Wintersemester 21\/22 in die allj\u00e4hrliche musikwissenschaftliche Ringvorlesung der HfMT integriert: Gemeinsam mit der Professorin f\u00fcr Musikwissenschaft, Nina Noeske, und der Gleichstellung organisieren wir die Ringvorlesung <em>Musik und Theater intersektional<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.hfmt-hamburg.de\/veranstaltungen\/details\/9102\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Informationen <\/a>zum ersten Termin der Veranstaltungsreihe).<br \/>\nDes Weiteren haben wir uns mit anderen Hochschulen vernetzt. Wir haben uns \u00fcber Strategien ausgetauscht und unsere Handlungsm\u00f6glichkeiten reflektiert, und auf diesem Weg die Gr\u00fcndung weiterer studentischer Awareness-Teams an deutschen Musikhochschulen angeregt.<br \/>\nZudem konnten wir schon in den ersten Monaten unseres Bestehens Studierenden helfen, die mit W\u00fcnschen und Problemen auf uns zugekommen sind. Wir konnten ein offenes Ohr bieten, unterst\u00fctzen und vermitteln. Wir sind dabei auch an die Grenzen unserer M\u00f6glichkeiten und unseres Wissens gesto\u00dfen. Das st\u00e4rkste Mittel, das uns zur Verf\u00fcgung steht, ist zweifellos, dass wir ein Team sind. Wir k\u00f6nnen uns als Gruppe solidarisieren und uns hinter einzelne Studierende und ihre Anliegen stellen. So wirken wir der Ohnmacht gegen\u00fcber dem Hochschulapparat entgegen, die durch das Einzelg\u00e4nger*innentum entsteht, das uns in der Ausbildung tagt\u00e4glich vorgebetet wird. Der Hochschulapparat ist nicht interessiert an St\u00f6rungen und Turbulenzen \u2013 er will nur reibungslos funktionieren.<br \/>\nWir Studierende wollen \u2013 so unterschiedlich wir alle auch sind \u2013 in unserer Studienzeit wachsen, lernen und nat\u00fcrlich unser Studium auch erfolgreich abschlie\u00dfen. Viele nehmen Diskriminierungen oder Machtmissbrauch hin, um sich das Studium nicht zu verkomplizieren, den Abschluss nicht zu gef\u00e4hrden, oder ihren \u201aRuf\u2018 durch den Konflikt mit einem*einer ber\u00fchmten Lehrer*in nicht zu sch\u00e4digen. Es l\u00e4uft etwas falsch, wenn es geradezu als notwendig angesehen wird, den Kopf einziehen zu m\u00fcssen, um im Studium voranzukommen. Die Hochschulen erheben Anspruch darauf, uns zu Pers\u00f6nlichkeiten mit selbstbewussten Haltungen auszubilden und uns so auf die Berufspraxis vorzubereiten. Doch stattdessen erlernen wir im <em>hidden curriculum<\/em> schweigend zu ertragen und h\u00f6rig zu sein. So entwickeln wir uns zu K\u00fcnstler*innen, die sich nicht wehren, dadurch \u00fcberholte und ungesunde Strukturen reproduzieren und in ihrer Arbeitsweise und ihrem k\u00fcnstlerischen Schaffen diskriminierende Verhaltensweisen und stereotype Narrative fortschreiben. Wegen dieses Umstands ist es so wichtig, die bestehende Ausbildungsstruktur immer wieder zu reflektieren und zu hinterfragen. Doch daf\u00fcr wird uns kein Raum gegeben, wir m\u00fcssen ihn uns erk\u00e4mpfen, oft auf Kosten von Zeit und Energie, die wir gerne in unsere Studieninhalte stecken w\u00fcrden. Es kann nicht sein, dass Studierende, die sich politisch oder gesellschaftlich engagieren, Abstriche in ihrem Studium machen m\u00fcssen. Was wir brauchen und fordern, ist eine Studienstruktur, die gesellschaftlichem und hochschulpolitischem Engagement im Lehrplan Platz einr\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>Schluss mit dem Geniekult!<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben kein Interesse am Geniekult oder der verkl\u00e4rten Idee einer Kunst, die uns zu besseren Menschen macht. Das sind gef\u00e4hrliche Rechtfertigungsmuster, die narzisstische Pers\u00f6nlichkeiten sch\u00fctzen und Machtmissbrauch und Diskriminierung beg\u00fcnstigen. Es kann in der k\u00fcnstlerischen Ausbildung nicht immer wieder darum gehen, sich am bestehenden Kulturbetrieb zu orientieren und sich damit zufrieden zu geben, dass \u201ees vor Jahren ja noch viel schlimmer war als jetzt\u201c. Wir als angehende K\u00fcnstler*innen m\u00fcssen schon im Studium den Raum erhalten, uns kritisch mit gesellschaftlichen Themen und systemischen Strukturen auseinanderzusetzen. Erst so k\u00f6nnen wir eine Haltung zur Welt einnehmen und daraus k\u00fcnstlerische Perspektiven entwickeln. Wenn wir diejenigen sind, die sp\u00e4ter den Kulturbetrieb formen, m\u00fcssen wir uns mit Strategien auseinandersetzen, durch die Machtmissbrauch und Diskriminierung tats\u00e4chlich abgeschafft werden k\u00f6nnen. Das kann unser kleiner Beitrag \u2013 der Beitrag der privilegierten Bubble Kunsthochschule \u2013 im gro\u00dfen System Gesellschaft sein.<br \/>\nTrotz der Unterst\u00fctzung und Aufmerksamkeit, die wir an unserer Hochschule erhalten, lauern Gefahren im althergebrachten System: Auch unsere Hochschule ist Opfer des Wettkampfs, dem sich die \u201eHochkultur\u201c verschrieben hat, sie ist darauf aus, die besten Leistungen und den besten Ruf hervorzubringen. Und so genie\u00dft sie es vielleicht ein wenig, dass wir ehrenamtlich so aktiv f\u00fcr unsere Utopien arbeiten. Denn tun wir es, ist die Arbeit ja getan und die Hochschule gewinnt sogar noch ein Aush\u00e4ngeschild: \u201eSeht her, wie aufgekl\u00e4rt wir sind und wie wir uns gegen diskriminatorische Strukturen einsetzen!\u201c<br \/>\nOhne die mentale und monet\u00e4re Unterst\u00fctzung der Gleichstellung und vieler unserer Redner*innen bei der Vortragsreihe, ohne den Zuspruch durch Professor*innen und Mitarbeiter*innen der Hochschule w\u00e4ren wir nicht hier, wo wir sind. Doch diese Unterst\u00fctzung ersetzt nicht, dass tiefgreifende strukturelle Ver\u00e4nderungen im System Hochschule erfolgen m\u00fcssen. Die Antidiskriminierungsarbeit darf nicht auf Studierende abgew\u00e4lzt werden, sondern muss institutionell verankert sein, bspw. in Form von fest angestellten Supervisor*innen und regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden und verpflichtenden Awareness-Workshops f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen der Hochschule. Eine Antidiskriminierungsrichtlinie, ein Verhaltenskodex k\u00f6nnen wichtig zum Erkennen von Diskriminierung und Machtmissbrauch sein, doch sie helfen nur bedingt, solange es keine Kontrollinstanz gibt, die wirklich unabh\u00e4ngig ist von den M\u00e4chtigen an einer Hochschule.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine bessere Zukunft!<\/strong><\/p>\n<p>Wir, das Awareness-Team, glauben daran, dass die Kunstwelt ein bisschen besser wird, wenn die Studierenden in der Kunstausbildung besser behandelt werden. Wir wollen alle angehenden K\u00fcnstler*innen und uns selbst dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, was unsere Rechte sind und wie wir von ihnen Gebrauch machen k\u00f6nnen. Wir k\u00e4mpfen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch in der Ausbildung, damit wir mit positiven Erfahrungen in das Berufsleben starten k\u00f6nnen. Und ja, dort werden wir uns noch mit streng hierarchisch organisierten Betrieben auseinandersetzen m\u00fcssen. Doch werden wir die Verantwortlichen im Dialog von unseren Werten und Strategien \u00fcberzeugen, wenn wir uns in der Studienzeit einen entsprechenden Werkzeugkasten aneignen.<br \/>\nWir wollen die Kunstausbildung zu einem Ort machen, der kritische und selbstbewusste K\u00fcnstler*innen ausbildet. Daf\u00fcr muss der Machtmissbrauch, dieses Produkt des selbstbezogenen patriarchalen Systems, enden, und der Blick muss geweitet werden: Lasst uns unsere Privilegien nutzen und die Kunstwelt zu einem Ort machen, der weniger ausschlie\u00dft und alle willkommen hei\u00dft!<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nKommentar: Wir Studierende haben das Gef\u00fchl, dass ein Grund\u00fcbel von k\u00fcnstlerischen Hochschulen die Unterfinanzierung und der damit verbundene Personalmangel in der Verwaltung und das Prekariat der Lehrbeauftragten ist. Wir nehmen wahr, dass Besch\u00e4ftigte an Kunst- und Musikhochschulen meist \u00fcberarbeitet sind, unter hohem Druck stehen oder ihre Arbeitsmoral unter den schlechten Anstellungsbedingungen leidet. Doch darf dies keine Rechtfertigung sein.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nEin weiterer Eintrag zum Awareness-Team der HfMT-Hamburg findet sich bei <a href=\"https:\/\/www.dasharfenduo.de\/wordpress\/musik-und-gesellschaft\/metoo\/portraet-das-awareness-team-der-hfmt-hamburg\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Harfenduo<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht des Awareness-Teams der HfMT Hamburg Das D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus, die Berliner Volksb\u00fchne, das Maxim Gorki Theater\u2026 In den letzten Monaten reiht sich Schlagzeile an Schlagzeile \u00fcber F\u00e4lle von Machtmissbrauch in der deutschen Theaterlandschaft. Immer mehr im Kulturbetrieb Besch\u00e4ftigte ver\u00f6ffentlichen ihre Diskriminierungserfahrungen und beginnen so das ewige Schweigen \u2013 scheinbares Charakteristikum der Kulturst\u00e4tten \u2013 zu brechen. &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/2021\/09\/14\/studierende-vereinigt-euch\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Studierende, vereinigt euch!<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2485,"featured_media":5044,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[],"class_list":["post-5038","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2485"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5038"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5048,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5038\/revisions\/5048"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5044"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}