{"id":2907,"date":"2021-04-15T16:07:32","date_gmt":"2021-04-15T14:07:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/?page_id=2907"},"modified":"2022-05-13T11:53:09","modified_gmt":"2022-05-13T09:53:09","slug":"simon-frey","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/art-ort-e\/simon-frey\/","title":{"rendered":"Der Sinn einer allzuwenig sinnigen Welt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Simon Frey<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"724\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4029\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-150x106.jpg 150w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-768x543.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-1536x1086.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-2048x1448.jpg 2048w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-1200x848.jpg 1200w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/auno\/files\/2021\/05\/DerSinn-1-1980x1400.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Wer mit offenen Sinnen durch eine Stadt wie Z\u00fcrich geht, nimmt eine Vielzahl von Eindr\u00fccken aus der Umgebung wahr. Die Daten, die \u00fcber Nase, Auge, Ohr und Haut in uns str\u00f6men, fliessen im Bewusstsein zusammen und ergeben ein Abbild der Aussenwelt. Dabei wird das Spiegelbild in unserem Kopf unabl\u00e4ssig von inneren und \u00e4usseren Faktoren gepr\u00e4gt: Je nach Standort und eigener Verfassung, abh\u00e4ngig von Uhrzeit und Wetter, nehmen wir anders wahr. So entstehen von der Welt kaleidoskopische Momentaufnahmen, die sich st\u00e4ndig wandeln \u2013 das wahrgenommene Bild der Stadt ist niemals starr, sondern jeden Augenblick in Bewegung, flimmernd, fluid und pulsierend wie das eigene Bewusstsein \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Simon Frey versteht&nbsp;<em>Der Sinn einer allzuwenig sinnigen Welt<\/em>&nbsp;als \u00abAngebot zum Innehalten, um Zeit und Raum zu reflektieren und neu zu bewerten\u00bb. Mit der Bereitstellung von Situationen in verschiedenen Stadtgebieten bietet er den Menschen Gelegenheit, sich ihres Bewusstseins gewahr zu werden. Seine Arbeit l\u00e4dt dazu ein, an drei Standorten in Z\u00fcrich die eigene Wahrnehmung zu reflektieren. Die Teilnehmenden k\u00f6nnen hierbei in wechselnden K\u00f6rperstellungen ihr Denken, H\u00f6ren und F\u00fchlen f\u00fcr eine bestimmte Zeit ins Zentrum der eigenen Achtsamkeit r\u00fccken. So werden die Rezipierenden eingeladen, an der Konradstrasse \u00abgehend zu denken\u00bb, beim R\u00f6ntgenplatz \u00absitzend zu h\u00f6ren\u00bb und schliesslich auf der Hardturmbrache \u00abstehend zu f\u00fchlen\u00bb. Bei diesen drei vorgeschlagenen Paarkombinationen passiert vieles, sagt Simon Frey: \u00abEin Spaziergang ordnet die Gedanken, sitzend erzeugt man wenig Eigenger\u00e4usche und ist entspannt, und im Stehen l\u00e4sst sich der ganze K\u00f6rper f\u00fchlen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abEs ist ein Experiment\u00bb, sagt Simon Frey \u00fcber sein Werk, das sich vielleicht am besten durch seinen maximalen Minimalismus definieren l\u00e4sst: Ausser den Standorten und den entsprechenden Reflexionseinladungen werden weder Materialen eingesetzt noch zus\u00e4tzliche Anweisungen gegeben. Vollendet ist das subtile Werk nicht eher als in den Momenten des performativen Mitmachens durch die teilnehmenden Personen: Erst mit der Umsetzung der vom K\u00fcnstler vorgeschlagenen Selbstbetrachtung gelangt die Arbeit zu ihrer Entfaltung. So werden die TeilnehmerInnen zu Mitwirkenden und ihre Wahrnehmung zu einem integralen Teil seines Werks. Simon Frey stellt mit der vorliegenden Arbeit gewissermassen die Baupl\u00e4ne von geistigen Raumzeiten zur Verf\u00fcgung: Es sind M\u00f6glichkeiten, die ihr Potential erst im Moment der Auseinandersetzung mit ihnen und im individuellen Bewusstsein aktivieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Florian Binder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Simon Frey Wer mit offenen Sinnen durch eine Stadt wie Z\u00fcrich geht, nimmt eine Vielzahl von Eindr\u00fccken aus der Umgebung wahr. Die Daten, die \u00fcber Nase, Auge, Ohr und Haut in uns str\u00f6men, fliessen im Bewusstsein zusammen und ergeben ein Abbild der Aussenwelt. 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