{"id":59,"date":"2009-11-17T18:01:33","date_gmt":"2009-11-17T16:01:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/authenticity\/?page_id=59"},"modified":"2009-11-17T19:11:16","modified_gmt":"2009-11-17T17:11:16","slug":"projekt-dt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/authenticity\/info\/projekt-dt\/","title":{"rendered":"Kontext"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"font-size: 1.5em\"><strong>K\u00fcnstlerisch &#8211; gesellschaftlicher Kontext<\/strong><\/h2>\n<p>Authentizit\u00e4t als Hauptwort der Moderne (Ferrara, 1993) spielt in unserem Alltag eine gro\u00dfe Rolle: Die Reisebranche wirbt f\u00fcr\u00a0\u201eauthentische Reisen\u201c auf der Touristenmesse (&#8222;Viva Touristika&#8220;), unsere authentischen Erlebnisse sind uns nicht nur beim\u00a0Theaterbesuch wichtig, sondern auch bei Nahrungsmitteln, Turnschuhen, Autos. Manager-Seminare sprechen von\u00a0\u201eAuthentizit\u00e4t als Schl\u00fcsselmerkmal f\u00fcr Erfolg\u201c (Evelin Rosenfeld) und eine Z\u00fcrcher Agentur will &#8222;authentisch\u00a0werben&#8220; (treibstoff). L\u00e4sst sich unter heutigen Bedingungen im Kontext des Theaters \u00fcberhaupt ein brauchbarer Begriff von\u00a0Authentizit\u00e4t geben, der allgemein verst\u00e4ndlich ist? In wie weit ist \u201eauthentisch\u201c ein ph\u00e4nomenales Attribut und in wie weit\u00a0muss es als relationales oder selbstreflexives benutzt werden? Ist die Kreation bzw. Konstruktion von Authentizit\u00e4t m\u00f6glich?<\/p>\n<p>Welche Konditionen und Faktoren, welches \u201esetting\u201c bietet die Basis f\u00fcr die Entstehung eines Authentizit\u00e4tsgef\u00fchls?<\/p>\n<h2 style=\"font-size: 1.5em\">Schwerpunkt Theater<\/h2>\n<p>Theaterproduktionen, in denen so genannte Experten oder nicht-professionelle Darsteller zum Einsatz kommen, sind in den\u00a0letzten Jahren vermehrt zur Auff\u00fchrung gebracht worden: Christoph Schlingensief, das Kollektiv Rimini Protokoll, das\u00a0Regieduo Hoffman und Lindholm, das Duo Auftrag\/Lorey, die d\u00e4nische Performancegruppe Signa, das deutschschweizerische\u00a0Team um Bernhard Mikesha, die Hildesheimer Gruppe Aspik von Ueli J\u00e4ckle, Ruedi H\u00e4usermann in\u00a0Lenzburg \u2013 sie alle arbeiten mit nicht ausgebildeten Schauspielern, um mit ihrer Hilfe im Theater authentische Wirkungen zu\u00a0erzielen, die anders nicht m\u00f6glich w\u00e4ren. Das Forschungsprojekt &#8222;Suche nach Authentizit\u00e4t&#8220; geht mit Knaller\/M\u00fcller, Fischer-Lichte\/Pflug und Berg\/H\u00fcgel\/Kurzenberger davon aus, dass in zeitgen\u00f6ssischen Inszenierungen Authentizit\u00e4t hergestellt\u00a0wird. Wir leben heute in Zeiten des Zerfalls des Phantasmas einer verb\u00fcrgten Realit\u00e4t (Zizek 2005). Teilaspekte unserer\u00a0Wirklichkeit lassen sich immer weniger zu einer geschlossenen Gestalt integrieren, bleiben widerspr\u00fcchlich und bed\u00fcrfen der\u00a0permanenten (spielerischen) Authentifizierung. Auf dem Theater geht damit der Zerfall der geschlossenen selbstidentischen\u00a0Rollenfigur einher. Zugrunde gelegt wird ein Verst\u00e4ndnis von Theatralit\u00e4t, das die vier Komponenten Wahrnehmung und\u00a0Darstellung, Inszenierung und Verk\u00f6rperung in einen wechselseitigen Bezug setzt (Fischer-Lichte 2002).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstlerisch &#8211; gesellschaftlicher Kontext Authentizit\u00e4t als Hauptwort der Moderne (Ferrara, 1993) spielt in unserem Alltag eine gro\u00dfe Rolle: Die Reisebranche wirbt f\u00fcr\u00a0\u201eauthentische Reisen\u201c auf der Touristenmesse (&#8222;Viva Touristika&#8220;), unsere authentischen Erlebnisse sind uns nicht nur beim\u00a0Theaterbesuch wichtig, sondern auch bei Nahrungsmitteln, Turnschuhen, Autos. 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