{"id":277,"date":"2013-02-26T10:03:14","date_gmt":"2013-02-26T10:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/club_av\/?p=277"},"modified":"2013-09-19T07:35:49","modified_gmt":"2013-09-19T07:35:49","slug":"portfolioprasentation-fruhlingssemester-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/club_av\/2013\/02\/26\/portfolioprasentation-fruhlingssemester-2013\/","title":{"rendered":"Portfoliopr\u00e4sentation FS 2013"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\">Am Dienstag, 19. Februar 2013 fand die Portfoliopr\u00e4sentation der im Fr\u00fchlingssemester Abschliessenden statt. Heinrich L\u00fcber, Leiter des Studiengangs MA Art Education der ZHdK und zugleich Leiter der Vertiefung bilden &amp; vermitteln wird dieses Semester erstmals eine Masterthesis in der Vertiefung ausstellen &amp; vermitteln mentorieren. Grund genug, ihn nach seinen Eindr\u00fccken zu fragen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Heinrich, dieses Semester wirst Du als Mentor einer Masterthesis der Vertiefung ausstellen &amp; vermitteln den Arbeitsprozess eng begleiten. Am 19. Februar 2013 haben die angehenden Absolventinnen ihren Werdegang und ihre Masterthesenvorhaben an der traditionellen Portfoliopr\u00e4sentation vorgestellt. Was fiel Dir auf?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Einerseits stellte ich fest, dass einige der Studierenden ihre Semesterprojekte w\u00e4hrend des Studiums in Teamarbeit machten. Das fand ich sehr sch\u00f6n. Die Fragestellungen und die Settings der Masterthesen selber lebten dann von den sehr verschiedenen Ausbildungsbiographien der Studierenden. Ich hoffe die Studierenden nutzen auch da den Austausch untereinander.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Das Entwickeln einer eigenen Fragestellung und das Verfolgen derselben durch verschiedene Disziplinen hindurch w\u00e4re ein Zeichen daf\u00fcr, dass hier eine der Grundideen des Bologna Systems gelingt. Eine Mehrheit der Abschliessenden hat ihren Bachelor in unserem n\u00f6rdlichen Nachbarland erworben, oft mit kultur- oder geisteswissenschaftlichem Hintergrund. Siehst Du hier Konsequenzen, die sich durch den Wechsel an eine Kunsthochschule manifestieren?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Diese sind dann wohl in den Umsetzungen der Konzepte zu finden. Da k\u00f6nnten Mischformen oder mit dem etwas beladenen Wort: transdisziplin\u00e4re Formen zum Tragen kommen.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Du bist als Performance K\u00fcnstler, Fachdidaktiker und Kunstvermittler t\u00e4tig. Du befasst Dich schon l\u00e4nger mit dem Thema \u201eSprechen in und \u00fcber Kunst\u201c. In Jasmin Glaabs Masterthesis, welche Du mentorierst, wird es um das Dasein der Sprache in der Kunst bzw. um Sprache als k\u00fcnstlerisches Material gehen. Welches Potential und welche Dringlichkeiten siehst Du in dieser Fragestellung?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Das Sprechen \u00fcber\/an\/durch\/mit Kunst interessiert mich nat\u00fcrlich sehr. Jasmin geht hoffentlich von einer sehr offenen und beweglichen Situation aus die sie da Kunst nennt. Das k\u00f6nnte ihr das Aufzeigen neuer Blickrichtungen durch diese schwebende &#8222;Architektur&#8220;: Werke \/ Kuratorin \/ Betrachtende \/ Kunstschaffende \/ Kunstr\u00e4ume, erm\u00f6glichen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Einige der angehenden Absolventinnen h\u00e4tten sich aus ihrem Werdegang heraus auch bei bilden &amp; vermitteln bewerben k\u00f6nnen, bei Jasmin ist eine Zusammenarbeit mit Ladina Gerber, Absolventin von bilden &amp; vermitteln zu Stande gekommen. Steigt die Durchl\u00e4ssigkeit der Vertiefungen mit den gemeinsamen Fragestellungen? Welche Querbez\u00fcge und Kombinationen w\u00fcrden sich aus Deiner Sicht anbieten?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Sicher w\u00e4re das ein grosses Potential. Dass Studierenden gen\u00fcgend Zeit bleibt, solche Zusammenarbeiten \u00fcber die Vertiefungen hinaus zu suchen und zu finden, ist da aber eine zus\u00e4tzliche Frage.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Eine andere Arbeit befasst sich mit einem Vermittlungskonzept f\u00fcr das Haus der elektronischen K\u00fcnste. Michaela Englert reflektierte in ihrer Pr\u00e4sentation auch bewusst die bildliche Darstellung von \u201eVermittlung\u201c.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Das fand ich auch einen Ansatz der es in sich hat. Ich w\u00fcnsche mir, dass Sie diesen spezifischen Blick auch in ihrer Konzeption dann mit einbezieht.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Sarah Wirth hat sich vorgenommen zu untersuchen, wie sich Skandale und Tabubr\u00fcche in der Kunstrezeption manifestieren.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Da fragte ich mich, wie nahe sie sich wohl an diese Bruchstelle(n) traut? Ein historisch aufgearbeiteter Bruch ist ja an sich kein Bruch mehr.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Corinna Holbein interessiert sich f\u00fcr kollektive Kunstproduktion am Beispiel der Andy Warhol Factory und Olafur Eliassons Atelier.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Da w\u00e4re f\u00fcr mich die Herangehensweise ein wichtiger Entscheid. Was sehe\/h\u00f6re ich, wenn ich die Beteiligten befrage? Was sehe\/h\u00f6re ich dann eher nicht?<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Ntomenika Chandra m\u00f6chte analysieren, wie sich verschiedene Off-Spaces in Z\u00fcrich organisieren und was f\u00fcr eine Rolle sie als Akteure im Kunstfeld spielen.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Auch hier ist dann wohl das Sichtbare mit schwerer Sichtbarem zu unterbauen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Magdalena Ross geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen Stadtmuseen als M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume f\u00fcr gesellschaftliche Teilhabe operieren k\u00f6nnen.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Da erstaunte mich die Fragestellung. Aus meiner Sicht zielt diese Frage eigentlich in ein Feld ausserhalb dessen, was ich als ausstellen &amp; vermitteln verstehe. &#8211; Zumal es ja um eine Analyse der Programme und wohl auch Strukturen vier bestehender Institutionen gehen soll. Da lasse ich mich gerne \u00fcberraschen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Auch dieses Semester also wieder ein Kaleidoskop von verschiedensten Themen und einigen Konstanten. Bez\u00fcglich Methodik und Aufbau scheint sich ein h\u00e4ufiges Vorgehen herauszukristallisieren: in einem theoretischen Teil werden gewisse Aspekte aufgrund vorhandener Referenzliteratur rekapituliert. Dann werden zwei bis drei Ausstellungen\/Institutionen im Sinne von Fallstudien daraufhin analysiert, um in einem &#8222;praktisch&#8220; genannten Teil ein eigenes Konzept zu entwickeln. Was fiel Dir zur Methodik und\/oder dieser Strukturierung auf?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Wir kennen dies analog auch im bilden &amp; vermitteln. Dort sind dann z.B. Positionen aus der Theorie oder bildenden Kunst neben einer eigenen k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung geplant. In der Umsetzung treten dann Fragen am Horizont \u00a0auf: Was haben diese Elemente nun miteinander zu tun? Was bekommen sie miteinander zu tun? Wenn da mit etwas Mut nach unkonventionellen Settings gesucht wird, zahlt sich dies oft aus. Ansonsten l\u00e4uft man Gefahr lediglich ein Konzept in der eigenen Arbeit zu illustrieren.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><strong>Eine zentrale Frage in der Vertiefung bilden &amp; vermitteln heisst: \u201eWas soll morgen gelehrt werden?\u201c \u2013 Was f\u00fcr eine zentrale Frage w\u00fcrdest Du der Vertiefung ausstellen &amp; vermitteln stellen?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> <em>Hm \u2013 das ist gar nicht so einfach grad mal aus dem \u00c4rmel zu sch\u00fctteln. Sicher ginge es mir dabei mit meinem Hang zum Tr\u00e4umen um das Potential das sich zeigen kann, wenn Akteure und Situationen vorzufinden sind, die sich eventuell nicht mehr so klar als &#8222;die Ausstellung&#8220;, &#8222;die Vermittlung&#8220;, &#8222;das Publikum&#8220;, &#8222;die Szenografie&#8220;, &#8222;das Exponat&#8220; unterscheiden lassen. Also im weitesten Sinne um das Arbeiten an den Grenzen dieses Formates selber. Also da, wo es um transformatorische Kr\u00e4fte geht.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\">\u00a0<em>Heinrich L\u00fcber und Fran\u00e7oise Krattinger<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag, 19. Februar 2013 fand die Portfoliopr\u00e4sentation der im Fr\u00fchlingssemester Abschliessenden statt. 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