
{"id":362,"date":"2016-05-30T13:52:35","date_gmt":"2016-05-30T13:52:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dadaspektakulationen\/?p=362"},"modified":"2016-06-07T10:05:02","modified_gmt":"2016-06-07T10:05:02","slug":"konzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dadaspektakulationen\/2016\/05\/30\/konzept\/","title":{"rendered":"Konzept"},"content":{"rendered":"<p><strong>Grundidee<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das Vermittlungsprogramm der Festspiele Z\u00fcrich 2016 \u00abDada \u2013 Zwischen Wahnsinn und Unsinn\u00bb entwickeln Studierende der ZHdK Master Art Education vorwiegend akustische Installationen in (halb-)\u00f6ffentlichen R\u00e4umen.<\/p>\n<p>Hans Richters Spiegelmetaphorik zur Dada-Bewegung dient dabei als Ausgangslage und wird auf verschiedenen Ebenen im Vermittlungsprojekt reflektiert. Die Scherben des zerbrochenen Spiegels werden auf r\u00e4umliche und inhaltliche Aspekte bezogen, um so die Dada-Mythenbildung zu reflektieren, ohne dabei den Mythos selbst zu affirmieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ort<\/strong><\/p>\n<p>Die Vermittlungsorte sind in der Stadt Z\u00fcrich verstreut, womit auf den r\u00e4umlichen Aspekt der Spiegelmetapher verwiesen wird. Dabei handelt es sich um sieben ausgew\u00e4hlte WCs, die teilweise zu Festspielorten geh\u00f6ren, teilweise ein bewusst anderes Publikum ansprechen sollen.<\/p>\n<p>An jedem dieser Orte ist eine andere Audio-Installation zu h\u00f6ren. Mit dem Besuch mehrerer Vermittlungsorte kann eine pers\u00f6nliche Wahrnehmung von Dada entstehen, um die Bewegung individuell verhandeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Idee, (halb-)\u00f6ffentliche WCs mit Interventionen zu bespielen, ist aus mehreren Beweggr\u00fcnden entstanden: Zum einen sollen die Interventionen das Publikum \u00fcberraschen, zum anderen ben\u00f6tigen die Eingriffe eine bestimmte Zeitspanne, um ihre Wirkung zu entfalten. Dies ist an wenigen anderen \u00d6rtlichkeiten gegeben. Selbst ein schneller Gang auf das WC beansprucht eine bestimmte Verweildauer. Die Beil\u00e4ufigkeit, aber auch die Intimit\u00e4t dieses Ortes spielen des Weiteren eine zentrale Rolle.<\/p>\n<p>Bespielt werden Dynamo, Gessnerallee, Schiffbau, Tonhalle, Zentralbibliothek, Zunfthaus zur Waage und Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Medium<\/strong><\/p>\n<p>Im Dada-Jubil\u00e4umsjahr nehmen Bilder im \u00f6ffentlichen Raum einen hohen Stellenwert ein. Die Entscheidung auf akustischer Ebene zu vermitteln, nimmt Bezug auf den Anfang der Dada-Bewegung, die von Literaten ins Leben gerufen wurde. Es wimmelt von Manifesten, Lamentos, Standpauken und Theatertexten. Die Manifeste und Eigendefinitionen der Dadaist_innen dienen als Ausgangspunkt f\u00fcr eine Audiocollage, die in spielerischer Weise m\u00fcndliche Statements mit Ger\u00e4usch- und R\u00fcckw\u00e4rtsaufnahmen koppelt. Die Adaption der Arbeitsweisen der Dadaist_innen wird in diesem Projekt aufgenommen und in einem freien Spiel mit dem Textkorpus in einen zeitgen\u00f6ssischen Kontext verortet und reflektiert. Die gestaltete Audio-Collage spielt mit den einzelnen Buchst\u00fccken und ist in sieben Loops arrangiert, um einem repetitiven Moment entgegenzuarbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Interventionen<\/strong><\/p>\n<p>Inhaltlich manifestiert sich die Spiegelmetaphorik in der Bruchst\u00fcckhaftigkeit der akustischen Installationen. Der Inhalt kann im dadaistischen Sinn \u00abunsinnig\u00bb sein und soll das Publikum weniger erkl\u00e4rend als irritierend beanspruchen.<\/p>\n<p>Die Interventionen entspringen zwei unterschiedlichen Zug\u00e4ngen. Zum einen wird mit historischen Quellen der Dadaist_innen gearbeitet, zum anderen mit zeitgen\u00f6ssischen Interpretationen von Dada im Rahmen der Z\u00fcrcher Festspiele bzw. des Jubil\u00e4ums.<\/p>\n<p><em>Akustische Installation<\/em><\/p>\n<p>Historisch: Mittels Cut-up-Technik nach William S. Burroughs werden Fragmente dadaistischer Eigendefinitionen extrahiert und neu zusammengesetzt.<\/p>\n<p>Zeitgen\u00f6ssisch: R\u00fcckw\u00e4rtsaufnahmen von Produktionen der vielf\u00e4ltigen Veranstaltungen werden aufgenommen, um auf das Festspielprogramm zu verweisen und durch Irritation Neugierde zu schaffen.<\/p>\n<p><em>Visuelle Installation<\/em><strong><br \/>\n<\/strong>Spiegel: Auf visueller Ebene wird eine Verbindung sowohl zwischen den Veranstaltungsorten als auch zur Spiegelmetapher von <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dadaspektakulationen\/category\/projektbeschrieb\/ausgangslage\/\">Hans Richter<\/a> gespannt. Durch das Verfremden der Spiegel soll sich die visuelle Reflexionsebene auf die akustische verlagern.<\/p>\n<p>Signaletik: Die Signaletik der WCs wird durch subtile Eingriffe ver\u00e4ndert, um auf die Installationen aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Kommunikation<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Webseite werden alle Versatzst\u00fccke des Projekts zusammengef\u00fchrt. \u00dcber eine textliche Ebene werden die bruchst\u00fcckartigen Bestandteile der Audio-Installation dargelegt, um eine basale Kontextualisierung vorzuschlagen und gleichzeitig die Quellenlage offenzulegen. Die Rubrik Impressionen versammelt Bildmaterial der Interventionen, f\u00e4ngt stimmige Momente ein und macht diese einem breiten Publikum zug\u00e4nglich. Die Audioebene wird erst am Ende des Projekts involviert, um als Archiv die akustischen Installationen zu erhalten.<\/p>\n<p>Neben weiterf\u00fchrenden Informationen zum Projekt selbst werden auf der Webseite auch die Verantwortlichen des Projekts kenntlich gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundidee F\u00fcr das Vermittlungsprogramm der Festspiele Z\u00fcrich 2016 \u00abDada \u2013 Zwischen Wahnsinn und Unsinn\u00bb entwickeln Studierende der ZHdK Master Art Education vorwiegend akustische Installationen in (halb-)\u00f6ffentlichen R\u00e4umen. Hans Richters Spiegelmetaphorik zur Dada-Bewegung dient dabei als Ausgangslage und wird auf verschiedenen Ebenen im Vermittlungsprojekt reflektiert. 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