{"id":347,"date":"2018-04-03T09:29:03","date_gmt":"2018-04-03T09:29:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/?p=347"},"modified":"2018-04-03T09:30:17","modified_gmt":"2018-04-03T09:30:17","slug":"ich-google-mal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/2018\/04\/03\/ich-google-mal\/","title":{"rendered":"\u00abIch Google Mal\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-351\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/files\/2018\/04\/Steigender-Stromverbrauch-durch-das-Internet-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"870\" height=\"490\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/files\/2018\/04\/Steigender-Stromverbrauch-durch-das-Internet-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/files\/2018\/04\/Steigender-Stromverbrauch-durch-das-Internet-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/files\/2018\/04\/Steigender-Stromverbrauch-durch-das-Internet-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/files\/2018\/04\/Steigender-Stromverbrauch-durch-das-Internet-220x124.jpg 220w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/dieweltretten\/files\/2018\/04\/Steigender-Stromverbrauch-durch-das-Internet.jpg 1408w\" sizes=\"auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px\" \/><em>Jeden Monat beantwortet Google weltweit etwa 100 Milliarden Suchanfragen. Das klappt in Bruchteilen von Sekunden, kostet aber eine Menge Strom \u2013 fragt sich, wie viel?<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr viele gilt Google mit seinen riesigen Rechenzentren inzwischen als Klimakiller. Zuletzt legten die Umweltsch\u00fctzer von Greenpeace noch einmal nach. In ihrer Umweltstudie \u201eHow dirty is your data?\u201c kritisieren sie, dass Unternehmen wie Google, Facebook und Apple ihre Datenzentren in Regionen wie dem US-Bundesstaat North Carolina und dem Mittleren Westen bauen, wo der Strom billig zu haben ist und haupts\u00e4chlich aus der Kohleverbrennung gewonnen wird.<\/p>\n<p>Der Experte f\u00fcr Energieeffizienz besch\u00e4ftigt sich seit rund 20 Jahren mit dem Stromverbrauch der Informations- und Kommunikationsbranche. Er hat beobachtet, dass in Deutschland beim Thema Klimawandel vor allem \u00fcber klassische Energiefresser wie das Auto oder Kraftwerke debattiert werde, w\u00e4hrend die Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft kaum eine Rolle spiele. Dabei entfielen laut Behrendt schon 2001 mindestens f\u00fcnf Prozent des Elektroenergieverbrauchs in Deutschland auf die Informations- und Kommunikationstechnik, n\u00e4mlich 38 Terawattstunden. \u201e2007 waren es schon 55 Terawattstunden. Mittlerweile werden zehn Kraftwerke ben\u00f6tigt, um den Energiebedarf zu decken &#8211; Tendenz weiter steigend\u201c, sagt Behrendt. \u201eDie Informations- und Kommunikationstechnik ist ein Wachstumsmarkt, auch beim Treibhausgasaussto\u00df &#8211; und dieser Trend ist f\u00fcr den Klimaschutz sehr relevant.\u201c<\/p>\n<p>Aber es ist nicht allein der Computer am Arbeitsplatz oder daheim, der beim Internetsurfen die Energie verbraucht. Im Wesentlichen treiben die Daten\u00fcbertragung sowie die Serverleistung den Stromverbrauch in die H\u00f6he. \u201eUnd vielbesuchte Internet-Seiten wie Google oder Wikipedia verf\u00fcgen weltweit \u00fcber gro\u00dfe Rechenzentren, um die unz\u00e4hligen Anfragen zu beantworten\u201c, sagt Siegfried Behrendt (Institut f\u00fcr Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin. Aber es l\u00e4sst sich noch teurer durch das World Wide Web surfen. \u201eEine Auktion bei Ebay schl\u00e4gt mit 18 Gramm CO2 zu Buche\u201c, hat der Experte errechnet. Und wer im Netz gleich ganze virtuelle Identit\u00e4ten annimmt, wird vollends zum Klimas\u00fcnder. \u201eEin Jahr lang eine Identit\u00e4t in der Parallelwelt Second Life zu pflegen, entspricht dem durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Stromverbrauch eines Brasilianers\u201c, so Behrendt.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr, so die j\u00fcngste Untersuchung des Konzerns, sei Google damit f\u00fcr den Aussto\u00df von knapp 1,5 Millionen Tonnen CO 2 verantwortlich gewesen, mehr als drei Viertel davon sei beim Betrieb der Datenzentren und bei der Versorgung der Google-B\u00fcros angefallen. Der Physiker Alex Wissner-Gross von der amerikanischen Harvard-Universit\u00e4t errechnete, dass bei zwei Google-Suchen so viel Kohlendioxid entsteht wie beim Aufbr\u00fchen einer Kanne Tee.<\/p>\n<p>Allein die Firma Google verbraucht j\u00e4hrlich so viel wie eine mittelgro\u00dfe Stadt. Daraus erg\u00e4be sich ein Durchschnittswert von etwa 30 Milliwatt-Stunden. Eine f\u00fcr viele sehr abstrakte Gr\u00f6\u00dfe. Und ist es \u00fcberhaupt sinnvoll, einen Durchschnittswert anzugeben?<\/p>\n<p><strong>Technik im Wandel<\/strong><br \/>\nDer Energieverbrauch h\u00e4ngt nicht nur von den Servern des Suchmaschinenbetreibers ab, sondern auch vom benutzen \u00dcbertragungsnetz und Endger\u00e4t. Und jede Berechnung ist schnell schon wieder Schnee von gestern: Denn der technische Fortschritt sorgt derzeit noch daf\u00fcr, dass sich die Energieeffizienz der Informations- und Kommunikationstechnologie alle paar Jahre verdoppelt.<\/p>\n<p>Google-Manager Urs H\u00f6lzle versucht im firmeneigenen Blog, den Ergebnissen eine andere Perspektive zu geben: Die Energie, die ein Google-Nutzer im Monat auf den Servern verbrauche, w\u00fcrde eine 60-Watt-Gl\u00fchbirne gerade mal f\u00fcr drei Stunden zum Strahlen bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zudem, so argumentiert er im Gespr\u00e4ch mit der New York Times, w\u00fcrde Google beispielsweise verhindern, dass Nutzer mit ihrem Auto in die B\u00fccherei fahren, um etwas nachzuschlagen. 2010 kamen 25 Prozent der Energie f\u00fcr die Serverparks aus erneuerbaren Quellen wie der Windkraft, 2011 soll dieser Anteil auf 30 Prozent steigen.<\/p>\n<p>Google wirbt zum Beispiel damit, 33 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen und durch den zus\u00e4tzlichen Kauf von Emissionsausgleichskontingenten eine CO2-Bilanz von Null zu haben.<\/p>\n<p><strong>Unvollst\u00e4ndige Rechnung<\/strong><br \/>\nNur etwa f\u00fcnf Prozent der Server-Energie wird von der Suchfunktion verbraucht, die Firmenangaben zufolgeetwa eine Milliarde Mal pro Tag verwendet wird. Hundert Mal googeln kostet demnach genauso viel Strom wie eine 28 Minuten lang brennende 60-Watt-Gl\u00fchbirne<\/p>\n<p>Umweltexperten merken allerdings an, dass die Rechnung unvollst\u00e4ndig ist: Nicht nur Google-Server verbrauchen bei der Verwendung der Dienste Energie, sondern auch die Laptops, Smartphones und Tablet-Computer, mit denen der Nutzer diese aufruft. Zudem ist auch f\u00fcr den Datentransport zu Google \u00fcber Router oder Funkmasten Energie n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>https:\/\/www.ksta.de\/11976076 \u00a92018<\/p>\n<p>https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/webwelt\/article13593448\/Google-legt-erstmals-seinen-Stromverbrauch-offen.html<\/p>\n<p>https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/leonardo\/stromverbrauchgoogle102.html<\/p>\n<p>http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/energiebilanz-des-internet-konzerns-google-verbraucht-strom-fuer-eine-ganze-stadt-1.1141053<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeden Monat beantwortet Google weltweit etwa 100 Milliarden Suchanfragen. Das klappt in Bruchteilen von Sekunden, kostet aber eine Menge Strom \u2013 fragt sich, wie viel? F\u00fcr viele gilt Google mit seinen riesigen Rechenzentren inzwischen als Klimakiller. 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