Das postgraduale Fellowship-Programm bietet die Möglichkeit, im Zwischenbereich von Forschung, Produktion und Lehre an einem künstlerischen Entwicklungsprojekt in den Darstellenden Künsten und im Film zu arbeiten. Dafür steht ein Entwicklungsbudget zur Verfügung sowie der Zugang zu den Infrastrukturen der ZHdK. Fellows wirken gegen entsprechende Vergütung in der Lehre mit und verpflichten sich zur Mitwirkung an Planung und Durchführung von gemeinsamen Veranstaltungen mit den anderen Fellows und den Teilnehmer_innen des kooperativen Promotionsprogramms am DDK. Die Regeldauer für die Teilnahme im Fellwoship-Programm beträgt zwei Jahre und wird mit einer öffentlichen Präsentation abgeschlossen.

Das Programm richtet sich an herausragende Absolventen_innen eines MA-Studiengangs in den Bereichen Theater, Film oder Tanz sowie an den künstlerisch-wissenschaftlichen Mittelbau des DDK. Möglich sind disziplinspezifische Projekte wie auch transdisziplinäre Vorhaben.

Bewerbung: Die Ausschreibung erfolgt jährlich. Der nächste Call wird voraussichtlich Ende 2019 aufgeschaltet.
Beratung und weitere Informationen: Prof. Liliana Heimberg

Weitere Informationen zu den Fellowship Projekten:

Luca MagniVirtual Voice – auf der Suche nach körperlosen Räumen der Stimme: Das Projekt erforscht die Rolle der Stimme im Theater. Im Fokus steht die Stimme als Identitätsträger, getrennt von ihrer Quelle, dem Körper. Die Stimme wird als Tonträger (Wirkungen aufgenommenen Materials), Inhaltsträger (Spannungsfeld zwischen Inhalt und Projektion der Botschaft) und Anhaltspunkt einer Identität (Stimme als Träger einer gesellschaftlichen Einheit) betrachtet. Diese Aspekte werden in drei Versuchsanordnungen erforscht. – Betreuung: Oliver Mannel, Dimitri de Perrot, Martin von Allmen.

https://sites.google.com/view/lucamagnifellowship/home

Magda Drozd – Invisible Voices: Das Projekt «Invisible Voices» sucht nach dem nicht gehörten und dem Nichthörbaren sowohl im Menschlichen als auch im Nichtmenschlichen durch Klang und Performance. In meinem Rechercheprojekt mache ich mir gefundene Umgebungsgeräusche zu eigen, nutze sie und verändere die erwartete Bedeutung, indem ich ihre Eigenschaften in Frage stelle, verändere, extrahiere oder bearbeite. Als ersten Forschungsgegenstand habe ich das Lochergut gewählt: ein Wohnhochhaus im Zürcher Kreis 4, welches Wohnraum für über 600 Bewohner*innen bietet. Ich untersuche das Hochhaus mit seinem Material und seinem Inneren als lebendige Maschine: Als einen Organismus, der sich ständig verändert; als Kosmos der Aktivität und der Koabhängigkeit. Durch Klang frage ich, wie wir auf sinnliche Weise zusammenleben und forme die Umgebung durch Sound um. Das Unsichtbare wird zu einem anderen formlosen Wesen, es wird zur Fiktion, nicht in Form von Irrealität, sondern von etwas Neuem. Das Gebäude ist ein Ausgangspunkt, um neu zu erfinden, um zu überdenken was gegeben ist. – Betreuung: Dr. Salomé Voegelin, Prof. Dr. Jochen Kiefer, Marcus Maeder

Benjamin Burger & Ferhat Türkoglu – «How to get real»: Mit «How to get real» untersuchen und dokumentieren Benjamin Burger und Ferhat Türkoglu den künstlerischen Prozess und para-theatrale Inszenierungsstrategien, die sich in der Kreation und Darstellung einer Popfigur verbergen. Die Popfigur als Kategorie der Kunstfigur wird als ein eigenständiges künstlerisch-performatives Werk begriffen. Die beiden Autoren begleiten den künstlerischen Kreationsprozess von Ferhats Popfigur FERHAT. Sie dokumentieren und analysieren die zweijährige «FERHATwerdung» von der Inszenierung seines ersten öffentlichen Medienauftritts über Musikvideos bis hin zu seinem Debutkonzert. Basierend auf diesem Prozesses und zusätzlichen qualitativen Interviews mit anderen Popdarsteller*innen und Expert*innen wird zum Ende des Projekts ein nicht ganz ironiefreies Handbuch zur Erläuterung der künstlerischen Fragestellungen und der ästhetischen, performativen und para-theatralen Methoden publiziert. – Betreuung: Björn Beneditz, Tobias Jundt, Dimitri de Perrot

Luka Popadić8k to HD: Während die Kameras mit immer höheren Auflösungen (UHD, 6K, 8K) aufnehmen können, gibt es eine “Grenze” der Menschlichen Perzeption – ab einer gewissen Höhe der Wiedergabeauflösung macht es schlichtweg keinen Sinn mehr. In diesem Unterschied zwischen Aufnahme- und Ausgabeauflösung suchen wir kreative Anwendungsmöglichkeit für eine alternative Drehtechnik und eine Erweiterung der Bildsprache. – Betreuung: Prof. Christian Iseli, Andreas Birkle

Bernadette Kolonko – Unsichtbare & Ungesagtes – die Frage nach einem “female/feminist gaze” im aktuellen europäischen Spielfilmschaffen von Regisseurinnen*: Ausgehend von der Unsichtbarkeit diverser Lebensrealitäten von Frauen* im Spielfilm, setze ich mich in meinem künstlerischen Forschungsprojekt mit ästhetischen Annäherungen auseinander, die mit feministischen und intersektionalen Anliegen bewusst an der Sichtbarkeit anderer Bildentwürfe arbeiten. Der Fokus gilt aktuellem europäischen Spielfilmschaffen von Regisseurinnen*, meiner Generation: In Interviews und Inszenierungsreihen wird der Frage nach Blick, ästhetischer Darstellung von Frauen*körper, Beziehung zu Raum etc. nachgegangen. Filmbilder werden hier als künstlerische Form erprobt, um Verborgenes und Unsichtbares bildhaft, haptisch zu Sichtbarkeit zu verhelfen: Erfahrungsräume von Frauen*, Erinnerungsräume, Blickbeziehungen zur Welt, eigenes Begehren – all das, was Frauen* Kunst- und Kulturgeschichtlich abgesprochen wurde. – Betreuung: Renata Helker, Jasmine Hoch