{"id":2,"date":"2010-06-01T14:19:07","date_gmt":"2010-06-01T13:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/forschungindenkuensten\/eine-seite\/"},"modified":"2010-06-03T10:42:39","modified_gmt":"2010-06-03T09:42:39","slug":"eine-seite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/forschungindenkuensten\/eine-seite\/","title":{"rendered":"Projektbeschreibung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Forschung in den K\u00fcnsten und die Transformation der Theorie<\/strong><\/p>\n<p><strong>Abstract<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt widmet sich der Forschung in den K\u00fcnsten in ihren unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen und interdisziplin\u00e4ren Verschr\u00e4nkungen. Ziel ist die Konturierung und Analyse divergenter k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlicher Wissensformen, deren Forschungsmethoden sich weder den klassischen K\u00fcnsten noch den etablierten Wissenschaften eindeutig zuordnen lassen. In den K\u00fcnsten, so die These, haben sich zunehmend hybride Weisen der Wissensbildung entwickelt, die sich mit neuen Formaten der Wissenschaften, dem so genannten \u00bbMode 2 Research\u00ab, in dem Punkt treffen, dass sie projektorientiert und transdisziplin\u00e4r verfahren und sich nicht dem tradierten Modell akademisch disziplin\u00e4rer Wissenschaftlichkeit f\u00fcgen. Das Projekt will diese neuartigen k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlichen Mischformen in den Grenzbereichen zwischen Bildender Kunst, Performance, Design und Philosophie herausarbeiten, untersuchen und erproben.<\/p>\n<p>Die leitende Annahme lautet, dass sich solcherart hybride Wissensformen und ihre Methoden weder umfassend abbilden noch disziplin\u00e4r organisieren lassen, sondern sich vielmehr in \u00bbMikrologien\u00ab oder pluralen Ordnungen des Wissens etablieren. Aus diesem Grund ist das Forschungsprojekt in vier Teilprojekte untergliedert. Das erste widmet sich der Malerei als \u00e4sthetischer Erkenntnisform und untersucht die k\u00fcnstlerische Bildfindung und -gestaltung im Hinblick auf die ihr inh\u00e4rente Wissensbildung. Das zweite Teilprojekt fokussiert die Performance als Forschungsmethode. Mit dem <em>performative turn<\/em> und infolge der so genannten Krise der Repr\u00e4sentation wird der Erkenntnisbildung qua Darstellung oder Auff\u00fchrung und dem Vollzugscharakter von Forschung zunehmend Beachtung geschenkt. Investigation und Pr\u00e4sentation sind untrennbar verbunden. Im dritten Teilprojekt wird an diese \u00dcberlegungen ankn\u00fcpfend nach der Inszenierung des begrifflichen Denkens gefragt. Leitend ist hier die Idee, dass sich in der Bewegung des Begriffes, will sagen: in Reformulierungen, Weitergaben und \u00dcbersetzungen, neues Wissen generiert. Hier r\u00fccken die \u00e4sthetischen Bedingungen der begrifflichen Erkenntnis in den Blick. Schliesslich zielt das letzte Teilprojekt auf die Designforschung. Ausgehend von der Annahme, dass sich unter \u00e4sthetischen Bedingungen eine anders geartete Erkenntnis bildet als unter den Voraussetzung begrifflicher Arbeit, wird das implizite Wissen des Designs untersucht.<\/p>\n<p>In allen vier Teilprojekten arbeiten K\u00fcnstler und Wissenschaftler zusammen. Es ist also nicht nur eine wissenschaftliche Erforschung der Kunst, sondern im Gegenzug auch eine k\u00fcnstlerische Kommentierung der Wissenschaften intendiert. Die Befragung der g\u00e4ngigen Trennung von Kunst und Wissenschaft wird demnach von zwei Seiten aus betrieben: zum einen ausgehend vom impliziten Wissen der Kunst und zum anderen ausgehend von der Bedeutung des \u00c4sthetischen f\u00fcr die Theoriebildung. Resultat ist ein Feld der \u00dcberschneidungen von K\u00fcnsten und Theoriebildung, die man als neue Wissensform zu reflektieren hat. Bislang ist man in den Kunstwissenschaften von einer asymmetrischen Bezugnahme auf den Gegenstand ausgegangen. Unter dem wissenschaftlichen Blick wird die Kunst zum Objekt der Forschung gemacht. Diese hierarchische Verteilung von forschenden und beforschten Positionen wird angesichts der K\u00fcnstlerischen Forschung jedoch zunehmend fragw\u00fcrdig. Die Teilhabe der K\u00fcnste an den sie betreffenden Wissenschaften \u2013 sowie an der Genese der heutigen Kulturwissenschaften \u2013 ist un\u00fcbersehbar. Zudem l\u00e4sst sich feststellen, dass man sich nicht nur in den K\u00fcnsten partiell wissenschaftliche Erkenntnisse und Recherche-Verfahren aneignet, sondern dass sich im Gegenzug auch die neueren Kulturwissenschaften und die Philosophie an k\u00fcnstlerischen Darstellungsverfahren orientieren. Es liegt daher der Schluss nahe, f\u00fcr ein symmetrisches Verh\u00e4ltnis von Kunst und Theorie zu argumentieren. Um diesem Erfordernis Rechnung zu tragen, werden im Forschungsprojekt so genannte Tandems gebildet, in denen Wissenschaftler und K\u00fcnstler sich gemeinsam einem Thema widmen, in dessen Erforschung kooperieren und sich wechselseitig in den Blick nehmen. Die damit intendierte Durchdringung von Praxis und Theorie macht experimentelle Theorieformate erforderlich, welche die Wissensproduktion als eine \u00e4sthetische Praxis exponieren. Der mit der symmetrischen Erforschung einhergehende Perspektivwechsel, der zur Revision tradierter Methoden f\u00fchrt, soll sowohl der Wissensbildung in den K\u00fcnsten wie der \u00e4sthetisch fundierten Theoriebildung gerecht werden.<\/p>\n<p>Die symmetrische Anordnung der Tandems wird partiell ge\u00f6ffnet, indem die Projektleiterinnen in die Forschung einbezogen werden. Sie fungieren als Figur des Dritten und schaffen eine triadische Struktur. Absicht dieser Konstellation ist es, eine Metaebene einzuf\u00fchren und damit weitere Reflexionen zu erm\u00f6glichen. Zudem sollen durch die Integration der Leitenden in die einzelnen Felder die Zusammenf\u00fchrung der Einzelergebnisse und deren Verschr\u00e4nkung gew\u00e4hrleistet sein.<\/p>\n<p>Ziel des Projekts ist es, die vollzogenen Forschungen in eine Publikation zu \u00fcberf\u00fchren, die die Funktion einer systematischen Einf\u00fchrung in die k\u00fcnstlerische Forschung hat. Die Einzelprojekte sollen geb\u00fcndelt werden, die Verfahren, Anliegen und Kontexte hybrider Wissensbildung werden vorgestellt und die Ans\u00e4tze K\u00fcnstlerischer Forschung sichtbar gemacht. Mit einer solchen Einf\u00fchrung wird nicht nur ein Desiderat kunstwissenschaftlicher Theoriebildung erf\u00fcllt, sondern auch ein Beitrag zur Eigenst\u00e4ndigkeit der Forschung in den K\u00fcnsten geleistet. Die Publikation stellt insofern ein Novum und eine Herausforderung dar, da es nicht nur thematisch-inhaltlich, sondern auch in ihrer Form und Gestaltung das Modell der Grenz\u00fcberschreitung aufnehmen soll, daf\u00fcr ist die Zusammenarbeit mit dem diaphanes-Verlag vorgesehen, der an der Entwicklung und Umsetzung entsprechend neuartiger Darstellungsformen mitzuwirken.<\/p>\n<p><strong>Projektleitung<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Dr. Elke Bippus, Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste, Kunstgeschichte, Kunstphilosophie<\/p>\n<p><strong>Co-Leitung \/ Praxispartner<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Dr. Kathrin Busch, Merz Akademie Stuttgart, Philosophie, Kulturtheorie<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/forschungindenkuensten\/files\/2010\/06\/Antragstext2.pdf\">Antragstext<\/a> (ausf\u00fchrliche Darstellung des gesamten Projekts)<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschung in den K\u00fcnsten und die Transformation der Theorie Abstract Das Projekt widmet sich der Forschung in den K\u00fcnsten in ihren unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen und interdisziplin\u00e4ren Verschr\u00e4nkungen. 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