{"id":3244,"date":"2015-01-08T15:39:57","date_gmt":"2015-01-08T13:39:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/?p=3244"},"modified":"2016-07-26T14:52:20","modified_gmt":"2016-07-26T12:52:20","slug":"theater-als-freie-republik-disability-auf-der-buehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/2015\/01\/08\/theater-als-freie-republik-disability-auf-der-buehne\/","title":{"rendered":"Theater als freie Republik \u2013 Dis\/ability auf der B\u00fchne"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag von Yvonne Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for the Performing Arts and Film (IPF).<\/p>\n<p>\u00abSie werden klatschen.\u00bb Pause. \u00abAber warum?\u00bb \u2013\u00a027. August 2014, <em>The Hunger Games <\/em>von Theater Hora am Z\u00fcrcher Theaterspektakel. In den folgenden 30 Minuten morden und meucheln die Darsteller_innen des Z\u00fcrcher Theater Hora, professionelle Darsteller_innen mit einer geistigen Behinderung <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, bis am Ende nur noch ein Darsteller \u00fcbrig bleibt.<!--more--><\/p>\n<p>Das St\u00fcck<em> The Hunger Games <\/em>findet im Rahmen des Langzeit-Performance-Projektes <em>Freie Republik Hora <\/em>statt: Zwischen Sommer 2013 und Oktober 2017 entwickelt das derzeit bekannteste europ\u00e4ische Theaterensemble aus geistig behinderten Darsteller_innen eine Inszenierung ohne Regie, Dramaturgie oder St\u00fcckvorlage. Am Anfang steht einzig die Handlungsaufforderung an die Darsteller_innen \u00abMach, was du willst und wie es dir gef\u00e4llt!\u00bb Die theatrale Versuchsanordnung ist auf ein Minimum an \u00abArbeitswerkzeugen\u00bb reduziert: Jedes Ensemblemitglied verf\u00fcgt \u00fcber ein eigenes Budget, von welchem B\u00fchnenbild, Kost\u00fcme, Gagen etc. finanziert werden. Im Abstand von ca. sechs Wochen finden \u00f6ffentliche Proben, so genannte Try Outs statt, an welchen die Performer_innen einen Zwischenstand vor Publikum pr\u00e4sentieren. Die anschliessende Publikumsdiskussion, die von den Ensemblemitgliedern durchgef\u00fchrt wird, ist ein wesentlicher Bestandteil der Try Outs. Die Zuschauer_innen sind ausdr\u00fccklich aufgefordert, Fragen zu stellen und ein kritisches Feedback zu geben.<\/p>\n<p><em>Freie Republik Hora <\/em>ist folglich ein theatrales Trainingscamp in zwei Richtungen: Zum einen sollen die Zuschauer_innen im Laufe des dreij\u00e4hrigen Prozesses lernen, geistig behinderte Darsteller_innen nach \u00e4sthetischen Kriterien zu beschreiben und zu beurteilen. Zum anderen geht es eine Hinterfragung der Machthierarchien im Theater mit behinderten Darsteller_innen. Anstatt Projektionsfl\u00e4che der Ideen nicht-behinderter Regisseur_innen zu sein, wird die Autorschaft und k\u00fcnstlerische Leitung an die Ensemblemitglieder \u00fcbertragen. Michael Elber, langj\u00e4hriger Leiter des Theater Hora, sowie die Mitarbeiterin Nele Jahnke (Absolventin des Masterstudiengangs Regie an der ZHdK) fungieren nur noch als Assistent_innen, die die Darsteller_innen dabei unterst\u00fctzen, ihre Ideen umzusetzen. In einem Programmheft \u00e4ussert sich Elber wie folgt: \u2039Jede, wirklich jede Theaterarbeit mit \u00abgeistig behinderten\u203a Schauspieler\/innen [&#8230;] inszeniert [&#8230;] immer auch das Verh\u00e4ltnis der nichtbehinderten k\u00fcnstlerischen Leitung zu den Behinderten auf der B\u00fchne \u2013 was er ihnen zutraut, was er ihnen abverlangt, in was er ihnen Selbstst\u00e4ndigkeit zugesteht und in was nicht\u00bb (Bugiel\/ Elber 2014).<br \/>\nNach bisher dreizehn Try Outs in der Roten Fabrik und dem Casinosaal Aussersihl entstand die Idee, dass das Ensemblemitglied Gianni Blumer das Regie-Projekt frei nach <em>The Hunger Games <\/em>inszeniert.<\/p>\n<p><strong>Wer darf auf die\u00a0B\u00fchne?<br \/>\n<\/strong>Personen mit geistigen behinderten Darsteller_innen werfen Fragen nach Selbstbestimmtheit, Subjektivit\u00e4t und schauspielerischen Kompetenz auf, die hier in <em>Freie Republik Hora<\/em> evident und diskursiv verhandelt werden. <em>Freie Republik Hora <\/em>ist freilich nur zu verstehen im Kontext der erfolgreichen Produktion <em>Disabled Theater<\/em> (2012) des Choreografen J\u00e9r\u00f4me Bel mit Theater Hora, welche seither von Festival zu Festival tingelt und u.a. in Avignon, Singapur, Athen, New York, Seoul und Sao Paulo aufgef\u00fchrt wurde. Indem Darsteller_innen mit k\u00f6rperlichen, kognitiven oder psychischen Differenzen, die aus k\u00fcnstlerischer Perspektive bisher nur im Kontext der Authentizit\u00e4tsdebatte unter der Pr\u00e4misse des Nicht-Perfekten und des Scheiterns diskutiert wurden, wichtige Preise gewinnen und Gegenstand von Podien am Berliner Theatertreffen, der Feuilletons und des theaterwissenschaftlichen Diskurses sind, werden Regeln des Kunsttheaters hinterfragt und Grenzen ausgehandelt: zwischen Kunst und Nicht-Kunst, zwischen theatralen und medialisierten Wahrnehmungsprozessen; vor allem aber stellt sich die Frage, wer aufgrund welcher Kompetenzen auf der B\u00fchne steht. Sp\u00e4testens durch die Auszeichnung Julia H\u00e4usermanns mit dem Alfred Kerr-Darstellerpreis am Berliner Theatertreffen steht das Bewertungssystem \u00abSchauspiel\u00bb als solches zur Debatte.<br \/>\nDas Fachpublikum sucht nach einer Sprache, um die Auff\u00fchrungen geistig behinderter Darsteller_innen zu beschreiben. Wie der Schauspieler Thomas Thieme in seiner Laudatio an H\u00e4usermann konstatiert, seien seine \u00abKriterien [&#8230;] den Bach herunter[gegangen]\u00bb und eine FAZ-Kritik \u00fcber <em>Disabled Theater <\/em>gelangt zu \u00e4hnlichen Schl\u00fcssen: \u00abH\u00e4tte die Theaterwelt ein Konzept von Tanz, dieser Abend h\u00e4tte es \u00fcber den Haufen geworfen\u00bb (H\u00fcster 2012).<\/p>\n<p>Schauspielen ist stets ein diskursiver Verhandlungsort von Normen, in welchem sich sowohl Idealvorstellungen \u00e4ussern, als auch Ausgrenzung vollzogen wird. Behinderte Darsteller_innen verstossen gegen Anforderungen an den \u2013 vermeintlich \u2013 neutralen, durchl\u00e4ssige K\u00f6rper oder die Koh\u00e4renz von Innen und Aussen in Schauspielmethoden. Darstellende mit k\u00f6rperlichen oder geistigen Differenzen traten ab dem 19. Jahrhundert auf den Nebenschaupl\u00e4tzen, den Freakshows, auf, w\u00e4hrend die B\u00fchnen der Theaterh\u00e4user den Schauspieler_innen vorbehalten waren, die als Projektionsfl\u00e4che von Idealen dienten. In Zirkussen und auf Jahrm\u00e4rkten und in den amerikanischen Sideshows stellten sich im 19. und 20. Jahrhundert so genannte Freaks zur Schau: Gross- und Kleinw\u00fcchsige, Haarmenschen (Menschen mit Hypertrichose) und siamesische Zwillinge. Diese bedienten voyeuristische Bed\u00fcrfnisse und erf\u00fcllten gleichzeitig eine Selbstvergewisserung des Publikums im Sinne einer \u00abspezifischen Normalit\u00e4t in der Kultur der Betrachter\u00bb (Dederich 2007 : 101). Der amerikanische Disability-Theoretiker Lennard J. Davis beschreibt die ideologische Konfiguration des Begriffes \u00abgrotesk\u00bb als etwas Unerw\u00fcnschtes in Opposition zu einem idealisierten K\u00f6rper (Davis 1997 : 133, vgl. auch: Smith 2005 : 79\u201380). W\u00e4hrend Schauspielen aus einer bestimmten Perspektive als Gouvernementalit\u00e4t durch Training und Drill auf die Optimierung des Darstellers abzielt, markiert Behinderung das Ausgeschlossene, welches sich der Disziplinierung entzieht.<\/p>\n<p>Darsteller_innen mit Behinderungen verstossen gegen historisch kontingente Vorstellungen vom Menschen und K\u00f6rpern in Form von Bildern und Diskursen, welche den Schauspielenden eingeschrieben sind. Selbst die Narrenfiguren und \u00abWahnsinnigen\u00bb werden im Theater dargestellt von Schauspieler_innen, die bestimmten K\u00f6rper- und Menschenbildern entsprechen, w\u00e4hrend sozial unerw\u00fcnschte Formen des Auftretens \u2013 die \u00abausserordentlichen K\u00f6rper\u00bb \u2013 in der Regel pathologisiert werden (Garland-Thompson 1997). Oder, wie der Dramaturg Marcel Bugiel in <em>Theater der Zeit<\/em>, die dem Thema Behinderung j\u00fcngst ein Schwerpunktheft widmen, feststellt: Behinderte Performer_innen \u00abzeigen, [&#8230;] dass gemessen an ihnen der Theater- und TV-Markt wie ein extrem durchstandardisierter, von Ausschl\u00fcssen gepr\u00e4gter Mikrokosmos wirkt, der die Gesellschaft nur \u00e4u\u00dferst unzureichend \u2013 und weitestgehend aus der Perspektive von Mittelschichtskindern mit Abitur \u2013 repr\u00e4sentiert. Gleichzeitig k\u00f6nnen wir dank ihnen die Erfahrung machen, dass [&#8230;] interessantes Theater nicht zwingend durch Virtuosit\u00e4t und K\u00f6nnen entsteht und dass die <a href=\"http:\/\/zav.arbeitsagentur.de\/nn_462294\/kv\/Navigation\/Schauspiel.html__nnn=true\" target=\"_blank\">ZAV<\/a>-Normen\u00a0vor allem dazu da sind, einen Arbeitsmarkt zu regulieren, ein geschlossenes System von Schauspielschulen, Stellenvermittlungen [&#8230;] und Darstellungsformen am Leben zu halten, aber nicht das Monopol auf unterhaltsames, ergreifendes und zum Nachdenken anregendes Schauspiel haben\u00bb (Bugiel 2014 : 15).<\/p>\n<p><strong>Wer spricht \u00fcber wen?<br \/>\n<\/strong>Doch wie lassen sich die Inszenierungen behinderter Darsteller_innen innerhalb \u00e4sthetischer Kategorien zur Sprache bringen? \u2013\u00a0\u00abMir fehlen die Worte\u00bb, tippe ich. Auf Einladung der Theatergruppe habe ich die Aufgabe \u00fcbernommen, das B\u00fchnengeschehen live zu kommentieren. Die Performance <em>The Hunger Game <\/em>am Theaterspektakel ist voraussetzungsreich. Die Dialoge sind schwer verst\u00e4ndlich, die Handlung dieser Hungerspiele folgt keiner linearen Logik. Pl\u00f6tzlich unterbricht eine Liebeszene das Gemetzel. \u00abWas soll das?\u00bb, schreibe ich. Gel\u00e4chter im Publikum.<\/p>\n<p>In der Rezeption der gehypten Inszenierung <em>Disabled Theater<\/em> wurde h\u00e4ufig ein kolonialistischer Diskurs fortgeschrieben, der bereits in der Inszenierung angelegt ist. \u00abMeine Mutter sagt, es ist eine Art Freakshow\u00bb, antwortet der Performer Damian Bright am Ende der Auff\u00fchrung auf die Frage, was er \u00fcber die Inszenierung denke, um hinzuzuf\u00fcgen: \u00abAber es hat ihr sehr gefallen.\u00bb Allzu oft wird den Hora-Darsteller_innen die F\u00e4higkeit abgesprochen, auf der B\u00fchne eigenverantwortlich zu handeln und ein Bewusstsein davon zu besitzen, was sie auf der B\u00fchne tun. Die Disability-Theoretikerin Margaret Price konstatiert, geistig Behinderungen \u00abare always and inevitably caught up with an individual\u2019s rhetorical power\u00bb (Price 2010 : 118). Ger\u00e4t die der Subjektstatus eines Menschen in Gefahr, wenn er durch Krankheit vom \u00abvern\u00fcnftigen Wesen\u00bb zum \u00abbed\u00fcrftigen Wesen\u00bb wird, so ist der Subjektstatus von Menschen mit Behinderungen durch ihren als dauerhaft schwach eingestuften Verstand im aufkl\u00e4rungsphilosophischen Erbe gef\u00e4hrdet (Kant 1996; Waldschmidt 2003 : 13\u201320). Gayatri Chakravorty Spivak schreibt in ihrem bekannten Essay <em>Can the Subaltern Speak?<\/em> \u00fcber die Unf\u00e4higkeit der so genannten \u00abSubalterne\u00bb am Diskurs zu partizipieren (Spivak 2008). \u2013\u00a0\u00abDie Subalterne kann nicht sprechen\u00bb, schreibe ich.<\/p>\n<p>An dieser Problematik setzt das Projekt <em>Freie Republik Hora <\/em>an, indem die Darsteller_innen nicht nur eine Stimme erhalten sollen auf der B\u00fchne, sondern auch in Publikumsdiskussionen \u00fcber ihre Arbeit sprechen. \u00abNach den Auff\u00fchrungen von <em>Disabled Theater<\/em> haben wir uns oft \u00fcber die uns\u00e4glich schlechten Publikumsdiskussionen ge\u00e4rgert\u00bb, so Michael Elber, der das Theater Hora 1993 gr\u00fcndete. Oftmals waren die Darsteller_innen von den Diskussionen ausgeschlossen. Das Publikum tat sich infolge schwer, die Inszenierung kritisch zu beurteilen. Auf dem Programmflyer beschreibt Elber die \u00abUnsicherheit (auch Angst) des Publikums [&#8230;], Kritik zu \u00e4ussern unseren Produktionen und speziell unseren (professionellen) SchauspielerInnen gegen\u00fcber. Ebenso die Unf\u00e4higkeit unserer SchauspielerInnen bei kompliziert formulierten Fragen des Publikums den Mut zu haben nachzufragen.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_3246\" aria-describedby=\"caption-attachment-3246\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/files\/2015\/01\/DSC_0282.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3246\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/files\/2015\/01\/DSC_0282.jpg\" alt=\"DSC_0282\" width=\"850\" height=\"569\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/files\/2015\/01\/DSC_0282.jpg 1000w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/files\/2015\/01\/DSC_0282-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3246\" class=\"wp-caption-text\">Freie Republik Hora, Foto: \u00a9 Giancarlo Marinucci<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Laufe des Langzeit-Projektes ist zu beobachten, dass das Ensemble zunehmend eigenst\u00e4ndig die Begegnungen mit dem Publikum moderiert und selbst Fragen an das Publikum richtet. Gianni Blumer stellt seine eigene Performance zur Debatte und fragt: \u00abWem hat mein Solo gefallen? Bitte aufstrecken!\u00bb Das Publikum ist gezwungen, Position zu beziehen. Zum Handeln erm\u00e4chtigt wird hier auch der oder die Zuschauende (Ranci\u00e8re 2010).<\/p>\n<p><strong>Ausblick: Dis\/Ability on Stage \u2013 Ein B\u00fchnenlabor<br \/>\n<\/strong>Ein in der Vorprojekt-Phase befindliches Forschungsprojekt am Institute for the Performing Arts and Film (IPF), zusammen mit nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Theaterpraxis, m\u00f6chte die Kommunikation im Theater von und mit behinderten Darsteller_innen im Dialog zwischen Theatertheorie, k\u00fcnstlerischer Forschung und visueller Anthropologie untersuchen. Im Rahmen von <em>DisAbility on Stage.<\/em> <em>Open Lab<\/em> entsteht von 7. bis 13. Juni 2015 im Rahmen des <a href=\"http:\/\/www.wildwuchs.ch\" target=\"_blank\">wildwuchs<\/a>-Festivals ein B\u00fchnenlabor. Forscherinnen der ZHdK und der Universit\u00e4t Basel entwickeln und erproben gemeinsam mit behinderten Darsteller_innen internationaler Gastspielkompanien ein videogest\u00fctztes Verfahren, um den Diskurs aus der Perspektive der Darsteller_innen um ein nicht-sprachliches Vokabular zu erweitern.<\/p>\n<p><a class=\"ftn_custom\" href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>[1] In der Schweiz gibt es seit 2009 eine Debatte \u00fcber eine m\u00f6gliche Begriffsverwendung geistig beeintr\u00e4chtigter Menschen. Die Gruppe Mitsprache Z\u00fcrich unternahm 2009 unter dem Motto <em>Vom Versuch, geistige Behinderung abzuschaffen<\/em> an einem Symposium \u00fcber nichtdiskriminierende Sprache den Versuch, alternative Begriffe f\u00fcr \u00abgeistige Behinderung\u00bb zu finden.\u00a0Diskutiert wurden Begriffe wie \u00abAndersbegabte\u00bb, \u00abMenschen mit IV-Rente\u00bb oder \u00abMenschen mit Lernschwierigkeiten\u00bb (Vgl. Wenger 2008 : 38f.).\u00a0Im Englischen gibt es unterschiedliche Varianten: \u00abpersons with disabilities\u00bb (people first-Regel, oft in den USA) oder \u00abdisabled person\u00bb (in den UK). Der Begriff \u00abdis\/abled\u00bb l\u00e4sst sich nicht direkt \u00fcbersetzen. \u00abDisabled\u00bb heisst zum Beispiel auch \u00abungeschickt, unf\u00e4hig\u00bb etc.<br \/>\nIch habe mich f\u00fcr diesen Text entschieden, von \u00abbehindert\/nicht-behindert\u00bb zu sprechen, wobei es in den Disability Studies State of the Art ist, dass \u00abablebodiedness\u00bb tempor\u00e4r ist und wir uns alle auf einer Skala bewegen von \u00abablebodied\u00bb zu \u00abdisabled\u00bb. Auch kann Behinderung je nach Situation variieren.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen:<\/p>\n<ul>\n<li><a style=\"line-height: 1.5\" href=\"http:\/\/performancedisability.tumblr.com\" target=\"_blank\">Working Group Performance and Disability<\/a><span style=\"line-height: 1.5\"> der <\/span><a style=\"line-height: 1.5\" href=\"http:\/\/www.firt-iftr.org\" target=\"_blank\">International Federation for Theatre Research (IFTR-FIRT)<\/a><span style=\"line-height: 1.5\">, Leitung: Yvonne Schmidt, Mark Swetz<\/span><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hemisphericinstitute.org\/hemi\/enc14\/workgroups\/1731-performing-disability-enabling-performance\" target=\"_blank\">Work Group Performing Disability<\/a> des Hemispheric Institute, Leitung: Arseli Dokumaci, Kimberley Sawchuk<\/li>\n<li>Forschungsprojekt <em>DisAbility on Stage<\/em> am <a href=\"http:\/\/www.zhdk.ch\/?ipf\" target=\"_blank\">Institute for the Performing Arts and Film (IPF)<\/a>, Leitung: Yvonne Schmidt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Literatur:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"line-height: 1.5\">Marcel Bugiel: Auftreten und Leuchten. Theater und Behinderung \u2013 eine Spurensuche zwischen Integration und k\u00fcnstlerischer Autonomie. In: Theater der Zeit, April 2014, S. 12\u201317, hier: S. 15.<\/span><\/li>\n<li>Marcel Bugiel u. Michael Elber: Programmtext Freie Republik Hora, 21.2.2014.<\/li>\n<li>Gayatri Chakravorty Spivak: Can the Subaltern Speak? Postkolonialit\u00e4t und subalterne Artikulation. Wien 2008.<\/li>\n<li>Lennard J. Davis: Nude Venuses, Medusa\u2019s Body, and Phantom Limbs: Disability and Visuality. In: David T. Mitchell u. Sharon L. Snyder (Hg.): The Body and Physical Difference. Ann Arbor 1997, S. 133.<\/li>\n<li>Markus Dederich: K\u00f6rper, Kultur und Behinderung. Eine Einf\u00fchrung in die Disability Studies. Bielefeld 2007, S. 101.<\/li>\n<li>Rosemarie Garland-Thompson: Extraordinary Bodies. Figuring Physical Disability in American Culture and Literature. New York, 1997.<\/li>\n<li>Immanuel Kant: Critic of Practical Reason, and Other Writings in Moral Philosophy. Cambridge 1996.<\/li>\n<li>Wiebke H\u00fcster: Sie k\u00fcmmern sich nicht um uns. In: FAZ, 27. August 2012.<\/li>\n<li>Margaret Price: Mental Disability and Other Terms of Art, In: Profession 2010, S.117\u2013123, hier: S. 118.<\/li>\n<li>Jacques Ranci\u00e8re: Der emanzipierte Zuschauer. Berlin 2010.<\/li>\n<li>Owen Smith: Shifting Apollo\u2019s Frame. Challenging the Body Aesthetic in Theater Dance. In: Carrie Sandahl u. Philip Auslander: Bodies in Commotion. Disability &amp; Performance. Ann Arbor 2005, S. 73\u201385, hier: S. 79\u201380<\/li>\n<li>Anne Waldschmidt: Selbstbestimmung als behindertenpolitisches Paradigma. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 8\/2003, S. 13\u201320.<\/li>\n<li>Susanne Wenger: Nichtdiskriminierende Sprache. Vom Versuch, \u201egeistige Behinderung\u201c abzuschaffen. In: Curaviva 12\/2008, S. 38\u201339.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Beitrag von Yvonne Schmidt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for the Performing Arts and Film (IPF). \u00abSie werden klatschen.\u00bb Pause. \u00abAber&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1425,"featured_media":3262,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76,4],"tags":[234750,282],"class_list":["post-3244","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-projekte","tag-disability","tag-theater"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1425"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3244"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3314,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3244\/revisions\/3314"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3262"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/genderverhandeln\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}