{"id":3275,"date":"2016-01-03T23:05:08","date_gmt":"2016-01-03T22:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/?page_id=3275"},"modified":"2016-01-04T20:05:52","modified_gmt":"2016-01-04T19:05:52","slug":"tatort","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/hintergrund\/tatort\/","title":{"rendered":"TAT\/ORT"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Binotto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2434\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Binotto-194x300.jpg\" alt=\"Binotto\" width=\"150\" height=\"232\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Binotto-194x300.jpg 194w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Binotto-663x1024.jpg 663w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Binotto.jpg 1135w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In meiner Recherche stiess ich auf Johannes Binotto <a href=\"http:\/\/(http:\/\/schnittstellen.me\/)\" target=\"_blank\">(http:\/\/schnittstellen.me\/)<\/a>.<\/p>\n<p>Er beschreibt in seinem Buch TAT\/ORT, wie ein Ort zu einem Tatort werden kann. Also vom Subjekt zum Objekt transformiert werden kann.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/anhaenge\/anhang\/\" target=\"_blank\">Prolog in Binotto&#8217;s Buch TAT\/ORT<\/a> passt eigent\u00fcmlich gut zu den ersten Gef\u00fchlen in diesem Treppenh\u00e4usern <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/anhaenge\/anhang\/\" target=\"_blank\">(Text siehe Anhang)<\/a>. Er geht darin von der griechischen Sage des Minotaurus und dem Labyrinth aus, die sich nicht durch die Subjekte manifestieren, sondern durch den Raum und den psychischen Konstellationen in deren Interaktion.<\/p>\n<p>Das Monster sei weniger schrecklich als die Ungewissheit, der Verdacht, dass hinter der den W\u00e4nden etwas lauert. Die Konfrontation mit dem Eigenen und Archetypischen in einer Form und Situation.<\/p>\n<p>Bin ich gefangen? Finde ich hier je wieder hinaus? Findet man mich je hier?<br \/>\nSind die Fluchttreppenh\u00e4user im Toni-Areal vielleicht nicht die ehrlichsten und authentischsten Orte darin? R\u00e4ume in dieser Rohheit, Direktheit und Funktion, in welchen \u00c4ngste hochkommen k\u00f6nnen und wir versucht sind, sie in dieser Dialektik festzulegen und &#8222;T\u00e4ter&#8220; zu suchen, aber sie entschwinden und wirft uns auf uns selbst zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist die Art von Kerker, wie sie Piranesi in seinen \u00abCarceri\u00bb gezeichnet hat \u2013 ein Gef\u00e4ngnis, das einen nicht durch seine Begrenzung, sondern durch seine schiere Ausdehnung gefangen h\u00e4lt.&#8220; <em>Zitat Johannes Binotto am 27.8.2015, Referat Gewerbemuseum Winterthur<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_3171\" aria-describedby=\"caption-attachment-3171\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/anhaenge\/anhang\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3171\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Seiten-aus-Binotto-Unheimlich-201x300.jpg\" alt=\"Prolog J. Binotto TAT\/ORT\" width=\"150\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Seiten-aus-Binotto-Unheimlich-201x300.jpg 201w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Seiten-aus-Binotto-Unheimlich-687x1024.jpg 687w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/Seiten-aus-Binotto-Unheimlich.jpg 2008w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3171\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/anhaenge\/anhang\/\">Prolog<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Buch werden anhand von Beispielen aus Literatur, Film und Kunst, die von Giovanni Battista Piranesi bis H.P. Lovecraft, E. A. Poe und Fritz Lang reichen, seine Thesen veranschaulicht.<\/p>\n<p>Er bezieht sich theoretisch oft auf Lacan und seine topologischen Figuren. Eine davon ist die Kleinsche Flasche:<\/p>\n<figure id=\"attachment_2919\" aria-describedby=\"caption-attachment-2919\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/220px-Halbe_Kleinsche_Flasche.png\" target=\"_blank\" rel=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinsche_Flasche\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2919 size-full\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/220px-Halbe_Kleinsche_Flasche.png\" alt=\"220px-Halbe_Kleinsche_Flasche\" width=\"220\" height=\"295\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2919\" class=\"wp-caption-text\">Bildherkunft: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kleinsche_Flasche<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sie fasziniert, da es in der Darstellung der dreidimensionalen (euklidischen) Figur kein Innen und kein Aussen gibt- es ist stets beides. Auch hat die Kleinsche Flasche null Volumen. Sie ist die euklidische Weiterentwicklung des M\u00f6biusbandes und ebenfalls eine Kippfigur. Wobei der Begriff Kippfigur hier nicht ganz passend ist, da es ein Raumkontinuum ist, der nie einfach &#8222;kippt&#8220;, sondern sich stets zu Parametern in einer Relation verh\u00e4lt. Das Kippmoment findet nur in unserer Wahrnehmung davon statt.<\/p>\n<p>Die Kleinsche Flasche als Modell von R\u00e4umen und Menschen in Bezug auf T\u00e4terschaft und Opferschaft zu denken, empfinde ich als grosse Bereicherung. Wenn unsere Zuschreibungen von Orten, Handlungen und Emotionen nicht mehr statisch sind, sondern sich nur durch die Position dazu in einem jeweiligen Produkt zeigen. Sie sind nie best\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Binotto beginnt im Buch TAT\/ORT mit der Beschreibung von Holmes Castle in Chicago 1893.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3181\" aria-describedby=\"caption-attachment-3181\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/MurderCastle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3181\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/MurderCastle-300x243.jpg\" alt=\"Quelle:http:\/\/www.dinahwilliams.com\/h-h-holmess-murder-castle\/\" width=\"300\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/MurderCastle-300x243.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/MurderCastle-1024x830.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/files\/2015\/12\/MurderCastle.jpg 1592w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3181\" class=\"wp-caption-text\">Quelle:http:\/\/www.dinahwilliams.com\/h-h-holmess-murder-castle\/<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein vermeintliches Hotel w\u00e4hrend der Weltausstellung, das als T\u00f6tungsmaschine gebaut und betrieben wurde. Ein Geb\u00e4ude in welchem sich, wie in einem Horrorfilm letztlich &#8222;das B\u00f6se&#8220; manifestiert. Ein Geb\u00e4ude als Symbol, auf welches sich unsere \u00c4ngste vor &#8222;dem B\u00f6sen&#8220; projizieren lassen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Des weitern beschreibt er Beispiele aus Literatur, Malerei und Film, wo diese Kippfiguren im Raum f\u00fcr ihn ersichtlich werden.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/heimlichesdiplom\/hintergrund\/zurueck-zum-toni-areal\/\">Zur\u00fcck zum Toni-Areal<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner Recherche stiess ich auf Johannes Binotto (http:\/\/schnittstellen.me\/). Er beschreibt in seinem Buch TAT\/ORT, wie ein Ort zu einem Tatort werden kann. Also vom Subjekt zum Objekt transformiert werden kann. Der Prolog in Binotto&#8217;s Buch TAT\/ORT passt eigent\u00fcmlich gut zu den ersten Gef\u00fchlen in diesem Treppenh\u00e4usern (Text siehe Anhang). 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