Abstracts (dt.)

ABSTRACTS

Carmen Mörsch

Nichts für Ungeduldige:

Skizze einer Geschichte widerstreitender Ideen und politischer Konjunkturen in der Aktionsforschung

Der Text liefert einen Abriss über die Geschichte der Aktionsforschung von ihrer Entstehung in den 1920 Jahren bis in die Gegenwart. Anhand des Wirkens zentraler Akteure wie Moreno, Lewin und Stenhouse werden konkurrierende Diskurse, die in diesen Forschungszugang eingeschrieben sind, herausgearbeitet: sie spannen sich zwischen „engagierter“ und „optimierender“ Absicht, zwischen kritischer Intervention in Gesellschaft und in Forschungstraditionen einerseits und der Stabilisierung von hegemonialen Verhältnissen andererseits auf. Die daraus resultierenden Fragen sind bis heute in jedem entsprechenden Projekt wieder neu zu bearbeiten: betreffend das Wissenschafts- und Forschungsverständnis; das Verhältnis zwischen Forschenden und Ko-Forschenden; betreffend die Positionierung der Forschenden; betreffend die Fokussierung auf Inhalts- und Zielorientierung versus Prozessorientierung und betreffend der strategischen Positionierungen im akademischen Feld.

download Text
_

Michèle Novak und Anna Schürch

Fachdidaktik, forschend:

Überlegungen zum Forschungspraktikum und seinen Potenzialen

Mit dem Forschungspraktikum stellen die beiden Dozentinnen Michèle Novak und Anna Schürch in ihrem Artikel ein Format des forschungsorientierten Lehrens und Lernens auf Masterstufe an der Zürcher Hochschule der Künste vor (MA Art Education, Vertiefung bilden & vermitteln). In der Reflexion ihrer Erfahrungen mit der Lehrveranstaltung zeigen die Autorinnen auf, dass ein forschender Ansatz angehenden Lehrer_innen für Bildnerisches Gestalten Möglichkeiten bietet, Rahmenbedingungen des Unterrichtens in den Blick zu nehmen und belegen, wie er damit der Komplexität von Unterrichtssituationen besonders gerecht wird. Ihre Ausführungen markieren die Bedeutung des Forschungspraktikums für das disziplinäre Selbstverständnis der Kunstpädagogik und deren Fachdidaktik.

download Text
_

Anne Gruber

«Anbei sende ich Ihnen mein Bildarchiv»

Anne Gruber zeigt in ihrem Text anhand der Aufgabe ‚Bildarchiv‘ auf, wie sich ihre im Studium entwickelte Aufmerksamkeit für Fragestellungen aus Kunsttheorie, Cultural Studies und Kunst mit ihrer Praxis als Lehrerin für Bildnerisches Gestalten (BG) verbinden lässt. Gruber macht nachvollziehbar, wie sich die Zusammenarbeit mit FLAKS als Studentin und als Lehrerin in je verschiedenen Konstellationen unterschiedlich gestaltete und wie diese Zusammenarbeit die Reflexion und Weiterentwicklung der fachdidaktischen Überlegungen als BG-Lehrperson unterstützte und förderte.

download Text
_

Andreas Bürgisser

Nach der Reflexion ist vor der Reflexion

Nachdenken über Bedingtheiten theaterpädagogischer Zusammenarbeit an Schulen

In seinem Text widmet sich Andreas Bürgisser als ehemaliger FLAKS-Mitarbeiter der Frage, inwiefern FLAKS für seine Arbeit als Theaterpädagoge Bedeutung erlangte: Er beschreibt eine Reflexionsrunde von Berufspraktiker_innen, in der das Nachdenken über ein misslungenes Projekt weg von der pragmatischen Ebene hin auf die der Bedingtheiten gelenkt wurde. Die aus der Runde resultierenden Fragen regten ihn auch über dieses Projekt hinaus an zu Ideen für neue Vorhaben.

download Text
_

Ursula Ulrich

Fragen ermöglichen:

Wie eine Kultur der fragenden Haltung zu bewegen vermag

Der Text zeichnet nach, wie die Beforschung der theatralen Gestaltungswerkstatt «Rollenkids» mit Primarschulkindern aus Luzern zu einer herausfordernden Expedition wurde. Ulrich zeigt auf, wie teambasierte Aktionsforschung neu entdeckte Routen zu begleiten vermochte und involvierte Personen dazu aufforderte, sich selber zu befragen, sich hinterfragen zu lassen, Haltungen und habituelle Handlungen in Frage zu stellen – und explizit zu machen, was durch den gemeinsamen Forschungsprozess sichtbar wurde.

download Text
_

Christoph Marty

In der Freizeit gelernt, in der Schule verarbeitet

Das in diesem Beitrag vorgestellte musikpädagogische Praxisforschungsprojekt hat zum Ziel, die ausserhalb des Unterrichts erworbenen musikalischen Fähigkeiten und Kenntnisse einer Musikklasse im Unterricht zu verarbeiten und die Veränderung der persönlichen Musizierpraxis der Schüler_innen anzustossen. Es wurde von einer angehenden Musiklehrperson durchgeführt und verfolgt das Anliegen, gestützt auf die theoretische Polarität der formellen und informellen Lernprozesse, eine Lernumgebung zu gestalten, die die Vorteile der informellen Lernprozesse im Musikunterricht nutzen kann.

download Text
_

Marion Thuswald

In und zu Differenzen und Widersprüchen forschen:

Auf der Suche nach kritischen Ansätzen pädagogischer Professionalisierung

Es fehlt an gesellschaftskritischen Zugängen zu Professionalisierung in der Pädagog_innenbildung und in der Professionalisierungsforschung – bei diesem Befund setzt der Artikel von Marion Thuswald an. Bezogen auf die Praxis des Forschungs-Bildungsprojekts Facing the Differences reflektiert die Autorin Spannungsfelder partizipativer, transdisziplinärer Forschung und fragt nach den Potentialen für kritische Professionalisierung.

download Text