Abstracts (dt.)

ABSTRACTS

Barbara Bader

Mit Verspätung auf den angefahrenen Zug aufspringen:

Art Education Research an Schweizer Kunsthochschulen

Mit diesem Beitrag wird der Blick auf das schweizerische Feld von Art Education Research gerichtet, welches sich aus Sicht der Autorin weniger im Umbruch als im Aufbau befindet. Neben einem Abriss über die Anfänge zur Forschung im Bereich Kunstvermittlung wird die spezifische Situation und Forschungsarbeit an der Hochschule der Künste Bern (HKB) skizziert sowie die Voraussetzungen für eine nachhaltige Forschung im Bereich Art Education formuliert.

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Agnieszka Czejkowska zus. mit Marianne Sorge (Illustration)

Ob es uns gefällt oder nicht.

Kulturelle Bildung und drittmittelbasierte Forschung

Was Universitäten, Forscher_innen und nicht zuletzt gemeinnützige Einrichtungen eint, ist ihre Abhängigkeit von Drittmitteln. Mit diesem Beitrag wird bei der Entwicklung einer forschungspolitischen Perspektive im Feld der Kunst- und Kulturvermittlung die Gleichsetzung von politischer und kultureller Bildung sowie Sozialpädagogik problematisiert. Am Beispiel des Forschungsprojekts «Facing the Differences» an der Akademie der bildenden Künste Wien und Karl-Franzens-Universität Graz wird aufgezeigt, wie durch Förderprogramme regulierte Forschungsvorhaben und -aktivitäten den ihnen verbleibenden Spielraum für kritische Wissensproduktion nutzen können.

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Ute Pinkert

Theatervermittlung als Forschungsgegenstand

Entscheidendes Merkmal des Arbeitsfeldes Theaterpädagogik am Theater ist laut der Autorin der Bezug zur Institution. Ute Pinkert führt für dieses Arbeits- und Forschungsfeld den Begriff der «Theatervermittlung» ein und skizziert Forschungsstand und Ansatzpunkte für Forschungsarbeiten. Sie stellt dafür – in Anlehnung an Carmen Mörsch – den Bezug zu aktuellen Diskursen der Kunstvermittlung her und macht Vorschläge, wie diese auf das Feld der Theatervermittlung produktiv angewandt werden können.

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Wolfgang Zacharias

Ästhetisches Lernen in urbanen Räumen sich fortsetzende Synthesen aus Praxis und Theorie

Mit diesem Beitrag skizziert der Autor sein aktuelles Reflexions- und Handlungsinteresse im Bereich «ästhetisches und urbanes Lernen» im Zusammenhang mit «Kultureller Bildung 2.0». Dabei wird der Bogen von den experimentellen kulturpädagogischen Aktionen im öffentlichen Raum der Initiative KEKS/paedaction ab den 1970er-Jahren über sich daran anschliessende und ausdifferenzierende Reflektions- und Theoretisierungsarbeit bis hin zum diesjährigen Münchner Schwerpunktprojekt «kunstwerkStadt 2011» gespannt, welches die Aktualität von (städtischem und virtuellem) Raum als Lern-, Bildungs- und Forschungskontext mit unterstreicht.

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Philippe Saner

Studieren unter dem Bologna-Regime in der Schweiz

Philippe Saner fokussiert als Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Soziologie mit seinem Beitrag die derzeitigen Studienbedingungen an Schweizer Hochschulen und Universitäten. Er diskutiert kritisch die Praktiken und Effekte rund um die sogenannte «Bologna-Reform», welche die Ausbildung – auch der Mentalitäten, Verhaltensweisen und Visionen – von Student_innen beeinflusst und damit die Möglichkeiten zum Forschen während des Studiums zusätzlich verknappt.

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Eva Sturm

Methodisch gezähmte Gier. Forschend lehren als Laborsituation

In einem Forschungstagebuch wurden Verlauf und Ereignisse des Seminars «How to draw Sound. Ästhetische Übersetzungsfragen» (SoSe 2001, C.v.O. Universität Oldenburg) notiert und gleichzeitig wie eine Kartierung als sich stets fortsetzendes Rhizom in Zeit und Raum verstanden. Dabei wurde versucht, eine Art des Forschens durch Zeichnen, Denken, Hören und Tun zu realisieren, und in eine Textform zu übersetzen, die das Forschen als gierig-lustvoll-gezähmten Akt analytischer Selbstbeobachtung versteht, den jede und jeder in aller Schwierigkeit selbst beschreiten muss.

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Barbara Putz-Plecko

Tun ist Erkennen und Erkennen ist Tun. Die untrennbare Wechselbeziehung zwischen Theorie und Praxis

Über Forschung und Theoriebildung im Feld von Kunstpädagogik, Kunstvermittlung und kultureller Bildung an der Universität für angewandte Kunst Wien

Die Lehramtsausbildung für das Fach Kunst geht an der Universität für angewandte Kunst Wien mit dem Anspruch einher, reflexive, künstlerische und kritische Vermittlungsfähigkeiten zu entwickeln, wobei sich unweigerlich Praktiken und Strukturen des Lehrens, Lernens und Forschens verändern und sich miteinander verschränken. Dazu gehören auch die – von der Autorin skizzierten – drittmittelbasierten sowie selbstorganisierten Forschungsinitiativen innerhalb des universitären Kontextes, welche oftmals die Grenzen der Disziplin(en) und Institution(en) überschreiten.