Abstracts (dt.)

ABSTRACTS

Henrike Plegge

Beteiligt werden und sichtbar sein. Wer profitiert?

Zur Arbeit mit jugendlichen Migrant_innen in Kunstvermittlung und Ausstellung

In ihrem Beitrag geht Henrike Plegge verschiedenen Formen der Beteiligung und Sichtbarkeit von jugendlichen Migrant_innen in einem Kunstvermittlungsprojekt am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe nach. Sie legt dabei die Möglichkeiten und Schwierigkeiten, die eine solche Zusammenarbeit hervorbringen kann, dar und spürt dem institutionellen Interesse an sichtbaren Migrant_innen im Museum nach.

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Büro trafo.K

Die komplizierte Tätigkeit der Selbstveränderung

Praxen und Fragen bei Vermittlungsprojekten in der Migrationsgesellschaft

Vor neun Jahren haben wir einem unserer ambitionierten Vermittlungsprogramme den Titel «Anleitung zur Selbstermächtigung» gegeben. Der Titel hatte eine selbstironische Dimension – denn dass es möglich sei, zur Selbstermächtigung anzuleiten, erschien uns bereits 2004 als ein Widerspruch in sich. Und obwohl oder gerade weil wir versuchen, nicht von unseren Ansprüchen abzurücken, haben sich die Widersprüche, derer wir uns selbst zunehmend bewusst wurden, noch vervielfacht. Einige möchten wir mit diesem Text benennen und uns ihnen zu stellen versuchen.

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Groupe l‘Aventin

Paradox und Dissens

Überlegungen zu einer Theatervermittlung in der Migrationsgesellschaft

Der Artikel berichtet von einem theaterbezogenen Vermittlungsformat, das die Gruppe l’Aventin mit Migrantinnen, die Angebote des Vereins Camarada nutzen, entwickelt hat. Sophokles Antigone am Theatre de Carouge führte zu «unwahrscheinlichen» – kontextgebundenen und subjektiven – ästhetischen Interpretationen. Die Vermittlungsarbeit konfrontierte die Groupe l’Aventin aber auch mit der Schwierigkeit, (eigene) Stereotypen zu überwinden – auch wenn die VermittlerInnen von kritischen Diskursen rund um «das Publikum» und die Konstruktion der/des «Anderen» ausgehen.

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Eva Lausegger

AUS MIT RAUS

oder BIN ICH RASSISTISCH?

Ausgangspunkt dieses Textes ist die versuchte Abschiebung einer Schülerin unserer Schule, eine Protestbewegung dagegen und ein aus diesen Geschehnissen heraus entwickeltes klassenübergreifendes Kunstprojekt mit den Künstlerinnen Jo Schmeiser und Simone Bader von Klub Zwei. Der Text ist ein persönlicher, kritischer Rückblick auf einen Prozess bzw. ein Projekt im Bereich der Antirassismusarbeit bzw. Abschiebungsgegner_innenschaft, und deren beteiligte Akteur_innen. Es geht um Selbstermächtigung von Schüler_innen und die Handlungsmöglichkeiten einer Schule.

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Mikki Muhr

Sich Verzeichnen – trotz und mittels Differenzen

Beim Kartieren Verhältnisse bilden und Reste lassen

Wie kann Reflexion gestaltet werden, damit sie hilft, das eigene Denken und Handeln mit den Rahmenbedingungen verknüpfen und überprüfen zu können? Bei der künstlerischen Reflexionsmethode Sich Verzeichnen werden besondere Eigenschaften des Kartierens verwendet, um bedeutungsbildende Prozesse zu thematisieren. Im Zusammenhang mit der Frage nach dem Handeln in Widersprüchen in einer Migrationsgesellschaft kann mit ihr versucht werden, festschreibende Differenzvorstellungen als Identitätszuweisung zu problematisieren. Überlegungen und Beobachtungen aus der Arbeit an und mit der Methode stelle ich hier zur Diskussion.

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Urs Bachmann und Sandra Lippuner

Die «Werkstatt über mich»

Zwischen Vergewisserung und Ambivalenz

Wer «gehört dazu» und wer nicht? Was muss ich tun um dazuzugehören? Was passiert, wenn ich nicht dazugehöre? Die «Werkstatt über mich» ist ein Workshop-Angebot für Biografiearbeit, welches Pflegekindern die Möglichkeiten bietet, ihre Lebensumstände, den Umgang mit Zugehörigkeiten aber auch ihre Differenzerfahrung und biografische Diskontinuität zu formulieren und darzustellen. Die Autor_innen reflektieren ihre praxisbezogenen Weiterentwicklungen der Methode der Biografiearbeit anhand Beispielen aus der «Werkstatt über mich».

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Judith Rahner mit Nicola Lauré al-Samarai

D(r)eckschicht «Integration»

Überlegungen zur historisch-politischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit mit Jugendlichen of Color in Deutschland

In hegemonialen Auseinandersetzungen zu «Holocaust-Education in der Migrationsgesellschaft» wird nicht nur eine reaktionäre deutsche Erinnerungsgemeinschaft beschworen, sondern auch ein_e defizitäre_r Migrant_in konstruiert. Anhand des Jugendkulturprojekts Vergessene Biografien soll gezeigt werden, mit welchen förder-, repräsentations- und rezeptions-politischen Fallstricken umzugehen ist und in welchem Aktions- und Rezeptionsraum Jugendliche of Color agieren, wenn sie «deutsche» Geschichte öffentlich zu verhandeln versuchen.

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Ahmed Shah, Nils Erhard (JugendtheaterBüro Berlin)

Lost in Vermittlung? KulTür auf!

«Wir wollen keine inclusion, keine participation, keine integration, sondern SELBST emancipation» (aus Schwarzkopf BRD, JugendtheaterBüro Berlin). Der Text fragt, ausgehend von Erfahrungen mit der Arbeit im JugendtheaterBüro Berlin und dem Berliner Bündnis KulTür auf! nach den Grenzen aktueller Öffnungsversuche etablierter Kulturinstitutionen. Und er berichtet vom Versuch, in Berlin-Moabit, gemeinsam mit Berliner Jugendlichen, einen alternativen, selbstorganisierten Theaterbetrieb aufzubauen – das Theater X.

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