{"id":1139,"date":"2013-09-11T20:58:33","date_gmt":"2013-09-11T19:58:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/?p=1139"},"modified":"2018-03-05T17:26:07","modified_gmt":"2018-03-05T16:26:07","slug":"n7_kunstvermittlung-zeigen-ueber-die-repraesentation-von-paedagogischer-museumsarbeit_editorial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/2013\/09\/11\/n7_kunstvermittlung-zeigen-ueber-die-repraesentation-von-paedagogischer-museumsarbeit_editorial\/","title":{"rendered":"Art Education Research \u00b07"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Kunstvermittlung zeigen\u2013<\/strong><\/h1>\n<h1><strong>\u00dcber die Repr\u00e4sentation von p\u00e4dagogischer Museumsarbeit<\/strong><\/h1>\n<h3>Herausgeber_innen: Stephan F\u00fcrstenberg, Nanna L\u00fcth und<br \/>\nmicrosillons (Olivier Desvoignes\/Marianne Guarino-Huet)<\/h3>\n<pre>&nbsp;<\/pre>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/files\/2013\/09\/Editorial-n\u00b07_cover_kunstv_zeigen_gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2159\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/files\/2013\/09\/Editorial-n\u00b07_cover_kunstv_zeigen_gr-300x246.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"364\"><\/a><\/p>\n<p>[Montage: Nanna L\u00fcth 2013, auf der Basis von Fotografien des Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee, Kinderzentrum creaviva, beide 2011.]<\/p>\n<h3><a title=\"Texte\" href=\"http:\/\/iae-journal.zhdk.ch\/no-7\/editorial-no-7-eng\/\">Click here to read the editorial in English<\/a><\/h3>\n<p><strong>EDITORIAL <\/strong><br \/>\nIm Berufsalltag von Kunstvermittler_innen<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> findet eine Auseinandersetzung mit der Repr\u00e4sentation ihrer Arbeit \u2013 also der <em>Vermittlung von Vermittlung<\/em> \u2013 oftmals allein auf pragmatischer Ebene statt, bspw. wenn die Routinen des Museumsbetriebs<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Ank\u00fcndigungen von Veranstaltungen oder die Adressierung von Besucher_innen erfordern. F\u00fcr eine reflektierte Dokumentation und Pr\u00e4sentation von Vermittlungsarbeit fehlen nach wie vor meist die Ressourcen, aber auch das Bewusstsein f\u00fcr deren Notwendigkeit. Eine weitere Herausforderung f\u00fcr die Arbeit an Darstellungsweisen manifestiert sich dort, wo bspw. mit Vermittlungsformaten und -inhalten experimentiert wird, jedoch die entstehenden Repr\u00e4sentationen das Aussergew\u00f6hnliche dieser Aktionen nicht zu sehen geben. Stattdessen werden h\u00e4ufig bereits bekannte Motive und Lesarten wiederholt (vgl. Gavrani\u0107 2012: 181).<br \/>\nMit dem Projekt <em>Kunstvermittlung zeigen<\/em> (2011-2013) konnte sich gezielt den Fragen nach der Repr\u00e4sentation von Vermittlungsarbeit angenommen werden; einem Gegenstand, der im Bereich der wissenschaftlichen Forschung bis heute gr\u00f6sstenteils unbearbeitet ist. Da sich dieses Thema an der Schnittstelle zwischen der Reflektion und Theoretisierung von Kunstvermittlung sowie dem Forschungsfeld zur visuellen Kultur befindet, wurde dieses Vorhaben als Kooperation zwischen dem <em>Institute for Art Education (IAE)<\/em> und dem <em>Institute for Cultural Studies in the Arts (ICS)<\/em> an der <em>Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste (ZHdK) <\/em>realisiert. Die Finanzierung dieser Zusammenarbeit erm\u00f6glichten Mittel des <em>Schweizerischen Nationalfonds (SNF)<\/em>. Das Projektteam \u2013 bestehend aus Stephan F\u00fcrstenberg, Nanna L\u00fcth und dem Kollektiv <em>microsillons<\/em> (Olivier Desvoignes\/Marianne Guarino-Huet) \u2013 setzte sich aus Personen mit unterschiedlichen sprachlichen, nationalen und professionellen Hintergr\u00fcnden zusammen, die \u2013 als Wissenschaftler_innen, K\u00fcnstler_innen und Kunstvermittler_innen \u2013 aus verschiedenen Perspektiven auf Kunstvermittlung und die Praktiken der Repr\u00e4sentation blickten. Im Rahmen des Projekts wurden Repr\u00e4sentationsmaterialien von 32 Museen und Ausstellungsinstitutionen aus der Schweiz und Liechtenstein mit dem Fokus auf Gegenwartskunst zusammengetragen. Der Materialkorpus der Studie umfasst 712 Dokumente mit \u00fcber 2.000 Bildern aus den letzten sieben Jahren und schliesst unter anderem Flyer, Brosch\u00fcren und Webseiten, aber auch B\u00fccher von Vermittlungsdepartementen ein.<br \/>\nREPR\u00c4SENTATIONSANALYTISCHER ANSATZ<\/p>\n<p>Das zugrunde liegende konstruktivistische Konzept von Repr\u00e4sentation st\u00fctzt sich auf die Idee, dass Repr\u00e4sentieren kein unmittelbares, mimetisches oder neutrales Wiedergeben von Jemandem oder Etwas ist. Vielmehr stellt Repr\u00e4sentieren eine gestaltende, machtvolle und durch spezifische Bedingungen gerahmte Praxis dar, in der etwas Abwesendes dar- <em>und<\/em> hergestellt, vergegenw\u00e4rtigt, stellvertreten sowie ausgestellt wird (vgl. Schade\/Wenk 2011: 104f.). Der britische Soziologe und Kulturtheoretiker Stuart Hall beschreibt Repr\u00e4sentation als \u00abactive work of selecting and presenting, of structuring and shaping: not merely the transmitting of an already-existing meaning, but the more active labour of making things mean.\u00bb (Hall 1982: 64)<\/p>\n<p>Repr\u00e4sentationen produzieren Bedeutung und Wissen, indem sie etwas auf bestimmte Art und Weise zu sehen geben. Sie strukturieren Wahrnehmungsweisen und haben damit einen wesentlichen Anteil an der Herstellung von Wirklichkeit, anstatt diese nur abzubilden. Der Historiker Michel Foucault merkt an, dass Repr\u00e4sentation dabei nicht mit <em>Transparenz<\/em> zu verwechseln sei, sondern ein Zusammenspiel von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit bilde. Entscheidend ist somit nicht nur die Frage, <em>was<\/em> repr\u00e4sentiert wird, sondern auch: \u00abwie und warum jemand in welcher Form \u2018dargestellt, abgebildet, vorgef\u00fchrt, vergegenw\u00e4rtigt\u2019 wird, welchem Zweck sie [die Repr\u00e4sentation, d.A.] dient und was dabei ausgeschlossen bleibt, d.h. durch Sichtbarkeit unsichtbar gemacht wird. Es geht um die Macht des Zu-Sehen-Gebens [sic].\u00bb (Sturm 2001: o.S.)<\/p>\n<p>Leitgedanke unserer Analyse von Repr\u00e4sentationsmaterialien ist die Auseinandersetzung mit Machtverh\u00e4ltnissen, wie sie sich in Darstellungsmustern und institutionellen Routinen des Zu-sehen-Gebens manifestieren. Durch die stetige Wiederholung von bestimmten Repr\u00e4sentationsweisen entfalten sich wirkm\u00e4chtige Effekte, da spezifische (Vorstellungs-)Bilder, Bedeutungen und Subjektpositionen im Zusammenhang mit Kunstvermittlung sowohl entworfen und verfestigt als auch verschoben werden k\u00f6nnen.<br \/>\nPOSITIONIERUNG ALS FORSCHENDE<\/p>\n<p>Als Forschende mit eigener Erfahrung im Bereich zeitgen\u00f6ssischer Kunstvermittlung ist uns bewusst, dass die Ressourcen im gesamten Feld \u00e4usserst begrenzt sind. Insbesondere Repr\u00e4sentations- und die damit verbundenen Reflexionst\u00e4tigkeiten, die nicht als Kernaufgabe von Vermittler_innen gesehen werden, leiden unter dieser Verknappung. Dennoch gilt es aus unserer Sicht, Repr\u00e4sentationen von Kunstvermittlung in ihren Aussagen und gesellschaftlichen Bez\u00fcgen ernst zu nehmen und die bisher geleistete Arbeit an den Darstellungen einer Reflexion zu unterziehen.<br \/>\nDenn mit dem Anspruch an Kunstvermittlung als eine (selbst-)kritische Praxis sowie ein transformatives Bildungsgeschehen ist es nicht hinnehmbar, dass mit den \u2013 oft unbewussten und automatisch wiederholten \u2013 Darstellungsweisen klassistische, ethnisierte oder andere diskriminierende Traditionen in Bild oder Text unbedacht weitergef\u00fchrt werden. Vermittlungsarbeit sollte bei der Auseinandersetzung mit Kunst und der Institution Museum auch Praktiken der Dokumentation und Pr\u00e4sentation von Kunstvermittlung in den Blick nehmen und diese nach Effekten wie Ein- und Ausschl\u00fcssen, Normalisierung und Besonderung sowie Auf- und Entwertungen befragen (vgl. M\u00f6rsch 2013, Kap. 9).<br \/>\n<em>Kunstvermittlung zeigen<\/em> m\u00f6chte in diesem Zusammenhang einen Beitrag zur Entwicklung von herausfordernden, lustvollen und differenzierten Darstellungsweisen leisten, in denen Einladungen und Dokumentationen zu Gestaltungsinstrumenten einer demokratischen, egalit\u00e4ren und auf Diversit\u00e4t ausgerichteten Institution Museum sowie Gesellschaft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Vorteil von Forschung im akademischen Feld ist, dass sich die gestellten Fragen und ihre Bearbeitungsweisen ein St\u00fcck weit den Be- und Verwertungslogiken des Kunstsystems und der einzelnen Institutionen, in denen die Repr\u00e4sentationsarbeit stattfindet, entziehen k\u00f6nnen. Unsere Untersuchung ist dabei eine Form von <em>situierter Wissensproduktion<\/em> (vgl. Haraway 1995), die aus einer spezifischen sozialen, kulturellen und historischen Position heraus formuliert wird. Wir gehen nicht davon aus, dass wir unumst\u00f6ssliche Wahrheiten \u00fcber die Darstellungen von Kunstvermittlung produzieren \u2013 auch nicht nach intensiven Recherchen und \u00dcberpr\u00fcfung unserer Texte \u2013, dennoch besitzen die von uns aufgeworfenen und bearbeiteten Fragen ihre G\u00fcltigkeit und Wichtigkeit.<br \/>\nZugleich sehen wir es als Problem an, dass Forschung und Reflektion \u00fcber Kunstvermittlung im Moment fast ausschliesslich in der Wissenschaft und an den Hochschulen \u2013 mit eigenen Regeln, spezifischer Sprache und Geschichte sowie \u00f6konomischen und institutionellen Zw\u00e4ngen \u2013 verortet ist, was zu einer einseitigen Verteilung von reflexiver Wissensproduktion f\u00fchrt.<br \/>\nZwischen Forschenden und Beforschten bestand dementsprechend auch im Projekt <em>Kunstvermittlung zeigen<\/em> ein ungleiches Verh\u00e4ltnis. Um dieser Ungleichheit wenigstens punktuell etwas entgegenzusetzen, luden wir die Vermittler_innen, die ihr Material f\u00fcr die Untersuchung zu Verf\u00fcgung gestellt hatten, ein, die erarbeiteten Forschungsergebnisse vor der Ver\u00f6ffentlichung mit uns zu diskutieren. Deutlich wurde bei diesem Treffen, dass unter allen Teilnehmenden ein grosses Interesse an einem gegenseitigen Austausch \u00fcber Wissen, Erfahrungen und Ans\u00e4tze hinsichtlich der Darstellung von Kunstvermittlung besteht. Im Hinblick auf eine f\u00fcr 2014 geplante Publikation des <em>IAE<\/em> und <em>ICS<\/em> zum Thema <em>Kunstvermittlung und Repr\u00e4sentation<\/em> m\u00f6chten wir die begonnene Diskussion mit Kunstvermittler_innen unterschiedlicher Institutionen gerne fortf\u00fchren, um in diesem Rahmen Materialien an der Schnittstelle von wissenschaftlicher Forschung und musealer Vermittlungsarbeit zu entwickeln und verf\u00fcgbar zu machen.<br \/>\nKNOTENPUNKTE DER FORSCHUNGSARBEIT<\/p>\n<p>Im Rahmen von <em>Kunstvermittlung zeigen<\/em> konnten nach der Sammlung, Digitalisierung und Sichtung des Untersuchungsmaterials die drei Kategorien <em>Raum, Kunstwerk<\/em> und die Figur <em>Kunstvermittler_in<\/em> ausgemacht werden, welche die Repr\u00e4sentationen strukturieren und so eine Aufteilung der Analyse m\u00f6glich machten. Die daraus hervorgegangenen Teilbereiche zeichnen sich durch \u00dcberschneidungen und querliegende Verkn\u00fcpfungen aus, welche wichtige Charakteristika und Dimensionen des Repr\u00e4sentationsmaterials beschreiben und im Folgenden kurz von uns skizziert werden:<br \/>\nEng miteinander verzahnt sind die Repr\u00e4sentationsweisen des Publikums und die zu sehen gegebenen <em>Praktiken und Methoden von Vermittlungsarbeit<\/em>. Im Gegensatz zur \u00fcblichen Ausstellungsfotografie, in der R\u00e4ume oftmals ohne Personen gezeigt werden, spielt die Sichtbarkeit von Besucher_innen im vorliegenden Material eine zentrale Rolle und besitzt somit insbesondere im Hinblick auf die Analyse von <em>Raum, Kunstwerk<\/em> und der Figur <em>Vermittler<\/em>_in einen hohen Stellenwert. Anhand der unterschiedlichen Arten und Weisen des Zu-sehen-Gebens von Personen k\u00f6nnen \u00dcberlegungen zu impliziten P\u00e4dagogiken, zu Rollen und Machtverh\u00e4ltnissen in der Vermittlung von Kunst, aber auch zu Parallelen und Unterschieden zwischen der Darstellung von Bildungsarbeit im Museum und in der Schule angestellt werden. Des Weiteren bilden institutionelle <em>Normen und Konventionen<\/em> eine transversale Achse. Bei der Analyse von Kunstvermittlungsrepr\u00e4sentationen kann ein Bezug zu musealen Regeln hergestellt und der Spur nachgegangen werden, welche Repr\u00e4sentationsweisen von Kunstvermittlung ein normiertes Verhalten reproduzieren und an welchen Stellen diesbez\u00fcglich Abweichungen und Unterbrechungen dar- und hergestellt werden.<br \/>\nDas <em>Medium Fotografie<\/em> bildet einen weiteren gemeinsamen Reflexionspunkt. Der Einsatz von Fotografien im dokumentarischen Stil ist omnipr\u00e4sent und verst\u00e4rkt den Anspruch der Darstellungen auf Authentizit\u00e4t und Wahrheit. Das Zusammenspiel formaler Charakteristika wie Format, Ausschnitt und Perspektive in Kombination mit bestimmten Motiven l\u00e4sst die Sicht (sowohl der Fotograf_innen als auch der am Auswahlprozess Beteiligten) auf Kunstvermittlung und ihre institutionelle Rahmung erkennen.<br \/>\nDas machtvolle Zusammenspiel von <em>Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit<\/em>, welches konstitutiv f\u00fcr Repr\u00e4sentationen ist und die Produktion von Bedeutungen mitgestaltet, bildet eine weitere querliegende Achse. Auff\u00e4llig bei den folgenden Analysen ist die Unsichtbarkeit bspw. von R\u00e4umen ausserhalb des Museums, von konfliktreichen Momenten in Bezug auf Kunst sowie der h\u00e4ufig nicht gezeigten Kunstvermittler_innen.<br \/>\nDurch Anschluss dieses repr\u00e4sentationskritischen Ansatzes an die Denk- und Arbeitsweisen feministischer Kunst- und Kulturwissenschaften sowie von Queer- und Postcolonial Studies stellen die Aspekte <em>Feminisierung und Infantilisierung<\/em>, welche Kunstvermittlung als p\u00e4dagogisches \u2013 bis heute in vielerlei Hinsicht abgewertetes \u2013 Arbeitsfeld betreffen, eine wichtige Verkn\u00fcpfung zwischen den einzelnen Teilbereichen dar. <em>Whiteness\/Weisssein<\/em> ist schliesslich ein weiterer Knotenpunkt, welcher sowohl als \u00abNormalit\u00e4t\u00bb in den Personendarstellungen als auch in der institutionskritischen Diskussion um den Ausstellungsraum als <em>white cube<\/em> mit seinen spezifischen Traditionen und Wertsch\u00f6pfungen auftaucht.<br \/>\nNicht alle hier skizzierten Punkte konnten eingehend in den folgenden drei Artikeln dieser eJournal-Ausgabe untersucht werden, doch spinnen diese Punkte ein Netz aus Verzweigungen und Verweisen zwischen den einzelnen Beitr\u00e4gen.<br \/>\nIn seinem Artikel \u00abGeordnete K\u00f6rper, verk\u00f6rperte Ordnungen\u00bb fokussiert Stephan F\u00fcrstenberg typische Repr\u00e4sentationsweisen von Vermittler_ innen sowie Publikum und arbeitet die Produktion von Unterschieden zwischen diesen beiden Figuren heraus.<br \/>\nNanna L\u00fcth geht in ihrem Text \u00abZwischen Unterweisung und Selbstbildung. Didaktische Musteranalyse von Kunst aus\u00bb der Frage nach, welche Arten des Umgangs mit Kunst fotografisch repr\u00e4sentiert werden, welche <em>Rollen<\/em> die Kunstwerke dabei spielen und welche p\u00e4dagogischen Methoden und Zielsetzungen sich daraus ableiten lassen.<br \/>\nIn seinem Artikel \u201eHabit\u00e9e, famili\u00e8re, d\u00e9rang\u00e9e. Une \u00abautre\u00bb institution d\u2019art contemporain dans les repr\u00e9sentations de la m\u00e9diation?\u201c beschreibt das Kollektiv <em>microsillons<\/em> die Koexistenz zweier Repr\u00e4sentationsregime, die f\u00fcr die Dokumentationen zeitgen\u00f6ssischer Kunstinstitutionen in der Schweiz zentral sind. Tats\u00e4chlich zeigen die von microsillons ausgew\u00e4hlten spezifischen Vermittlungsdarstellungen eine Institution, die sich von ihren traditionellen Bildern unterscheidet. Der Text schl\u00e4gt Interpretationen dieser differenzierenden Praxis in Bezug auf die Repr\u00e4sentation des Museums und seiner Funktionen vor.<br \/>\nMit diesen ersten Einblicken in das Projekt <em>Kunstvermittlung zeigen<\/em> hoffen wir, das Nachdenken und den Austausch \u00fcber Darstellungsweisen von Kunstvermittlung zu st\u00e4rken und Anst\u00f6sse f\u00fcr Ver\u00e4nderungen zu geben. In diesem Sinne w\u00fcnschen wir allen Leser_innen eine anregende Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/category\/n7_texte\/\">Zu den Texten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<div>&nbsp;<\/div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Wir nutzen einen Unterstrich vor der weiblichen Wortendung, um mit dieser Leerstelle alle Geschlechter und Geschlechtsidentit\u00e4ten sprachlich fassen zu k\u00f6nnen. Die Idee und das politische Interesse dahinter sind, Alternativen zum bin\u00e4ren Frau|Mann-Schema zu schaffen und die selbstverst\u00e4ndliche Repr\u00e4sentation und Reproduktion von Zweigeschlechtlichkeit auf sprachlicher Ebene zu unterbrechen.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Mit der hier als Sammelbegriff verwendeten Bezeichnung \u00abMuseum\u00bb werden neben Museen auch Kunsth\u00e4user, Kunstvereine, Sammlungen sowie Stiftungen gefasst \u2013 also die Institutionen, die Kunst ausstellen.<br \/>\n<strong>Literatur<\/strong><br \/>\nGavrani\u0107, Cynthia (2012): \u00abIn Dialoge f\u00fchren\u00bb. In: Bernadett Settele\/Carmen M\u00f6rsch (Hg.): Kunstvermittlung in Transformation. Ergebnisse und Perspektiven eines Forschungsprojektes, Z\u00fcrich: Scheidegger &amp; Spiess, S. 171-184.<\/p>\n<p>Hall, Stuart (1982): \u00abThe rediscovery of ideology: Return of the repressed in media studies\u00bb. In: Michael Gurevitch\/Tony Bennett\/James Curran\/Janet Woolacott (Hg.): Culture, Society and the Media, London: Methuen, S. 56-90.<\/p>\n<p>Haraway, Donna (1995): \u00abSituiertes Wissen \u2013 Die Wissenschaftsfrage im Feminismus und das Privileg einer partialen Perspektive\u00bb. In: dies.: Die Neuerfindung der Natur, Frankfurt\/M.: Campus-Verlag, S. 73-97.<\/p>\n<p>M\u00f6rsch, Carmen (2013): Zeit f\u00fcr Vermittlung. Eine online Publikation zur Kulturvermittlung, hrsg. vom <em>Institute for Art Education<\/em> der <em>Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste (ZHdK)<\/em>, im Auftrag von <em>Pro Helvetia<\/em>, online unter: <a href=\"http:\/\/www.kultur-vermittlung.ch\/zeit-fuer-vermittlung\/\">http:\/\/www.kultur-vermittlung.ch\/zeit-fuer-vermittlung\/<\/a>; (letzter Zugriff: 05.07.2013).<\/p>\n<p>Schade, Sigrid\/Wenk, Silke (2011): Studien zur visuellen Kultur. Einf\u00fchrung in ein transdisziplin\u00e4res Forschungsfeld, Bielefeld: transcript.<\/p>\n<p>Sturm, Eva (2001): \u00abIn Zusammenarbeit mit gangart. Zur Frage der Repr\u00e4sentation in Partizipations-Projekten\u00bb, online unter:<a href=\"http:\/\/eipcp.net\/transversal\/0102\/sturm\/de\">http:\/\/eipcp.net\/transversal\/0102\/sturm\/de<\/a><a>;<\/a> (letzter Zugriff: 05.07.2013).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<address>Redaktion: Stephan F\u00fcrstenberg und Nanna L\u00fctt<br \/>\n\u00dcbersetzung ins Englische: Lisa Glauer<br \/>\nLektorat: Evelyne Astner<br \/>\nLayout der Texte: Anne Gruber<\/address>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunstvermittlung zeigen\u2013 \u00dcber die Repr\u00e4sentation von p\u00e4dagogischer Museumsarbeit Herausgeber_innen: Stephan F\u00fcrstenberg, Nanna L\u00fcth und microsillons (Olivier Desvoignes\/Marianne Guarino-Huet) &nbsp; [Montage: Nanna L\u00fcth 2013, auf der Basis von Fotografien des Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee, Kinderzentrum creaviva, beide 2011.] Click here to read the editorial in English EDITORIAL Im Berufsalltag von Kunstvermittler_innen[1] findet eine Auseinandersetzung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3221,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[531221],"tags":[],"class_list":["post-1139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-n7_editorial"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3221"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1139"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2745,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1139\/revisions\/2745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}