{"id":1525,"date":"2016-01-24T23:48:50","date_gmt":"2016-01-24T22:48:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/?p=1525"},"modified":"2018-03-05T17:32:06","modified_gmt":"2018-03-05T16:32:06","slug":"n11_ueber-flaks_editorial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/2016\/01\/24\/n11_ueber-flaks_editorial\/","title":{"rendered":"Art Education Research \u00b011"},"content":{"rendered":"<h1><strong>\u00dcber FLAKS (und dar\u00fcber hinaus) \u2013 5 Jahre Forschungslabor f\u00fcr K\u00fcnste an Schulen<\/strong><\/h1>\n<h3>Herausgeber_innen: Anna Sch\u00fcrch und Sascha Willenbacher<\/h3>\n<p>5 Jahre FLAKS! Seit 2011 bauen wir das <em>Forschungslabor f\u00fcr K\u00fcnste an Schulen<\/em> FLAKS als interdisziplin\u00e4re Plattform f\u00fcr kunst-, musik- und theaterp\u00e4dagogische fachdidaktische Forschung am <em>Institute for Art Education<\/em> an der ZHdK auf. Vor f\u00fcnf Jahren war FLAKS eine Idee, ein Konzept, ein Konstrukt. Es ging um Visionen f\u00fcr die Schulf\u00e4cher Bildnerisches Gestalten, Musik und Theater, um die Potentiale von Gegenwartskunst f\u00fcr den Kunstunterricht, um den Wunsch, Lehrpersonen zu finden, die mit uns zusammenarbeiten und forschen wollen, um die Forderung, die kritisch-theoretischen Implikationen von Kunstproduktion in der Vermittlung nicht runter- sondern raufzubrechen und dadurch gesellschaftspolitische Fragen im Schulkontext verhandelbar zu machen.<\/p>\n<p>Unterdessen gibt es FLAKS. FLAKS hat Erfahrungen gesammelt, hat Aktionsforschungsprojekte und Lehrveranstaltungen durchgef\u00fchrt, hat Mitwirkende und Sympathien gewonnen, internationale Aufmerksamkeit gefunden, ein SNF-Projekt an Land gezogen, sich interdisziplin\u00e4r erweitert und aus Herausforderungen gelernt. Im Zuge der konkreten Arbeit haben sich anf\u00e4ngliche Vorstellungen redimensioniert, es wurde deutlich, dass die Relevanz aus der Spezifik der jeweiligen Kontexte hervorgeht und dass diese Relevanz immer wieder von neuem erarbeitet werden muss.<\/p>\n<p>Die vorliegende 11. Ausgabe von <em>Art Education Research<\/em> dokumentiert, wie sich die Arbeit von FLAKS auf Basis des Aktionsforschungsansatzes und in der Zusammenarbeit mit Berufspraktiker_innen entwickelt hat. Sie ist somit R\u00fcckblick, Dokumentation und Ausblick in einem \u2013 ohne Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit. Ein leitender Gedanke bei der Zusammenstellung der einzelnen Texte war es, dass FLAKS immer dann greifbar wird, wenn es um die konkrete Arbeit im Rahmen von FLAKS geht. Wir haben daher Beteiligte gebeten, die Zusammenarbeit mit FLAKS aus ihrer Perspektive zu fassen, zu beschreiben und zu reflektieren. Dabei sind nicht einfach Berichte \u00fcber die M\u00f6glichkeiten und Herausforderungen einer Kooperation mit FLAKS entstanden, sondern situationsbezogene Mikrostudien \u00fcber Fragen, die Berufspraktiker_innen in ihrer kunst-, theater- und musikp\u00e4dagogischen Vermittlungst\u00e4tigkeit besch\u00e4ftigt haben.<\/p>\n<p>Die Texte sind verfasst von Praktiker_innen f\u00fcr Praktiker_innen. Sie sollen f\u00fcr Lehrpersonen ebenso zug\u00e4nglich, informativ und anregend sein wie f\u00fcr Forschende im Feld Kunstvermittlung, f\u00fcr diejenigen, die Aktionsforschungsprojekte begleiten und f\u00fcr Fachdidaktiker_innen. Ein wichtiges Anliegen ist es, die Erkenntnisse zu den untersuchten fachlichen und didaktischen Fragen an eine Professional Community zu vermitteln und mit ihr zu teilen. Dar\u00fcber hinaus sollen die Leser_innen aber auch eine Vorstellung davon erhalten, wie Aktionsforschung in kunst- und theaterp\u00e4dagogischer Praxis aussehen kann. <em>Aktionsforschung<\/em> als ein f\u00fcr FLAKS grundlegender Ansatz kommt in den vorliegenden Texten in Verbindung mit der Entwicklung von Vermittlungspraxis, als Dimension der Lehrer_innenbildung und in ihrer Bedeutung f\u00fcr die Fach- und Hochschuldidaktik wie f\u00fcr die Lehrer_innenprofessionalisierung zum Tragen. Die Texte zeigen exemplarisch, welche M\u00f6glichkeiten, welche Qualit\u00e4ten aber auch welche Schwierigkeiten mit dem Ansatz verbunden sind. Von Interesse ist dabei immer auch die Frage nach dessen kritischen Potenzialen.<\/p>\n<p>Einleitend bietet Carmen M\u00f6rsch in ihrem Grundlagentext einen \u00dcberblick zur Genese der Aktionsforschung und beschreibt, welche Spannungsfelder mit dieser Geschichte bis heute verbunden sind. Mich\u00e8le Novak und Anna Sch\u00fcrch berichten \u00fcber die Schnittstelle von FLAKS zur fachdidaktischen Lehre und \u00fcber ihre Erfahrungen mit dem Forschungspraktikum, einer Lehrveranstaltung am <em>Master Art Education<\/em>, Vertiefung <em>bilden &amp; vermitteln<\/em>. In drei Berichten zu FLAKS-(Kooperations)Projekten stellen Beteiligte vor, was eine forschende Auseinandersetzung mit der eigenen Vermittlungsarbeit bedeuten kann und wie daraus Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die weitere professionelle und fachliche Praxis abgeleitet werden: W\u00e4hrend Anne Gruber in ihrem Beitrag ihre Auseinandersetzung mit Bildarchiven im Projekt \u00abSichtbarkeit und Unsichtbarkeit im BG-Unterricht\u00bb darstellt, geht Andreas B\u00fcrgisser von seinen Erfahrungen als studentischer Assistent bei FLAKS aus und gibt Einblick in Betrachtungsweisen seiner Arbeit an Schulen, die er im Rahmen des <em>Theaterp\u00e4dagogischen Reflexionsraumes<\/em> entwickelt hat. Ursula Ulrich stellt in ihrem Artikel ein ebenfalls theaterp\u00e4dagogisches Teamforschungsprojekt an der <em>Maihof-Schule<\/em> in Luzern vor, in dem es um Anerkennungspraktiken in Probenprozessen geht, aber auch um die Herausforderung, die das Erarbeiten einer forschende Haltung im Kontext von FLAKS darstellte.<br \/>\nAbgerundet wird die Textsammlung durch zwei Gastbeitr\u00e4ge aus anderen institutionellen Kontexten: Mit Marion Thuswalds Text \u00fcber das Forschungs-Bildungsprojekt <em>Facing the Differences<\/em> an der <em>Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien<\/em> wird das Spektrum des Journals um die Diskussion der Bedeutung \u201aemanzipatorisch-partizipatorischer\u2018 Forschung f\u00fcr eine kritische, p\u00e4dagogische Professionalisierung erweitert. Christoph Marty wiederum stellt die Erkenntnisse zur Musizierpraxis von Sch\u00fcler_innen vor, die er aus einem Praxisforschungsprojekt im Rahmen seiner musikp\u00e4dagogischen Master-Thesis an der <em>Hochschule Luzern \u2013 Musik<\/em> gewonnen hat. An dieser Stelle m\u00f6chten wir uns ganz herzlich bei J\u00fcrg Huber bedanken, der als FLAKS-Beirat und Kollege an der HSLU den Beitrag von Christoph Marty vermittelt und betreut hat. Hingewiesen sei hier zudem auf <em>Art Education Research<\/em> Nr. 9 von Dezember 2014 zu Positionen musikp\u00e4dagogischer Forschung im deutschsprachigen Raum.<\/p>\n<p>Ausgeklammert haben wir in dieser Ausgabe das SNF-Forschungsprojekt von FLAKS <em>Kalk\u00fcl und Kontingenz<\/em>, das im Oktober 2015 abgeschlossen wurde. Zu diesem Projekt findet am 2. April 2016 die Tagung <a href=\"https:\/\/www.zhdk.ch\/index.php?id=kalko_tagung#c148354\"><em>(Un)planbares kalkulieren \u2013 Kunstunterricht und Theatervermittlung zwischen Kalk\u00fcl und Kontingenz<\/em><\/a> an der Kantonsschule Olten statt; eine gr\u00f6ssere Publikation ist f\u00fcr 2017 vorgesehen.<\/p>\n<p>Ohne Lehrpersonen, die an einer selbstbestimmten, forschenden Auseinandersetzung mit ihrer Lehrpraxis interessiert sind, br\u00e4uchte es FLAKS nicht. Gleichzeitig gilt auch, dass eine Beforschung der eigenen Praxis, wie sie uns vorschwebt, (bislang) nur vereinzelt von selbst nachgefragt wird. Die \u201aEinsicht in die Notwendigkeit\u2018 entsteht meist erst im Dialog, empfinden sich Kolleg_innen doch h\u00e4ufig als Solisten, die unter Zeitdruck vielf\u00e4ltigen Anspr\u00fcchen gerecht werden sollen. Und dann auch noch forschen? Die eigene Praxis befragen? So stehen wir nach wie vor an dem Punkt, dass FLAKS Lehrpersonen und Theaterp\u00e4dagog_innen etwas bieten kann, nach dem sie wom\u00f6glich suchen ohne es zu wissen \u2013 auch wenn aus FLAKS in den letzten Jahren eine funktionierende, von vielen mitgetragene Plattform f\u00fcr kunst-und theaterdidaktische Forschung geworden ist. Gerade mit Blick auf Forderungen nach z\u00e4hl- und messbaren Bildungseffekten, die das Unterrichten auf sicht- und kontrollierbare Ergebnisse reduzieren und die die Unterrichtspraxis ver\u00e4ndern, ist das Entwickeln einer selbstbestimmten, forschenden Haltung unverzichtbar. Zumal sich die anf\u00e4ngliche Mehrarbeit auszahlt, wie uns immer wieder r\u00fcckgemeldet wird: in Form einer neu entdeckten Freude an der eigenen Profession, einer neu oder wieder erlangten Handlungsf\u00e4higkeit \u2013 trotz oder gerade wegen der beim Forschen erkannten Verstrickungen in das eigene k\u00fcnstlerisch-p\u00e4dagogische Handeln. Wir w\u00fcnschen uns, dass dieses Heft zum Anlass wird, das eigene Unterrichten, die eigene theaterp\u00e4dagogische Praxis, forschend in den Blick nehmen zu wollen!<\/p>\n<p>Anna Sch\u00fcrch und Sascha Willenbacher<\/p>\n<div>\n<p><a title=\"Texte\" href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/iaejournal\/category\/aer11_texte\/\">Zu den Texten<\/a><\/p>\n<p><strong>Redaktion<\/strong><br \/>\nKatharina Flieger, Anna Sch\u00fcrch und Sascha Willenbacher<\/p>\n<p><strong>Layout der Texte<\/strong><br \/>\nAnne Gruber<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber FLAKS (und dar\u00fcber hinaus) \u2013 5 Jahre Forschungslabor f\u00fcr K\u00fcnste an Schulen Herausgeber_innen: Anna Sch\u00fcrch und Sascha Willenbacher 5 Jahre FLAKS! Seit 2011 bauen wir das Forschungslabor f\u00fcr K\u00fcnste an Schulen FLAKS als interdisziplin\u00e4re Plattform f\u00fcr kunst-, musik- und theaterp\u00e4dagogische fachdidaktische Forschung am Institute for Art Education an der ZHdK auf. 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