{"id":477,"date":"2013-07-29T12:27:07","date_gmt":"2013-07-29T10:27:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/?p=477"},"modified":"2013-07-31T10:19:51","modified_gmt":"2013-07-31T08:19:51","slug":"unternehmung-realitatsambulanz-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/2013\/07\/29\/unternehmung-realitatsambulanz-2\/","title":{"rendered":"Unternehmung Realit\u00e4tsambulanz"},"content":{"rendered":"<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>Nicole Henning<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\">Wie kommt man bloss auf die Idee, nach einem anstrengenden Arbeitstag neben f\u00fcnfzig Anderen auf einem Laufband zu rennen? An welches Bewusstsein appelliert nochmal die d\u00fcnne H&amp;M-Dame in den Bl\u00fcmchenkleidern? Weshalb heissen Kartoffel-Chips \u201eSecret\u201c? Was macht denn Streetart in einer Galerie?! Und wer hat eigentlich entschieden, dass der Prime Tower das neue Wahrzeichen von Z\u00fcrich ist? Warum haben alle kniehohe, bettbreite, erdfarbene Ecksofas? Kaufen eigentlich alle bei IKEA ein, oder sehen die M\u00f6bel im Mobimo Tower nur gleich aus? Weshalb braucht jemand, der im B\u00fcro arbeitet, bei der Fahrt durch die Stadt einen Offroader? Warum wohnen Reiche neuerdings wieder im Zentrum? Und wieso m\u00f6gen sie es, wenn man ihnen beim Wohnen zusieht? Weshalb bekommt mein t\u00fcrkischer Nachbar bei seiner Entlassung keine Abfindung? Und, verflucht, wieso gibt es auf dieser neuen Strasse keine Fahrradstreifen?!<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><i>Der Himmel brennt. Die feierabendlichen Strassen sind verstopft. Die Nerven liegen blank. Ein Gef\u00e4hrt erscheint am Horizont, ein Kleinbus mit blinkenden Lichtern. Weiss? Rot? Schwarz? Eine Ambulanz! Ein trojanisches Pferd? Es biegt mit H\u00f6chstgeschwindigkeit um die Ecke. In einem aufsehenerregenden \u00dcberholman\u00f6ver prescht unser Gef\u00e4hrt rechts an einem BMW vorbei, links an einem Porsche, dann schiesst es gerade aus, \u00fcber vier Spuren und h\u00e4lt mit einer eleganten 180 Grad-Drehung auf der Kreuzung Kalkbreitestrasse\/Seebahnstrasse. Der Verkehr steht still. Ungl\u00e4ubiges Staunen. Eine T\u00fcr des Busses \u00f6ffnet sich und unsere HeldInnen verteilen sich mit gelben Klebeb\u00e4ndern auf die L\u00e4nge des k\u00fcrzlich er\u00f6ffneten Strassenst\u00fccks. Flink sind sie zugange und nach wenigen Minuten sind die beiden Fahrradstreifen markiert. Jetzt hat alles seine Ordnung. Applaus von allen Seiten.<\/i><\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><i>Ich trete freudig in die Pedale.<\/i> Es hupt. Aus der Traum.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\"><a href=\"http:\/\/www.realitaetsambulanz.ch\/\"><span style=\"font-size: small\">www.realitaetsambulanz.ch<\/span><\/a><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"> ist der Versuch, mit k\u00fcnstlerischen Mitteln einer durch\u00f6konomisierten Lebenswelt entgegenzutreten \u2013 an deren Erhaltung wir alle beteiligt sind. Wie der Titel andeutet, liegt dem Projekt ein Zweifeln an den uns vermittelten allgemeinen Zusammenh\u00e4ngen, Bed\u00fcrfnissen und Wahrheiten zu Grunde. Die Erfahrung der allt\u00e4glichen Wirklichkeit scheint damit oft nicht kompatibel. Besonders \u00e4rgerlich wird es, wenn wir merken, dass wir durch unsere Unt\u00e4tigkeit oder durch kalkulierte Desinformation zu Unterst\u00fctzern von Interessen Einzelner werden, die unseren eigenen aus ethischen oder humanistischen Gr\u00fcnden zuwiderlaufen. Nat\u00fcrlich ist es richtig, sich gegen diese ungewollte Komplizenschaft zu wehren. Aber unsere Involviertheit ist ziemlich komplex, ist sie doch eine der Grundlagen f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit unseres kapitalistischen Systems. Wenn also alle beteiligt sind, wirft das die Frage auf, wie weit eine Einzelperson \u00fcberhaupt die M\u00f6glichkeit hat, sich zu wehren, geschweige denn eine gesellschaftliche Ver\u00e4nderung zu bewirken. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Muss ich versuchen eine Revolution anzuzetteln? Das w\u00e4re ein sehr hoher Anspruch an ein Kunstprojekt. Wenn es das denn ist, was ich machen will: ein Kunstprojekt. Aber ist es \u00fcberhaupt wichtig was es ist? Und warum sollte Kunst heute mehr bewirken k\u00f6nnen als zum Beispiel 1970? \u201c<i>Der Exodus aus dem Museum, der unter dem politisch angeheizten Klima um 1970 proklamiert wurde, stoppte, als man feststellte, dass die Kunst im gesellschaftlichen Raum zu versickern drohte, ohne dass jemand davon Notiz nahm, geschweige denn, dass die kunstexterne Sph\u00e4re davon ein Quentchen ver\u00e4ndert wurde.<\/i>\u201d[1]<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Aber ist das ein Grund die Flinte ins Korn zu werfen?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Szenografische Konzepte basieren auf einem Interesse an atmosph\u00e4rischen Ver\u00e4nderungen von R\u00e4umen. Diese haben direkte Auswirkungen \u2013 zum Beispiel im Theater \u2013 auf die Arbeit der SchauspielerInnen und damit auf ihre Interpretation des St\u00fccks. Der Stadtraum funktioniert nicht un\u00e4hnlich. Auch dieser allen zug\u00e4ngliche Raum vermittelt durch sein Erscheinungsbild nur eine gewisse Bandbreite an m\u00f6glichen und passenden Lebensentw\u00fcrfen oder Interpretationen des Zusammenlebens.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Z\u00fcrich z.B. ist sehr aufger\u00e4umt. Der Raum, in dem wir uns t\u00e4glich bewegen ist funktional und h\u00fcbsch. Bildst\u00f6rungen gibt es kaum und wenn, dann werden sie m\u00f6glichst schnell bereinigt. Solch ein Lebensraum ist f\u00fcr reibungslose Abl\u00e4ufe des Zusammenlebens nicht unangenehm. \u201c<i>Die Gewohnheit macht alles h\u00fcbsch und ruhig.<\/i>\u201c, wie Vil\u00e9m Flusser in seinem Essay \u201eExil und Kreativit\u00e4t\u201c schreibt. Und weiter: \u201e<i>Die Gewohnheit ist wie eine Wattedecke. Sie rundet alle Ecken ab, und sie d\u00e4mpft alle Ger\u00e4usche. Sie ist un\u00e4sthetisch (von aisthestai = wahrnehmen), weil sie verh\u00fctet, dass Informationen wie Ecken oder Ger\u00e4usche wahrgenommen werden. Weil die Gewohnheit Wahrnehmungen abschirmt, weil sie an\u00e4sthetisiert, wird sie als angenehm empfunden. Als gem\u00fctlich.<\/i>\u201c[2] <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Nun kann der \u00f6ffentliche Raum, also auch der Stadtraum, als Ort betrachtet werden, an dem der (momentane) Konsens der gesellschaftlichen Wertmassst\u00e4be ersichtlich wird. Das macht die Stadt zu einem idealen Terrain, um unser Gewohntes zu st\u00f6ren und dadurch auf gesellschaftliche Probleme hinzuweisen. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Die Ambulanz<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/files\/2013\/07\/Ambulanz-e1375094444951.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-491  alignnone\" alt=\"\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/files\/2013\/07\/Ambulanz-300x225.jpg\" width=\"210\" height=\"158\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Ich habe mir ein \u00fcberschaubares Terrain abgesteckt: den Z\u00fcrcher Stadtraum, oder anders betrachtet: Ich nehme Z\u00fcrich, die Weltstadt, in der sich nicht nur uninteressante Nachbarschaftsstreitigkeiten abspielen, sondern in deren Alltag globale Entwicklungen ganz lokale Auswirkungen zeigen. Z\u00fcrich ist sozusagen die B\u00fchne, auf der die \u201cDramen\u201d verhandelt werden. Und der Narr [3] im St\u00fcck ist ein Einsatzfahrzeug, die <i>Realit\u00e4tsambulanz<\/i>. Sie transportiert nicht nur wichtiger G\u00fcter zur Unterst\u00fctzung von Aktionen, sie bespielt den ganzen Aktionsraum. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Der Blog<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/files\/2013\/07\/Blog-e1375094489813.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-493\" alt=\"Blog\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/files\/2013\/07\/Blog-300x266.jpg\" width=\"210\" height=\"186\" \/><\/a><\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Nun habe ich zu Beginn dieses Textes erw\u00e4hnt, dass ich glaube, dass gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen nur stattfinden k\u00f6nnen, wenn sie breite Unterst\u00fctzung finden. Um also alle Interessierten zur Mitarbeit einzuladen, habe ich einen Blog eingerichtet, auf dem gesellschaftspolitische Anliegen beschrieben und m\u00f6gliche Szenarien f\u00fcr Realit\u00e4tsoperationen entwickelt werden k\u00f6nnen. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Pier Paolo Pasolini ver\u00f6ffentlichte 1972 einen filmtheoretischen Essay mit dem Titel<\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"> Das Drehbuch als Struktur, die eine andere Struktur sein will<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">. Darin beschreibt er das Drehbuch als eigene literarische Gattung, die sich von anderen literarischen Produkten unterscheidet, indem seine <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Zeichen<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">immer auf zwei Wege des Lesens verweisen, einerseits \u201e<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>den normalen Weg aller geschriebenen Sprachen\u201c <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"> und andererseits auf ein anderes Zeichen, n\u00e4mlich das des herzustellenden Films. &#8222;D<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>er Autor eines Drehbuchs verlangt von seinem Adressaten eine ganz besondere Mitarbeit, die darin besteht, dem Text eine &#8222;visuelle&#8220; Vollst\u00e4ndigkeit zu verleihen, die er nicht besitzt, auf die er aber verweist. Angesichts der unmittelbar erfassten technischen Merkmale des Drehbuchs wird der Leser sofort zum Komplizen bei der Operation, die von ihm verlangt wird; seine bildliche Vorstellungskraft erreicht unwillk\u00fcrlich eine viel h\u00f6here und intensivere Produktivit\u00e4t, als wenn er einen Roman liest. Die Technik des Drehbuchs ist vor allem auf diese Mitarbeit des Lesers gegr\u00fcndet; und es ist klar, dass seine Vollendung von der vollst\u00e4ndigen Erf\u00fcllung dieser Aufgabe abh\u00e4ngt<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">.&#8220; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">[4]<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Der Blog ist also das Gef\u00e4ss der Drehb\u00fccher. Er ist virtuell. Er birgt dadurch implizit die M\u00f6glichkeit, dass nicht alle Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Aktionen umgesetzt werden m\u00fcssen, sondern dass sie einfach dazu dienen k\u00f6nnen, an die Vorstellungskraft des Lesers und der Leserin und damit an eine potenzielle Mitarbeit zu appellieren. Augusto Boal nennt diesen Vorgang in seiner Theaterarbeit \u201eProbe zur Revolution\u201c [5] .<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Der Comic<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/files\/2013\/07\/Comic3-e1375094545902.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-495\" alt=\"Comic3\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/files\/2013\/07\/Comic3-300x294.jpg\" width=\"231\" height=\"227\" \/><\/a><\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Viele \u201ekleine Revolutionen\u201c sind meines Erachtens eine M\u00f6glichkeit, systemische Strukturen nachhaltig zu ver\u00e4ndern, denn sie stellen die erzwungene Gleichheit innerhalb einer Gesellschaft in Frage. Sind sie f\u00fcr alle sichtbar, k\u00f6nnen sie die die \u201eAngst vor dem Anders sein\u201c [6] nehmen, weil sie die Existenz einer Vielheit von Meinungen aufzeigen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Aktionen passieren oft nur einmal. R\u00e4umliche Eingriffe werden meist schnell wieder entfernt, schriftliche Kommentare \u00fcbermalt. Was haben wir dann also erreicht mit dem ganzen Aufwand? Wie kann sich eine Vielheit etablieren, wenn sie immer gleich wieder weggewischt wird? <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Wir k\u00f6nnen davon erz\u00e4hlen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Auf dem Blog gibt es einen Comic-Baukasten. Dieses Online-Werkzeug erm\u00f6glicht es auch zeichnerisch unbegabten Zeitgenossen, mit Hilfe der Bilddatenbank von Ereignissen zu berichten, die bereits wieder aus dem Stadtbild verschwunden sind, Hintergr\u00fcnde zu er\u00f6rtern und Gedanken dazu zu \u00e4ussern, aber auch fiktive Aktionen zu skizzieren oder ein utopisches Z\u00fcrich zu erfinden. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Flash-o-lette, die rasende Reporterin, ist die verbindende Figur dieses Bottom-up-Journalismus, doch die eigentlichen HeldInnen sind die Autorinnen und Autoren der selbst gebastelten Reportagen, die ihre Geschichten in kleine Heftchen drucken, um uns andere zu informieren.<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Die Ausstellung<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #221e1f\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die praktische Umsetzung der <\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #221e1f\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>Realit\u00e4tsambulanz<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"> diente mir als Grundlage f\u00fcr eine k\u00fcnstlerische Untersuchung im gesellschaftspolitischen Kontext. Beginnend mit Texten von Jean Baudrillard, Marc Aug\u00e9 und Vilem Flusser rieben sich meine Ideen und praktischen Vorst\u00f6sse immer wieder an der Frage, wie tauglich Mittel und Methoden (z.B. einer K\u00fcnstlerin) sind in Bezug auf die Mittel und Methoden, die dem Gegenspieler (z.B. einem Konzern, der Stadt, einer Partei, dem System) zur Verf\u00fcgung stehen. Dieser Fragestellung lag dabei keine zentrale These zugrunde, sondern ein Ge\u00e4st an Theorien, Fakten, Fantasien, Experimenten und den dazugeh\u00f6rigen Erfolgen und R\u00fcckschl\u00e4gen in der praktischen Umsetzung. Heute betrachte ich ein Projekt, wie die <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #221e1f\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>Realit\u00e4tsambulanz<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #221e1f\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"> im Sinne der bereits erw\u00e4hnten Vielheit, als Beitrag zu einer heterogeneren Gesellschaft, die sich, aufgrund ihrer Beschaffenheit, nicht so leicht zur Komplizin ethisch fragw\u00fcrdiger Interessen Einzelner machen l\u00e4sst. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #221e1f\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Meine Unternehmung ist deshalb mit dem Ende des Studiums nicht abgeschlossen. Die praktische Umsetzung der Realit\u00e4tsambulanz wird sich weiter ver\u00e4ndern, und gerade die partizipativen Elemente des Projekts m\u00fcssen sich erst noch in der Wirklichkeit beweisen. Die Ausstellung zeigt deshalb eine Arbeit im Prozess, Stand 31. Mai 2013.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: 000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Fussnoten:<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">1 <i>Brian O\u2019Doherty \u201cIn der weissen Zelle\u201d , Markus Br\u00fcderlin \u201cNachwort: Die Transformation des White Cube\u201d, S147<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">2 <i>Flusser, Vil\u00e9m 2007, Von der Freiheit des Migranten, S.104<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">3 <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Narr\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Narr<\/a> Narren fanden sich sowohl im ritterlichen Gesinde als auch an F\u00fcrstenh\u00f6fen. Im franz\u00f6sischen Schachspiel hat der Narr (\u201eFou\u201c) gar die Rolle des L\u00e4ufers im deutschen Schach. F\u00fcr die dort t\u00e4tigen Hofnarren galt die Narrenfreiheit, die es ihnen erm\u00f6glichte, ungestraft Kritik an den bestehenden Verh\u00e4ltnissen zu \u00fcben. <\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">4 <\/span><\/span><\/span><em><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Pier Paolo Pasolini: <\/span><\/span><\/span><\/em><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>Empirismo eretico<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">, 1972 (dt.: <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>Ketzererfahrungen. Schriften zu Sprache, Literatur und Film<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">, \u00fcbers., kommentiert und mit einem Nachwort v. Reimar Klein, Hanser, M\u00fcnchen 1979)<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">5 <\/span><\/span><\/span><em><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Augusto Boal; Theater der Unterdr\u00fcckten; \u00dcbungen und Spiele f\u00fcr Schauspieler und Nicht-Schauspieler; edition suhrkamp 1361<\/span><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p lang=\"en-US\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">6 <i>Richard Sennett: Zusammenarbeit, Das unkooperative Ich, S.241 ff<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Beteiligte Personen:<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Peter B\u00e4der und Andrea Caprez (Comicbaukasten)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">BA-Studierende der ZhdK (Kunstvermittlung, Game Design, Wissenschaftliches Zeichnen) im Rahmen des Z-Moduls \u201eHow to play Flash-o-lette?\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">diverse Beteiligte bei Aktionen<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicole Henning Wie kommt man bloss auf die Idee, nach einem anstrengenden Arbeitstag neben f\u00fcnfzig Anderen auf einem Laufband zu rennen? An welches Bewusstsein appelliert nochmal die d\u00fcnne H&amp;M-Dame in den Bl\u00fcmchenkleidern? Weshalb heissen Kartoffel-Chips \u201eSecret\u201c? Was macht denn Streetart in einer Galerie?! Und wer hat eigentlich entschieden, dass der Prime Tower das neue Wahrzeichen <a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/2013\/07\/29\/unternehmung-realitatsambulanz-2\/\"> read more <span class=\"meta-nav\">&raquo;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1293,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[79196],"tags":[18441,79061,38396,4247,15077],"class_list":["post-477","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-student-projekte","tag-intervention","tag-kunstlerische-strategien","tag-offentlichkeit","tag-raum","tag-transdisziplinaritat","author-nick"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1293"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=477"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":563,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/477\/revisions\/563"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/oeffentlich\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}