{"id":45,"date":"2012-05-08T21:57:19","date_gmt":"2012-05-08T20:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/opernspiegel\/?p=45"},"modified":"2012-11-13T22:01:14","modified_gmt":"2012-11-13T21:01:14","slug":"richard-strauss-salome-theater-st-gallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/opernspiegel\/2012\/05\/08\/richard-strauss-salome-theater-st-gallen\/","title":{"rendered":"Richard Strauss &#8211; Salome (Theater St.Gallen)"},"content":{"rendered":"<p>Luxuri\u00f6s<\/p>\n<p>Man traute seinen Augen kaum beim Blick auf den Besetzungszettel der St.Galler <strong>Salome<\/strong> und w\u00e4hnte sich viel mehr in einer Metropole als in der Ostschweiz. Der Herausforderung, die das St\u00fcck an ein kleineres Haus stellt, begegnete man hier mit der Verpflichtung einer G\u00e4stereihe, das aufmerken liess. Wohl auch auf Grund der Tatsache, dass die Platzkapazit\u00e4t im Graben nur die im Orchester reduzierte Fassung zul\u00e4sst, hat sich ALEXANDRINA PENDATCHANSKA (die hier allerdings verk\u00fcrzt als Alex Penda gelistet wird) eine Partie angeeignet, die eine T\u00fcr zur weiteren Karriereentwicklung \u00f6ffnen k\u00f6nnte. Die Bulgarin verk\u00f6rperte eine gl\u00fchende, vibrierend-erotische und jugendliche Salome mit stupenden , ber\u00fcckenden piani und erschauern-lassenden Schroffheiten. Dass es (noch) eine Grenzpartie ist, liess sich aus dem K\u00f6rpereinsatz, der sie Stimmproduktion verlangte, ablesen und manifestierte sich auch in einer leider sehr schwachen Textverst\u00e4ndlichkeit. Um diese brauchte man sich bei den weiteren Hauptrollen nicht zu sorgen. Nichts Dr\u00f6hnendes ben\u00f6tigt MARTIN GANTNER, um den Prophezeiungen des Jochanaan Gewicht zu verleihen: balsamisch-nobel str\u00f6mte sein Bariton und jede Silbe erhielt intelligente Gewichtung. Auf gleichem H\u00f6chstniveau ist der agile und charaktervolle Herodes von ANDREAS CONRAD zu nennen und in Bezug auf die Stimm- und B\u00fchnenpr\u00e4senz der Herodias von GABRIELE SCHNAUT k\u00f6nnen nur die bekannten Superlative bem\u00fcht werden. Zusammen bildeten sie ein Quartett von luxuri\u00f6ser Qualit\u00e4t, von der sich die Ensemblekr\u00e4fte in den weiteren Partien h\u00f6rbar motivieren und anspornen liessen. MODESTAS PITRENAS\u00a0 sorgte im Graben mit dem brillant aufgelegten Sinfonieorchester St.Gallen in erstaunlicher Transparenz f\u00fcr aus dem rhythmischen entwickelte Impulse und gewichtigen Rausch. Etwas irritierend wirkte die (wohl der erh\u00f6hten B\u00fchnenkonstruktion anzulastende) verhinderte vollkommene Verschmelzung von Gesangsstimmen und Orchester.<\/p>\n<p>In der Verpflichtung des Modesch\u00f6pfers CHRISTIAN LACROIX f\u00fcr das Kost\u00fcmdesign und der Grossz\u00fcgigkeit der hiesigen Stoffkreation Schl\u00e4pfer\/Bambola wurde nicht nur dem Ruf St.Gallens als f\u00fchrende Textilstadt Rechnung getragen, sondern auch der Produktion eine weitere Aura der Exklusivit\u00e4t und Noblesse verliehen. VINCENT LEMAIRE schuf daf\u00fcr einen B\u00fchnenraum, der trotz seiner K\u00e4figartigkeit den Luxus der Palastumgebung vermuten liess. Wie durch eine Linse blickte man durch eine kreisrunde \u00d6ffnung auf den beengten Raum. Die Personen kamen sich dort deshalb ungewohnt nah, wobei es jedoch Regisseur VINCENT BOUSSARD nicht durchwegs gelang, die Spannungsverh\u00e4ltnisse zwischen den Figuren evident zu machen und aufrecht zu erhalten. Die unruhige und beliebige Lichtgestaltung von GUIDO LEVI f\u00fcgte sich in den Eindruck des eher Dekorativen, der auch der Regie und Ausstattung angelastet werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luxuri\u00f6s Man traute seinen Augen kaum beim Blick auf den Besetzungszettel der St.Galler Salome und w\u00e4hnte sich viel mehr in einer Metropole als in der Ostschweiz. Der Herausforderung, die das St\u00fcck an ein kleineres Haus stellt, begegnete man hier mit der Verpflichtung einer G\u00e4stereihe, das aufmerken liess. 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