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Interview mit Lara Call Gastinger

Lara Call Gastinger ist eine selbstständige bo­tanische Illustratorin aus Virginia. Ich durfte sie Anfang Dezember über Zoom interviewen und sie erzählte mir über ihren Beruf und Alltag.

 

Das Meeting fängt an und ich sehe Lara in ihrem sonnigen Atelier. Die Wände sind mit botani­schen Illustrationen bedeckt und zwischen den Büchergestellen stehen unzählige Pflanzen.

Lara hat ihren Weg zu der Botanischen Illustration durch eine eher ungewöhnliche Art gefunden. Sie hatte schon lange Interesse an Illustration, aber ihre Eltern empfahlen ihr, anstatt eine Kunstschule zu besuchen etwas im wissenschaftlichen Bereich zu studieren. Nach einem Bachelor in Biologie entschloss sich Lara dazu Pflanzenökologie zu studieren. Mit einem Masterabschluss in der Hand, wollte sie Feldbotanikerin werden, um sich nahe mit Pflanzen auseinandersetzen zu können, bis sie die Stellenausschreibung von Flora of Virginia sah. Bei diesem Projekt ging es darum ein Buch über die Pflanzen in Virginia zu illustrieren. Lara meldete sich bei ihnen und erhielt prompt die Stelle. Dieses Projekt dauerte zehn Jahre und in dieser Zeit zeichnete sie 1300 Illustrationen.

Durch diesen Auftrag hatte sie die Chance von zuhause aus zu arbeiten und bei ihren Kindern zu sein. Zudem startete sie in diesen Jahren das Perpetual Journal. Die Idee vom Perpetual Journal ist, dass man jede Woche auf eine neue Doppelseite zeichnet. Diese Doppelseite wird im nächsten Jahr wieder besucht und gezeichnet wird so lange bis das Skizzenbuch voll ist. Es braucht nicht viel Arbeit pro Woche, doch es fördert trotzdem die Lust über Pflanzen zu lernen und das zeichnerische Können.

Ihre ersten Aufträge bekam Lara durch ihre Instagram Page. Sie postete regelmässig ihre Kunst und wegen ihrer Arbeit bei Flora of Virginia hatte sie einen guten Ruf. Lara sagt, dass sie heute wahrscheinlich viel mehr Mühe hätte durch Instagram ein Publikum zu finden. Der Algorithmus hat sich zu stark verändert. “That being said, I do think that instagram is a great place to curate and create your own portfolio. More than a website.”, sagt Lara.

Einige Zeit später fing sie an zu Unterrichten. Ich frage sie, ob das ihre Lieblingsarbeit ist. “I do like teaching a lot. I like helping people see things in nature better around them. I love it when people are like: “I look at leaves so differently now.”, that makes me feel like I’m making a difference.” Allerdings liebt sie es auch in ihrem Studio zu Malen. Es ist wichtig eine gute Balance zwischen beiden zu finden, sagt sie.

Der Unterricht findet in einem Kunstzentrum und Online statt. Die Kurse die sie hält sind Perpetual Journaling, ein Finelinerkurs und ein Malkurs, aber dieser findet im Moment wegen Covid nicht statt. Dies liegt daran, dass die Leute meistens keine guten Kameras haben und es sich deswegen nicht lohnt diesen durchzuführen. Dafür postet sie auf Patreon öfters Videos zur Malerei.

Patreon ist seit neustem ein wichtiger Teil von Laras Einkommen. Kunden können sich dort Abonnements kaufen, um monatlich Postkarten, exklusive Posts und live Videos zu erhalten. Dies ist praktisch, denn botanische Illustrator*in sein lohnt sich wirtschaftlich gesehen nicht, wenn man keine grossen Kunstwerke verkaufen kann. Deswegen verlässt sie sich hauptsächlich auf das Unterrichten und Patreon, erzählt Lara.

Ihre Wochen sehen jedes Mal ein Wenig anders aus. Sie schaut sich ihre Arbeit an und plant dann ihre Tage. Am liebsten arbeitet sie an mehreren Projekten gleichzeitig. Meistens ar­beitet sie an allen Wochentagen und nicht selten auch Abends. Das gibt ihr den Freiraum, um an verschiedenen Bildern zu arbeiten, wenn sie die Lust dazu hat.

Wichtige Schritte, nach Laras Erfahrung, um eine erfolgreiche Karriere als Illustrator*in aufzubauen, sind ein gutes Portfolio erstellen, auf Instagram aktiv sein und einen eigenen Stil ent­wickeln. Selbstbewusst sein und sich bei potenziellen Kunden und Kunstwettbewerben melden ist auch essenziell. Als botanischer ­Illustrator ist es ausserdem wichtig, sich mit den Pflanzen auseinanderzusetzen die man zeichnet und sich allenfalls sogar in eine bestimmte Richtung, wie etwa Moose oder Flechten, zu spezialisieren.

Zum Abschluss frage ich Lara, ob es noch etwas gibt, was sie Studenten auf den Weg geben will. Sie erzählt mir über die Dichterin Mary Oliver und ihr Zitat: “Pay attention, be astonished, tell about it.” Dieser Satz begleitet Lara täglich bei ihrer Arbeit. “I think that’s why humans are here. What we’re even good at is paying attention, ­being in awe of things and then sharing that.” Das ist der Grund, weshalb sie Leuten empfiehlt das Perpetual Journal zu führen. Die Faszination an der Natur und Umwelt zu teilen ist das wichtigste, auch wenn es nur mit Familie und Freunden ist.

 

https://www.laracallgastinger.com/

 

Interview mit Janine Sommer

„Ein leeres Blatt Papier ist wunderbar und es macht so viel Freude es mit Wasser und Farbe zum leben zu erwecken.“

Janine Sommer arbeitet als freiberufliche Illustratorin in Deutschland, Berlin. Ihre Lieblingsmotive, die Pflanzen- und Tierwelt, illustriert Janine am liebsten mit analogen Mitteln wie Farbstiften oder Aquarellfarbe. Sie illustriert für unterschiedliche Unternehmen, hat einen eigenen Onlineshop und gibt Workshops zu verschiedenen Themen.

Bereits in ihrer Schulzeit war es ihr Wunsch Illustratorin zu werden. Doch sowohl die Umstände (DDR) in ihrem Heimatland als auch die erschwerten Bedingungen, in eine Kunsthochschule aufgenommen zu werden, ermöglichten es ihr nicht, ihren Traumberuf Illustration studieren zu können. Stattdessen absolvierte sie eine Ausbildung als Schaufensterdekorateurin.

Da für ihr gelernter Beruf nach der Wende keinen Bedarf mehr bestand, begann sich Janine in andere Richtungen auszubilden. Sie arbeitete unter anderem eine Zeit lang bei ihrem Vater im Blumenladen. Dabei lernte sie alles, was eine Floristin wissen muss und entdeckte dabei ihre Liebe zur Pflanzenwelt.

Nach einigen Rückschlägen gelang es Janine in den Studiengang Grafikdesign an der Kunsthochschule aufgenommen zu werden. Während dem Studium beschäftigte sie sich mit den Themen Druckgrafik, Illustration und Fotografie. Nebenbei verdiente Janine ihr Geld in einer Designagentur.

Nach ihrem Abschluss arbeitete Janine als freiberufliche Grafikdesignerin. Mit der Zeit merkte sie jedoch, dass ihr das Grafikdesign nicht liegt und erinnerte sich an ihren ursprünglichen Berufswunsch Illustratorin zu werden, den sie sich nun erfüllen wollte. Allerdings hatte sie Anfangs mit einigen Hürden zu kämpfen. So hatte sie Schwierigkeiten, an Aufträge zu gelangen und die Tatsache, dass sie ein Kleinkind hatte erleichterte die Sache nicht gerade. Nur mithilfe von Privatkunden konnte sie sich über Wasser halten.

Als irgendwann das Finanzielle doch zum Problem wurde, gründete Janine ihr eigenes Label für Kinderprodukte und eröffnete mit ihrer Schwester einen Laden. 

Parallel zu dem Laden für Kinderartikel, welchen sie mit ihrer Schwester führte, begann sich Janine ihr eigenes Geschäft aufzubauen. Im Mai 2020 schlossen die Geschwister den Laden und seither arbeitet Janine nur noch als Illustratorin. „Ich denke ich bin endlich da angekommen, wo ich immer hin wollte.“

Heute arbeitet Janine von Zuhause aus. Sie illustriert für Unternehmen, nimmt teilweise private Aufträge an, arbeitet für Zeitschriften oder Magazine. Ausserdem verkauft sie ihre Arbeiten über ihren Onlineshop. Da dieser sehr erfolgreich ist, ist sie nicht mehr gezwungen jeden Auftrag anzunehmen den sie erhält. Sie kann sich diejenigen raussuchen, die ihr gefallen. „Das ist ein Luxus, den ich mir in den letzten Jahren hart erarbeitet habe.“

Das Schöne an ihrem Beruf sei, dass sie immer Neues dazu lernt. Auch hat das Zeichnen auf Janine eine beruhigende Wirkung. „Bei der Arbeit komme ich ganz gut runter, das hilft mir sehr, meine Gedanken zu ordnen.“

Aber jeder Beruf hat auch seine Schattenseiten. Für Janine ist dies eindeutig die Buchhaltung und die Tatsache, dass man sozusagen konstant am arbeiten ist. Es sei eine Herausforderung, auf den eigenen Körper zu achten und sich mal eine Pause zu gönnen oder Urlaub zu machen. „Wie das Wort Selbständigkeit schon sagt, selbst und ständig.“

Rückblickend empfindet Janine alle Hürden und Rückschläge, welche sie über die Jahre gemeistert hat als wichtige Erfahrungen für ihre heutige Arbeit. Im Grafikdesign-Studium lernte sie das „Know How“ der Druckvorbereitungen, in der Agentur wiederum den Umgang mit den Kunden und durch das Arbeiten im Blumenladen lernte sie, wie man verkauft und vermarktet.

Zum Schluss unserer Gesprächs fragte ich Janine, welche Tipps sie mir und anderen angehenden Illustratoren geben kann:

„Man sollte immer auf der Suche nach seinem Stil sein. Ich denke, man ist nie angekommen. Nie fertig.“ Ebenfalls meinte Janine, dass man immer neugierig bleiben und Neues lernen sollte, so verliert man nie den Spass, denn: „Die Freude an der Arbeit ist das Wichtigste, das wir haben.“

„https://janinesommer.blog“

 

 

Interview mit Terra X Mitarbeiter

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Herr Vöpel antwortete freundlich auf meine Anfrage zu einem Interview.

Er hat Diplom-Ingenieur an der TU Darmstadt mit der Vertiefung Stadtplanung, Kunstgeschichte, CAD und 3D-Rekonstruktion studiert. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter hat er die Rekonstruktion der barocken Prachtraüme des Berliner Schlosses für die Ausstellung «Preußen 1701 – Eine Europäische Geschichte» des Deutschen Historischen Museums und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten geleitet. Auf ihn aufmerksam wurde ich durch seine Arbeit für Terra X.

Der Berufsanfang als Illustrator war, obwohl er durch die Mitarbeit bei sehr großen Wettbewerben, bei ABB Architekten in Frankfurt a.M., einen gewissen Einstieg hatte, nicht einfach für ihn. Auf meine Frage, was er mir für meine Zukunft empfehlen würde, antwortete er ganz klar: Die Kenntnis des Handwerkszeugs sollte immer an erster Stelle stehen. Eine inhaltliche Spezialisierung, ob berufsbegleitend oder als weitere Ausbildung, halte er ebenfalls für sehr wichtig. Grundsätzlich empfiehlt er immer in einer größeren Firma anzufangen, um professionelle Arbeitsabläufe kennenzulernen.

In die Filmproduktion kam er schon früh. Zusammen mit dem Kunsthistoriker Dr. Marcus Frings, den er während des Studiums kennenlernte, hat er erste Arbeiten unter eigenem Namen erstellt, so zum Beispiel die Rekonstruktion von Beethovens letzter Wohnung in Wien. Hierdurch ist er mit dem Studio Faber Courtial in Darmstadt in Kontakt gekommen, die einen freiberuflichen Projektleiter für die Rekonstruktionen im Rahmen der zehnteiligen Dokumentation des ZDF gesucht haben. Heute erstellt er für ein Produktionsstudio im Auftrag des ZDF vor allem Filmsequenzen von großen Stadtmodellen. An den Projekten arbeitet er im Allgemeinen alleine. Dank seiner Ausbildung kann er die Recherche für einige Themen selbst erbringen, ansonsten ist er auf Fachberater angewiesen.

Sein Arbeitsablauf bei einem Projekt startet meist mit der Recherche und dem Lesen der wissenschaftlichen Dokumentationen. Anhand davon macht er in den verschiedenen Detailstufen dreidimensionale Vorschläge, sodass immer inhaltlicher Austausch und Korrekturen möglich sind. Kreative Freiheit sieht er in seiner Arbeit eher nicht. Es gehe eher um die Abstimmung wissenschaftlicher Interpretationen. Die stilistische Umsetzung ist fast immer realitätsnah, um dem Betrachter ein Lebensbild des jeweiligen Orts zur jeweiligen Zeit zu geben. Spielräume gibt es am ehesten bei Beleuchtung und Wetter, wobei natürlich auch hier thematische und geographische Bedingungen bestehen. So gibt es keinen typischen Arbeitstag bei ihm. Manchmal liest er den ganzen Tag oder erstellt Modelle. Auch skripten gehört dazu. Telefonate oder Termine seien eher selten. Ein Projekt dauert in der Regel sechs Monate bis zu einem Jahr.

Seine Auftragsarbeiten beschäftigen ihn meist auch inhaltlich so sehr, dass er keinerlei Bedürfnis nach freien Arbeiten habe.

«Ein Rechner ist für mich persönlich ein Werkzeug zur Umsetzung. Schreiben und Zeichnen sind Hilfsmittel beim Denken.»

Er arbeitet mit den Programmen 3ds max, Photoshop und Composite, daneben mit eher spezialisierten GIS- und Photogrammetrie-Programmen. Konzepte, Skizzen und auch Arbeitsabläufe erarbeitet er mit Stift und Papier.

Bilder von seinem Arbeitsplatz wollte er mir nicht senden «Das ist nur ein großer Tisch mit Bildschirmen und drumherum Bücher :-).» Schrieb er zurück.

 

 

https://fritzvoepel.net

Zu Besuch bei Daniel Müller

aus «Geschichten vom Wasser»

Es ist Donnerstagnachmittag, ich sitze im 2er Tram Richtung Schlieren und bin auf dem Weg zum Atelier von Daniel Müller, das praktisch direkt neben dem Letzigrundstadion liegt. Gemeinsam mit einigen anderen Gestaltern hat er sich hier seinen Arbeitsplatz eingerichtet.

Daniel Müller besuchte in Luzern den Vorkurs und studierte danach Wissenschaftliche Illustration in Zürich. Ihm war eigentlich schon immer klar, dass er das machen möchte. Schon als Kind besuchte er die Diplomausstellungen und bewunderte die vielfältigen Arbeiten.

«Ich ha das umbedingt welle, eigentlich immer scho.»

Im letzten Jahr des vierjährigen Studiums an der Schule für Gestaltung in Zürich mietet er gemeinsam mit Karin Seiler ein Büro. Dort stellt er seine Abschlussarbeit fertig und findet sich nach dem Studium inmitten der selbstständigen Arbeit wieder. Auf die Frage ob der Einstieg in das aktive Berufsleben schwer gewesen sei, meint er, in den ersten Jahren arbeite man viel. Es sei aber immer wieder etwas gekommen, es war sehr fordernd. Oft über persönliche Begegnungen, er machte kleine Aufträge für Freunde oder Bekannte und baute sich so ein Feld von Kunden auf. Es war kein Gefühl von ich steige ein, sondern man hatte immer wieder die Gelegenheit etwas zu machen.

Meistens kommen Kunden auf ihn zu und stellen Anfragen, so entstanden verschiedenste Projekte. Zum Beispiel Bücher, Arbeiten für Museen, Magazine, 3D Sachen und vieles mehr. Neue Medien und kreative Ideen begeistern ihn und er sagt, es ist toll, Neues auszuprobieren.

«Wenn e chli Ufregig debi isch, isch aregend.»

Durch Neues entwickelt man sich weiter, meint er. Man soll aber für sich herausfinden was für einen funktioniert und gesund ist. Ungewissheit sei Teil des Selbstständigseins, und da muss jeder für sich herausfinden was richtig ist.

Die Kunden sind meistens wiederkehrend, die Arbeit basiert auf gegenseitiger Treue, bringt man gute Ergebnisse, kommen die Kunden auch zurück. So hat er zum Beispiel im Völkerkundemuseum in Zürich zu einer Ausstellung einen Wald aus Karton gebastelt und schlussendlich durfte er im Treppenhaus noch eine Palme malen, die über mehrere Stockwerke ragt. Das sei zuerst auch ein wenig einschüchternd gewesen «was wenns ez falsch isch», aber man soll sich einfach darauf einlassen und Neues ausprobieren. Die Palme ist bis heute im Völkerkundemuseum zu besichtigen.

Am liebsten zeichnet Daniel Menschen und Tiere, vor allem Hunde. Aber auch Kartongebastel mache viel Spass. Produziert wird hauptsächlich analog, mit dem Tablet am Computer arbeitet er praktisch nie. Er braucht das Material, darum malt und zeichnet er immer auf Papier und scannt das schlussendlich ein.

Auf die Frage ob es etwas gibt was Angst macht, oder eine Hürde darstellt war die Antwort klar «Autos, die verstahni gar nöd, ich weiss nie wo d’Rädli sind.»  Aber auch Fahrräder fallen ihm schwer, das Verständnis fehle. Es sei ich auch schwer mit etwas weiterzumachen, das er selber hässlich findet. Gegen so eine Blockade, müsse man sich einfach zusammenreissen und durchhalten. Schauen, was kommt, und da man ja dran arbeitet kommt dann schon irgendetwas. Dranbleiben und durchbeissen und vielleicht kommt ja sogar etwas total tolles und neues dabei raus.

Als schlussendlichen Rat an alle, die in den Beruf einsteigen möchten, meint er, man solle überall Köder auswerfen und offen für Möglichkeiten sein. Offen bei Leuten einwerfen, dass die Möglichkeit da ist. Kein Auftrag ist zu klein. Am Anfang sei es auch wichtig, möglichst zuverlässig zu sein und Vertrauen aufzubauen. Ebenfalls wichtig sei, herauszufinden, was einem gefällt.

«Schlussendlich chasch nu i dem Bereich lebe wo der au Spass macht.»

 

Ich bedanke mich bei Daniel Müller für das tolle Gespräch!

 

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Yvonne Rogenmoser – Ein Interview


Wir befinden uns im Basislager, einer Brachfläche welche 2008 umfunktioniert wurde und nun Arbeitsräume für Kunst- und Kreativschaffende in Zürich bietet. Wohn,- und Arbeitsraum bieten die aufeinander gestapelten Container, welche mehrheitlich als Ateliers vermietet werden. Inmitten des Metalllabyrinths treffe ich mich mit Yvonne in ihrem Container mit der Nummer 3030 für ein kurzes Gespräch. Yvonne Rogenmoser hat Scientific Visualization an der Zürcher Hochschule der Künste studiert und arbeitet seit 2011 als freischaffende Illustratorin.

Das Interview wurde am 8. Januar 2021 von Ida Götz durchgeführt.


Was hat dich ins Basislager verschlagen?

“Der Zufall. Nach Studiumsabschluss wollte ich ein Atelier. Mein Plan war es einem einfachen Teilzeitjob nachzugehen und nebenbei Illustrationsaufträge anzunehmen. Mir war zu Beginn gar nicht bewusst, was es bedeutet, ein Atelier im Basislager zu besitzen. Der Austausch und der Kontakt zu den anderen Mietern ist grossartig.”

Wann wusstest du, dass du Selbständig sein möchtest?

“Irgendwie war mir von Anfang an klar, dass ich den Schritt in die Selbstständigkeit machen möchte. Das mit dem Teilzeitjob hatte auch nicht so geklappt wie vorgestellt, also habe ich mich voll und ganz auf die Selbständigkeit konzentriert, immer mit dem Gedanken mal zu schauen, wie lange ich das so durchziehen kann. Einer meiner ersten Aufträge war für den Naturpark Beverin, der gehört noch heute zu meinen grossen Kunden.”

Gibt es Themengebiete die dich besonders interessieren?

“Ich bin extrem dankbar dafür, dass mich so gut wie alles interessiert. Ich erhalte selten Aufträge, für die ich mich thematisch gar nicht begeistern lasse. So wie ich illustrativ arbeite, muss ich allerdings auch eher selten Fachexperte für ein bestimmtes Gebiet werden, damit sich eine Vorstellung visuell umsetzen lässt. Um dies aber noch kurz beizufügen, ich kann es mir in den meisten Fällen aber auch kaum leisten einen Auftrag auszuschlagen. Als selbständige Illustratorin kommt es vor, dass man sich aufgrund eines Auftrags vermehrt mit gewissen Gebieten auseinandersetzt und dementsprechend dann auch andere Aufträge in diesem Stil erhält. Das war weniger gesucht, als dass es sich einfach ergeben hat.”

Wie gehst du mit Kundenaufträgen um?

“Ich mache eigentlich nie mehrere Varienten zwischen denen sich der Kunde entscheiden kann. Ich versuche zu Beginn viel mit meinem Auftraggeber zu sprechen und mit der Zeit ergeben sich dann natürlich Möglichkeiten, die man dann diskutieren kann. Ich versuche mit meinen Illustrationen wirklich eine Dienstleistung zu erbringen. Dementsprechend entstehen manchmal Arbeiten, auf die ich nicht unbedingt stolz bin, oder einen besonders freien künstlerischen Ansatz verfolgen. Ich probiere sehr gerne neue Dinge aus. Ich glaube, ich würde mich sehr langweilen, müsste ich für den immer gleichen Stil einstehen.”

Nebenbei beschäftigst du dich mit dem Töpfern – wie kam es dazu?

“Die Schnelllebigkeit der Aufträge mit denen ich mein Geld verdiene, haben für mich mit der Zeit immer mehr ihren künstlerischen Charakter verloren. Für die Zeichnungen, die ich anfertige, benötigt man ein gewisses Handwerk, was bedeutet, dass diese in den meisten Fällen schnell gefertigt werden können. Ich habe irgendwann keinen Unterschied mehr darin gemacht, ob ich nun einen Mansgöggeli zeichne, oder die Buchhaltung mache. Ich überlege mir natürlich, für wen ich etwas zeichne und manchmal bremst mich der Gedanke an den Adressaten aus. Andererseits ist mir natürlich auch bewusst, dass die Leute genau wegen meines Handwerks auf mich zukommen. Beim Töpfern kann ich wirklich wieder frei arbeiten.”

 

https://yvonnerogenmoser.ch

EINE SYMBIOSE – ZWISCHEN RECHTSMEDIZIN, TECHNIK UND DESIGN

Das Interview mit Eloisa Aldomar musste über Zoom stattfinden, da Corona ein physisches Treffen nicht erlaubte. Dieser Zustand konnte das Vergnügen aber nicht mindern. Da ich mich selber für neue Technologien und medizinische Themen interessiere, schien sie mir die perfekte Gesprächspartnerin zu sein.
Im anfänglichen Austausch über die Werdegänge erfahre ich, dass auch Eloisa eine Quereinsteigerin ist. Ursprünglich ist Sie gelernte Informatikerin und arbeitete 13 Jahre als Datenbank-Applikationsentwicklerin einer Unternehmensmanagementlösung für KMUs, zuletzt im Branchenbereich Life Science und Medizintechnik.
Nach dem Propädeutikum (Vollzeitsemester) bewarb sie sich an der ZHdK bei der Fachrichtung Knowledge Visualization. Sie wollte unbedingt einen Studienplatz. Als die Zusage für das Studium kam, hat Eloisa ihren Job gekündigt und sich auf das neue Abenteuer eingelassen. Ihr Plan, ihre Leidenschaften Informatik und Design beruflich miteinander zu verbinden, ist ihr sehr gut gelungen. Diese Symbiose spiegelt sich in ihren Bachelor- und Master-Diplomarbeiten wieder. 

 

«Nicht zu wissen, wo es mich im Studium oder beruflich hinführt, macht mich sehr unsicher. Das ist gleichzeitig jedoch auch sehr spannend.»

 

Eloisas Abschlussarbeiten haben mich auf sie aufmerksam gemacht. Ihre BA-Diplomarbeit «post mortem» befasst sich mit der virtuellen Autopsie in der Rechtsmedizin. Eloisa ging der Frage nach, wie gestalterische Eingriffe in ein Visualisierungsprogramm für die klinische Diagnostik die forensischen Befunde verständlicher und wissenschaftlich korrekt vermittelt werden können. Auch ein pathologisch ungeschultes Auge soll weiterführende Erkenntnisse aus der Betrachtung der Bildrekonstruktion gewinnen können. Daraus entstanden eindrückliche computertomografische 3D-Rekonstruktionen.
Nach ihrer prämierten BA-Diplomarbeit hatte sie die Möglichkeit, mit einem forschungsorientierten Masterstudium ihr erlangtes Wissen zu vertiefen. Sie arbeitete weiterhin mit dem Institut für Rechtsmedizin IRM der Universität Zürich zusammen. Der Schwerpunkt dieser Kooperation lag in der Erkenntnis-Visualisierung.
Eloisa war von der Verbindung zwischen ihrer Arbeit und der Wissenschaft schon immer fasziniert. Sie war lediglich offen gegenüber den Kooperationspartnern und wagte sich, als alleinige Interessierte ihrer Klasse, an das Projekt heran. Die inhaltlichen Themen ihrer BA- und MA-Diplomarbeit hat sie mit ihrem Kooperationspartner gemeinsam besprochen. 

 

«Ich hatte keine BA-Referenzarbeiten zur Ansicht für meine Thesis.»

 

Für Eloisa war das spannende Gebiet Neuland. Plötzlich unterlag sie der Schweigepflicht, da sie mit vertraulichen Daten arbeitete. Auch musste sie vor Ort beim Kooperationspartner in Zürich arbeiten, da die Software für die klinische Diagnostik nur beim Institut als Client-Server-Installation zur Verfügung stand.
Drei Jahre nach ihrem BA-Abschluss 2017 hat das IRM einen zweiten Teil ihrer BA-Diplomarbeit in einer Publikation veröffentlicht. Eloisa findet es wichtig, dass Co-Autorenschaft von Designern in solchen wissenschaftlichen Publikationen erwähnt werden.

 

«Was für die Illustratoren Aufträge sind, sind für mich die Kooperationsprojekte und die wissenschaftlichen Publikationen.»

 

Aktuell ist Eloisa auf der Suche nach Kooperationspartnern, um ihre Forschungsaufbauprojektidee von 2020 zu konkretisieren und daraus ein Forschungsprojekt in der eigenen Fachrichtung zu starten. Sie recherchiert nach Fragestellungen, die sich mit bildgebenden Verfahren, primär in der Medizin aber auch in der Industrie, beschäftigen. Ihr erlangtes Wissen (Informatik & Design) möchte sie miteinbeziehen. 
Hat Eloisa Wünsche für die Zukunft? Ihr nächstes Ziel ist eine eigene Homepage zu erstellen. Sie möchte Zeit für eigene Projekte haben und so ihr Portfolio weiterführen. 
Liebe Eloisa, vielen Dank für das spannende und sehr inspirierende Gespräch.

 

https://blog.zhdk.ch/masterkvis/eloisa-aldomar/
1. MA-Diplomarbeit – Experimente zur additiven Farbmischung in der VRT: 3D-Rekonstruktionen von farbcodierten Knochengewebestrukturen
2. MA-Diplomarbeit – Validierung der optimierten Software-Presets: 3D-Rekonstruktionen des Schädels von fünf repräsentativen Fallstudien mit Haarriss-Schädelfrakturen als Falschfarbendarstellung. Durch die Kontrastverstärkung werden Strukturen in der darzustellenden Datenqualität deutlich visuell erkennbar. Die optimierten Transferfunktionen als gespeicherte Software-Presets ermöglichen bei einer fraktal abnehmenden immer dünner werdenden Frakturspalte (Berstungsfraktur) das unsichtbar Gemessene sichtbar zu machen.

Interview mit Coralie Spätig

Das Interview mit Coralie Spätig führt meine Kollegin Elena und mich nach Klingnau, eine Kleinstadt im Kanton Aargau. Dort hat sie sich in ihrer Wohnung ihren Arbeitsplatz eingerichtet.

Schon während der Matura wusste Coralie Spätig, dass sie etwas mit Gestaltung machen möchte. Durch ein Praktikum bei einem Grafiker wurde sie auf das Studium und den Beruf der wissenschaftlichen Illustration aufmerksam. Nachdem sie den Vorkurs absolviert hatte, begann Coralie Spätig Scientific Visualization an der ZHdK zu studieren und schloss dieses Studium 2018 ab.

Nach dem Abschluss fand sie beim Schulungs- und Beratungsunternehmen  «2assistU» eine Praktikumsstelle. «Die Praktikumsstelle war als Marketing, Communication und E-Content ausgeschrieben und ich war mir nicht sicher, ob das zu meinem Profil passt. Aber es hiess, dass es um die Visualisierung von komplexen Inhalten geht und dann dachte ich, dass das passt.» Nach dem Praktikum wurde sie bei dieser Firma angestellt.

Aus dem Studium konnte sie die Fähigkeit mitnehmen, selbstständig zu sein und «out of the box» zu denken. Dies wird von ihren Kollegen, die selbst keine Gestalter sind, sehr geschätzt. Das breite Denken sei nämlich nicht nur beim Gestalten wichtig, sondern auch z.B. bei der Ideenfindung für einen Newsletter. Als Teil des Teams übernimmt sie nicht nur gestalterische Arbeiten: «manchmal nehme ich auch das Telefon ab oder schreibe ein Protokoll».

Neben Ihrer Arbeit als Angestellte ist Coralie Spätig auch als Freelancerin tätig. Viele ihrer Aufträge bekommt sie durch persönliche Kontakte und «von Mund zu Mund Propaganda», sagt sie.

In der Firma arbeitet sie vor allem digital, da dies besser zum Corporate Design der Firma passt. Persönlich arbeite sie jedoch auch gerne mit Mischtechniken.

Als Freelancerin arbeitet sie überwiegend mit kleinen Betrieben zusammen. Dort sei die Zielgruppe eine ganz andere als in der Firma. Entsprechend seien Ihre Arbeiten dann manchmal auch eher «locker und verspielt», da sich die Illustrationen oft an Kinder richten. In der Firma entstehen die Arbeiten oft in einem grösseren Kontext, wo Zeit, Ressourcen und Teamarbeit eine grössere Rolle spielen. Es sei manchmal herausfordernd, seinen eigenen gestalterischen Ansprüchen gerecht zu werden, sagt sie.

Ihr Arbeitsgeber sei sehr flexibel, was die Arbeitszeiten angeht. Dies käme ihrer Arbeit als Freelancerin sehr entgegen. Hauptsächlich arbeite sie in der Firma, der Freelanceanteil sei eher klein und noch im Aufbau. Sie kann sich jedoch vorstellen, in Zukunft mehr als Selbständige und weniger als Angestellte tätig zu sein.

Ihre Kunden und Kollegen schätzten an ihrer Arbeit, dass sie aus allem etwas machen kann und dass sie mit Engagement und Freude an die Arbeit geht. «Ich denke, das spürt man.»

Coralie Spätig zeigt uns einige ihrer aktuellen Arbeiten: Für eine Kinderergotherapie-Praxis, für die sie regelmässig Aufträge macht, hat sie das Corona-Schutzkonzept kindergerecht gestaltet, welches den Eltern verteilt und in der Praxis aufgehängt wurde. Da dieses Schutzkonzept für eine kleine Praxis gestaltet wurde mit relativ vielen Illustrationen, die sie in kurzer Zeit anfertigen musste, habe sie einen Stil gewählt, mit dem sie schnell vorwärtskommt. Die Illustrationen hat sie mit Farbstift gezeichnet und danach mit orange, die Farbe der Praxis, am Computer eingefärbt.

Gleichzeitig hat sie eine kleine Animation für eine Buchhandlung, die ebenfalls nicht nur das Corona-Plakat vom BAG aufhängen wollte, erstellt. Auch hier habe sie eine eher einfache Bildsprache gewählt. Von Anfang an habe sie klar mit dem Kunden abgemacht wieviel Zeit sie dafür verwendet. Einige Sachen musste sie selbst zuerst ausprobieren, das habe sie dann nicht verrechnet. «Das ist das schöne an diesen kleinen Kunden, dass man so offen und transparent miteinander reden kann – auch um sich selbst weiter zu bilden.»

Für dieselbe Buchhandlung hat sie Illustrationen für die Socialmedia Plattformen gemacht, die Geschichten hinter den Kulissen der Buchhandlung zeigen. Sie habe nur ein paar Stichworte bekommen, sonst habe sie relativ frei machen können was sie wollte. «Das ist das, was ich an diesen Aufträgen so schätze, die Vielfalt – einmal ist es für Kinder, manchmal ist es für die Sozialen Medien, manchmal ist es für den Druck – und auch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen…»

Coralie Spätig sagt, dass sie es manchmal schwierig fände, die Balance zu finden zwischen dem persönlichen Stil, den sie als Illustratorin repräsentiert und den Rahmenbedingungen des Auftrags gerecht zu werden. «Ich denke es ist wichtig, etwas Persönliches rein zu bringen. Wenn man alles für alle anbieten will, kommt man nie auf den Punkt.» Sie selbst sagt, sie sei noch auf der Suche, was ihren eigenen Stil angeht.

Da sie gerne für ein junges Publikum illustriert, würde sie gerne ein Kinderbuch machen. Zusammen mit einem Autor ist sie auf der Suche nach einem Verlag. Sie zeigt uns ihr Storyboard. In der Geschichte geht es um den kleinen Protagonisten Max und um Langeweile. «Das Schöne daran ist, dass es keinen Zeitdruck gibt, aber wir versuchen es durchzuziehen, auch wenn wir nicht wissen, ob es ein Erfolg wird, denn es ist ein Herzensprojekt.»

Sie habe sich schon immer an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher und freier Illustration bewegt. In der wissenschaftlichen Illustration hat ihr teilweise die Kreativität gefehlt, doch schätzte sie an der Ausbildung das genaue Beobachten und dass man in fremde Fachgebiete hineinschauen kann. Das Handwerk, das sie an der Hochschule gelernt hat, helfe ihr bei ihrer Arbeit, sagt sie. «Ich würde mich wieder für das Studium entscheiden, weil man alles von Grund auf lernt, doch würde ich vielleicht früher eine Richtung wählen, sei es mehr in wissenschaftlicher oder eher in Richtung freier Illustration, mich mehr auf einen bestimmten Stil fokussieren, vielleicht früher ein Ziel vor Augen haben. Ich glaube, ich bin sehr lange sehr offengeblieben, bis ich zu dem Punkt kam, an dem ich merkte, man kann nicht alles, ich muss meinen eigenen Weg finden und mich positionieren.»

Für die Zukunft kann sich Coralie Spätig vorstellen, an etwas grösseren Projekten zu arbeiten, eventuell in eine Gestaltungsagentur zu gehen, bei der es auch andere Gestalter hat und die Gestaltung im Zentrum der täglichen Arbeit steht.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Coralie für das Interview und die Einblicke in ihre Arbeit bedanken und ich würde mich freuen, wieder etwas von ihr zu hören beziehungsweise zu sehen!

https://www.coraliespatig.ch/

Interview mit Janine Wiget

Oben links: Zweifel Trendlinie
Oben rechts: Mosterei Möhl, Mostprozess
Unten links: Schokolade LAAT‘
Unten rechts: Greenpeace Magazine

 

Ich sitze zu Hause vor meinem Laptop an einem Montag und warte, bis es 13:00 Uhr wird. Ich öffne das Zoom-Meeting und schon gleich begrüsst mich Janine Wiget, eine Zürcher Illustratorin und Grafikerin.

Janine sitzt bei sich zu Hause in der Küche, sie hat noch Gäste, die aber gleich zu Beginn des Interviews sich verabschieden und gehen.

Janine Wiget begann nach der Schule eine vier-jährige Lehre als Hochbauzeichnerin. Während der Ausbildung merkte sie, dass dieser Beruf ihr zu technisch sei und zu wenig Raum für kreative Freiheit lasse. Janine erklärt mir, dass sie sich ihren Stil wahrscheinlich während der Lehre als Hochbauzeichnerin entwickelt hat. Sie mussten meist Landschaften und Gebäude in schwarz weiss abzeichnen, mit Filzstift. Nach dem Lehrabschluss arbeitete sie noch ein Jahr auf dem Beruf. Danach besuchte sie den gestalterischen Vorkurs. Während des Vorkurses entschied sie sich, eine Zweitlehre als Grafikerin zu machen, die sie 2014 abschloss. Sie arbeitete noch einige Jahre als Grafikerin in einem Team und begann sich mit der Zeit langsam selbstständig zu machen.

Ich frage Janine, ob sie Angst vor der Selbstständigkeit hatte. Sie antwortet mir, sie habe nicht wirklich Angst gehabt, da sie sich nicht von einem Tag auf den anderen zu 100 Prozent selbstständig machte sondern nebenbei immer noch als Grafikerin im Büro arbeitete und das Pensum langsam reduzierte. Die privaten Aufträge wurden immer mehr, bis sie nun seit zwei Jahren komplett selbstständig arbeitet.

„Ich kann es jedem empfehlen anfangs noch einen Teilzeitjob nebenbei zu haben, um noch ein Fixeinkommen zu verdienen. Damit man sicher Miete und Essen bezahlen kann.“

Anfangs arbeitete Janine eineinhalb Jahre lang in einem Atelier, nach einer Weile wurde es ihr aber zu teuer, weil sie eigentlich nur einen Tisch zum Arbeiten braucht. Mich interessiert es, wie sie mit der Arbeit von zu Hause aus umgeht und wie sie die Trennung von Arbeitszeit und privater Zeit meistert.

„Trennung gibt es dann nicht mehr wirklich. Aber es hat mich nie gestört.“

Sie arbeitet gerne am Wochenende, oder einfach dann, wann sie sich danach fühlt, ob es um 2 Uhr nachts oder 8 Uhr am Morgen ist. Wenn sie einmal Abstand braucht, geht sie in ein Café um zu arbeiten.

Ich entdeckte Janines Arbeit über die Seite Illustratoren Schweiz. Janine erzählt, dass sie über diese Plattform schon viele Kunden gewonnen hat. Es sei wichtig, dass man die eigene Arbeit online präsentiert, zum Beispiel auf Web-Sites, Instagram oder Linked-In. Sie selbst schreibt selten Kunden an, die Kunden kommen zu ihr. Aber falls man selbst gerne für eine spezifische Firma arbeiten würde, soll man sich nicht scheuen, selber anzufragen. Ein anderer Weg Kunden zu gewinnen sei, das Portfolio an Agenturen zu senden, um einen Fuss in der Tür zu haben. Janine erzählt mir auch, dass zufriedene Kunden immer wieder zu ihr kommen mit neuen Aufträgen.

Einer ihrer neueren Kunden ist das Unternehmen LAAT‘, das in Guatemala hochwertige Fairtrade – und Bio-Schokolade herstellt. Für Janine ist dies ein Herzensprojekt. Sie steht hinter dem Projekt und die Unternehmer liessen ihr viel Freiheit bei dem Design der Verpackungen. Ein weiteres Projekt, welches ihr sehr gut in Erinnerung blieb, ist eine grosse Illustration des Mostprozesses für die Mosterei Möhl in Arbon. Ihre Illustration wurde in grosse Sperrholzplatten gefräst. Ihr gefiel die Abwechslung zu den meisten anderen Aufträgen, bei denen das Endprodukt entweder digital oder auf Papier gezeigt wird.

„Die Sperrholzplatten kann man anfassen, sie haben eine Struktur, das gefällt mir.“

Zuletzt frage ich Janine, ob es für sie so etwas wie einen Wunschauftrag gibt. Sie muss zuerst eine Weile überlegen. Sie sagt, sie würde sehr gerne eines Tages ein Kochbuch illustrieren, da sie Bücher liebt und da ihr Kochen und Essen viel Freude bereitet.

Ich möchte mich zum Schluss ganz herzlich bei Janine bedanken, für die Zeit, die sie sich genommen hat und dass sie all meine Fragen geduldig beantwortet hat. Ein Besuch auf ihrer Website lohnt sich auf jeden Fall: janinewiget.com

DER WEG IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

INTERVIEW MIT RAPHAEL GSCHWIND UND DOMINIQUE BERREL

Ein kalter Montagnachmittag im Dezember. Ich mache mich auf den Weg nach Basel. Dort darf ich heute Abend zusammen mit Giovanna das Büro Berrel Gschwind besuchen und mir einen Einblick in ihr Arbeiten und ihren Werdegang in die Selbstständigkeit verschaffen. Raphael hat 2008 seinen Bachelor in wissenschaftlicher Illustration abgeschlossen und Dominique studierte Grafik an der F+F in Zürich. Heute führen sie zusammen das Büro und arbeiten in den Bereichen Grafik, Illustration und Animation. 

Bereits während dem Studium hat Raphael in einem kleinen Trickfilmstudio gearbeitet und somit sein Interesse für Animation mit der Illustration verbinden können. Die beiden arbeiteten selbstständig und begegneten sich in einem Gemeinschaftsatelier. Sie verstanden sich persönlich sehr gut und durch einige Kooperationsarbeiten wurde klar, dass sie gut zusammenarbeiten können. „Und denne het de Dominique mir e Ahtrag gmacht.“ Sie gründeten also 2015 zusammen das Büro Berrel Gschwind. 

Viele handwerkliche Fähigkeiten konnte Raphael aus dem Studium mitnehmen. Was die Buchhaltung oder sonstige administrative Bereiche der Selbstständigkeit betrifft, musste er sich noch einiges aneignen und lernen. Es gibt nur sehr wenige festangestellte Illustratoren, weshalb die meistens als Freelancer tätig sind. Für sie war es der richtige Weg – die Selbstständigkeit. Als Tipp für Studierende, die sich in Zukunft selbstständig machen möchten, sagen sie: “Eifach mache!“ Man soll sich von anfänglichen Stolpersteinen nicht den Mut nehmen lassen. Denn Dominique und Raphael sehen in der Selbstständigkeit einen grossen Vorteil gegenüber einer Festanstellung. Sich die Arbeit selber einteilen zu können, ist ihnen wichtiger als ein fixer Monatslohn. Mehr Risiko – dafür viel mehr Freiheit.

Mittlerweile besteht ihr Team aus vier bis maximal sieben Gestaltern und Gestalterinnen und  wenn nötig, arbeiten sie zusätzlich mit Freelancern zusammen. Die verschiedenen gemeinsamen Skills führen zu einem breiten Kundenspektrum. Von Künstlern und kleinen Kulturinstitutionen bis hin zu grossen Wirtschaftsunternehmen wie die UBS oder Lindt. Diese Breite sehen die beiden als grosse Stärke. So bestehe kein Klumpenrisiko, was bei einer Spezialisierung auf ein einzelnes Segment eher passieren kann.

Das Netzwerk ist etwas vom wichtigsten. Gerade am Anfang wenn man wenig Referenzen vorzuzeigen hat, ist es sehr wichtig, Leute zu kennen, die wieder jemanden kennen, um Aufträge zu bekommen und sich so ein Portfolio aufzubauen. Ein offenes Denken, ein breites Interesse sowie ein eigener, wiedererkennbarer Stil sind weitere wichtige Punkte. Auch die aktive persönliche Akquise ist enorm wichtig. In den Augen von Raphael und Dominique sogar fast der bedeutendste Faktor. Persönlich bei potenziellen Kunden vorbeizugehen und die eigene Arbeit aufzuzeigen, ist bei ihnen meistens sehr erfolgreich. Manchmal muss man etwas hartnäckig sein, aber keinesfalls zu aufdringlich. All das hilft einem, einen Kundenstamm aufzubauen, von denen einige immer wieder neue Projekte in Auftrag geben. Was sie bis jetzt nicht haben, ist ein Dauerauftrag. Über ein Magazin zum Beispiel, für das sie in regelmässigem Abstand Gestaltungen realisieren können, würden sie sich freuen. Das würde nämlich für ein Festeinkommen sorgen.

Um uns einen genaueren Einblick in ihre  Arbeit zu geben, zeigen sie uns diverse Ausführungen  ihrer Gestaltungen. Zum Beispiel die Kulturstadtpläne der Stadt Basel, eine Animationsarbeit für das Unispital und einen Auftrag zur Gewaltprävention bei Jugendlichen für die Stadtpolizei Basel. Wer sich nun selbst ein Bild verschaffen möchte, demjenigen empfehle ich, einmal ihre Webseite zu durchstöbern – berrelgschwind.ch. 

Abschliessend möchte ich mich ganz herzlich bei Dominique und Raphael dafür bedanken, dass sie sich Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten. Und auch vielen Dank für den wärmenden Kaffee.

Unterwegs mit dem Mikronauten Martin Oeggerli – Das Interview

Werke:
– Oben links: Lavendel
– Oben rechts: Rosmarin
– Unten links: Zitronenmelisse
– Unten rechts: Salbei
© M. Oeggerli, supported by Pathology, University Hospital Basel and School of Life Sciences, FHNW and/or C-CINA, Biozentrum, University Basel.

 

 

Es ist Freitagabend. Ich sitze im vollen Zug von Zürich nach Solothurn und lese mein Lieblingsmagazin. Es ist das National Geographic, die englische Ausgabe vom September 2019. Das Magazin ist spannend wie immer, doch ein Artikel im Speziellen hat meine volle Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Es ist der Artikel Tiny Sources Of Big Tastes, indem es um die Bildwelten von Martin Oeggerli geht. Es sind Bilder, von denen ich nicht verstehen kann, wie sie entstanden sind, so eindrucksvoll, dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Im Rahmen meines Studiums bekam ich die Chance ein Interview mit Martin zu führen und ihm all jene Fragen zu stellen, die seine Bilder in mir aufgeworfen haben.

Martin Oeggerli hat «slalomartig» zu dem Beruf gefunden, den er heute ausübt. Begonnen hat es mit dem Wirtschaftsgymnasium, gefolgt von einem Studium in klassischer Biologie. Von da ging es weiter über ein Praktikum in Molekularbiologie und schliesslich zur Krebsforschung, wo er zum Doktor promoviert hat. Als Hobby hat er nebenbei gezeichnet und später auch fotografiert, denn Bildwelten haben ihn schon immer sehr interessiert. Per Zufall ist er dann durch seine Arbeit zum Rasterelektronenmikroskop ¬(REM) gekommen, wo er auch geblieben ist.
Seinen «slalomartigen» Werdegang sieht er als nichts Negatives, denn ohne ihn wäre Martin wohl nicht dort wo er heute ist. Durch sein Biologiestudium hat er mitbekommen, wie wichtig Bilder in diesem Bereich sind und dank seinem «Insiderwissen» weiss er z.B. in welchen Bereichen es noch viel Potential für Bilder und Visualisierungen gibt.
Sein prägendstes Arbeitsinstrument ist das REM, ohne welches seine Arbeit nicht möglich wäre. Das REM macht schwarzweisse Topografieaufnahmen, die schwarz-weiss Fotografien sehr ähnlich sehen, aber auf eine sehr unterschiedliche Weise aufgenommen werden. Bei der Fotografie geht der Verschluss auf, dann wird der ganze Sensor bzw. der ganze Film auf einmal belichtet und die Aufnahme ist fertig, sobald sich der Verschluss wieder schliesst. Das REM funktioniert da anders. Zum Einsatz kommt ein Elektronenstrahl, dessen Wellenlänge viel enger ist als beim Licht, weshalb auch viel kleinere Objekte aufgenommen werden können als bei einem herkömmlichen Lichtmikroskop. Das zuvor getrocknete, goldbedampfte und vakuumierte Präparat wird dann vom Elektronenstrahl Pixel für Pixel, also einem Raster entlang gescannt. Die Elektronen aus dem Elektronenstrahl spicken entweder als sogenannte «Backscatter» zurück oder dringen ins Objekt ein, und treffen auf Sekundärelektronen, die nicht aus dem Elektronenstrahl stammen. Diese energiearmen Sekundärelektronen spicken aus dem Präparat raus und werden dann von Detektoren angesogen. Anschliessend wird ausgemessen, wie viele Sekundärelektronen aus einem Pixel herausgespickt sind. Bei dem Detektor zugewandten Pixeln können mehr Sekundärelektronen gemessen werden weshalb sie heller sind als die dem Detektor abgewandten Pixel, welche dunkler sind. Bei diesen Aufnahmen kann vieles falsch laufen, das Präparat kann verrutschen oder es kann eine schlecht leitfähige Stelle haben und es brennt ein Loch ins Präparat. Bei «Belichtungszeiten» von über einer halben Stunde ist dies mühsam und verlangsamt den Arbeitsprozess. Jedoch ist die Arbeit am REM die kürzere, denn der zeitaufwendigere zweite Arbeitsschritt steht noch an, die Kolorierung in Photoshop.

Obwohl das REM das prägendste Arbeitsinstrument ist, liegt die Kunst erst im Kolorieren der Bilder. Dies geschieht bei Martin mit dem Touchpad auf dem Laptop, da er so durch die vielen Jahre Erfahrung flinker ist als mit jedem Grafik Tablet. Der Prozess des Kolorierens kann gut und gerne einen Monat pro Bild dauern, zumal diese Bilder oftmals über einen Quadratmeter gross sind. So erstaunt es auch nicht, dass die Dateien mit duzenden Layers um die 15 GB gross werden können.

Mit seiner Arbeit bewegt sich Martin auf einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst, was viel Feingefühl erfordert. «So schaffe ich, schon beim Sample muss alles perfekt sein, dann am Mikroskop und bei der Bearbeitung sowieso. Jede Drüse ist perfekt ausgeschnitten mit Verläufen, so dass es nicht aussieht wie ein Scherenschnitt. Denn an den Kanten erkennt man den Meister bei so kolorierten Bildern.»

Ein Bild muss für sich stehen können, ohne Text, es muss also visuell ansprechend sein. Zudem will Martin wenn möglich immer auch Wissen in seine Bilder einfliessen lassen. Gerade Objekte, von denen jeder denkt, er wisse wie sie aussehen, machen Martin doppelt Spass. Denn «jeder isst seine Pizza Prosciutto mit einem Blatt Basilikum drauf. Wenn du dann fragst, wie sieht ein Blatt Basilikum aus, dann meint jeder, er wisse es, aber eigentlich weiss es keiner.» Die Farben wählt er so naturgetreu wie möglich, nimmt sich aber auch die Freiheit, gewisse Details hervorzuheben um Informationen zu vermitteln, indem er ihnen eine den Blick anziehende Farbe gibt. Martin versucht die ganze Farbpalette auszunutzen. Auch Details sind bei ihm nicht «nur grün» sondern komponiert aus vielen verschiedenen Untertönen, damit das Bild nicht einen unnatürlichen Farbstich bekommt. Er macht sich die Farbperspektive zu Nutze, indem er Nahes und Lebendiges in warmen Tönen hält während er die Umgebung und Fernes in kühle Töne taucht. Mit dieser Technik kann er dem Problem entgegenwirken, dass bei einer REM Aufnahme von vorne bis hinten alles scharf ist. Aufgrund der fehlenden Unschärfe weiss das Auge nicht, was von Bedeutung ist, da zu viele Informationen vorhanden sind. Durch die Kolorierung an sich und die angewandte Farbperspektive macht Martin diese Bilder also erst richtig lesbar.

Mit seinen Bildern hat Martin schon grosse Erfolge gefeiert und seine Arbeit wurde unter anderem von BBC, Nature, Cell, Vogue und National Geographic publiziert. Auf meine Aussage, dass ich durch das National Geographic Magazin auf ihn aufmerksam wurde weil mir seine Bilder sofort ins Auge gestochen sind, meinte Martin: «Dann habe ich gute Arbeit geleistet. Ich kenne und lese dieses Heft seit ich klein bin und irgendwann um 1996 bin ich auch Member geworden bei National Geographic. Bei den Bildern und Bildserien die ich mache habe ich eigentlich immer einen National Geographic Artikel im Hinterkopf.» Obwohl eine Publikation in einem namhaften Magazin wie dem National Geographic natürlich eine Ehre ist, hat es auch negative Aspekte. Zum einen arbeitet Martin sehr gross. Seine Bilder sind nicht «nur» schwarzweisse REM Aufnahmen, wie man sie vielleicht kennt. Es sind Kunstbilder, die für den maximalen Effekt auch in ihrer vorgesehenen Grösse betrachtet werden müssen. Dies ist in einem Magazin fast nicht möglich, ausser man druckt die Bilder auf eine Doppelseite, wenn möglich auch noch beidseitig ausklappbar. Es ist schade um die Arbeit und den Effekt, wenn mehrere Bilder verkleinert auf eine Seite gequetscht werden. Ein anderes Dilemma beschreibt Martin wie folgt: «Für so einen Artikel arbeite ich aber im Schnitt eineinhalb Jahre. Und das ist dann oft eine Frage der Finanzierung. Wenn ich so lange an einem Projekt arbeite und sie es dann nicht nehmen, dann habe ich natürlich ein Problem. Aber wenn ich ihnen etwas zeige, das noch nicht fertig ist, und sie geben mir noch 3 Monate um fertig zu werden, dann kann ich 3 Monate durchgehend Arbeiten und hoffen, dass ich zumindest die Hälfte des Potenzials dieser Arbeit ausschöpfen kann. Es ist natürlich schön wenn sie etwas nehmen, denn es ist bezahlt, aber man könnte etwas Tolles draus machen. Das werdet ihr alle auch noch merken mit den Kunden; Wenn du sie überzeugt hast, dann wollen sie alles sofort haben.»

Natürlich ist Martin nicht eineinhalb Jahre Vollzeit mit einem Projekt beschäftigt, sondern arbeitet oftmals an mehreren Projekten gleichzeitig. Ausser wenn er gerade sehr in ein Bild vertieft ist, dann kann es schon auch vorkommen, dass er bis nachts um 2 Uhr an einem Bild weiterkoloriert. Abschliessend ist mir vor allem eine Aussage zu diesem Thema geblieben. «Wenn man Pausenlos an einer Arbeit ist und keine Abwechslung hat, dann wird sie nicht gut.»

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei Martin Oeggerli dafür bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat, all meine Fragen zu beantworten. Ich freue mich auch in Zukunft auf Martins atemberaubende Bilder zu stossen, wenn ich das National Geographic Magazin am Lesen bin. (Zurzeit sind Martins Aufnahmen von Mikroorganismen im Bericht «Der Zoo in uns» in der National Geographic Ausgabe vom Januar 2020 zu finden.)

 

Martin Oeggerli an seinem Arbeitsplatz
© M. Oeggerli, supported by Pathology, University Hospital Basel and School of Life Sciences, FHNW and/or C-CINA, Biozentrum, University Basel.

 

 

Links:

micronaut.ch

oeggerli.com