{"id":1024,"date":"2020-01-14T14:02:01","date_gmt":"2020-01-14T14:02:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=1024"},"modified":"2020-01-14T14:03:40","modified_gmt":"2020-01-14T14:03:40","slug":"interview-mit-livia-enderli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2020\/01\/14\/interview-mit-livia-enderli\/","title":{"rendered":"Interview mit Livia Enderli"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1038 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/neandertaler-300x286.jpg\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/neandertaler-300x286.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/neandertaler-1024x975.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/neandertaler-768x731.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/neandertaler-1536x1463.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/neandertaler.jpg 1575w\" sizes=\"auto, (max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/>Es ist viertel nach 6 abends ich sitze in einem Caf\u00e9 in Winterthur, mir gegen\u00fcber am Tisch sitzt Livia Enderli, meine Interviewpartnerin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist kalt draussen und wir sitzen erst einige Minuten drinnen \u2013 etwas Warmes muss her! Darum bestellen wir einen Tee, ich starte die Aufnahmefunktion auf meinem Handy und wir beginnen mit dem Interview.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuerst frage ich sie, wie sie zur wissenschaftlichen Illustration gekommen sei und was sie vorher gemacht habe. Sie ist in der Kantonsschule gewesen, erz\u00e4hlt sie, und hat dort besonderes Interesse an Kunst und Biologie gehabt. Da das Biologiestudium leider sehr mathelastig ist und ihr ebendies nicht besonders liegt, entscheidet Livia sich f\u00fcr ein Kunststudium \u2013 und zwar in Venedig. Leider ist die freie Kunst nicht das, was sie sich vorgestellt hat, sie bricht ab und geht auf Rat einer Freundin in den gestalterischen Vorkurs. Dort lernt sie den Studiengang \u00abScientific Visualization\u00bb kennen. Er verbindet Ihre Interessen und Talente und sie weiss sofort, dass es das ist, was sie will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abgeschlossen hat Livia Ihr Studium 2013 und arbeitet seither als Illustratorin. Eine sofortige Anstellung nach dem Studium ist schwierig zu finden, erz\u00e4hlt sie mir, und so macht sie zuerst 2 Praktiken, welche Ihr dann zu ihrer ersten Stelle in der Medizinaltechnik verhalfen. Einmal in der Woche ist Sie damals noch f\u00fcr eine Klinik f\u00fcr Sch\u00f6nheitschirurgie im Einsatz und modellierte Vorlagen f\u00fcr Brustimplantate, die dann im 3D-Drucker ausgedruckt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Etwa 2 Jahr sp\u00e4ter ist eine Stelle im Amt f\u00fcr Arch\u00e4ologie Thurgau in Frauenfeld ausgeschrieben und Livia bewirbt sich \u2013 und bekommt die Stelle. Vielleicht auch, weil Sie dort nicht ganz unbekannt ist; in der Zeit zwischen Vorkurs und Studium hatte sie dort schon mal ein Praktikum gemacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An Ihrem neuen Arbeitsplatz musste Sie die Stelle ein bisschen ummodellierten. Die Arbeit war bis vor kurzem noch sehr analog und das Kompetenzenfeld nicht sehr breit. Das \u00e4ndert sich mit Livia. Sie setzt auf mehr digitale Medien und beteiligt sich an den Vermessungen, lernt GIS und CAD kennen. Im Museum kann Sie sich daf\u00fcr kreativ ausleben und zum Beispiel Infographiken gestalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Amt f\u00fcr Arch\u00e4ologie Frauenfeld verf\u00fcgt \u00fcber ein Grossraumb\u00fcro, dort sind, zusammen mit Arch\u00e4ologen, Grabungstechniker, vielen Tempor\u00e4r- und andere Angestellten des Amtes auch Livia und die zweite Zeichnerin untergebracht. Dort sch\u00e4tzt sie vor allem auch den Austausch mit der anderen Illustratorin. \u00abDadurch sieht man pl\u00f6tzlich andere Ans\u00e4tze und kommt dadurch weiter\u00bb, sagt sie. Auch durch das Gespr\u00e4ch mit den anderen Mitarbeitern lernt Sie viel Neues \u00fcber die verschiedenen Berufe im Amt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>\u00abGeniesst die Abschlussarbeit, auch wenn es die meiste Zeit ziemlich stressig werden wird.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch Ihr Abschlussprojekt, eine Rekonstruktion eines Neandertalersch\u00e4dels, hat Livia auch international Preise gewonnen und in der NZZ wurde ihr ein Artikel gewidmet. Dies habe ihr sehr geholfen, meint sie. Die Bekanntheit und die Verwandtschaft zur Arch\u00e4ologie h\u00e4tten sie in der Arbeitswelt weitergebracht.<\/p>\n<p>Die Abschlussarbeit sei wohl auch die letzte grosse Arbeit, der man so ein grosses Ausmass widmen kann, denn in der Arbeitswelt fehle daf\u00fcr die Zeit. Geniess die Abschlussarbeit, r\u00e4t sie mir, auch wenn es meistens ziemlich stressig wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich frage sie, ob sie das Studium nochmals machen w\u00fcrde. \u00abJa sicher, es ist ein super Studium und ich w\u00fcrde es auf jeden Fall nochmals machen. Vor allem der Zeichnungsunterricht mit Bleistift hat viel gebracht. Auch wenn ich mich damals einige Male gefragt habe warum ich 3 Tage lang einen Apfelschnitz oder sonst was abzeichne. (lacht) Gerade f\u00fcr das r\u00e4umliche Zeichnen und das Vorstellungsverm\u00f6gen sind diese Erfahrungen echt wertvoll.<\/p>\n<p>Genau diese Skills brauche ich n\u00e4mlich auch heute noch im Digitalen. Man muss das Objekt verstehen k\u00f6nnen und wissen, wie es im Raum steht\u00bb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>\u00abDie Digitalisierung bringt grosse Chancen f\u00fcr unseren Beruf, gleichzeitig muss man aber auch \u00e0 jour bleiben\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Frage, welche Chancen aber auch Risiken unser Beruf mit sich bringt, meint sie, dass die rasante digitale Entwicklung grosse Chancen f\u00fcr unseren Beruf bringe. Gleichzeitig muss man aber immer \u00ab\u00e0 jour\u00bb bleiben um den Anschluss nicht zu verpassen. Eine weitere Chance sei, dass wir eine sehr breite Ausbildung geniessen und daher vielseitig einsetzbar sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>\u00abUnseren Beruf finde ich super. Es ist meine volle Leidenschaft.\u00bb<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf die Frage hin, ob ihr jeder Auftrag Spass macht antwortet sie mit Nein. Nicht jeder Job mache Spass. Manchmal sei es frustrierend von gestalterischen Laien Anweisungen f\u00fcr Ihre Darstellung zu bekommen. \u00abAber\u00bb, meint sie, \u00abich finde unseren Beruf super. Es ist meine volle Leidenschaft\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1028\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image1-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image1-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image1-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1030\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image2-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/image2-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>https:\/\/www.liviaenderli.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist viertel nach 6 abends ich sitze in einem Caf\u00e9 in Winterthur, mir gegen\u00fcber am Tisch sitzt Livia Enderli, meine Interviewpartnerin. &nbsp; Es ist kalt draussen und wir sitzen erst einige Minuten drinnen \u2013 etwas Warmes muss her! 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