{"id":1158,"date":"2020-01-21T10:54:15","date_gmt":"2020-01-21T10:54:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=1158"},"modified":"2020-01-21T10:55:42","modified_gmt":"2020-01-21T10:55:42","slug":"interview-pixelmolkerei-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2020\/01\/21\/interview-pixelmolkerei-2019\/","title":{"rendered":"Interview mit Thorsten M\u00f6hle von Pixelmolkerei AG"},"content":{"rendered":"<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1160\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/a-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/a-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/a-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/a-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/a.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1162\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/c-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/c-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/c-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/c-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/c.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1164\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/d-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/d-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/d-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/d-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/d.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 238px) 100vw, 238px\" \/><\/em><\/p>\n<p>Dankbar, dem str\u00f6menden Regen zu entfliehen, finde ich meinen Weg durch eine versteckte Gasse inmitten Churs in ein altes, verwinkeltes Geb\u00e4ude. Am oberen Ende der steinernen Wendeltreppe werde ich w\u00e4rmstens von Laraine Redmond und Thorsten M\u00f6hle in Empfang genommen. Zusammen haben sie 2009 die <i>Pixelmolkerei AG<\/i> gegr\u00fcndet und leiten hier ein Team von rund 14 Kreativen \u2014 ausserdem sind sie ein Ehepaar.<\/p>\n<p class=\"p3\">Wir laufen quer durch das tiefdeckige Atelier, vorbei an verschiedensten Werkb\u00e4nken, 2D- und 3D-Druckern, Fotografieeinrichtungen und Serveranlagen; im B\u00fcro mache ich es mir gem\u00fctlich, w\u00e4hrend man mich mit Kaffee und \u00dcbermengen an Weihnachtsschokolade begl\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"p3\">Als allererstes bekomme ich die diesj\u00e4hrige Festtagskarte in die Hand gedr\u00fcckt. Darauf ist das Team als <i>Star Trek<\/i>-Crew zu sehen, die in einem kurzen Comic nicht nur internationalen, sondern gleich intergalaktischen Kunden ein frohes neues Jahr und gute Zusammenarbeit w\u00fcnscht.<\/p>\n<p class=\"p3\">Thorsten kommt urspr\u00fcnglich aus dem Maschinenbau und ist seit gut 25 Jahren 3D-Artist. Seinen Arbeitsbereich sch\u00e4tzt er ungef\u00e4hr als 80% medizinischen Nutzens und 20% kommerziell ein. Laraine ist f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zust\u00e4ndig, scheut sich aber nicht vor handwerklicher Arbeit.<\/p>\n<p class=\"p3\">Seit eineinhalb Jahren hat die <em>Pixelmolkerei<\/em> in Montreal einen kleinen Ableger, wo \u00fcberwiegend Programmierer t\u00e4tig sind. In der Schweiz leide man eben an Fachkr\u00e4ftemangel, erfahre ich.<\/p>\n<p class=\"p3\">Obwohl die Endprodukte oftmals digital sind, ist man hier bestens f\u00fcrs physische Basteln ausgestattet. F\u00fcr Mixed Reality-Projekte m\u00fcsse man Prototypen erstellen; mit Sensoren arbeiten, verkabeln, l\u00f6ten. Auch Storyboards w\u00fcrden gern von Hand umgesetzt. Und als Beobachter im OP mache man zwar viele Fotos, aber die Handzeichnungen blieben unersetzlich.<\/p>\n<p class=\"p3\">Bei den didaktischen 3D-Visualisierungen der <i>Pixelmolkerei<\/i> steht das Produkt des Kunden in direktem Bezug zum Anwendungsbereich der medizinischen Prozedur. Das Bildmaterial wird aus Perspektive des Chirurgen dargestellt. Die 3D-Artisten haben stets die Endfunktion vor Augen; sie reduzieren gezielt auf das Wesentliche und beziehen sich auf den Sichtpunkt der Fachexperten.<\/p>\n<p class=\"p3\">In der <i>Pixelmolkerei<\/i> werden also vollst\u00e4ndige VR-Trainingssimulationen f\u00fcr \u00c4rzte konstruiert; nur selten erstelle man hier einzelne Assets. <i>\u201cKunden kommen zu uns, weil sie alles aus einem Guss bekommen\u201d<\/i>, erkl\u00e4rt Thorsten. Tats\u00e4chlich werden in der Firma auch eigene Plugins, teils sogar ganze Programme entwickelt und vertrieben. Es sei essenziell, die eigenen Werkzeuge durch und durch zu verstehen. <i>\u201cDie Software ist wie ein Bleistift. Sie macht dich nicht zu einem besseren K\u00fcnstler, <\/i>du<i> machst es. Und wenn du nicht weisst, wie ein Spitzer funktioniert, hast du irgendwann ein Problem.\u201d<\/i> Fair enough.<\/p>\n<p class=\"p3\">Das Team besteht also aus Generalisten. Ich erkunde mich: woher kommen die Mitarbeiter? Sind sie Quereinsteiger, Autodidakten? Studierte? Auf Werdegang und Diplome werde hier nicht so stark geachtet, meint Thorsten. Man wolle eher wissen, wo die Leute jetzt sind. Im aktuellen Team befinden sich Personen aus dem Bootsbau, Game Design, Concept Art und der Patisserie. Heutzutage k\u00f6nne zwar jedermann 3D-Programme und dergleichen nutzen; aber: <i>\u201cegal, welches Programm du benutzt: ohne Inspiration kriegst du nix raus.\u201d<\/i><\/p>\n<p class=\"p3\">Thorsten hat den Aufstieg der digitalen Gestaltung aktiv miterlebt. Zukunftsprognosen und Programmempfehlungen fallen ihm aber schwierig; die gefragten Software- und Workflowkenntnisse w\u00fcrden sich rasch \u00e4ndern. Zudem seien sie je nach Industrie und Land sehr unterschiedlich. Was man aber feststellen k\u00f6nne, sei, dass Fotografie nicht mehr so pr\u00e4sent sei und aufgrund immer engerer Zeitvorgaben digitale 3D-Arbeiten bevorzugt w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"p3\">Der Wechsel von Anstellung zu Selbst\u00e4ndigkeit war nicht unbedingt bewusst; es habe sich der Umst\u00e4nde halber einfach so ergeben. Das Risiko, ohne Kunden dazustehen, bleibe plusminus gleich &#8211; aber die Verantwortung steige. <i>\u201cSelbst\u00e4ndig arbeitest du statt acht Stunden zw\u00f6lf.\u201d<\/i><\/p>\n<p class=\"p3\">Home Office sei kein grosses Thema, da man hier oft mit vertraulichen Daten arbeite. Ausserdem sei der konstante Austausch, der im Atelier stattfinde, unglaublich wertvoll.<\/p>\n<p class=\"p3\">Bez\u00fcglich Kundschaft w\u00e4hnt sich Thorsten im Gl\u00fcck. Er habe viele langj\u00e4hrige Rapporte sichern k\u00f6nnen und werde auch gerne mal von bestehenden Kunden weiterempfohlen. Hilfreich seien auch der Austausch auf fachspezifischen Veranstaltungen und eine Teamplayer-Mentalit\u00e4t bez\u00fcglich interdisziplin\u00e4rer Kollaborationen.<\/p>\n<p class=\"p3\">Die <i>Pixelmolkerei<\/i> ist international t\u00e4tig. Dadurch m\u00fcsse man auch mit internationaler Konkurrenz k\u00e4mpfen. Die globale Kommunikation sei aber ein Mehraufwand, der sich lohne.<\/p>\n<p class=\"p3\">Ich erinnere mich an die Postkarte zur\u00fcck. Meine Frage, ob seine Arbeit im Gegenzug auch so wertgesch\u00e4tzt wird, bejaht Thorsten geruhsam.<\/p>\n<p class=\"p3\"><i>\u201cGrunds\u00e4tzlich ja, aber viel wichtiger: du musst wissen, was deine Arbeit wert ist.\u201d<\/i><\/p>\n<p class=\"p3\">Andererseits: <i>\u201cW\u00fcssten die Kunden, was es braucht, um zu diesem Produkt zu kommen, k\u00f6nnten sie es ja selber.\u201d<\/i><\/p>\n<p class=\"p3\">Ich frage Thorsten, ob er eher ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietet.<\/p>\n<p class=\"p3\">Er habe sich schon immer als Dienstleister gesehen, beschwichtigt er. Er erkl\u00e4rt: Ein K\u00fcnstler macht Kunst und der Endpreis wird von den Interessenten genannt. Ein Schreiner beispielsweise setzt den Preis seiner Arbeit hingegen selbst und nimmt Auftr\u00e4ge entgegen.<\/p>\n<p class=\"p3\">Zum Abschluss frage ich Thorsten und Laraine, wie es denn sei, mit dem Ehepartner zu arbeiten. Nonchalant bekomme ich unabh\u00e4ngig zweimal dieselbe Antwort: Arbeit und Privatleben seien klar getrennt, und solange die Kommunikation und das Vertrauen da seien, g\u00e4be es absolut keine Nachteile.<\/p>\n<p class=\"p3\">Und weshalb der Name <i>Pixelmolkerei?<\/i><\/p>\n<p class=\"p3\"><i>\u201cDas war eine Bieridee. Aber es kommt international gut an, trotz &#8211; oder gerade wegen &#8211; der Verspieltheit.<\/i><\/p>\n<p class=\"p3\"><i>Wir k\u00f6nnen dahinter stehen, und das ist das Wichtigste.\u201d<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"p3\"><i>www.pixelmolkerei.ch<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1166\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_4274-300x225.png\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_4274-300x225.png 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_4274-1024x768.png 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_4274-768x576.png 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_4274-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_4274-2048x1536.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1168\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_6260-300x225.png\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_6260-300x225.png 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_6260-1024x768.png 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_6260-768x576.png 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_6260-1536x1152.png 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2020\/01\/IMG_6260-2048x1536.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dankbar, dem str\u00f6menden Regen zu entfliehen, finde ich meinen Weg durch eine versteckte Gasse inmitten Churs in ein altes, verwinkeltes Geb\u00e4ude. 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