{"id":1377,"date":"2021-01-21T09:00:52","date_gmt":"2021-01-21T09:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=1377"},"modified":"2021-02-25T08:32:19","modified_gmt":"2021-02-25T08:32:19","slug":"1377","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2021\/01\/21\/1377\/","title":{"rendered":"Yvonne Rogenmoser &#8211; Ein Interview"},"content":{"rendered":"<hr class=\"ttfmake-hr\" style=\"border-style: solid;border-top-width: 1px\" \/>\n<p>Wir befinden uns im Basislager, einer Brachfl\u00e4che welche 2008 umfunktioniert wurde und nun Arbeitsr\u00e4ume f\u00fcr Kunst- und Kreativschaffende in Z\u00fcrich bietet. Wohn,- und Arbeitsraum bieten die aufeinander gestapelten Container, welche mehrheitlich als Ateliers vermietet werden. Inmitten des Metalllabyrinths treffe ich mich mit Yvonne in ihrem Container mit der Nummer 3030 f\u00fcr ein kurzes Gespr\u00e4ch. Yvonne Rogenmoser hat Scientific Visualization an der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste studiert und arbeitet seit 2011 als freischaffende Illustratorin.<\/p>\n<p><em>Das Interview wurde am 8. Januar 2021 von Ida G\u00f6tz durchgef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<hr class=\"ttfmake-hr\" style=\"border-style: solid;border-top-width: 1px\" \/>\n<p><b>Was hat dich ins Basislager verschlagen?<\/b><\/p>\n<p>\u201cDer Zufall. Nach Studiumsabschluss wollte ich ein Atelier. Mein Plan war es einem einfachen Teilzeitjob nachzugehen und nebenbei Illustrationsauftr\u00e4ge anzunehmen. Mir war zu Beginn gar nicht bewusst, was es bedeutet, ein Atelier im Basislager zu besitzen. Der Austausch und der Kontakt zu den anderen Mietern ist grossartig.\u201d<\/p>\n<p><b>Wann wusstest du, dass du Selbst\u00e4ndig sein m\u00f6chtest?<\/b><\/p>\n<p>\u201cIrgendwie war mir von Anfang an klar, dass ich den Schritt in die Selbstst\u00e4ndigkeit machen m\u00f6chte. Das mit dem Teilzeitjob hatte auch nicht so geklappt wie vorgestellt, also habe ich mich voll und ganz auf die Selbst\u00e4ndigkeit konzentriert, immer mit dem Gedanken mal zu schauen, wie lange ich das so durchziehen kann. Einer meiner ersten Auftr\u00e4ge war f\u00fcr den Naturpark Beverin, der geh\u00f6rt noch heute zu meinen grossen Kunden.\u201d<\/p>\n<p><b>Gibt es Themengebiete die dich besonders interessieren?<\/b><\/p>\n<p>\u201cIch bin extrem dankbar daf\u00fcr, dass mich so gut wie alles interessiert. Ich erhalte selten Auftr\u00e4ge, f\u00fcr die ich mich thematisch gar nicht begeistern lasse. So wie ich illustrativ arbeite, muss ich allerdings auch eher selten Fachexperte f\u00fcr ein bestimmtes Gebiet werden, damit sich eine Vorstellung visuell umsetzen l\u00e4sst. Um dies aber noch kurz beizuf\u00fcgen, ich kann es mir in den meisten F\u00e4llen aber auch kaum leisten einen Auftrag auszuschlagen. Als selbst\u00e4ndige Illustratorin kommt es vor, dass man sich aufgrund eines Auftrags vermehrt mit gewissen Gebieten auseinandersetzt und dementsprechend dann auch andere Auftr\u00e4ge in diesem Stil erh\u00e4lt. Das war weniger gesucht, als dass es sich einfach ergeben hat.\u201d<\/p>\n<p><b>Wie gehst du mit Kundenauftr\u00e4gen um?<\/b><\/p>\n<p>\u201cIch mache eigentlich nie mehrere Varienten zwischen denen sich der Kunde entscheiden kann. Ich versuche zu Beginn viel mit meinem Auftraggeber zu sprechen und mit der Zeit ergeben sich dann nat\u00fcrlich M\u00f6glichkeiten, die man dann diskutieren kann. Ich versuche mit meinen Illustrationen wirklich eine Dienstleistung zu erbringen. Dementsprechend entstehen manchmal Arbeiten, auf die ich nicht unbedingt stolz bin, oder einen besonders freien k\u00fcnstlerischen Ansatz verfolgen. Ich probiere sehr gerne neue Dinge aus. Ich glaube, ich w\u00fcrde mich sehr langweilen, m\u00fcsste ich f\u00fcr den immer gleichen Stil einstehen.\u201d<\/p>\n<p><b>Nebenbei besch\u00e4ftigst du dich mit dem T\u00f6pfern &#8211; wie kam es dazu?<\/b><\/p>\n<p>\u201cDie Schnelllebigkeit der Auftr\u00e4ge mit denen ich mein Geld verdiene, haben f\u00fcr mich mit der Zeit immer mehr ihren k\u00fcnstlerischen Charakter verloren. F\u00fcr die Zeichnungen, die ich anfertige, ben\u00f6tigt man ein gewisses Handwerk, was bedeutet, dass diese in den meisten F\u00e4llen schnell gefertigt werden k\u00f6nnen. Ich habe irgendwann keinen Unterschied mehr darin gemacht, ob ich nun einen <em>Mansg\u00f6ggeli<\/em> zeichne, oder die Buchhaltung mache. Ich \u00fcberlege mir nat\u00fcrlich, f\u00fcr wen ich etwas zeichne und manchmal bremst mich der Gedanke an den Adressaten aus. Andererseits ist mir nat\u00fcrlich auch bewusst, dass die Leute genau wegen meines Handwerks auf mich zukommen. Beim T\u00f6pfern kann ich wirklich wieder frei arbeiten.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/yvonnerogenmoser.ch\"><em>https:\/\/yvonnerogenmoser.ch<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir befinden uns im Basislager, einer Brachfl\u00e4che welche 2008 umfunktioniert wurde und nun Arbeitsr\u00e4ume f\u00fcr Kunst- und Kreativschaffende in Z\u00fcrich bietet. Wohn,- und Arbeitsraum bieten die aufeinander gestapelten Container, welche mehrheitlich als Ateliers vermietet werden. Inmitten des Metalllabyrinths treffe ich mich mit Yvonne in ihrem Container mit der Nummer 3030 f\u00fcr ein kurzes Gespr\u00e4ch. 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