{"id":1445,"date":"2021-01-20T20:15:03","date_gmt":"2021-01-20T20:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=1445"},"modified":"2021-02-24T09:59:43","modified_gmt":"2021-02-24T09:59:43","slug":"interview-mit-coralie-spaetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2021\/01\/20\/interview-mit-coralie-spaetig\/","title":{"rendered":"Interview mit Coralie Sp\u00e4tig"},"content":{"rendered":"<p>Das Interview mit Coralie Sp\u00e4tig f\u00fchrt meine Kollegin Elena und mich nach Klingnau, eine Kleinstadt im Kanton Aargau. Dort hat sie sich in ihrer Wohnung ihren Arbeitsplatz eingerichtet.<\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend der Matura wusste Coralie Sp\u00e4tig, dass sie etwas mit Gestaltung machen m\u00f6chte. Durch ein Praktikum bei einem Grafiker wurde sie auf das Studium und den Beruf der wissenschaftlichen Illustration aufmerksam. Nachdem sie den Vorkurs absolviert hatte, begann Coralie Sp\u00e4tig Scientific Visualization an der ZHdK zu studieren und schloss dieses Studium 2018 ab.<\/p>\n<p>Nach dem Abschluss fand sie beim Schulungs- und Beratungsunternehmen\u00a0 \u00ab2assistU\u00bb eine Praktikumsstelle. <em>\u00abDie Praktikumsstelle war als Marketing, Communication und E-Content ausgeschrieben und ich war mir nicht sicher, ob das zu meinem Profil passt. Aber es hiess, dass es um die Visualisierung von komplexen Inhalten geht und dann dachte ich, dass das passt.\u00bb <\/em>Nach dem Praktikum wurde sie bei dieser Firma angestellt.<\/p>\n<p>Aus dem Studium konnte sie die F\u00e4higkeit mitnehmen, selbstst\u00e4ndig zu sein und \u00about of the box\u00bb zu denken. Dies wird von ihren Kollegen, die selbst keine Gestalter sind, sehr gesch\u00e4tzt. Das breite Denken sei n\u00e4mlich nicht nur beim Gestalten wichtig, sondern auch z.B. bei der Ideenfindung f\u00fcr einen Newsletter. Als Teil des Teams \u00fcbernimmt sie nicht nur gestalterische Arbeiten: \u00ab<em>manchmal nehme ich auch das Telefon ab oder schreibe ein Protokoll\u00bb.<\/em><\/p>\n<p>Neben Ihrer Arbeit als Angestellte ist Coralie Sp\u00e4tig auch als Freelancerin t\u00e4tig. Viele ihrer Auftr\u00e4ge bekommt sie durch pers\u00f6nliche Kontakte und <em>\u00abvon Mund zu Mund Propaganda\u00bb,<\/em> sagt sie.<\/p>\n<p>In der Firma arbeitet sie vor allem digital, da dies besser zum Corporate Design der Firma passt. Pers\u00f6nlich arbeite sie jedoch auch gerne mit Mischtechniken.<\/p>\n<p>Als Freelancerin arbeitet sie \u00fcberwiegend mit kleinen Betrieben zusammen. Dort sei die Zielgruppe eine ganz andere als in der Firma. Entsprechend seien Ihre Arbeiten dann manchmal auch eher \u00ablocker und verspielt\u00bb, da sich die Illustrationen oft an Kinder richten. In der Firma entstehen die Arbeiten oft in einem gr\u00f6sseren Kontext, wo Zeit, Ressourcen und Teamarbeit eine gr\u00f6ssere Rolle spielen. Es sei manchmal herausfordernd, seinen eigenen gestalterischen Anspr\u00fcchen gerecht zu werden, sagt sie.<\/p>\n<p>Ihr Arbeitsgeber sei sehr flexibel, was die Arbeitszeiten angeht. Dies k\u00e4me ihrer Arbeit als Freelancerin sehr entgegen. Haupts\u00e4chlich arbeite sie in der Firma, der Freelanceanteil sei eher klein und noch im Aufbau. Sie kann sich jedoch vorstellen, in Zukunft mehr als Selbst\u00e4ndige und weniger als Angestellte t\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<p>Ihre Kunden und Kollegen sch\u00e4tzten an ihrer Arbeit, dass sie aus allem etwas machen kann und dass sie mit Engagement und Freude an die Arbeit geht. <em>\u00abIch denke, das sp\u00fcrt man.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Coralie Sp\u00e4tig zeigt uns einige ihrer aktuellen Arbeiten: F\u00fcr eine Kinderergotherapie-Praxis, f\u00fcr die sie regelm\u00e4ssig Auftr\u00e4ge macht, hat sie das Corona-Schutzkonzept kindergerecht gestaltet, welches den Eltern verteilt und in der Praxis aufgeh\u00e4ngt wurde. Da dieses Schutzkonzept f\u00fcr eine kleine Praxis gestaltet wurde mit relativ vielen Illustrationen, die sie in kurzer Zeit anfertigen musste, habe sie einen Stil gew\u00e4hlt, mit dem sie schnell vorw\u00e4rtskommt. Die Illustrationen hat sie mit Farbstift gezeichnet und danach mit orange, die Farbe der Praxis, am Computer eingef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat sie eine kleine Animation f\u00fcr eine Buchhandlung, die ebenfalls nicht nur das Corona-Plakat vom BAG aufh\u00e4ngen wollte, erstellt. Auch hier habe sie eine eher einfache Bildsprache gew\u00e4hlt. Von Anfang an habe sie klar mit dem Kunden abgemacht wieviel Zeit sie daf\u00fcr verwendet. Einige Sachen musste sie selbst zuerst ausprobieren, das habe sie dann nicht verrechnet. <em>\u00abDas ist das sch\u00f6ne an diesen kleinen Kunden, dass man so offen und transparent miteinander reden kann \u2013 auch um sich selbst weiter zu bilden.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr dieselbe Buchhandlung hat sie Illustrationen f\u00fcr die Socialmedia Plattformen gemacht, die Geschichten hinter den Kulissen der Buchhandlung zeigen. Sie habe nur ein paar Stichworte bekommen, sonst habe sie relativ frei machen k\u00f6nnen was sie wollte. <em>\u00abDas ist das, was ich an diesen Auftr\u00e4gen so sch\u00e4tze, die Vielfalt &#8211; einmal ist es f\u00fcr Kinder, manchmal ist es f\u00fcr die Sozialen Medien, manchmal ist es f\u00fcr den Druck &#8211; und auch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen\u2026\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Coralie Sp\u00e4tig sagt, dass sie es manchmal schwierig f\u00e4nde, die Balance zu finden zwischen dem pers\u00f6nlichen Stil, den sie als Illustratorin repr\u00e4sentiert und den Rahmenbedingungen des Auftrags gerecht zu werden. <em>\u00abIch denke es ist wichtig, etwas Pers\u00f6nliches rein zu bringen. Wenn man alles f\u00fcr alle anbieten will, kommt man nie auf den Punkt.\u00bb <\/em>Sie selbst sagt, sie sei noch auf der Suche, was ihren eigenen Stil angeht.<\/p>\n<p>Da sie gerne f\u00fcr ein junges Publikum illustriert, w\u00fcrde sie gerne ein Kinderbuch machen. Zusammen mit einem Autor ist sie auf der Suche nach einem Verlag. Sie zeigt uns ihr Storyboard. In der Geschichte geht es um den kleinen Protagonisten Max und um Langeweile. <em>\u00abDas Sch\u00f6ne daran ist, dass es keinen Zeitdruck gibt, aber wir versuchen es durchzuziehen, auch wenn wir nicht wissen, ob es ein Erfolg wird, denn es ist ein Herzensprojekt.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>Sie habe sich schon immer an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher und freier Illustration bewegt. In der wissenschaftlichen Illustration hat ihr teilweise die Kreativit\u00e4t gefehlt, doch sch\u00e4tzte sie an der Ausbildung das genaue Beobachten und dass man in fremde Fachgebiete hineinschauen kann. Das Handwerk, das sie an der Hochschule gelernt hat, helfe ihr bei ihrer Arbeit, sagt sie. <em>\u00abIch w\u00fcrde mich wieder f\u00fcr das Studium entscheiden, weil man alles von Grund auf lernt, doch w\u00fcrde ich vielleicht fr\u00fcher eine Richtung w\u00e4hlen, sei es mehr in wissenschaftlicher oder eher in Richtung freier Illustration, mich mehr auf einen bestimmten Stil fokussieren, vielleicht fr\u00fcher ein Ziel vor Augen haben. Ich glaube, ich bin sehr lange sehr offengeblieben, bis ich zu dem Punkt kam, an dem ich merkte, man kann nicht alles, ich muss meinen eigenen Weg finden und mich positionieren.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft kann sich Coralie Sp\u00e4tig vorstellen, an etwas gr\u00f6sseren Projekten zu arbeiten, eventuell in eine Gestaltungsagentur zu gehen, bei der es auch andere Gestalter hat und die Gestaltung im Zentrum der t\u00e4glichen Arbeit steht.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich ganz herzlich bei Coralie f\u00fcr das Interview und die Einblicke in ihre Arbeit bedanken und ich w\u00fcrde mich freuen, wieder etwas von ihr zu h\u00f6ren beziehungsweise zu sehen!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.coraliespatig.ch\/\">https:\/\/www.coraliespatig.ch\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Interview mit Coralie Sp\u00e4tig f\u00fchrt meine Kollegin Elena und mich nach Klingnau, eine Kleinstadt im Kanton Aargau. 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