{"id":1974,"date":"2022-01-20T12:14:10","date_gmt":"2022-01-20T12:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=1974"},"modified":"2022-01-20T12:14:10","modified_gmt":"2022-01-20T12:14:10","slug":"interview-mit-sonia-monti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2022\/01\/20\/interview-mit-sonia-monti\/","title":{"rendered":"Interview mit Sonia Monti"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Aufgabe &#8222;Praxis-Journal&#8220; habe ich die Gelegenheit genutzt, eine Person zu interviewen, die vor mir einen Studiengang in Wissensvisualisierung in Z\u00fcrich begonnen hat und auch aus dem Tessin kommt. Ich w\u00e4hlte Sonia Monti als Interviewpartnerin, weil ihre Geschichte noch nicht bekannt ist. Die anderen Studierenden aus dem Tessin, die die Zhdk besucht haben, wurden alle bereits interviewt. Neben der Muttersprache, die wir gemeinsam haben, haben mich Sonias Arbeit und ihr beruflicher Weg besonders interessiert.<\/p>\n<p>Sonia ist Freelancer-Illustratorin und Masterstudentin in Knowledge Visualization und steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere. Wir studieren im selben Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude und so war es am einfachsten, sich in der Cafeteria zu treffen. Unser erstes Gespr\u00e4ch verlief freundlich und angenehm. Von Anfang an zeigte Sonia starkes Interesse und Begeisterung f\u00fcr den Beruf der wissenschaftlichen Illustratorin. Ihre Leidenschaft spiegelt sich in ihrer pr\u00e4zisen und sorgf\u00e4ltigen Arbeit wider. Parallel zu ihrer Ausbildung hat sie verschiedene Praktika in der Schweiz und im Ausland absolviert.<\/p>\n<p>Dank ihrer Berufserfahrung konnte sie sehr interessante internationale Kontakte zu Laboratorien in verschiedenen Institutionen und Universit\u00e4ten kn\u00fcpfen. Heute hat ihr breites Netzwerk an Kontakten ihr mehrere T\u00fcren in der Arbeitswelt ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Sonia konzentrierte sich in ihrem Studium auf Illustration und wissenschaftliche Animation in den Bereichen Medizin und Biologie. Ihre Interessen haben sich in der Praxis fortgesetzt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Sommer 2018 absolvierte sie ein viermonatiges Praktikum am Responsive Biomedical Systems Lab (RBSL) der ETHZ, wo sie mit mehreren Forschenden im Labor zusammenarbeitete und ihnen bei der Visualisierung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse half.<\/p>\n<p>Von September 2018 bis M\u00e4rz 2019 arbeitete sie als Praktikantin in Singapur im Biophysical Fluorescence Lab an der National University of Singapore (NUS) und erstellte Illustrationen und Animationen f\u00fcr wissenschaftliche Publikationen und Werbung f\u00fcr das Labor.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Von April 2019 bis September 2019 absolvierte sie schliesslich ein Praktikum an der Heller Lab von School of Medicine der Stanford University in Kalifornien. Ihre Aufgabe war es, Illustrationen und Animationen auf Anfrage f\u00fcr die Forschungsmitarbeiter zu erstellen, mit denen sie zusammenarbeitete.<\/p>\n<p><b><i>&#8222;Alle Erfahrungen, die ich gemacht habe, sind aus meiner Leidenschaft f\u00fcr mein Studium und meinen Beruf entstanden. Ich hatte schon immer ein grosses Interesse an der Kombination von Kunst und Wissenschaft. Der Wunsch, neue Erfahrungen in anderen L\u00e4ndern zu sammeln, hat mich dazu gebracht, Studien- und Arbeitsaufenthalte im Ausland zu absolvieren.\u201d*<\/i><\/b><\/p>\n<p>Sonias grosser Einfallsreichtum und ihre Ambition haben mich sehr fasziniert. Bei ihren Werken handelt es sich um Illustrationen und Animationen, die auf einfache und schnell verst\u00e4ndliche Weise komplexe wissenschaftliche Vorg\u00e4nge verdeutlichen und einem breiteren Publikum, das sich nicht mit dem Thema auskennt, ein unmittelbares Verst\u00e4ndnis erm\u00f6glichen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Sonia wendet verschiedene Techniken an und passt sich unterschiedlichen Illustrationsstilen an, die sie durch die Arbeit in verschiedenen Labors verfeinern konnte. Von Anfang an hat Sonia ihre Ausbildung in der Arbeitswelt umgesetzt und dabei verschiedene Realit\u00e4ten auch auf internationaler Ebene kennengelernt.<\/p>\n<p><b><i>&#8222;Durch das Sammeln neuer Erfahrungen kann man verstehen, wie der Beruf in anderen L\u00e4ndern und von anderen Menschen mit einem anderen Bildungshintergrund ausge\u00fcbt wird. Auf diese Weise kann man noch mehr Neues lernen.&#8220;*<\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>&#8222;Es ist unvermeidlich, dass man durch neue Erfahrungen w\u00e4chst. Da ich diese Erfahrungen w\u00e4hrend meines Bachelorstudiums gesammelt habe, denke ich, dass ich das Beste aus meinem schulischen und beruflichen Lernen herausgeholt habe.\u201d*<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zurzeit arbeitet sie als Freelancer-Illustratorin f\u00fcr verschiedene medizinische und biologische Institutionen wie die ETHZ, die EMPA und die Firma Medicalwriters.com. Ihr Fachwissen konzentriert sich auf die Darstellung von Prozessen auf der Mikro-\/Nano-skala. Sie entwickelt und schafft visuelle L\u00f6sungen f\u00fcr Elemente, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. In ihrer Masterarbeit besch\u00e4ftigt sie sich mit demselben Thema.<\/p>\n<p>Das Positive an der Arbeit als Freelancer ist, dass man Zugang zu einer grossen Vielfalt an m\u00f6glichen Arbeiten und Recherchen hat. So kann man Erfahrungen in verschiedenen Bereichen sammeln und herausfinden, f\u00fcr welche Themen und Methoden sich jemand am meisten interessiert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Sie sch\u00e4tzt ihre derzeitige Situation sehr, in der sie selbst entscheiden kann, was sie unternehmen m\u00f6chte. Zuvor war sie als Angestellte in einem Unternehmen t\u00e4tig und gesteht, dass ihre Arbeit manchmal eint\u00f6nig und uninteressant war. Dies kann durch eine T\u00e4tigkeit als Freelancer vermieden werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><i>&#8222;Ich denke, dass die Arbeit einer wissenschaftlichen Illustratorin sehr anregend ist, wenn man die M\u00f6glichkeit hat, mit Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenzuarbeiten und sich mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Themen zu besch\u00e4ftigen. Gleichzeitig kann dies aber auch schwierig sein, da man immer bereit sein muss, Neues zu lernen und die eigenen Arbeitsmethoden zu \u00fcberarbeiten. Eine weitere Schwierigkeit bei der Arbeit als wissenschaftliche Illustratorin besteht darin, mit den neuen Illustrationstechniken Schritt zu halten, die in diesem Beruf zum Einsatz kommen, wie z. B. die Verwendung von 3D-Modellen.&#8220;*<\/i><\/b><\/p>\n<p>In den letzten Jahren hatte Sonia die Chance, mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen. Sie hatte Mentor*innen, die ihr sehr geholfen und inspiriert haben, und sie hatte die M\u00f6glichkeit, mit motivierten Personen zusammenzuarbeiten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die inspirierendsten und hilfreichsten waren die Professor*innen der ZHdK, dann die Mitarbeiter*innen der verschiedenen Institutionen, f\u00fcr die sie arbeitete, und schliesslich ihre Illustratorenkolleg*innen.<\/p>\n<p>Sonia entschied sich, ihr Studium fortzusetzen und schrieb sich f\u00fcr den Master of Knowledge Visualization ein, um ihr Wissen zu erweitern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Der Master-Abschluss wird ihr helfen, ein h\u00f6heres Niveau an Know-how zu erreichen, um den Beruf anzustreben, den sie in Zukunft aus\u00fcben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Sie absolviert derzeit ihre Masterarbeit im Bereich der Mikro-\/Nano-darstellung in Zusammenarbeit mit dem &#8222;Heller Lab&#8220; der School of Medicine der Standford University.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das Sammeln von Berufserfahrung ist nicht nur n\u00fctzlich, um die eigenen F\u00e4higkeiten als Illustratorin zu verbessern, sondern bietet auch die M\u00f6glichkeit, ein n\u00fctzliches Netzwerk f\u00fcr die Zukunft aufzubauen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Oftmals f\u00fchren positive Praktikumserfahrungen zu zuk\u00fcnftigen Arbeitsm\u00f6glichkeiten oder Kooperationen, und Sonias Beispiel ist ein Beweis daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Auf die Frage &#8222;W\u00fcrdest du gerne zur\u00fcck ins Tessin zum Arbeiten gehen?&#8220; antwortet Sonia, sie habe dar\u00fcber nachgedacht, aber Z\u00fcrich biete inzwischen so viel mehr. Die kleine d\u00f6rfliche Realit\u00e4t, in der sie aufwuchs, konkurriert mit einem sehr entwickelten und offenen urbanen Zentrum, in dem die M\u00f6glichkeiten vielf\u00e4ltig sind und viel mehr geboten wird. Soweit man weiss, gibt es im Tessin nicht einmal wissenschaftliche Illustrator*innen. Alle ehemaligen Tessiner Studierenden in Knowledge Visualization sind nicht mehr zur\u00fcckgekehrt. Ein kleiner Ort wie das Tessin r\u00fcckt immer mehr in die Ferne.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><i>* Direkte Zitate wurden aus dem Italienischen ins Deutsche \u00fcbersetzt<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/diplome.kvis.zhdk.ch\/Sonia-Monti\">https:\/\/diplome.kvis.zhdk.ch\/Sonia-Monti<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/sonia-monti-34164b162\/\">https:\/\/www.linkedin.com\/in\/sonia-monti-34164b162\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Ein kleiner Einblick in ihre Werke<\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_1978\" aria-describedby=\"caption-attachment-1978\" style=\"width: 722px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1978 size-large\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/03_Pluripotent_SC_2019_SM-722x1024.png\" alt=\"\" width=\"722\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/03_Pluripotent_SC_2019_SM-722x1024.png 722w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/03_Pluripotent_SC_2019_SM-211x300.png 211w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/03_Pluripotent_SC_2019_SM-768x1090.png 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/03_Pluripotent_SC_2019_SM-1083x1536.png 1083w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/03_Pluripotent_SC_2019_SM-1443x2048.png 1443w\" sizes=\"auto, (max-width: 722px) 100vw, 722px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1978\" class=\"wp-caption-text\">Illustration f\u00fcr ein Kapitel eines Buches in Zusammenarbeit mit Professor Stefan Heller, Stanford University, CA. Das Bild zeigt den Prozess der Verwendung von Stammzellen f\u00fcr die Entwicklung des sensorischen Epithels im Innenohr.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_1976\" aria-describedby=\"caption-attachment-1976\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1976 size-large\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/01_Royal-Society-of-Chemistry_Cover-Picture_2020_SM--1024x757.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"710\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/01_Royal-Society-of-Chemistry_Cover-Picture_2020_SM--1024x757.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/01_Royal-Society-of-Chemistry_Cover-Picture_2020_SM--300x222.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/01_Royal-Society-of-Chemistry_Cover-Picture_2020_SM--768x568.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/01_Royal-Society-of-Chemistry_Cover-Picture_2020_SM--1536x1136.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/01\/01_Royal-Society-of-Chemistry_Cover-Picture_2020_SM--2048x1515.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1976\" class=\"wp-caption-text\">Titelbild f\u00fcr die Zeitschrift der Royal Society of Chemistry. Bild in Zusammenarbeit mit Prof. Raffaele Mezzenga, Forschungsleiter im Labor &#8222;Food and Soft Materials&#8220; der ETHZ. Das Bild zeigt ein im Labor entwickeltes Spezialmaterial, das radioaktive Elemente aus dem Wasser filtern kann. Zweck &gt; Reinigung im Wasser. \u00abFilterung radioaktiver Elemente aus dem Wasser\u00bb. Publication here: https:\/\/pubs.rsc.org\/en\/content\/articlelanding\/2020\/ew\/d0ew90054k\/unauth<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Aufgabe &#8222;Praxis-Journal&#8220; habe ich die Gelegenheit genutzt, eine Person zu interviewen, die vor mir einen Studiengang in Wissensvisualisierung in Z\u00fcrich begonnen hat und auch aus dem Tessin kommt. Ich w\u00e4hlte Sonia Monti als Interviewpartnerin, weil ihre Geschichte noch nicht bekannt ist. 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