{"id":2013,"date":"2022-02-04T17:27:36","date_gmt":"2022-02-04T17:27:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=2013"},"modified":"2022-02-28T14:33:28","modified_gmt":"2022-02-28T14:33:28","slug":"interview-mit-sonja-burger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2022\/02\/04\/interview-mit-sonja-burger\/","title":{"rendered":"Interview mit Sonja Burger"},"content":{"rendered":"\n<p>EINE SELBSTST\u00c4NDIGE GESCHICHTE<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Ich sa\u00df gespannt vor meinem Laptop und las noch einmal meine Fragen durch. Es war fast 13:00 und ich war bereit mein Interview durchzuf\u00fchren. Ich schaute ein letztes Mal auf die Uhr, bevor ich das Teams Meeting startete. Der Computer leuchtete auf und auf den Bildschirn erschien pl\u00f6tzlich eine Frau : Sonja Burger.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br>Sonja Burger ist eine selbstst\u00e4ndige wissenschaftliche Illustratorin, die schon seit 35 Jahren bei ihr zuhause in Wildegg arbeitet. Sie wurde gleich nach ihrer 4 Jahre-lang Ausbildung an der Schule f\u00fcr Gestaltung Z\u00fcrich selbstst\u00e4ndig und ist seitdem eine erfolgreiche Figur in der schweizerischen Kunstwelt geworden. Sie hat schon Auftr\u00e4ge f\u00fcr gro\u00dfe Firmen wie zum Beispiel Migros, Caran D\u2018Ache oder die Post bekommen und ist noch nicht am Ende ihrer fruchttragenden Karriere.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Wir haben uns beide gegr\u00fc\u00dft und rasch vorgestellt. Wegen der Pandemie und dem Zeit- druck konnte ich sie in ihrem Atelier leider nicht besuchen, was aber kein Problem f\u00fcr unsere Unterhaltung gegeben hat. Sie erz\u00e4hlte mir von ihrer Zeit an der Schule f\u00fcr Gestaltung und wie es damals war.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201eIch wollte immer wissenschaftlich zeichnen. Als Kind war das mein Hobby, und ich habe immer leidenschaftlich gezeichnet. W\u00e4hrend dem Vorkurs habe ich erfahren, dass es ein Diplom f\u00fcr Wissenschaftliches Zeichnen gibt. Dann habe ich das studiert.\u201c<br>\u201eWir waren 3 Studenten in der Klasse, und am Ende nur noch 2. Man braucht ja nicht so viele Illustratoren,\u201c erkl\u00e4rte sie mir. Ich war sehr \u00fcberrascht, als ich das h\u00f6rte. In unserer Klasse sind wir 7 und das ist schon wenig. Sie sagte mir dann, dass sie eine Pr\u00fcfung zuhause bekommen haben und m\u00fc\u00dften diese bestehen, um dann die Pr\u00fcfung weiter in der Schule zu erledigen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Sie erz\u00e4hlte wie ihr Alltag aussieht, wie sie zur Selbstst\u00e4ndigkeit gekommen ist und wie man arbeitet und motiviert bleibt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201eMein Vater war selbstst\u00e4ndiger Grafiker und das hat mich nat\u00fcrlich inspiriert. Wenn man als wissenschaftliche Zeichnerin irgendwo einen Beruf hat, ist man sehr kanalisiert. Aber ich liebe das breite Spektrum.\u201c<br>Sonja Burger war auch als Medizinische Illustratorin an der Unispital Z\u00fcrich Teilzeit t\u00e4tig, aber hat das nur f\u00fcr 2 Jahre gemacht. Sie bekam genug Auftr\u00e4ge um sich selber zu unterst\u00fctzen und konnte das Spital verlassen, was sich nat\u00fcrlich alle frischen selbstst\u00e4ndigen Illustratoren w\u00fcnschen. Die 80-90er Jahre waren gute Zeiten f\u00fcr Illustratoren und sie mu\u00dfte fast keine Werbung f\u00fcr sich machen, was sich wie ein Traum anh\u00f6rt. Seitdem kriegt sie immer noch viele Anfragen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\u201eAuftr\u00e4ge kommen in Wellen; entweder kommen sie alle auf einmal oder nicht. Manchmal mu\u00df ich am Wochenende, an den Ostern oder am Weihnachten durcharbeiten, und dann gibt es Perioden wo man Zeit f\u00fcr sich findet. Ich arbeite 8 bis 12 Stunden am Tag aber nicht mehr, weil es nichts bringt, sich zu \u00fcberarbeiten.\u201c<br>Um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, geht Sonja gern spazieren oder wandern. Sie hat bei ihr einen gro\u00dfen Garten und einen Wald, wo man sich allein in der Natur befinden kann. Das ist f\u00fcr sie das beste Ausgleich.<br><br><strong>\u201eNatur ist das Vorbild f\u00fcr jeden Wissenschaftlichen Illustrator.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Daraus findet sie ihre Inspiration, und das seit immer.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Nachher lernte ich auch von ihr, was man beachten mu\u00df bevor man selbstst\u00e4ndig wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><br><\/em>\u201eEs ist sehr hart, sagte sie, Ich habe auf Kinder verzichtet. Ich bin seit 35 Jahren in \u201eIsolation\u201c, weil wenn man selbstst\u00e4ndig arbeitet, mu\u00df man es lieben, allein zu sein. Ich sehe meine Kunden je nachdem nicht, alles geht \u00fcber E-Mail.\u201c<br>Frau Burger gibt aber auch Privatunterrichte, die vorort stattfinden, und ist Dozentin f\u00fcr Mal- und Zeichenkurse in der Architektur an der ETHZ. Sie hilft jungen Zeichnern sich zu verbessern, um die Pr\u00fcfungen f\u00fcr Kunstschulen zu bestehen zum Beispiel, aber auch den Kunststudenten, die sich einfach verbessern wollen und \u201eihre Vorstellungskraft im Gehirn aktivieren\u201c. Obwohl ihre Ausbildung rein analog war (es gab an der Zeit kein digitales Zeichnen), hat sie in der Zwischenzeit digital auch gelernt und kann es auch weiterlehren. Ihre Auftr\u00e4ge bleiben aber fast immer analog.<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Am Ende unseres Gespr\u00e4chs fragte ich sie noch welche Ziele sie sich jetzt setzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><br><\/em>\u201eNat\u00fcrlich, internationales Renomm\u00e9e !\u201c antwortete sie. Sie arbeitet schon f\u00fcr die Schweiz, \u00d6sterreich, Deutschland und Amerika und ist noch nicht fertig. Internationale Bekanntheit ist wichtig, als auch national t\u00e4tige Unternehmen wie Post oder Migros. Sie f\u00fcgte zum Schlu\u00df noch hinzu :<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>\u201eContinuous improvement, immer, das ist wichtig.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Wir endeten das Interview auf dieser Note und redeten noch ein bisschen l\u00e4nger \u00fcber das Studium und wie sich die Sachen ver\u00e4ndert haben. Es war interessant, ihre Geschichte zu h\u00f6ren, und zu sehen, dass es doch m\u00f6glich ist, selbstst\u00e4ndig zu arbeiten und trotzdem ein angenehmes Leben zu f\u00fchren. Wir haben uns verabschiedet, und den Bildschirm vom Laptop zugeklappt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Homepage von Sonja Burger hier : http:\/\/sonjaburger.ch\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EINE SELBSTST\u00c4NDIGE GESCHICHTE Ich sa\u00df gespannt vor meinem Laptop und las noch einmal meine Fragen durch. Es war fast 13:00 und ich war bereit mein Interview durchzuf\u00fchren. Ich schaute ein letztes Mal auf die Uhr, bevor ich das Teams Meeting startete. 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