{"id":2141,"date":"2023-01-18T09:40:57","date_gmt":"2023-01-18T09:40:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=2141"},"modified":"2023-01-18T09:40:57","modified_gmt":"2023-01-18T09:40:57","slug":"ich-bin-mich-staendig-am-umorganisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2023\/01\/18\/ich-bin-mich-staendig-am-umorganisieren\/","title":{"rendered":"\u00abIch bin mich st\u00e4ndig am umorganisieren\u2026\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview mit Julia Kuster am 6.12.2022<\/strong><\/p>\n<p>An einem sonnigen Wintermorgen mache ich mich auf den Weg ins Quartier Binz in Z\u00fcrich, wo sich Julia Kusters Atelier befindet. Es ist etwa vier Jahre her, als ich sie zum letzten Mal gesehen habe \u2013 als eine ihrer Sch\u00fclerinnen im Zeichnungsunterricht an der Schule f\u00fcr Gestaltung in St. Gallen. Nun freue ich mich, sie in einem anderen Kontext wiederzusehen.<\/p>\n<p>Als ich Julia f\u00fcr dieses Interview anfragte, betonte sie erstmal, dass sie keine wissenschaftliche Illustratorin sei, sondern sich in ihrem Atelier haupts\u00e4chlich freien Arbeiten widme. Trotzdem habe ich mich f\u00fcr sie als Interviewpartnerin entschieden, da es mich interessiert, was aus einer ehemaligen Knowledge Visualization- Studentin geworden ist und wie es dazu kam.<\/p>\n<p>Nachdem ich von Julia in einem grossen Gewerbegeb\u00e4ude freundlich begr\u00fcsst werde, f\u00fchrt sie mich in ihr Atelier. An den W\u00e4nden h\u00e4ngen bunte Drucke und Malereien, auf einem Tisch liegen kleine Holzschnittplatten und Sp\u00e4ne. Es riecht nach Kaffee, Kreativit\u00e4t und Gem\u00fctlichkeit. Sie teilt den Raum mit einer Kollegin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2161\" aria-describedby=\"caption-attachment-2161\" style=\"width: 763px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2161\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"763\" height=\"497\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-300x195.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-1024x667.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-768x500.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-1536x1000.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Julia-im-Atelier-2-2048x1334.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 763px) 100vw, 763px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2161\" class=\"wp-caption-text\">Julia in ihrem Atelier<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2013<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt unseres Gespr\u00e4ches liegt auf ihrem Werdegang.<br \/>\nNach dem Gymnasium hat sie ein Jahr lang Sprachen in Rom studiert und sich dann f\u00fcr den Bachelor Knowledge Visualization an der ZHdK beworben \u2013 erfolgreich. 2010 hat sie abgeschlossen. <em>\u00abDann wurde mir aber klar, dass ich mich nicht bereit f\u00fchle, in diesem Bereich zu arbeiten\u00bb<\/em>. Es habe sie dann vielleicht doch zu wenig interessiert.<br \/>\nStattdessen nutzte sie das Angebot eines Stipendiums, welches ihr erm\u00f6glichte, ein Jahr in Bulgarien an der Kunstakademie in Sofia zu verbringen. Da kam sie mit alten Drucktechniken in Ber\u00fchrung und hat zudem bulgarisch gelernt. <em>\u00abAls ich wieder heimgekommen bin, f\u00fchlte ich mich recht verloren.\u00bb<\/em> Die freiere Kunst habe sie eigentlich mehr interessiert als die auftragsbasierte Illustration.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00abAls ich wieder heimgekommen bin, f\u00fchlte ich mich recht verloren.\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Schliesslich hat sie ein Semester an der PH absolviert und herausgefunden, dass ihr das Unterrichten im Bildnerischen Gestalten Freude bereitet. <em>\u00abDas hat mich auf die Idee gebracht, mich f\u00fcr den Master Kunstvermittlung zu bewerben.\u00bb<\/em> \u2013 hello again ZHdK! Nebenbei leitete sie Gestaltungskurse f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung und arbeitete als Gerichtszeichnerin f\u00fcr den Tages Anzeiger. Ein ehrenvoller Auftrag! <em>\u00abDa diese Gerichtszeichnungen von vielen Leuten gesehen werden, war das auch eine super Werbung f\u00fcr mich.\u00bb<\/em><br \/>\nNach dem Masterabschluss hat sie begonnen, in St. Gallen als Gestaltungslehrerin zu arbeiten.<br \/>\nNun unterrichtet sie bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Z\u00fcrcher Oberland in Wetzikon (ca. 70%). Die restliche Zeit verbringt sie im Atelier oder mit ihrem Kind. Hinzu kommen manchmal Auftr\u00e4ge, beispielsweise Illustrationen f\u00fcr das Magazin Reportagen. Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, der Familie, dem Job und dem Atelier gleichermassen gerechtzuwerden? <em>\u00abIch bin mich st\u00e4ndig am umorganisieren und muss schauen, wie ich meine Zeit am besten nutze.\u00bb<\/em><\/p>\n<p>\u2013<\/p>\n<p>Im Verlaufe des Gespr\u00e4chs mit Julia habe ich gemerkt, dass ihr Berufsweg nicht linear von A nach B verl\u00e4uft, sondern eher durch verschiedene Interessensgebiete m\u00e4andriert. Von ihren Erfahrungen im Studium kann sie ohnehin profitieren \u2013 das Gelernte verschwindet nie. Das beruhigt mich, denn es zeigt, dass man auf dem Berufsweg eigentlich keinen Fehler machen kann, solange man die eigenen Interessen verfolgt. Auf die Frage, worauf ich w\u00e4hrend des Studiums achten sollte, antwortet Julia:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00abGeniesse es, dass du mit so vielen gestalterischen Techniken in Ber\u00fchrung kommst. Und meine nicht, irgendwelche Erwartung erf\u00fcllen zu m\u00fcssen, sondern mache das, was dich wirklich interessiert!\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diesen Ratschlag werde ich mir zu Herzen nehmen. Danke Julia f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2165\" aria-describedby=\"caption-attachment-2165\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2165 aligncenter\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Handybild-1.jpg\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Handybild-1.jpg 394w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Handybild-1-231x300.jpg 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2165\" class=\"wp-caption-text\">\u00abDas Digitale finde ich dann interessant, wenn es nicht so viele M\u00f6glichkeiten anbietet. Ich mag lieber gstabige Programme wie Brushes.\u00bb<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2167\" aria-describedby=\"caption-attachment-2167\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2167 aligncenter\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Gerichtszeichnung.jpg\" alt=\"\" width=\"498\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Gerichtszeichnung.jpg 1668w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Gerichtszeichnung-300x230.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Gerichtszeichnung-1024x786.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Gerichtszeichnung-768x589.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Gerichtszeichnung-1536x1179.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2167\" class=\"wp-caption-text\">Gerichtszeichnung<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_2169\" aria-describedby=\"caption-attachment-2169\" style=\"width: 459px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2169\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische.jpg\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische.jpg 2304w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische-1024x723.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische-768x542.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische-1536x1084.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2022\/12\/Fische-2048x1445.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2169\" class=\"wp-caption-text\">Fisch-Illustrationen f\u00fcr das Magazin Reportagen<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr von Julias Arbeiten k\u00f6nnt ihr auf ihrer Webseite anschauen: <a href=\"http:\/\/www.juliakuster.ch\">juliakuster.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Julia Kuster am 6.12.2022 An einem sonnigen Wintermorgen mache ich mich auf den Weg ins Quartier Binz in Z\u00fcrich, wo sich Julia Kusters Atelier befindet. 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