{"id":2254,"date":"2023-01-17T12:34:01","date_gmt":"2023-01-17T12:34:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=2254"},"modified":"2023-02-22T10:04:02","modified_gmt":"2023-02-22T10:04:02","slug":"interview-mit-tandra-fairbanks-freund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2023\/01\/17\/interview-mit-tandra-fairbanks-freund\/","title":{"rendered":"Interview mit Tandra Fairbanks-Freund"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Gef\u00fchrt von Eria Schneider, am 09.12.2022<\/p>\n<p><i>Bevor ich mich ins Naturhistorische Museum Basel begab, las ich noch einmal meine\u00a0<\/i><i>vorbereiteten Fragen durch und holte tief Luft. In der Eingangshalle warf ich noch einmal kurz einen <\/i><i>Blick darauf und wartete gespannt auf meine Interview-Partnerin. Kurz darauf wurde ich auch <\/i><i>schon von Frau Tandra Fairbanks-Freund freundlich begr\u00fcsst.<\/i><\/p>\n<p><i>Frau Fairbanks-Freund kommt urspr\u00fcnglich aus den USA, genauer gesagt aus Idaho und ist seit\u00a0<\/i><i>2010 in Europa und seit 2015 in Basel. Jetzt ist sie als Pr\u00e4paratorin mit der spezifischen\u00a0<\/i><i>Fachrichtung der Pal\u00e4ontologie t\u00e4tig. Nachdem wir uns begr\u00fcsst und gegenseitig vorgestellt haben, f\u00fchrte sie mich durch den Innenhof des Naturhistorischen Museums in Basel und dementsprechend auch in ihren Arbeitsbereich.<\/i><\/p>\n<p><b>\u201eIch war schon als kleines Kind immer an Dinosaurier interessiert\u201c,<\/b> erz\u00e4hlte sie mir, doch es ging, wenn auch sehr zielstrebig, noch eine Weile, bevor sie ihren Kindheitstraum erf\u00fcllen konnte. Sie studierte Kunst an der Uni in Chicago, IL. Nach der Suche einer Anstellung landete sie in Deutschland und fand eine Ausbildung in Frankfurt beim Senckenberger Naturmuseum zur Museumstechnikerin oder auch Sammlungsassistentin genannt. Mit dieser praktischen und schulischen Ausbildungserweiterung spezialisierte sie sich dann, nebst vielen anderen Ausrichtungen, auf pal\u00e4ontologische Pr\u00e4parationen. Nach einer Weiterbildung, ebenfalls in diesem Bereich, diesmal aber in M\u00fcnster (NRW), arbeitete sie bereits bei Ausstellungen und f\u00fcr die Museumssammlung mit.<\/p>\n<p>Auf die Frage, warum sie nun im Naturhistorischen Museum in Basel arbeitet, antwortet Frau Fairbanks;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>\u201eIm Laufe der Zeit hat es sich so ergeben, dass eine solch sehr rare Stelle frei wurde und konnte diese kriegen. Leider gibt es sehr wenig Stellen, aber ich hatte Gl\u00fcck zum richtigen Zeitpunkt da zu sein. Die Aufgaben im Museum beinhaltet das Arbeiten mit Fossilien, Pr\u00e4parationen und Ausstellungen was, nebenbeigemerkt, nicht in jedem Museum so ist. \u201c<\/b><\/p>\n<p>Danach erz\u00e4hlte sie mir was ihre Arbeit beinhaltet. \u00dcberwiegend ist es eine Arbeit f\u00fcr die Museumssammlung, das bedeutet Pr\u00e4paration von Fossilien, also z.B. Sedimente entfernen oder einfach \u00e4ltere Sammlungsst\u00fccke \u00fcberarbeiten. <i>(Als Beispiel zeigte sie mir einen Elefantensch\u00e4del in der Berarbeitung.)<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/i><\/p>\n<p><b><i>\u201e<\/i>Pr\u00e4parationen machen mir einfach extrem Spass. Man kann bei der Arbeit auf ganz neue interessante Erkenntnisse stossen einen Schatz finden oder auf ein Puzzle stossen, was gel\u00f6st werden will. Weniger gerne arbeite ich an der Dokumentation \u00fcber meine Arbeit, wenn ich z.B. die Zeit dazu aufschreiben muss, was ich so gemacht habe.\u201c<\/b><\/p>\n<p>In Folge zeigte sie mir wie eine geologische Pr\u00e4paration mit dem \u201eD\u00fcnnschliff-Verfall\u201c aussieht oder auch wie Micro-Pal\u00e4ontologische Arbeiten ausgef\u00fchrt werden. Da kommen Siebe zum Einsatz, insbesondere f\u00fcr sehr kleine Pr\u00e4parate z.B. von kleinen Tieren, welche binokular n\u00e4her erforscht werden.<\/p>\n<p>Welche Werkzeuge und Materialien man verwendet, kommt ganz auf das<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0Objekt drauf an.\u00a0<\/span>Typisch kommen auch Hammer und Meissel zum Einsatz.\u00a0Sie verwenden auch Druckluft und Sandstrahlen bis hin zu chemischen Stoffen.<\/p>\n<p><i>\u00dcber den Arch\u00e4opteryx hatte ich einen Beitrag in der Zeitung gelesen und habe sie n\u00e4her dazu befragt. Sie erz\u00e4hlte mir, dass es ein sehr langes und aufw\u00e4ndiges Projekt war und auch nicht immer sehr viel Spass bereitete. Aber sie hat festgestellt, dass die Besucher viel Freude daran haben. Besonders gefreut hat sie sich \u00fcber das Referenzbild dazu auf Wikipedia.<\/i><\/p>\n<p><b>\u201eDer Arch\u00e4opteryx ist einer der am besten erforschten Fossilien. Man kennt ca. 13 Exemplare des gefiederten Urzeittiers \u2013 so wurde viel dar\u00fcber geforscht und geschrieben. Die F\u00e4rbung der Federn und deren Lage, als ob flugf\u00e4hig oder nicht habe ich zusammen mit einem Vogelpr\u00e4parator bestimmt. Bei der Arbeit zum Arch\u00e4opteryx habe ich verschiedene Schaumstoffe verwendet und Federn, Z\u00e4hne, Glasaugen, wir haben da eine grosse Kollektion.\u201c<\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_2260\" aria-describedby=\"caption-attachment-2260\" style=\"width: 434px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2260\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2023\/02\/Interview-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2023\/02\/Interview-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2023\/02\/Interview-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2023\/02\/Interview-768x511.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2023\/02\/Interview.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2260\" class=\"wp-caption-text\">Tandra Fairbanks-Freund und einer von ihr pr\u00e4parierter Arch\u00e4opteryx. Fotografie von Daniel Bernet<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Arbeit geschieht immer in Absprache mit dem Kurator, der f\u00fcr die Sammlung verantwortlich ist.\u00a0Manchmal arbeitet Frau Fairbanks zusammen mit einem Kollegen oder Kollegin, aber man hat auch viel Freiheit, was man tun m\u00f6chte. Bei Ausstellungen arbeite sie mit Szenografen zusammen, die schon eine gewisse Vorstellung mitbringen. In diesem Bereich bestehen dann weniger Freiheiten, aber die Kommunikation ist hier dann besonders wichtig.<\/p>\n<p>Mich interessierte auch die Frage wie sie den Berufseinstieg empfunden hat. Bei ihr hat es sich so ergeben, aber man muss tats\u00e4chlich auch etwas daf\u00fcr tun. Man muss die Bereitschaft haben irgendwo hinzugehen und mal einfach anzufangen. Sie selber hatte eine klare Vorstellung, was sie gerne machen wollte. In der Schweiz selbst gibt es keine direkte Ausbildung f\u00fcr diesen Beruf. Aber z.B. als Pal\u00e4ontologe oder mit einer \u00e4hnlich wissenschaftlichen Ausbildung kann man als \u201eQuereinsteiger\u201c dazu kommen.<\/p>\n<p><i>Am Ende des Gespr\u00e4chs zeigte sie mir dann noch die anderen R\u00e4ume, wo z.B. auch die Zoologen\u00a0<\/i><i>arbeiten und den Gefrierraum, wo die Tiere vor der Pr\u00e4paration aufbewahrt werden.\u00a0<\/i><i>Ich fand den Besuch und das Gespr\u00e4ch mit Frau Fairbanks sehr interessant und aufschlussreich.\u00a0<\/i><i>Ich erkannte in ihrer Arbeit auch Parallelen zu meiner Ausbildung, wenngleich diese sich eher a<\/i><i>uf\u00a0<\/i><i>die Darstellung und weniger auf das konkrete Objekt beziehen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gef\u00fchrt von Eria Schneider, am 09.12.2022 Bevor ich mich ins Naturhistorische Museum Basel begab, las ich noch einmal meine\u00a0vorbereiteten Fragen durch und holte tief Luft. 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