{"id":2550,"date":"2024-01-17T14:54:31","date_gmt":"2024-01-17T14:54:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=2550"},"modified":"2024-01-17T14:54:31","modified_gmt":"2024-01-17T14:54:31","slug":"interview-mit-lucille-solomon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2024\/01\/17\/interview-mit-lucille-solomon\/","title":{"rendered":"Interview mit Lucille Solomon"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2552\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Headline-Interview-Lucille-Solomon.png\" alt=\"\" width=\"1381\" height=\"629\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Headline-Interview-Lucille-Solomon.png 1381w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Headline-Interview-Lucille-Solomon-300x137.png 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Headline-Interview-Lucille-Solomon-1024x466.png 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Headline-Interview-Lucille-Solomon-768x350.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1381px) 100vw, 1381px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">An einem kalten Mittwochnachmittag Anfangs Januar, wartete ich am Bahnhof in Olten auf Lucille Solomon. Gespannt las ich meine Fragen nochmals durch, dann kam mir Lucille bereits entgegen. Ich hatte vor ein paar Jahren ein Interview mit ihr f\u00fcr meine Maturaarbeit gef\u00fchrt und freute mich, sie wieder zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wir gingen in den Starbucks, holten uns ein Getr\u00e4nk und begannen dann mit dem Interview.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Lucille beendete ihr Studium an der ZHdK 2013 und arbeitet seitdem als wissenschaftliche Illustratorin mit dem Fokus auf medizinische Visualisierungen. Sie empfindet ihre Anstellung als stark spezialisiert, da sie einen wiederkehrenden Bereich von Kunden aus der Neurochirurgie und der Orthop\u00e4die hat. Diese Spezialisierung ergab sich mit der Zeit, da sich ihre Arbeit in den Kreisen der Kunden herumgesprochen hatte und ist f\u00fcr Lucille von grosser Wichtigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>&#8222;Bei jedem Auftrag erweitert sich mein Wissen \u00fcber den jeweiligen spezifischen Bereich, was f\u00fcr den n\u00e4chsten Auftrag sehr hilfreich ist. Einerseits f\u00fcr den Kunden, anderseits auch f\u00fcr mich selbst.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Da ich mich sehr f\u00fcr die medizinische Illustration interessiere, war es f\u00fcr mich sehr spannend Einblicke in ihren Berufsalltag zu bekommen. Lucille arbeitet nicht haupts\u00e4chlich selbstst\u00e4ndig. Seit 8 Jahren ist sie in einem 20% Pensum bei einem plastischen Chirurgen angestellt, wo sie unteranderem die Operationsplanung und -simulation von Implantate visualisiert. Zudem arbeitet sie noch als Grafikerin. Die Kombination von Teilzeitanstellung und Selbstst\u00e4ndigkeit bedeutet f\u00fcr sie mehr Sicherheit und eine freiere Auswahl bei Auftr\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wir haben uns ausserdem \u00fcber die Herausforderungen unterhalten, welche einem als wissenschaftlicher Illustrator begegnen k\u00f6nnen. Ich fragte bei Lucille nach, was f\u00fcr sie die gr\u00f6ssten Herausforderungen waren. F\u00fcr sie stellten haupts\u00e4chlich die Verhandlungen mit den Kunden oder auch Zeit- und Kosteneinsch\u00e4tzungen eine Herausforderung dar. Das Einhalten von Deadlines ist dabei weniger ein Problem, da die Auftr\u00e4ge meistens \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeitspanne dauern und nicht von heute auf morgen fertiggestellt werden m\u00fcssen. Direkt nach dem Studium stellte sich ihr die Schwierigkeit herauszufinden, wie viel Zeit ein Auftrag beansprucht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>\u00a0&#8222;Damit meine ich auch Zeiten, welche man sich selbst setzt, \u2026 nicht, dass man am Ende pl\u00f6tzlich 3x so lange f\u00fcr einen Auftrag braucht, wie man berechnet hat. Das sind aber alles Sachen, welche man mit der Zeit lernt.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Gerade in der aktuellen Post-Corona Zeit, h\u00f6rt man immer noch h\u00e4ufig, wie die Pandemie gewissen Berufsbranchen geschadet hat und dass sich manche immer noch nicht davon erholt haben. Ich habe mich gefragt, ob die Auswirkungen der Pandemie auch f\u00fcr Lucille sp\u00fcrbar waren. Ihre Antwort darauf war positiv.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ver\u00e4nderungen habe sie keine gesp\u00fcrt, im Gegenteil sogar. Sie sieht die Nachfrage nach wissenschaftlichen Illustrationen als stetig wachsend an. Was ihr jedoch Bedenken gibt, ist die Entwicklung der k\u00fcnstlichen Intelligenz und wie diese die Zukunft ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>&#8222;\u2026was die Bildgeneration anbelangt, so ist es f\u00fcr alles medizinische\/wissenschaftliche noch nicht gut genug, unvollst\u00e4ndig und nicht korrekt, was f\u00fcr uns gut ist. Es bleibt aber ein Fragezeichen, was sein wird, wenn die Darstellung mal korrekt sein wird\u2026&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2554 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Hirnstamm-Lucille-Solomon-283x300.png\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Hirnstamm-Lucille-Solomon-283x300.png 283w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/01\/Hirnstamm-Lucille-Solomon.png 519w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ganz optimistisch blickt sie der Zukunft von KI nicht entgegen, da sie nicht aufhaltbar ist. Es gibt aber digitale Anwendungen und Softwares, welche f\u00fcr sie von grosser Wichtigkeit sind. Lucille arbeitet h\u00e4ufig in Kombination mit Photoshop und 3D Programmen wie Cinema 4d, Blender oder ZBrush. Wie ihr Arbeitsprozess hier aussieht, hat sie mir n\u00e4her erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>&#8222;Ich verwende es sehr gerne bei organischen Strukturen, welche ich in Cinema, Blender oder ZBrush modelliere und beleuchte und dann als Grundlage weiterverwende. Ich weiss nicht, ob du das einte Bild gesehen hast wo ein Hirnstamm abgebildet ist mit einem Tumor und einer Hand. Das ist ein gutes Beispiel, wo der Stamm in ZBrush modelliert wurde. <\/strong><strong>{<\/strong><strong>\u2026<\/strong><strong>}<\/strong><strong> Diese Arbeitsweise ist f\u00fcr mich auch zeiteffizienter, als wenn ich alles versuchen w\u00fcrde zu illustrieren.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Lucille erz\u00e4hlte mir weitere Details \u00fcber den Entstehungsprozess der einzelnen Elemente der Visualisierung, was mich sehr faszinierte. Das Werk, auf welches sie sich bezog, geh\u00f6rt n\u00e4mlich zu meinen Lieblingswerken von ihr und es war \u00e4usserst spannend zu erfahren, wie der Entstehungsprozess abl\u00e4uft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Langsam neigte sich das Interview dem Ende zu und ich hatte noch zwei ungestellte Fragen. Da Lucille bereits viel Erfahrung sammeln konnte, wollte ich sie unbedingt nach ihrer Meinung fragen, wovon Studierende von Knowledge Visualization w\u00e4hrend dem Studium am meisten profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Lucille betrachtet das Erlernen neuer Softwares als eine der wichtigsten M\u00f6glichkeit w\u00e4hrend dem Studium. Im Berufsalltag fehle es einem oft an Zeit nebst den Auftr\u00e4gen noch eine neue Software zu erlernen und damit zu experimentieren. F\u00fcr sie war es besonders hilfreich, dass sie Cinema 4d im Studium erlernt hatte. Aber auch andere Z-Module wie die Darstellung und eigene Pr\u00e4sentation auf der Webseite war f\u00fcr sie sehr hilfreich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Als Abschluss fragte ich Lucille wie ihr Traumprojekt aussehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>&#8222;Das w\u00e4re wahrscheinlich eine Art Anatomieatlas. Ein gedrucktes Buch, welches ich haupts\u00e4chlich illustrieren d\u00fcrfte.&#8220; <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ihr Traum, einen Anatomieatlas zu illustrieren, finde ich sehr spannend und ich h\u00e4tte bei dieser Frage vermutlich gleich geantwortet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Nach dem Ende des Interviews blieben wir noch kurz im Starbucks, tranken unser Getr\u00e4nk und sprachen \u00fcber weitere Aspekte der medizinischen Illustration, wie auch meinen bisherigen Erfahrungen im Studium. F\u00fcr mich war es sehr sch\u00f6n, Lucille wiederzusehen und mich mit ihr austauschen zu k\u00f6nnen. Leider neigte sich dann langsam die Zeit dem Ende zu und wir begaben uns auf den Heimweg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">An dieser Stelle bedanke ich mich vielmals bei Lucille Solomon f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Interviews, ihre Offenheit und den Einblicken in ihre Arbeit. Ich habe viel neues gelernt, was ich w\u00e4hrend dem Studium und auch sp\u00e4ter im Berufsalltag mit auf meinen Weg nehmen werde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Webseite<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.medizinische-illustration.ch\/\">https:\/\/www.medizinische-illustration.ch<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Instagram<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/lucille.solomon\/?hl=de\">https:\/\/www.instagram.com\/lucille.solomon\/?hl=de<\/a><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Abb. 1: Portfolio Neurochirurgie \u00a0<span style=\"font-weight: 400\">(https:\/\/www.medizinische-illustration.ch\/neurosurgery<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Abb. 2: Illustration des Hirnstamms \u00a0 (https:\/\/www.instagram.com\/p\/CaaICeWMEGr\/?hl=de)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem kalten Mittwochnachmittag Anfangs Januar, wartete ich am Bahnhof in Olten auf Lucille Solomon. 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