{"id":2739,"date":"2024-02-29T10:40:50","date_gmt":"2024-02-29T10:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=2739"},"modified":"2024-02-29T10:40:50","modified_gmt":"2024-02-29T10:40:50","slug":"interview-mit-luca-bermudez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2024\/02\/29\/interview-mit-luca-bermudez\/","title":{"rendered":"Interview mit Luca Berm\u00f9dez"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Weg ins \u201eAtelier Pikaia\u201c, fr\u00e4gt mich Luca Berm\u00f9dez, T\u00e4towierer und Mitgr\u00fcnder des Studios, ob ich etwas aus der Migros wolle, was mir sofort die Spannung nimmt. Das Interview findet in seinem liebevoll eingerichteten und einladenden Tattoo- Studio statt, wo wir uns zusammensetzen und erstmal \u00fcbers Studium plaudern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Werdegang<\/strong><\/p>\n<p>Luca erz\u00e4hlt, dass seine Leidenschaft f\u00fcr das Zeichnen schon fr\u00fch begann, vor allem mit dem abzeichnen von Tieren und Pflanzen aus wissenschaftlichen B\u00fcchern. F\u00fcr ihn war schon immer klar, dass er etwas mit Zeichnen, Kunst und Illustration machen m\u00f6chte. Auch das T\u00e4towieren kam f\u00fcr ihn schon fr\u00fch in Frage: Als er etwa 16 Jahre alt war, zeichnete er schon t\u00e4towierte Menschen und Designs, die er sich als Tattoos vorstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Vor dem Studium an der Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste machte er noch einen kleinen Umweg; er absolvierte seinen Zivildienst in einer Primarschule und so stellte er sich die Frage, ob er einen p\u00e4dagogischen Weg einschlagen soll, spezifisch im Kunstunterricht. Als es aber bei der Eignungspr\u00fcfung nicht klappte, sah er sich nach anderen Studieng\u00e4ngen um, die sein Interesse an der Wissenschaft, an Tieren und Pflanzen und an der Pal\u00e4ontologie besser repr\u00e4sentieren. So wurde klar, dass der Studiengang Scientific Visualization die richtige Wahl war, weil er dort die richtigen Themen vorfand und gleichzeitig seine zeichnerischen F\u00e4higkeiten erweitern konnte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Tattoo<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p><i>\u201cBeim T\u00e4towieren hatte ich das Gef\u00fchl, dass es eine geschlossene Welt ist. Ich hatte schon ein oder zwei Tattoos, bevor ich mit dem Studium anfing, aber ich wusste nicht, wie ich in diese Welt hineinkommen sollte. Deshalb war sie lange Zeit weit weg, irgendwie unzug\u00e4nglich.\u201d<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/i><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Studiums entdeckte er das Zeichnen mit Tusche f\u00fcr sich und vertiefte seine F\u00e4higkeiten damit, zum Beispiel mit Inktober. Diese Zeichnungen konnte man dann gut als Tattoo-Motive verwenden. Er stellte ein Portfolio mit solchen Zeichnungen zusammen und bewarb sich nach dem Studium bei den umliegenden Tattoo-Studios.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im \u201cGiahi\u201d-Studio hat er seine Ausbildung begonnen, dort hat er gelernt, wie man mit Hygiene umgeht und dort hat er auch seine ersten richtigen Tattoos gestochen. Doch Umstrukturierung des Studios und die damit verbundenen Personalentlassungen beendeten die Ausbildung vorzeitig. Um weiterhin zu \u00fcben bestellte er das ben\u00f6tigte Material und t\u00e4towierte zu Hause seine engsten Freunde. Im \u201cDon\u2019t Say No\u201d- Studio wurde er als T\u00e4towierer eingestellt und konnte dort seine Ausbildung fortsetzen. Im August 2021 machte er den Schritt zur Selbstst\u00e4ndigkeit und gr\u00fcndete mit Sophie, die er in der Ausbildung kennengelernt hatte, das \u201ePikaia Atelier\u201c. Die beiden hatten in den vorherigen Studios erlebt, wie problematisch es zugehen kann und deshalb war es ihnen sehr wichtig, ein Atelier zu haben, das ein \u201esafe space\u201c f\u00fcr alle ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auf die Frage, welche weiteren F\u00e4higkeiten ihm bei der Arbeit helfen, antwortet er;<\/p>\n<p><i>\u201cLustigerweise habe ich Restaurant-Job, den ich gemacht habe, viel mitgenommen. Das Ganze Gastgebersein und mit Leuten umgehen, das ist etwas, was ich dort gelernt habe. Weil wenn jemand f\u00fcr ein Tattoo kommt, ist man wie ein Gastgeber.\u201d<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/i><\/p>\n<p>Im Umgang ist es ihm auch wichtig, dass er sich viel Zeit f\u00fcr die Kunden nimmt, dass sie sich wohlf\u00fchlen und in ihren Entscheidungen nicht gedr\u00e4ngt werden. So macht er in der Regel nur ein Tattoo pro Tag. So bleibt genug Zeit, um das Design zusammen anzusehen, die Gr\u00f6sse anzupassen und sicherzustellen, dass das Tattoo perfekt passt. So geh\u00f6rt bei ihm auch das Retuschieren dazu, bei dem nach dem Abheilen des Tattoos noch etwas nachgebessert wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Ratschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>Als Ratschlag f\u00fcr angehende T\u00e4towierer betont Luca, wie wichtig es ist, viel zu zeichnen und ein regelm\u00e4ssiges Instagram-Profil zu haben;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p><i>\u201cDas andere ist, ein Insta-Profil zu haben, wo man regelm\u00e4ssig postet. Beispielsweise wenn man sich bei Studios bewirbt, ist das oft auch das Erste, was angeschaut wird. Ich finde es ein wenig daneben, dass es in gewisse Studios fast wichtiger ist, wieviele Follower man hat als die k\u00fcnstlerischen F\u00e4higkeiten.\u201d<\/i><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit einem Instagram Profil kann man sich mit einem bestimmten Stil etablieren. Man kann also auch anderen T\u00e4towierern folgen, um herauszufinden, in welche Richtung man selbst gehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ausserdem empfiehlt er, sich medizinisches Wissen \u00fcber Tattoos \u00fcber Youtube anzueignen. Wichtig f\u00fcr das T\u00e4towieren, ist auch das regelm\u00e4ssige \u00dcben, die Ausbildung ist eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung. In der Motivwahl bieten sich organische Motive eher an als geometrische Motive, da gerade Linien viel \u00dcbung brauchen. Mit einer Dickeren Nadel ist die Linienf\u00fchrung auch etwas einfacher.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft plant er, ein gr\u00f6sseres Studio zu er\u00f6ffnen, das dennoch famili\u00e4r bleibt und die M\u00f6glichkeit bietet, Lehrlinge auszubilden.<\/p>\n<p>Ich bedanke mich herzlich bei Luca, f\u00fcr den spannenden Einblick in die Welt des T\u00e4towierens!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2747\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"568\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-683x1024.jpg 683w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-768x1151.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/2022-04-16_Pikaia_Studio_131-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2745\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/bermigram_qr-891x1024.png\" alt=\"\" width=\"494\" height=\"568\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/bermigram_qr-891x1024.png 891w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/bermigram_qr-261x300.png 261w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/bermigram_qr-768x882.png 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/bermigram_qr-1337x1536.png 1337w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/bermigram_qr-1783x2048.png 1783w\" sizes=\"auto, (max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2753 aligncenter\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-01-19-um-18.18.05-2-1024x665.png\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-01-19-um-18.18.05-2-1024x665.png 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-01-19-um-18.18.05-2-300x195.png 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-01-19-um-18.18.05-2-768x499.png 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-01-19-um-18.18.05-2-1536x998.png 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/02\/Bildschirmfoto-2024-01-19-um-18.18.05-2-2048x1330.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg ins \u201eAtelier Pikaia\u201c, fr\u00e4gt mich Luca Berm\u00f9dez, T\u00e4towierer und Mitgr\u00fcnder des Studios, ob ich etwas aus der Migros wolle, was mir sofort die Spannung nimmt. 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