{"id":2897,"date":"2024-12-25T10:44:19","date_gmt":"2024-12-25T10:44:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=2897"},"modified":"2024-12-25T10:44:19","modified_gmt":"2024-12-25T10:44:19","slug":"zwischen-idee-und-umsetzung-interview-mit-freelance-concept-artist-simeon-schaffner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2024\/12\/25\/zwischen-idee-und-umsetzung-interview-mit-freelance-concept-artist-simeon-schaffner\/","title":{"rendered":"Zwischen Idee und Umsetzung &#8211; Interview mit Freelance Concept Artist Simeon Schaffner"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"font-weight: 400;text-align: left\"><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Jeder Anfang ist klein<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Concept Art ist eine herausfordernde Industrie. Auch wenn die Branche in der Schweiz eher klein ist, sind immer mehr Illustrator*Innen auf dem Feld t\u00e4tig; Und dazu geh\u00f6rt auch Simeon Schaffner. Seit seinem Bachelorabschluss im Major Knowledge Visualization in 2016 arbeitet er als Freelance Concept Artist und war bereits an gr\u00f6sseren Projekten wie The Last of Us: Part II beteiligt. Sein Interesse f\u00fcrs Zeichnen pr\u00e4gte schon seine Kindheit, als er unter anderem in Restaurants auf Servietten kritzelte und sp\u00e4ter von belgischen und franz\u00f6sischen Comics inspiriert war. Nach dem Gymnasium und gestalterischen Vorkurs begann seine Ausbildung an der ZHdK. W\u00e4hrend des Studiums war ihm nach wie vor die freie Illustration wichtig, weswegen er parallel neben dem Unterrichtsstoff an pers\u00f6nlichen Illustrationen arbeitete. Beide Disziplinen \u2013 Fiction und Nonfiction &#8211; wurden letztlich mit einer Motivation vereint: M\u00f6glichst gut zeichnen zu k\u00f6nnen. Deshalb sch\u00e4rfte er sein Handwerk in den 3 Jahren. Geplant war, nach dem erfolgreichen Abschluss sein Portfolio zu priorisieren. Eher ungeplant war dann jedoch, dass er regelrecht in die Entertainment-Industrie reinrutschte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2901\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"875\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-1.jpg 1920w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-1-300x137.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-1-1024x467.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-1-768x350.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-1-1536x700.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<h6 style=\"font-weight: 400\">Abbildung 1: Umgebungsskizzen in Graut\u00f6nen<\/h6>\n<hr class=\"ttfmake-hr\" style=\"border-style: double;border-top-width: 6px\" \/>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Concept Art und Entertainment-Design<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><em>In der Entertainment-Industrie spricht man vor allem von Videogames, Filmen und TV- Serien. Als Concept Artist designt und visualisiert man Ideen &#8211; oder eben Konzepte &#8211; die nur in den K\u00f6pfen von Menschen existieren. Diese Illustrationen sind jedoch nicht aktiv Bestandteil des Endprodukts, sondern bilden die Basis f\u00fcr die Umsetzung wie z.B. das Programmieren eines Games oder der Setting-Aufbau eines Filmes. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen also wichtige Dinge anhand der Konzepte entschieden bzw. abgelesen werden, wie etwa das Endprodukt aussehen wird, wie viel das Projekt kosten soll oder wie gut man es vermarkten kann.<br \/>\nSimeon vergleicht es mit dem Plan von einem Architekten. Der Plan gibt eine Auskunft, wie das Endprodukt sein wird, und ist enorm wichtig f\u00fcr die Umsetzung. Jedoch ist der Plan nie das Endprodukt. Bei Concept Art verh\u00e4lt es sich sehr \u00e4hnlich.<\/em><\/p>\n<hr class=\"ttfmake-hr\" style=\"border-style: double;border-top-width: 6px\" \/>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Weg zur Professionalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><em>\u00a0\u00abZwei, drei Monate nach dem Studium haben per Zufall zwei Concept Artists aus Amerika hier einen Workshop gemacht. Das war eigentlich das erste Mal, dass das in der Schweiz so vorkam.\u00bb<br \/>\n<\/em>An dem Event kn\u00fcpfte er Kontakte, die ihm sp\u00e4ter auch zum ersten Auftrag verhalfen. Zudem besuchte er in Amerika eine Schule, die sich auf Entertainment-Design spezialisierte. Heute unterrichtet er noch an der HSLU, leitet einen Onlinekurs und ist als Art Director t\u00e4tig. Am Anfang seiner Karriere war ihm vor allem wichtig, dass er nicht nur von Arbeit zu Arbeit springt, sondern auch sich selbst als Concept Artist etabliert. Das stellte sich als Herausforderung dar, da die Schweiz erst in den letzten paar Jahren eine festere Community f\u00fcr das Entertainment Design aufbaut. Zudem ist die Industrie ein hartes Umfeld. Die Bilder, die produziert werden, m\u00fcssen m\u00f6glichst gut sein in deren Idee und Umsetzung. An einen Auftrag zu kommen \u2013 besonders als Freelancer \u2013 ist daher herausfordernd, da die Anspr\u00fcche an gute Concept-Illustrationen sehr hoch sind. Hat man dann einen Auftrag, kann dies ebenfalls anstrengend werden; manchmal gibt es L\u00fccken zwischen den Arbeiten, ein anderes Mal \u00fcberlappen sich die Auftr\u00e4ge und man muss mit 200% Arbeitsaufwand die Deadlines einhalten und trotzdem qualitativ gute Bilder produzieren. Ein \u00abschlechter Tag\u00bb hat da kaum Platz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2899\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1669\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-300x196.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-1024x668.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-768x501.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-1536x1001.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/arbeitsplatz_sschaffner_2024_2-2048x1335.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<h6 style=\"font-weight: 400\">Abbildung 2: Simeons Arbeitsplatz<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Ein Traum, der in Erf\u00fcllung ging<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Nichtsdestotrotz \u00fcberwiegen die positiven Aspekte seinen Berufsalltag. Die Themen und Arten der Auftr\u00e4ge sind vielf\u00e4ltig; Eine Woche fokussiert man sich auf Skizzen eines Fantasy-Projektes, bei einem anderen Auftrag geht es darum, in mehreren Monaten eine Illustration einer post-apokalyptischen Szene zu kreieren. Diese Vielf\u00e4ltigkeit f\u00fchrt dazu, das eigene K\u00f6nnen zu sch\u00e4rfen.<br \/>\nAuch die Zusammenarbeit mit anderen Illustrator*Innen ist eine Bereicherung. Da kann es auch mal vorkommen, dass man mit Koryph\u00e4en zu tun hat, die seit Jahrzehnten in der Industrie arbeiten. An diversen Events kann man mit anderen Designer*Innen networken und sich inspirieren lassen. Der Vergleich von eigenen Arbeiten mit anderen ist somit etwas, das automatisch passiert \u2013 aber nicht unbedingt grundlegend schlecht ist. Um herauszufinden, ob die pers\u00f6nlichen Skills f\u00fcr die Branche ausreichen und wo es noch Potenzial f\u00fcr Verbesserung gibt, ist es sinnvoll, ein bisschen Konkurrenz zu haben. Der Druck ist wichtig, um einen Grund zu haben, etwas zu machen. Doch solange man dranbleibt, geht es vorw\u00e4rts.<br \/>\n<em>\u00abDie Erkenntnis, dass mit jedem Pinselstrich, den man macht, mit jedem Bleistiftstrich, mit jedem 3D-Modell \u2013 auch schon, wenn man Sachen anschaut \u2013 mit jedem Moment wird man besser.\u00bb<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2903\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-t2-171-eiucalyptus-forest-v4.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1071\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-t2-171-eiucalyptus-forest-v4.jpg 1920w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-t2-171-eiucalyptus-forest-v4-300x167.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-t2-171-eiucalyptus-forest-v4-1024x571.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-t2-171-eiucalyptus-forest-v4-768x428.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-t2-171-eiucalyptus-forest-v4-1536x857.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<h6 style=\"font-weight: 400\">Abbildung 3: \u00dcberwucherte Strassen in Santa Barbara<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>Einen Blick zur\u00fcck, einen Blick voraus<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">In kommender Zukunft wird Simeon sicher auf dem Feld weiterarbeiten. Aktuell tendiert seine Arbeit eher auf die Design-Seite, wobei das Zeichnen manchmal etwas zu kurz kommt. Dies und das st\u00e4ndige Arbeiten am Computer m\u00f6chte er mit pers\u00f6nlichen, analogen Arbeiten ausgleichen. Was ihm bei seiner Karrierenorientierung sehr geholfen hat \u2013 und was er auch allen, die in die Illustration einsteigen m\u00f6chten, empfehlen kann \u2013 ist, sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><em>\u00abDas Ding ist halt, man weiss nicht, was man alles nicht weiss. Und ich glaube, als Illustrator muss man sich auch mal die Zeit nehmen, um 150% in das Metier einzutauchen (\u2026) um herauszufinden, was braucht es wirklich, um den Job zu machen und will man den machen f\u00fcr den Rest vom eigenen Leben<\/em><em>.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\u00dcber die Zeit lernt man aber nicht nur, besser zu illustrieren. W\u00e4hrend den diversen Auftr\u00e4gen kann man unterschiedliche Realit\u00e4ten und Welten erschaffen. In dem Prozess findet man sich selbst besser kennen, da die eigenen Bilder oft eine Reflexion von dem sind, was man ist oder von dem, was man sein will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Herzlichen Dank an Simeon f\u00fcr das spannende, vielseitige und lehrreiche Interview!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Weitere Werke von Simeon Schaffner findet man hier: <a href=\"https:\/\/www.artstation.com\/simeonschaffner\">https:\/\/www.artstation.com\/simeonschaffner<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2905\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-workshop-sae-final-demo-simeon-schaffner.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1012\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-workshop-sae-final-demo-simeon-schaffner.jpg 1920w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-workshop-sae-final-demo-simeon-schaffner-300x158.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-workshop-sae-final-demo-simeon-schaffner-1024x540.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-workshop-sae-final-demo-simeon-schaffner-768x405.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2024\/12\/simeon-schaffner-workshop-sae-final-demo-simeon-schaffner-1536x810.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<h6 style=\"font-weight: 400\">Abbildung 4: Illustration f\u00fcr den Workshop \u00abEnvironment Design for Games\u00bb<\/h6>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Jeder Anfang ist klein Concept Art ist eine herausfordernde Industrie. 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