{"id":3139,"date":"2025-01-23T17:25:24","date_gmt":"2025-01-23T17:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=3139"},"modified":"2025-08-04T14:03:47","modified_gmt":"2025-08-04T14:03:47","slug":"vom-studium-in-die-selbstaendigkeit-der-weg-eines-wissenschaftlichen-illustrators-interview-mit-stefan-scherrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2025\/01\/23\/vom-studium-in-die-selbstaendigkeit-der-weg-eines-wissenschaftlichen-illustrators-interview-mit-stefan-scherrer\/","title":{"rendered":"Vom Studium in die Selbst\u00e4ndigkeit: Der Weg eines wissenschaftlichen Illustrators. Interview mit Stefan Scherrer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach dem Abschluss eines gestalterischen Studiums stehen viele vor der grossen Frage: Wie geht es weiter? F\u00fcr Stefan Scherrer war die Antwort klar: Selbst\u00e4ndigkeit. Wie sich der Weg dorthin gestaltete und welche Herausforderungen er auf diesem st\u00e4ndigen Lernprozess erlebte, teilt er in diesem Interview.<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Scherrer schloss 2020 seinen Bachelor in Knowledge Visualization an der ZHdK ab und ist seither als freischaffender wissenschaftlicher Illustrator t\u00e4tig. Die Bereiche seiner Projekte reichen von Medizin, Biologie, Arch\u00e4ologie und Anthropologie bis hin zu Pal\u00e4ontologie.<\/p>\n<p><strong>Erwartungen vs. Realit\u00e4t<\/strong><br \/>\nIch lerne den Beruf der wissenschaftlichen Illustration durch Gespr\u00e4che, Atelierbesuche oder Vortr\u00e4ge immer besser kennen und mein Bild davon wird zunehmend differenzierter. Trotzdem ist einiges noch unklar, wenn ich an meine berufliche Zukunft denke. Mich interessierte, wie es Stefan damit ging, als er hier an der ZHdK war. Ich fragte ihn, wie er sich den Beruf des wissenschaftlichen Illustrators w\u00e4hrend des Studiums vorstellte und inwieweit sich diese Erwartungen mit seinem jetzigen Berufsalltag decken. \u201eVon den gestalterischen Prozessen und Designabl\u00e4ufen ist es schon so, wie ich es mir vorgestellt habe. Was definitiv anders ist, ist das Aufgleisen von Projekten.\u201c Pl\u00f6tzlich m\u00fcsse man sich selbst darum k\u00fcmmern, wie man an Auftr\u00e4ge kommt und Projekte finanziert. Und man stelle fest, wie die Finanzierung den Gestaltungsprozess beeinflusst &#8211; positiv wie negativ. Zum Beispiel k\u00f6nne eine zeitliche Einschr\u00e4nkung dem Prozess auch zu Gute kommen, weil sie einen zwinge, Dinge zu vereinfachen.<\/p>\n<p>Auf meine Frage, ob er damals vor dem Abschluss schon einen konkreten Plan hatte, wie und wo es nach dem Studium weitergehen sollte, antwortete Stefan: \u201eDas Wie war f\u00fcr mich klar: mit Selbst\u00e4ndigkeit. Der Rest passierte ohne Plan.\u201c<\/p>\n<p><strong>Der Weg zu Auftr\u00e4gen<\/strong><br \/>\nInsbesondere am Anfang, gerade nach dem Berufseinstieg, kann es schwierig sein an Auftr\u00e4ge zu gelangen, da man noch kein sehr grosses Netzwerk hat. Eine bew\u00e4hrte Strategie von Stefan ist nach wie vor, einfach bei den Leuten anzuklopfen und proaktiv zuzugehen auf Menschen in Museen, Forschungsinstituten oder Agenturen. Sich ein Netzwerk aufzubauen sei ein stetiger Prozess, bei dem er immer noch dazulerne. Es komme auch darauf an, wie offen man sei, sagt Stefan. Konzentriere man sich nicht nur auf die wissenschaftliche Illustration, sondern nehme auch andere gestalterische Auftr\u00e4ge an, werde das Feld nat\u00fcrlich breiter und es \u00f6ffnen sich mehr M\u00f6glichkeiten. Flexibilit\u00e4t im eigenen Berufsfeld sei generell von Vorteil.<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen und Freiheiten<\/strong><br \/>\nNicht nur an Auftr\u00e4ge zu kommen (und damit ein regelm\u00e4ssiges Einkommen zu sichern) ist in der Selbst\u00e4ndigkeit eine Herausforderung, sondern auch der Austausch mit Kolleg:innen, der im eigenst\u00e4ndigen Arbeiten nicht mehr so gegeben ist wie im Studium und manchmal zu kurz komme. Deshalb pflegt Stefan den Kontakt zu ein paar seiner ehemaligen Mitstudierenden. Dieser Austausch sei f\u00fcr ihn viel wert. Es gebe aber auch immer wieder Projekte, in denen er im Team arbeitet. Ihm sei es wichtig, eine gute Balance zu halten zwischen Einzelauftr\u00e4gen und Projekten im Team. Und auch wenn die Selbst\u00e4ndigkeit so manche Herausforderung mit sich bringt, ist die damit verbundene Flexibilit\u00e4t ein sehr grosser und wertvoller Vorteil, den Stefan sehr sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong>Tipps f\u00fcr den Berufseinstieg<\/strong><br \/>\nDer erste Schritt in Richtung Berufseinstieg ist das Bachelorprojekt. \u201eWas ich dir dabei ans Herz legen w\u00fcrde, ist, dass du ganz fest auf dich h\u00f6rst und das macht, was dich interessiert und was auch der Weiche entspricht, die du im Beruf schlagen willst.\u201c Stefan lebt nach dem Prinzip, dem zu folgen, was einen fasziniert und pers\u00f6nlich weiterbringt &#8211; auch wenn das vielleicht nicht immer das Vern\u00fcnftigste ist. Seine Devise: \u201eMach das, was dich begeistert, und nicht das, was Potential hat f\u00fcr Geld und Sicherheit, denn ich denke, wenn du etwas findest, das Spass macht, wirds funktionieren.\u201c<\/p>\n<p>Ebenfalls wichtig sei Geduld. Der Einstieg sei keine einfache Zeit und man m\u00fcsse offen und flexibel sein, um weiterzukommen. Und schlussendlich sei das Ganze ein fortlaufender Prozess, den man mit Neugier und Freude erleben d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Herzlichen Dank, Stefan, f\u00fcr die spannenden Einblicke in deinen Werdegang und Berufsalltag!<\/p>\n<p>Stefans Website: <a href=\"https:\/\/stefan-scherrer.ch\/scientific-illustration\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/stefan-scherrer.ch\/scientific-illustration<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Abschluss eines gestalterischen Studiums stehen viele vor der grossen Frage: Wie geht es weiter? F\u00fcr Stefan Scherrer war die Antwort klar: Selbst\u00e4ndigkeit. Wie sich der Weg dorthin gestaltete und welche Herausforderungen er auf diesem st\u00e4ndigen Lernprozess erlebte, teilt er in diesem Interview. 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