{"id":3144,"date":"2025-01-29T15:37:25","date_gmt":"2025-01-29T15:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=3144"},"modified":"2025-08-04T14:02:53","modified_gmt":"2025-08-04T14:02:53","slug":"interview-mit-cornelia-gann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2025\/01\/29\/interview-mit-cornelia-gann\/","title":{"rendered":"Interview mit Cornelia Gann"},"content":{"rendered":"<p>Cornelia Gann, eine erfahrene und vielseitige Illustratorin, blickt auf einen aussergew\u00f6hnlichen Werdegang zur\u00fcck, der durch Abwechslung, Anpassungsf\u00e4higkeit und Kreativit\u00e4t gepr\u00e4gt ist. Urspr\u00fcnglich plante sie eine Karriere als Grafikerin, doch ihre berufliche Reise nahm eine andere Richtung. \u201eUrspr\u00fcnglich wollte ich eine Ausbildung zur Grafikerin machen, mir wurde dann aber ein Ausbildungsplatz als Textildesignerin angeboten. Die Liebe zum Textilen ist geblieben, aber noch w\u00e4hrend meiner Ausbildung ersehnte ich mir ein breiteres T\u00e4tigkeitsfeld. Ich arbeite gerne an sehr unterschiedlichen Themen in unterschiedlichen Branchen und Bereichen.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Faszination f\u00fcr das Zeichnen und ihre Neugier f\u00fchrten sie zun\u00e4chst zum wissenschaftlichen Zeichnen, inspiriert von der N\u00e4he zur Wissenschaft und der Arch\u00e4ologie. \u201eDa ich fr\u00fcher sehr ausgiebig zeichnete und scribbelte, war eigentlich schnell klar, dass es auf wissenschaftliches Zeichnen hinauslaufen w\u00fcrde. Die Arch\u00e4ologie faszinierte mich, und noch w\u00e4hrend der ersten beiden Ausbildungsjahre sah ich meine berufliche Zukunft darin.\u201c Doch schon w\u00e4hrend des Studiums \u00f6ffneten sich andere T\u00fcren: \u201eEs sollte anders kommen. Ich habe bereits w\u00e4hrend meines regul\u00e4ren Studiums begonnen, f\u00fcr Filmproduktionen zu arbeiten. Meine Skills im Storyboarding kamen mir zugute, und ich arbeitete als Ausstatterin, Setdesignerin und Requisiteurin.\u201c<\/p>\n<p>Cornelia entdeckte eine Leidenschaft f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Arbeit und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Branchen, von Filmproduktionen und Hochschulen bis hin zu Verlagsh\u00e4usern und st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden. Dabei blieb sie stets flexibel: \u201eIch wusste fr\u00fch, dass ich eines nicht kann: Mich ausschliesslich einem Thema widmen. Ich kann mich auch heute nicht auf ein Medium beschr\u00e4nken, arbeite gerne mit verschiedenen Techniken und mische auch sehr unkonventionell diverse Stile.\u201c<\/p>\n<p>Ihre bevorzugten Werkzeuge reichen von traditionellen Methoden wie Bleistift und Papier bis hin zu digitalen Techniken. Der Bleistift bleibt eines ihrer liebsten Werkzeuge, insbesondere f\u00fcr erste Skizzen. \u201eDa bin ich noch ziemlich altmodisch unterwegs und arbeite mit einem uralten Computer. Kolorieren passiert bei mir haupts\u00e4chlich im Photoshop.\u201c Gleichzeitig experimentiert sie gerne mit digitalen Collagen. Doch die Sehnsucht nach klassischen Medien ist geblieben: \u201eIch w\u00fcrde gerne wieder mehr malen \u2013 Gouache, Acryl und \u00d6l. Auch grossfl\u00e4chiges Aquarell und Siebdruck auf Fotografie reizen mich sehr.\u201c<\/p>\n<p>Trotz ihrer vielf\u00e4ltigen Erfahrungen und Erfolge betont Cornelia die Herausforderungen in der Branche. Der Markt sei oft unberechenbar: \u201eEs ist ein launischer Markt, dessen Gesetzm\u00e4ssigkeiten sich mir oft auch nicht erschliessen. Aber ich habe den Vorteil, schon sehr lange im Gesch\u00e4ft zu sein und viele unterschiedliche Leute zu kennen.\u201c Ihr breites Netzwerk und ihre unkomplizierte Herangehensweise haben sich dabei als entscheidend erwiesen: \u201eDie Leute sch\u00e4tzen das Speditive, dass ich aus wenig Input schnell etwas hervorzaubern kann. Fr\u00fcher hatte ich viele Leerl\u00e4ufe, heute bin ich viel speditiver und lege grossen Wert auf eine gute Kommunikation mit den Kunden.\u201c<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist die Zusammenarbeit in Teams. \u201eWas ich heute sehr sch\u00e4tze, ist um mich herum ein Team aus erfahrenen Spezialist*innen \u2013 Grafik, Film, Architektur, Illustration \u2013, die ich zu Projekten hinzuziehen kann. Ein gutes Netzwerk ist unabdingbar, um auch gr\u00f6ssere Auftragsvolumen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Zum Thema k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) hat Cornelia eine pragmatische, aber kritische Haltung: \u201eIch bin der Meinung, dass es nichts bringt, den Kopf in den Sand zu stecken. Wie die meisten meiner Berufskollegen bin ich jedoch auch erst in eine Art Schockstarre verfallen. Mittlerweile setze ich KI wie eine Suchmaschine ein, um mir Vorschl\u00e4ge anzeigen zu lassen, die ich dann in der Umsetzung verwenden kann.\u201c Dennoch bleibt sie skeptisch: \u201eDie KI wird kommen und f\u00fcr prek\u00e4re Verh\u00e4ltnisse sorgen in diversen Branchen, aber es gibt immer Nischen. Momentan dient sie oft der Absicherung, dass \u201anoch\u2018 nicht alles m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p>Cornelias Rat an angehende Illustrator*innen ist klar: \u201eSprecht miteinander, tauscht euch aus. Nichts ist so frustrierend, wenn man keine Ahnung hat, wie teuer eine Offerte sein soll, oder wenn man an Programmen scheitert. Der Austausch kann vieles erleichtern.\u201c Ausserdem ermutigt sie dazu, sich von \u00e4usseren und inneren Einschr\u00e4nkungen zu befreien: \u201eLasst euch nicht durch Dogmen behindern, wie etwas auszusehen hat. Mich hat das fr\u00fcher eingesch\u00fcchtert, aber heute weiss ich, dass der Mut, sich ins kalte Wasser zu werfen, entscheidend ist.\u201c<\/p>\n<p>Cornelia Ganns Karriere ist ein beeindruckendes Beispiel f\u00fcr die Bedeutung von Vielseitigkeit, Offenheit und Anpassungsf\u00e4higkeit in einer sich st\u00e4ndig wandelnden Branche. Mit ihrer Erfahrung und Leidenschaft f\u00fcr interdisziplin\u00e4res Arbeiten zeigt sie, wie wichtig Neugier und Kreativit\u00e4t f\u00fcr eine erfolgreiche Laufbahn in der Illustration sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3150\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann01-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann01-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann01-767x1024.jpg 767w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann01-768x1026.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann01-1150x1536.jpg 1150w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann01.jpg 1165w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3146 alignnone\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann06-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann06-224x300.jpg 224w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann06-763x1024.jpg 763w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann06-768x1030.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann06-1145x1536.jpg 1145w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann06.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3152 alignnone\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann02-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann02-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann02-775x1024.jpg 775w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann02-768x1014.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann02.jpg 1144w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3156 alignnone\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann05-263x300.jpg\" alt=\"\" width=\"263\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann05-263x300.jpg 263w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann05-898x1024.jpg 898w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann05-768x876.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann05-1347x1536.jpg 1347w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann05.jpg 1417w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3148 alignnone\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann08-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann08-224x300.jpg 224w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann08-763x1024.jpg 763w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann08-768x1030.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann08-1145x1536.jpg 1145w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann08.jpg 1181w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3154 alignnone\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann03-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann03-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann03-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann03-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann03-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2025\/01\/CorneliaGann03.jpg 1417w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 1-6: Verschiedene Arbeiten von Cornelia Gann<\/p>\n<p>Kontakt:<\/p>\n<p>Treuthardt Gann<br \/>\nIllustration &amp; Grafik<br \/>\nGr\u00fcngasse 6<br \/>\nCH-8004 Z\u00fcrich<\/p>\n<p>044 241 56 19<br \/>\n<a href=\"mailto:mail@treuthardt-gann.ch\">mail@treuthardt-gann.ch<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.treuthardt-gann.ch\/index.html#arbeiten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.treuthardt-gann.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cornelia Gann, eine erfahrene und vielseitige Illustratorin, blickt auf einen aussergew\u00f6hnlichen Werdegang zur\u00fcck, der durch Abwechslung, Anpassungsf\u00e4higkeit und Kreativit\u00e4t gepr\u00e4gt ist. 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