{"id":3395,"date":"2026-01-07T15:46:50","date_gmt":"2026-01-07T15:46:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=3395"},"modified":"2026-01-07T15:46:50","modified_gmt":"2026-01-07T15:46:50","slug":"jakob-naef","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2026\/01\/07\/jakob-naef\/","title":{"rendered":"Jakob N\u00e4f"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3399\" aria-describedby=\"caption-attachment-3399\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3399 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/landschaften-300x232.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"232\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/landschaften-300x232.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/landschaften-1024x793.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/landschaften-768x595.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/landschaften-1536x1189.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/landschaften-2048x1586.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3399\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Illustration aus seinem Projekt &#8222;Timeless Arctic&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Mit dem Zug in Frauenfeld angekommen, mache ich mich auf den Weg zum Amt f\u00fcr Arch\u00e4ologie. Dort erwartet mich Jakob N\u00e4f f\u00fcr unser Interview.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Jakob N\u00e4f war schon fr\u00fch bewusst gewesen, in Richtung Arch\u00e4ologie zu gehen. Schon w\u00e4hrend dem Studium an der HSLU in Luzern hat er \u00fcber Praktika Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen, sp\u00e4ter hat er zun\u00e4chst auf Projektbasis gearbeitet. Denn nicht \u00fcberall sei eine Festanstellung g\u00e4ngig. Dann hatte er Gl\u00fcck und die Stelle in Frauenfeld ist frei geworden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Erst die letzten Wochen war er auf einer Ausgrabung, die Funde stehen zum Teil auf den Tischen. Wir kommen gleich ins Gespr\u00e4ch, er zeigt mir Bilder. \u00a0Er erz\u00e4hlt mir, die Hauptaufgabe bestand dabei vor allem in der Ausgrabung selbst, aus Fotos werden sp\u00e4ter die Pl\u00e4ne mit Structure from motion modelliert. Vor einigen Jahren h\u00e4tte man bei Ausgrabungen noch viel mehr von Hand gezeichnet. Durch den gro\u00dfen Schritt in der digitalen Entwicklung hat sich aber auch die Arbeit des wissenschaftlichen Illustrators ver\u00e4ndert. Viele Ausgrabungsteams k\u00f6nnen die Pl\u00e4ne inzwischen selbst erstellen. Da dies aber oft die weniger spannenden Aufgaben sind, sei der Ersatz nicht so schlimm. Vor allem in der klassischen Fund-und Grabungsdokumentation, sei es inzwischen sehr technisch geworden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Bei vielen Fundzeichnungen startet er dennoch mit der ersten Zeichnung analog. F\u00fcr die richtige Gr\u00f6\u00dfe und eine entzerrte Ansicht ist dies der erste Schritt. Auch bei vielen Wandbildern f\u00fcr Ausstellungsarbeiten ist der erste Schritt oft analog in Bleistift und Aquarell. Dies sei sein momentaner Workflow, aber \u201esobald wir einen 3D Scanner haben werden, wird das auch wegfallen\u201c, meint er in Bezug auf das Erfassen von Objekten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3397\" aria-describedby=\"caption-attachment-3397\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3397\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/Bilder-300x165.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/Bilder-300x165.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/Bilder-1024x562.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/Bilder-768x422.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/Bilder-1536x844.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/Bilder-2048x1125.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3397\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Zeichnung, Jakob N\u00e4f<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"font-weight: 400\">Bei den Museumsprojekten und Didaktik bleibt daf\u00fcr die Gestaltung das Hauptelement. Neben Rekonstruktionen und den klassischen Fundzeichnungen ist ein gro\u00dfer Teil der Arbeit die Gestaltung der Ausstellungen im Arch\u00e4ologischen Museum in Frauenfeld. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel gro\u00dfe Wandbilder und Raumgestaltung. In der Bildgestaltung sei man dabei relativ frei, solange der Inhalt stimmt.\u00a0 Es sei immer recht ein \u201eping-Pong Spiel zwischen den Wissenschaftler und dem Gestalter.\u201c Manchmal wisse man auch nicht zu hundert Prozent wie etwas ausgesehen hat, wie zum Beispiel bei Frisuren, die R\u00fccksprache mit einem Faktencheck seien hier sehr wichtig.<\/p>\n<h3 style=\"font-weight: 400\"><strong>Ich frage ihn, wie lange er im Durchschnitt an einem Projekt arbeitet. \u00a0<\/strong><\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400\">Museumsprojekte seien oft enger getaktet, wohingegen sich Auswertungsprojekte in der Arch\u00e4ologie sich auch \u00fcber mehrere Jahre ziehen k\u00f6nnen. Man sei dann nicht immer in gleichem Umfang daran am Arbeiten. Jakob N\u00e4f erz\u00e4hlt mir, dass das vor allem damit zu tun hat, dass oft viele Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen involviert sind, und gleichzeitig bei sehr gro\u00dfen Ausgrabungen auch sehr viel mehr Material vorhanden ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\u201eBei einer Ausgrabung hatten wir um die 4000 Keramikscherben zum Auswerten gehabt\u201c. Das war ein Projekt \u00fcber ca. 2 Jahre. Schlussendlich sind 1500 Scherben gezeichnet worden.<\/p>\n<h3 style=\"font-weight: 400\"><strong>Schlie\u00dflich spreche ich ihn noch auf ein Projekt von seiner Website an.<\/strong><\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>\u00a0<\/strong>Sein Buchprojekt \u201eTimeless Arctic\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\u00dcber drei Wochen hat er in einer Gruppe aus Wissenschaftlern, aber auch Filmschaffenden und einer Autorin eine Forschungsexpedition nach Spitzbergen begleitet. In dieser Zeit sind Skizzen und Zeichnungen f\u00fcr sein pers\u00f6nliches Buchprojekt entstanden. Solche Chancen seien aber definitiv ein Gl\u00fccksfall und leider nicht die Regel. Und es sei ein Zufall gewesen, dass es thematisch gerade zu seiner vergangenen Bachelorarbeit gepasst hatte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3401\" aria-describedby=\"caption-attachment-3401\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3401 size-large\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/walrosse-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/walrosse-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/walrosse-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/walrosse-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/walrosse-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2026\/01\/walrosse.jpg 1975w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3401\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Ausschnitt aus seinem Buch &#8222;Timeless Arctic&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"font-weight: 400\">Nach wie vor ist die bevorzugte Zeichentechnik von Jakob N\u00e4f analog. Das spiegelt sich auch in vielen seiner Arbeiten wieder.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><strong>\u201eWenn es geht, versuche ich noch etwas analog zu machen\u201c. <\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Gerade weil man auch ohnehin schon viel am Bildschirm sei, ganz allgemein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Den Berufseinstieg nach dem Studium empfindet Jakob N\u00e4f als nicht ganz einfach. Arch\u00e4ologie sei dabei noch etwas einfacher, weil es hier noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele Stellen gibt. Viele von seinen Mitstudenten haben dennoch Weiterbildungen oder ein zweites Standbein in Editorial Design\/ Werbung gesucht. Die Digitalisierung und ihre damit verbundenen Ver\u00e4nderungen haben dabei einen relativ gro\u00dfen Einfluss. Aber auch der Fokus in der Arch\u00e4ologie w\u00fcrde sich \u00e4ndern. Weg von der gro\u00dfen Masse\/Auswahl, die man zeigen m\u00f6chte, in die Richtung, nur die wichtigsten St\u00fccke, stellvertretend f\u00fcr ein Ganzes, zu zeigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Die Chancen auf eine Festanstellung seien oft mit Gl\u00fcck verbunden. Umso wichtiger findet Jakob N\u00e4f daher, sehr fr\u00fch Kontakte zu kn\u00fcpfen und sich um Praktika zu bem\u00fchen. Gerade in der Arch\u00e4ologie sei das von gro\u00dfem Vorteil. F\u00fcr ihn pers\u00f6nlich sieht er manchmal einen Nachteil, dass er im Studium nicht so einen intensiven Einstieg in die digitalen Medien gehabt hatte. Dies heute schon im Studium intensiv zu lernen, sieht er als gro\u00dfe Chance, auch weil man so breitere M\u00f6glichkeiten in der Gestaltung hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Nach unserem Gespr\u00e4ch gibt Jakob N\u00e4f mir noch Einblicke in die R\u00e4umlichkeiten des Amts und seine Arbeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Herzlichen Dank an dich Jakob, dass du dir Zeit genommen hast, mir einen Einblick in deine Arbeit zu geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">https:\/\/www.jakobnaef.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Mit dem Zug in Frauenfeld angekommen, mache ich mich auf den Weg zum Amt f\u00fcr Arch\u00e4ologie. Dort erwartet mich Jakob N\u00e4f f\u00fcr unser Interview. Jakob N\u00e4f war schon fr\u00fch bewusst gewesen, in Richtung Arch\u00e4ologie zu gehen. 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