{"id":409,"date":"2018-01-16T12:58:27","date_gmt":"2018-01-16T12:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=409"},"modified":"2018-01-17T07:39:48","modified_gmt":"2018-01-17T07:39:48","slug":"interview-mit-eva-klaeui","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2018\/01\/16\/interview-mit-eva-klaeui\/","title":{"rendered":"Interview mit Eva Kl\u00e4ui"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eG\u00e4lled Sie, Sie ch\u00f6nnd no vo Hand zeichne?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Bereits als Kind hat Eva Kl\u00e4uis Schwester ihre Zeichnungen verkauft. Als sie dann mit 17 Jahren die Abschlussausstellung der Fachklasse f\u00fcr Wissenschaftliche Illustration besuchte, wusste sie: \u201eDas esch min Bruef.\u201c Einen Plan B gab es nicht.<br \/>\nIm Studium hat sie ihre handwerklichen Fertigkeiten erlernt. Nach dem Studium waren diese gefestigt und sie konnte sich bei Auftr\u00e4gen schnell einarbeiten. Jedoch f\u00fchlte sie sich noch nicht wirklich bereit f\u00fcr den Berufsalltag. Ihr wurde nicht beigebracht, wie man Auftr\u00e4ge akquiriert und erfolgreich abwickelt. Die administrativen Aufgaben waren ihr fremd. Doch ist sie in dieser Zeit noch mit einer Lockerheit an die Arbeit heran getreten, die sie sich heute nicht mehr erlauben w\u00fcrde. Seit 19 Jahren arbeitet Eva Kl\u00e4ui jetzt schon mit Leidenschaft als Illustratorin. Trotzdem ist es harte Arbeit und finanziell gibt es immer wieder Schwankungen. Um sich darin etwas Sicherheit zu schaffen, empfiehlt sie eine Kombination aus Festanstellung und selbst\u00e4ndigem Arbeiten.<br \/>\nDas Internet ist etwas, das viel ver\u00e4ndert hat. Sie erz\u00e4hlt, wie sie anfangs noch mit ihrer Illustration zur NZZ gegangen ist, um sie dort in analoger Form abzugeben. Das Internet habe ihren Job vereinfacht. Auch wenn es um administrative oder rechtliche Angelegenheiten geht, helfe Google weiter. Digitales Arbeiten war im Studium kein grosses Thema gewesen und wurde in etwa drei Wochen Photoshop abgehandelt. Die Programme hat sie sich selbst beigebracht. Zeichnungen macht sie heute noch analog und f\u00e4rbt sie dann digital ein. Das digitale Arbeiten bringt, insbesondere im Bereich Korrekturen, Vorteile mit sich. Seit zwei Jahren f\u00fchrt sie eine Webseite, die ihr Arbeit erspart und Anerkennung einbringt. Es ist ein Portfolio, in dem sie bewusst eine schlichte Auswahl trifft. Mit dem, was man den Auftraggebern zeigt, kann man auch Einfluss nehmen, welche Art von Auftr\u00e4gen man bekommt. Davor hat sie f\u00fcr jeden Kunden ein PDF zusammengestellt. Sie tat das zwar gerne, einen Link angeben zu k\u00f6nnen, ist jedoch einfacher. Auftr\u00e4ge bekommt sie \u00fcber ihre Webseite nur selten. Das l\u00e4uft bei Eva Kl\u00e4ui \u00fcber Empfehlungen ihrer Kontakte. Als sich die digitalen Techniken durchzusetzen begannen, w\u00fcnschten sich das nicht alle Kunden und so bekam sie einmal einen Anruf einer Agentur, die fragte: \u201e G\u00e4lled Sie, Sie ch\u00f6nd no vo Hand zeichne?\u201c Ja, das kann sie und auch malen. Im Atelier steht eine Staffelei mit einem Bild von verschiedenen S\u00fcssigkeiten, ein eigenes Projekt. Es ist eine alte Technik mit \u00d6lfarbe, die sie anwendet. Es sei sozusagen das Umgekehrte des Aquarells. Man beginnt mit einer Lasur, dann arbeitet man mit Weissh\u00f6hen und verschiedenen Schichten. Auch wenn einem im Berufsalltag niemand mehr zahlen w\u00fcrde, die analogen Techniken in ihrer Perfektion auszuf\u00fchren, sei es doch ein gewisser Berufsstolz, das noch zu k\u00f6nnen. Zudem hilft es, ein Objekt zu verstehen und das Auge zu schulen.<\/p>\n<p>Noch heute ist Eva Kl\u00e4ui sehr gerne Illustratorin und empfindet es als ein Privileg mit dem, was sie am besten kann, ihr Geld verdienen zu d\u00fcrfen. Das gestalterische Arbeiten, das Handwerk und auch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern sch\u00e4tzt sie sehr. Es sei immer wieder spannend, als Laie in ein Fachgebiet Einblick zu bekommen. Auch die Reaktionen von Leuten, die ihre Illustrationen sehen, sind teils sehr r\u00fchrend. So habe eine Frau, vor lauter Gl\u00fcck, Tr\u00e4nen in den Augen gehabt, als sie eine pers\u00f6nlich gestaltete Karte zum Abschied aus der Firma bekam. Wenn man Eva Kl\u00e4ui jetzt fragen w\u00fcrde, welche Bilder ihr selbst gefallen und zuhause an der Wand h\u00e4ngen, w\u00fcrde sie bestimmt gerne \u00fcber die Zeichnungen ihrer eigenen Kinder erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>www.evaklaeui.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eG\u00e4lled Sie, Sie ch\u00f6nnd no vo Hand zeichne?\u201c Bereits als Kind hat Eva Kl\u00e4uis Schwester ihre Zeichnungen verkauft. 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