{"id":796,"date":"2019-02-24T08:55:55","date_gmt":"2019-02-24T08:55:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=796"},"modified":"2019-02-24T09:05:53","modified_gmt":"2019-02-24T09:05:53","slug":"interview-mit-till-lauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2019\/02\/24\/interview-mit-till-lauer\/","title":{"rendered":"Interview mit Till Lauer"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-806 size-large\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_01-e1550998235259-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_01-e1550998235259-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_01-e1550998235259-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_01-e1550998235259-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_01-e1550998235259-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p>Herzlich werde ich von Till in seiner WG-Wohnung willkommen geheissen. Mit Sturmfrisur und einem L\u00e4cheln wird mir sofort ein Kaffee angeboten. Es ist eine grosse Altbauwohnung mit hohen Decken, mit schlichtem Fries. Der Boden knarzt melodisch bei jedem Schritt. In einem der Zimmer befindet sich sein Atelier &#8211; ein grossz\u00fcgiger und heller Raum, vorbereitet mit zwei Sitzen, einem niedrigen Couchtischlein und Naschereien. Der Blick aus dem Fenster erlaubte einem den Ausblick an eine belebte Strasse mit dem in Wolken geh\u00fcllten Pilatus im Hintergrund.<\/p>\n<p>Der Kaffee erf\u00fcllt den Raum mit seinem Aroma und die Spannung steigt.<\/p>\n<p>Wie bei so vielen auch, beginnt bei Till alles mit der Leidenschaft zu Zeichnen. Von vielen Arten und Techniken mit welchen er sich auseinandersetzte, kristallisierte sich bei ihm recht fr\u00fch eine bestimmte Art Dinge darzustellen heraus &#8211; die Reduktion. Auch im Illustrator-Studiengang in Luzern wird bei ihm schnell klar &#8211; die \u00c4sthetik der einfachen Formen, der Stilisierung und der Grafik sind sein Ding. Schon w\u00e4hrend dem Studium hatte sich Till an Auftr\u00e4ge wie Flyer und Plakate gewagt. Kontakte hatte er \u00fcber Freunde und Bekannte. Mit dem Hintergedanken; Funktioniert die selbstst\u00e4ndige Arbeit schon so weit f\u00fcr ihn, auch zum Beispiel schon so weit, finanziell unabh\u00e4ngig zu sein?<br \/>\nIn seiner Herangehensweise \u00fcberwiegt vor allem das Konzept im Vergleich zur Beobachtung. Am Spannendsten findet er die kreative Auseinandersetzung oder das kreative Reagieren mit dem Vorgegebenen &#8211; also mit der Realit\u00e4t. Seien es politische Themen, aber auch nur ganz einfache, private Themen, wie ein Familienhaushalt, eine Beziehung, eine Emotion. Er sieht darin eine Bereicherung f\u00fcr den Geist und w\u00e4chst mit jedem Thema und dessen Umsetzung an Erkenntnis. Sp\u00e4testens als wir seine Arbeit \u201eSilent Letters\u201c thematisieren, wird mir klar wie sorgf\u00e4ltig und respektvoll man mit dem Vorgegebenen hantieren muss. Der Schwerpunkt in einer solchen Arbeit liegt vor allem in der Balance wie und was gezeigt werden darf und was nicht, um den Ernst der Arbeit nicht zu gef\u00e4hrden. Dass die Arbeit &#8211; aus meiner Sicht &#8211; so gut gelungen ist zeigt mir wie viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Respekt Till in die Arbeit steckte. Die Idee f\u00fcr die urspr\u00fcngliche Abschlussarbeit f\u00fcr seinen Bachelor kam ihm w\u00e4hrend dem joggen im Wald an einem d\u00fcsteren Herbsttag.<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr einen Snack! -mampf-<\/p>\n<p>Die Lichtseiten in seinem Beruf sind gleichzeitig die Schattenseiten. Die Selbstst\u00e4ndigkeit bietet enorm viele Freiheiten. Das ist die hellste Lichtseite und gleichzeitig auch die finsterste Schattenseite. Sei es das fehlen einer vorgegebener Arbeitsstruktur, flexible Arbeitszeiten, der eigene Entscheid des Bezahlens der Pensionskasse oder Entscheidungen im Allgemeinen. Man ist mit einer Unregelm\u00e4ssigkeit und Ungewissheit konfrontiert mit welcher man klar kommen sollte und auch klar kommen wird mit der Zeit. Man ist in dem Sinne zu nichts verpflichtet und sollte sich zumindest ein wenig in gesundem Masse in Selbstdisziplin \u00fcben. Nach dem Trial-and-Error-Prinzip meistere man sich so den Alltag. Zudem wiederholt sich Till, sich zu trauen Andere um Rat und Feedback zu fragen und nicht nur im eigenen Brei zu kochen. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel auch das Zuspielen eines Auftrags an seine Kollegen. Kommunikation scheint ihm viel zu bedeuten. \u00c0 propos Kommunikation &#8211; Kunden kommen nicht immer von alleine, dabei sei es wichtig best\u00e4ndig, unbek\u00fcmmert und auch ein wenig beharrlich zu bleiben wenn man einen potenziellen Kunden anschreibt. Mails, Visitenkarten, Portfolios und noch mehr Mails, man sollte \u201ePr\u00e4senz\u201c und nat\u00fcrlich ein Interesse zeigen. Ebenso sind Kunden \u201e\u00fcber Umwege\u201c zu ihm gekommen &#8211; \u00fcber Bekannte aus dem privaten Umfeld oder solche die sich nach ein paar Mails und einer unbestimmten Zeit dann doch noch melden. Lachend meint Till sei das meistverwendete Programm das Mail. Viele Mails bleiben unbeantwortet. Und man sollte sich davor nicht kleinkriegen lassen und sollte die Frustrationstoleranz nach obenschrauben und entwickeln. Die Adobe-Programme stehen ebenso hoch im Kurs. Photoshop f\u00fcr die Reinskizzen und Illustrator f\u00fcr die Endfassungen.<\/p>\n<p>Der Boden knarzt.<\/p>\n<p>Der Einblick in die Skizzenb\u00fccher von Till zeigen ein Bild voller Notizen, Elemente grafischer- und konzeptorientierter Natur. Viele der Skizzen enthalten schon eine Vorahnung der Endfassungen. Man sieht in seiner Arbeit, dass sie ihm enorm viel Spass macht, er sch\u00e4tzt und respektiert seinen Beruf und er sch\u00e4tzt die Vielfalt an Wissen welche ihm durch den Beruf bereitet wird.<br \/>\nAbschliessend r\u00e4t der Grafiker und Illustrator man sollte jede Aufgabe und jeden Auftrag auf seine eigene und intuitive Art angehen, in jeder Thematik den \u201eeigenen\u201c Kern entdecken und es zu seinem \u201eEigen\u201c machen und darauf aufbauen. Denn so gelingen einem die Dinge meistens auf die ganz individuelle Weise gut und man hebt sich von der Masse ab. Man soll Lustvoll, Frisch und Mutig sein und \u00fcber seinen eigenen Schatten springen.<\/p>\n<p>An der T\u00fcre klingelte es und es wurde Zeit f\u00fcr mich zu gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-808\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_02-725x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"666\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_02-725x1024.jpeg 725w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_02-212x300.jpeg 212w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_02-768x1085.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-810\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_03-730x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"665\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_03-730x1024.jpg 730w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_03-214x300.jpg 214w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/02\/Lauer_03-768x1077.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/till-lauer.ch\/\">https:\/\/till-lauer.ch\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzlich werde ich von Till in seiner WG-Wohnung willkommen geheissen. 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