{"id":849,"date":"2019-04-15T12:10:16","date_gmt":"2019-04-15T12:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/?p=849"},"modified":"2019-04-15T12:10:16","modified_gmt":"2019-04-15T12:10:16","slug":"849","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/2019\/04\/15\/849\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: center\"><\/h6>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-853 size-full aligncenter\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/arbeitsprobe01_jim.jpg\" alt=\"\" width=\"922\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/arbeitsprobe01_jim.jpg 922w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/arbeitsprobe01_jim-300x208.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/arbeitsprobe01_jim-768x531.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center\"><strong>Interview mit Julia Maria Imhoof<\/strong><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Julia Maria Imhoof, geboren 1984, ist ausgebildete Animationsfilmemacherin und Kirchenmusikerin. Seit 2009 arbeitet sie als Ausgr\u00e4berin, Zeichnerin und Fotografin f\u00fcr die Arch\u00e4ologie \u2013 sowohl im Feld, als auch im B\u00fcro.<\/p>\n<p>Am 17. Januar hatte ich die grosse Freude nach Aarau an ihren Arbeitsplatz zu fahren, um mich mit ihr \u00fcber ihren Beruf als arch\u00e4ologische Zeichnerin zu unterhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der gestalterischen Matura (2004) und dem Vorkurs (2006\/7), sowie der nebenamtlichen Ausbildung als Kirchenmusikerin (2004-2006), studierte Julia Animation an der Hochschule Luzern f\u00fcr Design &amp; Kunst. Die Grundlage ihres Animationsstudiums war f\u00fcr sie immer das analoge Zeichnen.<\/p>\n<p>Da ihre Arbeit f\u00fcr den Abschlussfilm an eine bestimmte Jahreszeit gebunden war, pausierte sie w\u00e4hrend des Fr\u00fchlingssemesters 2009 und fand f\u00fcr drei Monate eine Anstellung als Zeichnerin und Ausgr\u00e4berin auf einer arch\u00e4ologischen Ausgrabung in Vindonissa. Auf dem Areal des ehemaligen r\u00f6mischen Legion\u00e4rslagers wurden die verschiedenen Fl\u00e4chen in regelm\u00e4ssigen Schritten abgetragen (Pickel, Schaufel) und geputzt (Langstielkratzer, Kelle) und die Profile mit den eingezeichneten Positionen und mit Hilfe eines Zeichengitters anhand des Grabungskoordinatennetzes auf Millimeterpapier \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Funde und Tierknochen wurden gem\u00e4ss eines Farbcodes eingezeichnet und Profile teilweise mit Farbstift koloriert. Am Ende wurden H\u00f6hen genommen mit Hilfe des Nivellierger\u00e4tes und besondere Funde, vor allem Metallfunde (Fibeln, M\u00fcnzen), eingemessen. Die Einarbeitung funktionierte nach dem Prinzip \u201eLernen durch Machen\u201c und \u00fcber Nachfragen bei den Arch\u00e4ologen oder den erfahrenen ZeichnerInnen.<\/p>\n<p>Die Freude am Arbeitsfeld Arch\u00e4ologie f\u00fchrte Julia nach dem Bachelorabschluss 2010 zu einer Vollzeitstelle in Basel als Zeichnerin, sp\u00e4ter auch Fotografin, wo sie bis 2013 t\u00e4tig war. Danach fand diese Arbeit ihre Fortsetzung bei der Firma ProSpect GmbH, wo Julia sowohl f\u00fcr arch\u00e4ologische, wie auch f\u00fcr Bauforschungsprojekte zum Einsatz kam.<\/p>\n<p>Die Firma ProSpect GmbH hat vor bald 15 Jahren eine Nische entdeckt und arbeitet seither im Auftrag \u00f6ffentlicher Dienste (in deren H\u00e4nden die gesamte Arch\u00e4ologie in der Schweiz liegt) in den Bereichen Arch\u00e4ologie, Bauforschung und Vermittlung sowie Auswertung, Beratung und Personalverleih.<\/p>\n<p>Insbesondere kleinere Kantone ohne eigene Kantonsarch\u00e4ologie greifen gerne auf die Dienste der ProSpect zur\u00fcck. Dabei verwendet die Firma ihre bew\u00e4hrten Standards bez\u00fcglich der Dokumentation, aber immer unter Einbezug der W\u00fcnsche ihrer Auftraggeber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Betrieb \u00fcbernimmt Julia, besonders seit sie das Pensum mit der Familiengr\u00fcndung reduzierte, die gestalterischen Arbeiten im B\u00fcro. Planumsetzungen, Layout von Berichten und Publikationen, Herstellen von Werbe- und Infomaterial, Betreuung der Website geh\u00f6ren zu ihren Kernaufgaben. Vereinzelte Eins\u00e4tze an verschiedenen Orten in der Schweiz zum Dokumentieren \u2013 Fotografieren, Zeichnen auf einer Ausgrabung oder analoge wissenschaftliche Illustration eines Fundes \u2013 kommen ebenfalls vor. Sie arbeitet mit Programmen der Adobe Suite, vor allem Photoshop, Adobe Illustrator und Indesign und mit BricsCAD sowie den Office-Programmen und WordPress.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Digitalisierung schreitet auch in der Arch\u00e4ologie voran. Das meistverwendete Zeichenmittel ist allerdings noch immer der Bleistift, der auch aus archivtechnischer Sicht schwer zu schlagen ist. Umzeichnungen hingegen erfolgen nur noch sehr selten mit Tusche, sondern fast immer digital. Auf dem Feld gilt f\u00fcr eine verl\u00e4ssliche Dokumentation noch immer ein Zusammenwirken von beschreibendem Text, Foto des Befundes und Zeichnung als Standart. Hinzu kommen Vermessungen, die je nach dem auch die Zeichnung ersetzen k\u00f6nnen. Neue Techniken wie GPS, 3D-Scanner, Drohnenaufnahmen oder auch Georadar-Methoden schaffen neue Ausgangslagen f\u00fcr die Dokumentation, meist ohne die Zeichnung vollst\u00e4ndig zu ersetzen. Auch ProSpect investiert in solche neueren Methoden. 3D-Scanner und Drohne sind neu im Einsatz. 3D-Rekonstruktionen geh\u00f6rten ebenfalls zum Angebot der ProSpect (nicht durch Julia).<\/p>\n<p>Im Unterschied zur Arbeit im \u00f6ffentlichen Dienst ist die Arbeit in der Privatwirtschaft oft mit mehr Zeitdruck verbunden, was effizientes Arbeiten voraussetzt. Die ProSpect ist eine kleine (aber stetig wachsende) Firma mit flacher Hierarchie, wo sich Leute mit verschiedenen Hintergr\u00fcnden und Ausbildungsstufen zusammenfinden und einbringen k\u00f6nnen. Durch die Vielf\u00e4ltigkeit der Einsatzorte und Disziplinen gestaltet sich die Arbeit f\u00fcr Julia bei ProSpect sehr spannend und abwechslungsreich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Ich danke Julia vielmals f\u00fcr das interessante Gespr\u00e4ch und w\u00fcnsche ihr weiter Erfolg auf ihrem Weg.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-851 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/Bild-7-300x188.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/Bild-7-300x188.png 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/Bild-7-768x480.png 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/Bild-7-1024x640.png 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/praxisjournal\/files\/2019\/04\/Bild-7.png 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Julia Maria Imhoof &nbsp; Julia Maria Imhoof, geboren 1984, ist ausgebildete Animationsfilmemacherin und Kirchenmusikerin. 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