{"id":1201,"date":"2011-05-20T06:19:59","date_gmt":"2011-05-20T06:19:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/reokkupation\/?p=1201"},"modified":"2013-02-20T07:20:15","modified_gmt":"2013-02-20T07:20:15","slug":"kolhaastschumi-tagesanzeiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/reokkupation\/2011\/05\/20\/kolhaastschumi-tagesanzeiger\/","title":{"rendered":"Kolhaas\/Tschumi &#8211; Tagesanzeiger"},"content":{"rendered":"<h2>\u00a0Zwei Ikonen beim Kamingespr\u00e4ch<\/h2>\n<div id=\"metaLine\">\n<h5>Von Peter Herzog. Aktualisiert am 20.05.2011<\/h5>\n<ul>\n<li><a class=\"iconprint tooltip\" title=\"Drucken\" href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/kultur\/architektur\/Zwei-Ikonen-beim-Kamingespraech\/29894758\/print.html\" target=\"_blank\">\u00a0 <\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p class=\"teaser\">Die beiden Architekturstars Rem Koolhaas und Bernard Tschumi begegneten sich an der ETH Z\u00fcrich zum gedanklichen Marathon.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"articlefeature\" class=\"jqzoomINNER\" src=\"http:\/\/files.newsnetz.ch\/story\/2\/9\/8\/29894758\/3\/topelement.jpg\" alt=\"Traf an der ETH auf Bernard Tschumi: Rem Koolhaas.\" \/><\/p>\n<p class=\"caption\" style=\"float: none;overflow: hidden\">Traf an der ETH auf Bernard Tschumi: Rem Koolhaas.<br \/>Bild: Keystone<\/p>\n<div id=\"contentbox\">\n<h4>\u00a0<\/h4>\n<\/div>\n<p>Der Andrang war enorm am Mittwochabend, das Auditorium an der ETH sowie mehrere \u00dcbertragungss\u00e4le zum Bersten voll. Nicht alle Tage plaudern zwei so profilierte Leitfiguren der Architektur aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen. Der Niederl\u00e4nder Rem Koolhaas hat mit seinem B\u00fcro OMA und seinen Publikationen zur Architekturtheorie Geschichte geschrieben. Auch Bernhard Tschumi, der in Lausanne geboren ist und an der ETH studiert hat, krempelte die Architekturwelt um mit seinen Bauten und seinen Theorien zur Beziehung zwischen Architektur und deren Benutzung. Die beiden diskutierten engagiert und zeigten eindr\u00fccklich, warum sie nicht nur renommierte Architekten, sondern auch brillante Denker und Theoretiker sind. Und kaum war ein Aspekt angeschnitten, peitschte Moderator Stefan Tr\u00fcby die beiden zum n\u00e4chsten.<\/p>\n<p>Koolhaas\u2019 und Tschumis Biografien weisen erstaunliche Parallelen auf. Im Mai 1968 waren beide in Paris, Koolhaas als Journalist und Tschumi als Praktikant in einem Architekturb\u00fcro. R\u00fcckblickend sagte Koolhaas: \u00abWir vergessen bei den 60er-Jahren, wie \u00fcberraschend offen das System war.\u00bb Ein kurzer Brief habe ihm gen\u00fcgt, um eine Woche sp\u00e4ter als Journalist f\u00fcr eine Zeitung zu schreiben. \u00abDie Sch\u00f6nheit der Periode ist nicht so sehr die Rebellion, sondern wie zug\u00e4nglich alles war.\u00bb Tschumi war im Mai 68 auf der Strasse und wurde gar einmal verhaftet. Der Umbruch habe es seiner Generation erlaubt, alles infrage zu stellen \u2013 mit weitreichenden Folgen auch f\u00fcr die Architektur.<\/p>\n<p><strong>\u00abEinsame Atome im Raum\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>In den 70er-Jahren zogen die beiden 1944 geborenen Architekten nach Manhattan, wo sie am Institute for Architecture and Urban Studies unter Peter Eisenman wirkten. Eisenman h\u00e4tte nur mit ihm spielen wollen, erkl\u00e4rte Koolhaas, seri\u00f6s \u00fcber Architekturtheorie h\u00e4tten sie kaum gesprochen. Damals entdeckten beide New York als Grundlage f\u00fcr ihre Auseinandersetzung mit der Stadt. Koolhaas ver\u00f6ffentlichte 1978 \u00abDelirious New York\u00bb, drei Jahre sp\u00e4ter erschien Tschumis \u00abManhattan Transcript\u00bb. Beide B\u00fccher reflektieren nicht den harten Stein der Architektur, sondern die Aktionen und Handlungen zwischen den gebauten Mauern. \u00abEs gibt keinen Raum, ohne dass darin etwas passiert\u00bb, sagt Tschumi.<\/p>\n<p>Die Diskussion drehte sich denn auch weniger um konkrete Projekte, sondern um die Konzepte und Ideen ihrer Entw\u00fcrfe und darum, was die Architektur beeinflusst \u2013 Themen, die im globalen Architekturwetteifer in den Hintergrund geraten. Heute seien Ikonen gefragt, alle eiferten dem Bilbao-Effekt nach, bedauerte Tschumi. \u00abEs herrscht der generelle Konsens, dass St\u00e4dte Ansammlungen von individuellen Objekten sind.\u00bb Der Dekonstruktivismus sei die letzte Architekturbewegung gewesen, sagte Koolhaas. \u00abHeute sind alles einsame Atome im Raum, das ist tragisch.\u00bbNach zweieinhalb Stunden theoretischer Diskurse und biografischer Vergleiche war das Gespr\u00e4ch vorbei. Den Zuh\u00f6rern rauchten die K\u00f6pfe, f\u00fcr die beiden Architekten aber schien der Abend ein kurzer gedanklicher Spaziergang gewesen zu sein. <span class=\"idcode\">(Tages-Anzeiger)<\/span><\/p>\n<p class=\"publishedDate\">Erstellt: 20.05.2011, 13:51 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Zwei Ikonen beim Kamingespr\u00e4ch Von Peter Herzog. Aktualisiert am 20.05.2011 \u00a0 Die beiden Architekturstars Rem Koolhaas und Bernard Tschumi begegneten sich an der ETH Z\u00fcrich zum gedanklichen Marathon. 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