{"id":133,"date":"2018-02-05T13:34:58","date_gmt":"2018-02-05T13:34:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/visitblack\/?page_id=133"},"modified":"2018-03-30T09:02:51","modified_gmt":"2018-03-30T09:02:51","slug":"projektbeschreibung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/projektbeschreibung\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<p><strong>Revisiting Black Mountain?<\/strong><\/p>\n<p>Zentrale Elemente der Debatte um die Ausrichtung und den Stellenwert von Kunst- und Designhochschulen scheinen im legend\u00e4ren Black Mountain College bereits vorformuliert, sogar modellhaft verwirklicht zu sein: Interdisziplinarit\u00e4t, die Zentralit\u00e4t des Experimentierens f\u00fcr das Lernen und Lehren, Projekt- und Anwendungsbezogenheit, Strategien von Selbstorganisation und Emergenz sowie die Frage nach der nicht nur impliziten Verkn\u00fcpfung von K\u00fcnsten bzw. dem Design mit Demokratiediskursen und gesellschaftlicher Verantwortung.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re allerdings naiv und historisch nicht haltbar zu glauben, es g\u00e4be eine Kontinuit\u00e4t, sogar eine Linearit\u00e4t, die vom Black Mountain College zu den curricularen und systemischen Debatten heutiger Kunst- und Designhochschulen f\u00fchrt. Und es w\u00e4re geradezu zynisch einer unreflektierten Identifikation Vorschub zu leisten, die die Fragen nach Demokratie, Freiheit der Lehre und dem Stellenwert der K\u00fcnste und des Designs f\u00fcr die Gesellschaft, wie sie im Black Mountain College vor dem Hintergrund einer Flucht- und Vertreibungsgeschichte relevant und gelebt wurden, mit gegenw\u00e4rtigen Diskursen gleichsetzt.<\/p>\n<p>Allerdings ist die Geschichtsschreibung des Black Mountain College selbst auch als eine Geschichte der Projektionen und Zuschreibungen lesbar und wird in dieser Hinsicht als Spiegel, vielleicht auch als Wunschmaschine produktiv. Schon ein Blick auf das legend\u00e4re \u201eTheate Piece No.1\u201c, das als improvisatorisch-experimentelles die Grenzen der Disziplinen sprengendes Event als neo-avantgardistische Ursprungslegende gilt, zeigt dies. Gesicherte Dokumente und Materialien gibt es kaum dazu, wohl aber eine lang nachhallende <em>oral history<\/em>, die die Freiheit, Autonomie und Kollektivit\u00e4t der K\u00fcnste feiert, \u2013 wobei sich Zeitzeugen eher wundern, dass eine der Kunst-Sessions im Speisesaal zu einem veritablen Gr\u00fcndungsmythos der Kunstgeschichte avancierte.<\/p>\n<p>Im Kollegium Kuration an der ZHdK war es uns deshalb wichtig, danach zu fragen, warum die Auseinandersetzung mit dem Black Mountain College gegenw\u00e4rtig eine Renaissance erlebt?<\/p>\n<p>Und die Antworten, die darauf zu geben w\u00e4ren, nicht nur diskursiv und forschend, sondern auch in der k\u00fcnstlerischen Reflektion und Produktion selbst zu suchen. In Open Calls an Studierende, Forschende und Lehrende der ZHdK haben wir deshalb zu einer Auseinandersetzung mit dem College, seinen k\u00fcnstlerisch-edukativen Verfahren und daran anschliessenden Fragen aufgerufen. Die f\u00fcr uns produktivste (und dabei auch ehrlichste Form der Auseinandersetzung) mit dem historischen Black Mountain College schien uns zu sein, dieses als Anregung und als ein Assoziationspotential zu begreifen, \u00fcber das Kunst- und Designstudieren heute nachzudenken.<\/p>\n<p>Die Resonanz war gross und ein grosser Teil der Ergebnisse der teils bis in das Fr\u00fchjahr 2017 k\u00fcnstlerischen und edukativen Besch\u00e4ftigung werden als <em>Revisiting Black Mountain<\/em> vom 19. April bis 03. Juni 2018 im Toni-Areal in Form von Ausstellungen, Workshops, Installationen, Performances und Interventionen pr\u00e4sentiert und zu sehen sein.<\/p>\n<p>In Kooperation mit dem Museum f\u00fcr Gestaltung Z\u00fcrich ist zudem eine eigens kuratierte Ausstellung zum historischen Black Mountain College entstanden, die die Zusammenarbeit und das Zusammenleben von Lehrenden und Lernenden fokussiert.<\/p>\n<p><em>Revisiting Black Mountain<\/em> ist auch ein Netzwerk, mit dem sie in Kontakt treten und sich beteiligen k\u00f6nnen. Melden Sie sich\/meldet Euch bei den jeweils angegebenen Mailadressen \u2013 nicht nur wenn es um die Anmeldung zu Workshops geht.<\/p>\n<p>Entstanden ist eine Kuration, die die Resonanz auf das Ph\u00e4nomen <em>Black Mountain College<\/em> in die ZHdK zur\u00fcckprojiziert. Drei Motive zeichnen sich vielleicht in diesem Bild bereits ab. Es geht um die Faszination an der <em>tabula rasa<\/em>, um die M\u00f6glichkeit auf der gr\u00fcnen Wiese die K\u00fcnste und das Design anders und in Kooperation neu denken und experimentieren zu k\u00f6nnen. Es geht darum, die Offenheit der k\u00fcnstlerischen Lern- und Entwicklungsprozesse zu behaupten und darum, wie das Diktum <em>form follows function<\/em> auch den Ausbildungssystemen selbst implementiert werden kann.<\/p>\n<p>Diese mit dem Black Mountain College verkn\u00fcpfbaren W\u00fcnsche sind nicht naiv. Denn sie stellen die zentrale Voraussetzung dar, immer wieder neu anfangen und damit k\u00fcnstlerisch und kreativ \u00fcberhaupt erst wirksam werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Kollgium Kuration,<br \/>\n<strong>Prof. Dr. Jochen Kiefer<\/strong><br \/>\nLeiter Praxisfeld Dramaturgie, ZHdK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Revisiting Black Mountain? Zentrale Elemente der Debatte um die Ausrichtung und den Stellenwert von Kunst- und Designhochschulen scheinen im legend\u00e4ren&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3702,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-133","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3702"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=133"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1657,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/133\/revisions\/1657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}