{"id":1009,"date":"2018-01-12T14:44:49","date_gmt":"2018-01-12T14:44:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/?p=1009"},"modified":"2021-05-06T10:06:55","modified_gmt":"2021-05-06T10:06:55","slug":"ff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/ff\/","title":{"rendered":"F+F"},"content":{"rendered":"<p><strong>20. April bis 3. Juni 2018<\/strong><br \/>\nAustellung in der Eingangshalle der ZHdK<\/p>\n<p>Vernissage: <strong>Donnerstag, 19. April, 18 Uhr<\/strong><br \/>\nMit einer Begr\u00fcssung von Peter Jenny (Prof. em. ETH) und Michael Hiltbrunner (Kurator)<\/p>\n<p>Eingerichtet von Michael Hiltbrunner, Daniela Mirabella und Rolf Wolfensberger<br \/>\nKontakt: Michael Hiltbrunner, <a href=\"mailto:michael.hiltbrunner@zhdk.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">michael.hiltbrunner@zhdk.ch<\/a><\/p>\n<p><strong>Sonntag, 6. Mai 2018, 15 Uhr<\/strong><br \/>\nSezession! Ein Gespr\u00e4ch mit Clifford E. Bruckmann, Sabine Hagmann, Rut Maggi und Salome Stauffer, moderiert von Michael Hiltbrunner.<\/p>\n<hr>\n<p>Das Ausstellungsinsert <em>F+F<\/em> zu <em>Revisiting Black Mountain<\/em> dokumentiert die Gr\u00fcndung der Klasse F+F an der damaligen Kunstgewerbeschule Z\u00fcrich (heute ZHdK), den Austritt unter Protest und die Gr\u00fcndung der F+F Schule f\u00fcr experimentelle Gestaltung (heute F+F Schule f\u00fcr Kunst und Design) 1971. In dieser Klasse wurde nicht nur frei experimentiert, sondern sie war auch offen f\u00fcr soziales und politisches Engagement und neue Tendenzen in Kunst und Design. Geleitet wurde sie von Hansj\u00f6rg Mattm\u00fcller und Serge Stauffer, weiter unterrichteten etwa Markus Raetz, Peter Bichsel, Doris Stauffer und Bendicht Fivian. Die Klasse F+F wurde zum Ausgangspunkt der alternativen Gestaltungsp\u00e4dagogik, die die F+F Schule in den 1970er-Jahren entwickelte und die einen noch wenig erforschten Knotenpunkt f\u00fcr Radical Education und Critical Pedagogies bildet.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Die F+F \u2013 vom Bauhaus-Vorkurs zur experimentellen Gestaltungsschule<br \/>\n<\/strong>Die Klasse F+F steht f\u00fcr Skandal, Provokation und Sezession. Dabei war es eine normale Versuchsklasse der damaligen Kunstgewerbeschule (heute ZHdK), die von 1965 bis 1970 aktiv war. R\u00fcckblickend entsprechen die Ans\u00e4tze dieser Klasse dem damaligen Aufbruch in der westlichen Kunst. Die alternative Gestaltungsp\u00e4dagogik, f\u00fcr die die F+F heute steht, wird in Ans\u00e4tzen sichtbar und f\u00fchrte zum Bruch mit der Kunstgewerbeschule. Mit der Gr\u00fcndung der F+F Schule f\u00fcr experimentelle Gestaltung 1971 entwickelte diese ihre Eigenst\u00e4ndigkeit, die eine ganze Generation pr\u00e4gen sollte und noch heute l\u00e4ngst nicht in ihrer Tragweite erfasst ist.<\/p>\n<p>Bei der Klasse F+F war das Bauhaus namensgebend, denn der Name bezog sich auf den 1939 von Johannes Itten an der Kunstgewerbeschule eingef\u00fchrten Vorkurs in formaler und farbiger Gestaltung. Doch die Leiter der Klasse distanzierte sich klar vom Bauhaus-Ansatz, indem sie das freie Experimentieren ins Zentrum ihrer T\u00e4tigkeit r\u00fcckten und bei den Sch\u00fcler*innen transdisziplin\u00e4res Arbeiten f\u00f6rderten. Wichtig war dabei die damalige Gegenwartskunst, gerade Pop Art, Surrealismus, Happening oder Fluxus. Es war die einzige Klasse in Z\u00fcrich, an der dies m\u00f6glich war und galt als die schweizweit progressivste. An der Kunstgewerbeschule Z\u00fcrich hatte es f\u00fcr kurze Zeit zuvor eine regul\u00e4re Kunstklasse gegeben, hervorgegangen aus der Textilklasse leitete Otto Morach ab 1948 die Fachklasse f\u00fcr angewandte und freie Kunst, die schon 1956 wieder geschlossen wurde. Lehrkr\u00e4fte wie Elsi Giauque, Walter Binder und Hans Finsler sahen weiterhin die Notwendigkeit, eine andere gestalterische Lehre zu erm\u00f6glichen, als die rein technisch-berufsorientierte in den herk\u00f6mmlichen kunstgewerblichen Fachklassen.<\/p>\n<p>Sie initiierten deshalb 1965 den Neustart einer solchen Versuchsklasse, die einen offenen gestalterischen Ansatz aus dem Vorkurs in einer Hauptklasse weiterf\u00fchren sollte. Der Vorkurs-Lehrer Hansj\u00f6rg Mattm\u00fcller und der Fotografie-Lehrer Serge Stauffer erhielten die Aufgabe, diese Klasse f\u00fcr Form und Farbe (F+F) zu leiten. Ein Schulfest im Geiste des Aufbruchs mit dieser Klasse missriet aber schon g\u00e4nzlich: Das von Georg Radanowicz und Peter Schweri auf Einladung von Hansj\u00f6rg Mattm\u00fcller geleitete Happening auf der B\u00fchne des Vortragssaals war nichts Anderes als eine neo-dadaistische Provokation, mit provokativem Vortrag, zerhackten Kohlk\u00f6pfen und danebengegangenen Knallpetarden. Doris Stauffer schrieb dazu einen Brief an Serge Stauffer, der in ihrer Monografie von 2015 publiziert wurde: \u00abdie leute klatschten und pfiffen, die m\u00e4use rannten herum, und es sah grauenvoll aus. der halbe saal und die ganze b\u00fchne wie nach einer schlacht. es war gewiss etwas stark, aber mir gefiel es.\u00bb<\/p>\n<p>Der Beginn der Klasse selbst war dann viel ruhiger, \u00fcber die ersten Jahre gibt es gar nicht so viele Dokumente. 1966 zeigten die Sch\u00fcler*innen in der Kunstgewerbeschule eine Ausstellung zu ihrer Arbeit, Sch\u00fcler wie Christian Rothacher, Walter Pfeiffer, Hannes Binder oder Anton Bruhin schlossen in diesen Jahren ab. Zu ersten Spannungen kam es 1967 im Rahmen einer Expertenkommission zur Erarbeitung einer Reform der Kunstgewerbeschule. Basierend auf dem Vorschlag zur Umgestaltung der Schule in ein \u00abInstitut f\u00fcr Gestaltung\u00bb von Max Bill aus dem Jahr 1961 legten die Autoren einen Vorschlag vor, der das K\u00fcnstlerische ganz wegliess und die Schule stark am Industrial Design und den entsprechenden Wirtschaftszweigen orientieren wollte. Serge Stauffer lieferte eine knapp 15-seitige Kritik, doppelte mit einer angriffigen \u00abAdresse an Herrn Direktor Buchmann\u00bb nach, wurde prompt wegen Ehrverletzung verklagt, konnte es aber sp\u00e4ter aussergerichtlich beilegen. Der Reformvorschlag selbst wurde von der Lehrerschaft der Schule abgelehnt, wie die Unterlagen im Archiv der ZHdK zeigen.<\/p>\n<p>In der Schule gab es nun Fronten: Auf der einen Seite Buchmann, der progressive Ans\u00e4tze in einem b\u00fcrgerlich-wirtschaftlichen Rahmen halten wollte und Stauffer, der die Schule f\u00fcr gestalterische Forschung und experimentelle Ans\u00e4tze \u00f6ffnen wollte, die auch k\u00fcnstlerisch anspruchsvoll waren. Auch das Profil der Klasse wurde klarer. Dozierende wie Peter Bichsel und Markus Raetz kamen zur Klasse und st\u00e4rkten das zeitgem\u00e4sse und \u00fcberregionale Profil. Die Klasse orientierte sich vermehrt an sozialkritischer und experimenteller Kunst. Beim Ausflug nach Westdeutschland 1968 stand etwa ein Treffen mit Joseph Beuys, der noch an der dortigen Akademie lehrte, auf dem Programm, ausserdem die Documenta in Kassel und Treffen mit Exponent*innen experimenteller Kunst wie Andr\u00e9 Thomkins oder Lutz Mommartz. Anfang 1969 begann Doris Stauffer den Kurs \u00abTeamwork\u00bb zu unterrichten. Einmal die Woche nachmittags arbeiteten die Studierenden gemeinsam an einem Happening oder gestalterischen Feldversuch. Basierend auf der Summerhill School von Alexander Sutherland Neill f\u00fchrte sie an der Klasse auch einen Klassenrat und das Duzen ein. Aufgrund der Beschwerde eines Sch\u00fclers pr\u00e4sentierte Doris Stauffer ihren Kurs der Schulbeh\u00f6rde der Stadt Z\u00fcrich, die von ihren Resultaten beeindruckt waren. Jedoch lud sie die Studierenden auch zu politischen Aktivit\u00e4ten ein, etwa zu einer \u00abMisswa(h)l\u00bb der Z\u00fcrcher Frauenbefreiungsbewegung FBB. An der Aktion versteigerte das FBB-Mitglied Verena Voiret die Kleider, die sie bei einem Sch\u00f6nheitswettbewerb der Zeitschrift <em>Annabelle<\/em> gewonnen hatte. Die Aufgabe f\u00fcr die Klasse lautete: \u00abEine \u00fcberlebensgrosse Puppe herstellen.\u00bb Die Puppe wurde vor Ort bemalt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1733\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern-768x577.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern-1140x856.jpg 1140w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern-552x414.jpg 552w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/Klasse_FF_Volano_Filmstill_1969_NB_Bern.jpg 2030w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><em>Die Klasse F+F 1969 in Volano (IT), Filmstill aus einem Parallelfilm von Hansj\u00f6rg Mattm\u00fcller und Serge Stauffer, Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern<\/em><\/p>\n<p>Provoziert durch die Klasse k\u00fcndigte Direktor Mark Buchmann im Herbst 1969 den Kurs und die Mitarbeit von Doris Stauffer ohne Begr\u00fcndung. Auch Bendicht Fivian, der Markus Raetz vertrat, wurde freigestellt. Die K\u00fcndigungen wurden aufgrund von Protesten zur\u00fcckgenommen, doch nun versuchte Mark Buchmann, im Dezember 1969 die ganze Klasse aufzul\u00f6sen, was die Lehrerschaft ablehnte. Der Kompromiss war eine Weiterf\u00fchrung der Klasse mit dem Stundenplan von 1965, also einer Streichung aller seither eingef\u00fchrten Neuerungen. Dies war f\u00fcr die Klasse, die sich selbstbewusst \u00fcber den Klassenrat organisierte, unhaltbar. Auch hatte sich mit Serge Stauffer eine neue Reformgruppe f\u00fcr die Kunstgewerbeschule gebildet, auf deren Vorschlag einer demokratischen Schule f\u00fcr Gestaltung nicht eingegangen wurde. Auf diese Weise an den Rand gedr\u00e4ngt, gaben Mitte M\u00e4rz 1970 die Sch\u00fcler\/innen der Klasse F+F ihren Austritt bekannt und die Lehrenden Hansj\u00f6rg Mattm\u00fcller, Bendicht Fivian, Doris Stauffer und Serge Stauffer und auch Peter Jenny als Dozierender am Vorkurs reichten alle ihre K\u00fcndigung ein.<\/p>\n<p>Ausserdem organisierten die Sch\u00fcler*innen darauf ein Teach-in, bemalten T\u00fcren der Schule mit Parolen und Mark Buchmann besuchte eine von ihnen organisierte Vollversammlung, an welcher er zum R\u00fccktritt aufgefordert wurde. Diese Proteste waren breit in den Medien pr\u00e4sent, sogar das Schweizer Fernsehen berichtete dar\u00fcber. Neben einem aktiven Elternverein der F+F unterst\u00fctzte eine breite Allianz von Kulturschaffenden die F+F. Die Klasse erhielt die M\u00f6glichkeit, in der Kunsthalle Bern im Sommer 1970 auszustellen. Sie zeigten Arbeiten von Lehrenden, von Sch\u00fcler*innen und auch von Ehemaligen. Aktivit\u00e4ten der Klasse und die Ereignisse bis im Sommer 1970 dokumentiert die Publikation <em>Experiment F+F<\/em>, die von Hans Rudolf Lutz herausgegeben wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1735\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/FF_Protest_Anfang_1970_KGSZ_NB_Bern-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/FF_Protest_Anfang_1970_KGSZ_NB_Bern-300x204.jpg 300w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/FF_Protest_Anfang_1970_KGSZ_NB_Bern-768x523.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/FF_Protest_Anfang_1970_KGSZ_NB_Bern-1024x697.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/FF_Protest_Anfang_1970_KGSZ_NB_Bern-1140x776.jpg 1140w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/01\/FF_Protest_Anfang_1970_KGSZ_NB_Bern-552x376.jpg 552w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><em>Studierende w\u00e4hrend der Protestaktion f\u00fcr die Klasse F+F 1970<\/em><br \/>\n<em>Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek Bern<\/em><\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung einer eigenst\u00e4ndigen Schule war alles andere als einfach. Anfang 1971 konnten in R\u00e4umlichkeiten von Lisbeth Sachs an der R\u00e4mistrasse endlich erste Kurse angeboten werden. Dabei waren sowohl die gelernte Fotografin und Aktivistin Doris Stauffer, der gelernte Fotograf und Kunstforschende Serge Stauffer, die bildenden K\u00fcnstler Hansj\u00f6rg Mattm\u00fcller und Bendicht Fivian, der Architekt Peter Gygax und der Grafikdesigner Peter Jenny. Ebenfalls eng involviert waren etwa der Filmemacher Georg Radanowicz, die K\u00fcnstlerin Verena Voiret und der Typograf und Verleger Hans Rudolf Lutz. Im Mai 1971 wurde eine erste Tagesklasse als Pilotversuch durchgef\u00fchrt und ab Anfang 1972 startete ein regul\u00e4rer Schulbetrieb im Drahtschmidli, wo heute das Jugendzentrum Dynamo steht. Die Gr\u00fcndung der F+F Schule f\u00fcr experimentelle Gestaltung war idealistisch motiviert, nicht durch einen Businessplan. Die Lehrenden mussten mit einem kleinen Lohn auskommen, die Sch\u00fcler*innen bezahlten ein hohes Schulgeld. Es sollte ein offenes Labor bilden, in der sich kreative Arbeit frei entfalten und ihre Relevanz im ver\u00e4nderten gesellschaftlichen Umfeld neu beweisen konnte.<\/p>\n<p>Neben der Tagesklasse bot die Schule auch Abend-, Wochenend- und Sommerkurse an. Die Kursbesucher*innen und Tagessch\u00fcler*innen waren unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft, aus verschiedensten Regionen der Schweiz und aus dem nahen Ausland und entsprechend den Zielvorgaben der Schule sehr individualistisch interessiert. \u00abEin bunter Haufen\u00bb nennt es die ehemalige Sch\u00fclerin, Fotografin und Kinderg\u00e4rtnerin Rut Maggi. Die Lehrenden gestalteten den Unterricht experimentell, dokumentierten ihn aber recht genau und entwickelten ihre neuen Formate stetig weiter. Alternative Ans\u00e4tze wurden mit Unterst\u00fctzung der Sch\u00fclerschaft erprobt und verfeinert. So entstand eine alternative Gestaltungsp\u00e4dagogik, wie sie etwa in den Publikationen von Peter Jenny, Hans Rudolf Lutz, Serge Stauffer oder Doris Stauffer dokumentiert wird.<\/p>\n<p>Es sind vielf\u00e4ltige Unterrichtssituationen dokumentiert. In einem \u00abHexenkurs\u00bb bei Doris Stauffer 1977 fotografierten die Frauen eigene K\u00f6rperteile, die sie nicht mochten, und diskutierten in der Runde die projizierten Dias. Hans-Rudolf Lutz s\u00e4hte mit einer Klasse 1971 Buchstabenformen und erntete sp\u00e4ter im Jahr ein Wort. Serge Stauffer gab 1974 die Aufgabe, Pornografie zu schaffen, obsz\u00f6ne Texte, Bilder oder Skulpturen, denn: \u00abin der provokation durch die pornografie wird jeder mit seiner eigenen k\u00fcnstlichkeit konfrontiert.\u00bb Peter Jenny stellte die Aufgabe, in einem fensterlosen Gang mit Lichtern Illusionsr\u00e4ume zu schaffen. Wichtig an der F+F Schule waren sowohl Teamgeist als auch Individualit\u00e4t, intensiv kreative Momente wie auch komplette Tatenlosigkeit, eine Kultur der Nachahmung und die Ermutigung zur Eigenart.<\/p>\n<p>Die von der Klasse F+F erprobten und von der F+F Schule vertieften Ans\u00e4tze der Ausbildung in Kunst und Gestaltung bieten gerade heute wieder wichtige Impulse f\u00fcr ein Zusammenbringen von Theorie und Praxis, f\u00fcr dezidiert transdisziplin\u00e4re Ans\u00e4tze, f\u00fcr das Ausprobieren neuer Formate in Gestaltungsp\u00e4dagogik, den Einbezug kritischer Ans\u00e4tze und die Erm\u00f6glichung von Freir\u00e4umen zur Entwicklung gestalterischer Ans\u00e4tze im Interesse der Studierenden selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">20. April 2018 bis 3. 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