{"id":1027,"date":"2018-02-08T15:06:13","date_gmt":"2018-02-08T15:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/?p=1027"},"modified":"2018-05-12T21:26:09","modified_gmt":"2018-05-12T21:26:09","slug":"koerper-zeichen-textur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/koerper-zeichen-textur\/","title":{"rendered":"K\u00f6rper, Zeichen, Textur"},"content":{"rendered":"<p><strong>15.\u2013 17. Mai 2018<\/strong><br \/>\nPerformative Installation in der Kaskadenhalle, jeweils von 12h-15h wird die K\u00fcnstlerin anwesend sein. <\/p>\n<p>Eine Arbeit von Ronja R\u00f6mmelt.<\/p>\n<p>Open Call Studierende<\/p>\n<p>DDK, BA Dramaturgie<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong> K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: culture is grounded in the human body!<br \/>\n<\/strong>Die zweiteilige Arbeit <em>K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: culture is grounded in the human body!<\/em> nimmt im Rahmen des <em>Revisiting Black Mountain<\/em> eine Anschauung unseres heutigen Hochschuluniversums vor: Wer sind wir \u2013 in dieser spezifischen Konstellation von Menschen an diesem Ort im Moment der Auff\u00fchrung und im hier und jetzt?<br \/>\nDie <strong>performative Installation<\/strong> (Kaskadenhalle, Toni-Areal) l\u00e4dt die Besucher ein, zu sehen und gesehen zu werden, das heisst die Pr\u00e4senz der K\u00f6rper zu beobachten und den eigenen K\u00f6rper Teil der Szenerie werden zu lassen.<br \/>\nDer zweite Teil der Arbeit ist eine <strong>Auff\u00fchrung<\/strong>, die im Rahmen des <em>Revisiting Black Mountain<\/em> spezifisch f\u00fcr das Toni-Areal und die dort t\u00e4tigen Personen entwickelt ist. Beide Teilarbeiten lassen sowohl die semiotische als auch die ph\u00e4nomenale Betrachtungsweise des K\u00f6rpers erfahrbar werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1687\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/02\/180201_RR_Performance-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/02\/180201_RR_Performance-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/02\/180201_RR_Performance-768x1151.jpg 768w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/02\/180201_RR_Performance-684x1024.jpg 684w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/02\/180201_RR_Performance-552x827.jpg 552w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/revisit\/files\/2018\/02\/180201_RR_Performance.jpg 801w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p><strong>K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: culture is grounded in the human body!<\/strong> eine performative Installation von Ronja R\u00f6mmelt, 2017, Fotografie: Dominik Zietlow<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: <\/strong><strong>culture is grounded in the human body!<br \/>\n<\/strong>\u201eEine der Dinge, die die Leute jetzt sagen ist: ich w\u00fcnschte es g\u00e4be einen schwarzen Berg in der N\u00e4he,\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> oder zumindest ein paar gr\u00fcne Pflanzen. \u201eEs war nichts vorhanden und es gab die Gelegenheit, etwas Neues aufzubauen,\u201c in der ehemaligen Toni Molkerei, die im Jahr 2006 zu einer Kunsthochschule umgebaut wurde. \u201eAm selben Tag, als im Herbst 1940 das College \u00f6ffnete, stieg eine Gruppe Studenten und Lehrer in ihre Autos und einen der Lastwagen und fuhr hin\u00fcber nach Lake Eden, um mit den Arbeiten zu beginnen,\u201c wir betraten die Hochschule als sie fertig gebaut wurde und zum Er\u00f6ffnungsap\u00e9ro einlud. \u201eDas College ohne Schl\u00f6sser und Schl\u00fcssel, ohne Vorbedingungen und Verwaltungsvorschriften war\u2026 wie eine offene Schale im Universum,\u201c die einem nur mit g\u00fcltigem ZHdK Ausweis Zutritt erm\u00f6glicht und auch dann nur zu bestimmten R\u00e4umlichkeiten. \u201eWir alle hier sind ersch\u00f6pft und sehnen uns zutiefst nach Black Mountain (..),\u201c doch was ist Inhalt dieser Sehnsucht? \u201eHeute sagen die Leute: Es w\u00e4re sch\u00f6n, irgendwo ein Black Mountain zu haben, Sie verstehen nicht, dass man es so nur damals haben konnte, dass es nicht wiederholbar ist, weil es sich aus einer bestimmten Konstellation von Leuten an einem bestimmten Ort ergab,\u201c in einem kleinen Ort in Amerika, im zweiten Drittel des letzten Jahrhunderts. Wer die Menschen am Black Mountain waren, wollen wir an der ZHdK heute wissen und thematisieren davon ausgehend die Zukunft der Lehre!<\/p>\n<p>\u201eEine Atmosph\u00e4re der Unabh\u00e4ngigkeit und Verantwortung lag der gesamten Idee zugrunde,\u201c was liegt unserer Idee von Kultur zu Grunde? Wer sind wir? Welche bestimmte Konstellation von Menschen an diesem bestimmten Ort? &#8211; um \u00fcber die Zukunft der Lehre nachzudenken.<\/p>\n<p>Die zweiteilige Arbeit <em>K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: culture is grounded in the human body!<\/em> nimmt im Rahmen des Re-visiting Black Mountain eine Anschauung unseres heutigen Hochschuluniversums vor: Wer sind wir \u2013 in dieser Konstellation von Menschen, an diesem Ort, hier und jetzt?<\/p>\n<p>Die performative Installation (Kaskadenhalle, Toni Areal) l\u00e4dt den Besucher ein, zu sehen und gesehen zu werden, das hei\u00dft die Pr\u00e4senz der K\u00f6rper zu beobachten und den eigenen K\u00f6rper Teil der Szenerie werden zu lassen. Dieser Dualismus im Erlebnis des Besuchers bildet zwei Konzepte ab, die sich dem Begriff K\u00f6rper auf unterschiedliche Weise n\u00e4hern: die semiotische und die ph\u00e4nomenale Betrachtung des K\u00f6rpers. W\u00e4hrend der semiotische K\u00f6rper f\u00fcr den K\u00f6rper als Bedeutungstr\u00e4ger steht, steht der ph\u00e4nomenale K\u00f6rper f\u00fcr die leibliche Pr\u00e4senz. Um die strikte Konzentration auf den K\u00f6rper zu erm\u00f6glichen, entscheidet sich die performative Installation zu einem radikalen Schnitt: Sie beschneidet den Blickwinkel des Besuchers und erlaubt ausschlie\u00dflich das Betrachten des K\u00f6rpers \u2013 ohne Kopf. Zu diesem Zweck werden zwei W\u00e4nde t-f\u00f6rmig von oben in die Kaskadenhalle eingebracht, die mit einem Abstand von 1,70 Metern vom Boden enden. Die W\u00e4nde beeinflussen nicht nur die Blickwinkel, sondern auch die Laufwege. Ein Durchqueren der Halle ist nur rechts oder links der l\u00e4ngs eingelassenen Wand m\u00f6glich, wobei auch die Durchsicht und der Durchgang zur aufsteigenden Treppe am Ende der Halle durch eine weitere frontal angebrachte Wand beschr\u00e4nkt sind. W\u00e4hrend der Zeitdauer des Durchquerens der Halle rechts oder links der Wand ergeben sich sowohl seitlich als auch frontal sichtbare K\u00f6rper-konstellationen. In der performativen Installation wird der Besucher mit einer zuf\u00e4lligen Anzahl von K\u00f6rpern konfrontiert \u2013 einschlie\u00dflich des eigenen \u2013 und aufgefordert, sich mit deren Signalen auseinanderzusetzen. Der semiotische K\u00f6rper wird in der zweiteiligen Arbeit <em>K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: culture is grounded in the human body!<\/em> als Darstellungsmittel der \u2013 bewussten oder unbewussten \u2013 eigenen Inszenierung verstanden. Diese zeigen sich zum einen an \u00e4u\u00dferlichen Merkmalen wie zum Beispiel an K\u00f6rperformen und Haltung, an Kleidung, Make-up oder Frisur. Zum anderen werden sie in der sozialen Zeichenhaftigkeit des K\u00f6rpers sichtbar, zum Beispiel in Form von Gewohnheiten, Bewegungskompetenzen, Selbstdeutungen, Empfindungsweisen oder Wahrnehmungsstilen.<\/p>\n<p>Der zweite Teil der Arbeit ist eine Auff\u00fchrung, die im Rahmen des Re-visiting Black Mountain spezifisch f\u00fcr das Toni Areal und die dort anwesende Konstellation von Menschen entwickelt wird. Beide Teilarbeiten lassen sowohl die semiotische als auch die ph\u00e4nomenale Betrachtungsweise des K\u00f6rpers erfahrbar werden. In der Auff\u00fchrung <em>K\u00f6rper, Zeichen, Textur oder: culture is grounded in the human body!<\/em> wird erfahrbar, dass der K\u00f6rper nicht nur als Objekt oder Ursprungsort und Medium von Symbolbildungsprozessen wahrzunehmen ist, nicht nur als Oberfl\u00e4che f\u00fcr und als Produkt von kulturellen Einschreibungen, sondern auch vor allem als leibliches In der Welt Sein. Denn K\u00f6rper und Leib sind Voraussetzung f\u00fcr unseren Selbst- und Weltbezug: \u00abjeglicher menschliche Zugriff auf die Welt erfolgt mit dem K\u00f6rper, kann nur als ein verk\u00f6rperter erfolgen.\u00bb Das leibliche In-der-Welt-Sein des Menschen ist Bedingung f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, dass der K\u00f6rper als Objekt, Thema, Quelle von Symbolbildung, Produkt kultureller Einschreibungen u.\u00e4. untersucht werden kann. In diesem Sinne ist der ph\u00e4nomenale Leib, das leibliche In-der-Welt-Sein des Menschen Bedingung der M\u00f6glichkeit jeglicher kulturellen Produktion und Voraussetzung jegliches kognitiven Verstehens mit welchem man \u00fcberhaupt \u00fcber Kultur nachdenken kann.<\/p>\n<p>Auf diese Weise nimmt die zweiteilige Arbeit als Grundbedingung um im Rahmen des Re-visiting Black Mountain \u00fcber die Zukunft der Lehre nachdenken zu k\u00f6nnen eine Anschauung unseres heutigen Hochschuluniversums vor \u2013 Wer sind wir, hier und jetzt \u2013 in dieser bestimmten Konstellation von Menschen, an diesem Ort \u2013 einem allt\u00e4glichen Auff\u00fchrungsort \u2013 den es vielleicht immer wieder neu zu bestimmen gilt? Denn wir allein sind in einer bestimmten Konstellation von Menschen, die Grundbedingung f\u00fcr den Prozess des gemeinsamen Hervorbringens von Ideen, Vorstellungen, Werten und Kultur an diesem bestimmten Ort.\u201eEine ehrliche Geschichte des Colleges w\u00fcrde eingestehen, dass es zu unterschiedlichen Zeiten, je nach Qualit\u00e4t, Philosophie, Geschmack und Beteiligung des jeweiligen Lehrk\u00f6rpers, ein sehr unterschiedlicher Ort sein konnte.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Und damals wie heute gilt: \u201eEs blieb dir \u00fcberlassen, wie viel oder wie wenig du dich einbringen wolltest.<\/p>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><br \/>\n<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Alle Zitate im folgenden Abschnitt sind von Protagonistinnen und Protagonisten des Black Mountain College. Sie wurden folgender Publikation entnommen: Blume, Eugen; Felix, Matilda; Knapstein, Gabriele; Nichols Catherine (2015) (Hrsg.): Black Mountain. Ein Interdisziplin\u00e4res Experiment, Spector Books.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Alle Zitate im folgenden Abschnitt sind von Protagonistinnen und Protagonisten des Black Mountain College. Sie wurden folgender Publikation entnommen: Blume, Eugen; Felix, Matilda; Knapstein, Gabriele; Nichols Catherine (2015) (Hrsg.): Black Mountain. Ein Interdisziplin\u00e4res Experiment, Spector Books.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">15.\u201317. 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