{"id":550,"date":"2010-08-09T18:39:02","date_gmt":"2010-08-09T18:39:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/?p=550"},"modified":"2020-06-02T07:29:48","modified_gmt":"2020-06-02T07:29:48","slug":"kaspar-streiff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/2010\/08\/09\/kaspar-streiff\/","title":{"rendered":"Kaspar Streiff"},"content":{"rendered":"<h2>List of Films<\/h2>\n<p><strong><em>Eli-Eli<\/em><\/strong>, Kaspar Streiff, D 196?, 14 Min.<strong><em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/files\/2010\/08\/Streiff_Kaspar_EliEli.mp4\">Kaspar Streiff: Eli Eli<\/a><\/em><\/strong><b><\/b><\/p>\n<h2>Bio<\/h2>\n<p>*1943, Wollishofen; \u2020 2007, Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Nach einer zweij\u00e4hrigen Ausbildung an der Schauspielakademie im Z\u00fcrich, studierte Kaspar Streiff ab 1967 an der Filmakademie in Berlin (dffb). Hier realisierte er einige Filme, unter anderem Eli-Eli. Zur\u00fcck in der Schweiz arbeitete er nach einer Ton-Assistenz f\u00fcr Philipp Werner Saubers Der einsame Wanderer, von 1971 bis 1976 als Produktionsdramaturg am Theater Neumarkt in Z\u00fcrich. 1981 realisierte er das Anti-Atomkraft Theater Gorw\u00e4rts. Ab Mitte der 1980-er Jahren war er als freier Journalist f\u00fcr unterschiedliche Zeitungen t\u00e4tig.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Articles about (and from) the Author and his Work<\/h2>\n<p>Kaspar Streiff, &#8221; Nur wenige marschieren heute noch&#8221;, <i>Sonntagszeitung<\/i>, 1. Mai 1988, S. 17.<\/p>\n<p>Michael Sch\u00e4delin, &#8220;Abschied von Kaspar Streiff&#8221;,\u00a0<i>Altstadt Kurier<\/i>, Oktober 2007.<\/p>\n<h2>Screenings (Places and Dates)<\/h2>\n<p>.<\/p>\n<h2>Holdings of Films in Collections<\/h2>\n<p>dffb, Berlin<\/p>\n<h2>Miscellaneous<\/h2>\n<h5><\/h5>\n<p><i>Altstadt Kurier,\u00a0<\/i>Oktober 2007 (Zugriff am 9. August 2010) <a href=\"http:\/\/zuerich1.ch\/kurier\/story.php?id=192\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/zuerich1.ch\/kurier\/story.php?id=192<\/a>:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zuerich1.ch\/kurier\/images\/img_kuriertitel.gif\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"37\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Abschied von Kaspar Streiff<\/p>\n<p><strong>Vielen von uns wird Kaspar Streiff, der am 7. September fast v\u00f6llig unbemerkt starb, fehlen.<\/strong><\/p>\n<p>Kaspar Streiff war ein liebenswerter und unangenehmer Zeitgenosse. Denn er war provokant und ehrlich. Gegen\u00fcber anderen \u2013 und gegen\u00fcber sich selbst. Er sprach aus, was die b\u00fcrgerliche Gesellschaft lieber nicht in Worte kleidet. Und weil er wusste, wie vielschichtig die kleinen Unaufrichtigkeiten des Lebens sein k\u00f6nnen, bekannte er sich in einer seiner Reportagen zum paradoxen Diktum: \u00abWahre L\u00fcge ist besser als verlogene Wahrheit\u00bb.<br \/>\nGeboren wurde Kaspar am 17. Februar 1943 in Wollishofen als Sohn von Elfriede und Bruno Streiff. Sein Vater, ein am Bauhaus ausgebildeter Architekt, erbte mit 26 Jahren ein beachtliches Verm\u00f6gen, was ihm erlaubte, sein langes Leben frei von jeder Lohnarbeit zu gestalten. Weil man zu Hause nicht von Geld sprach, verlangte Kaspar, von der Situation beunruhigt, mit 18 beim Steueramt Auskunft \u00fcber das Verm\u00f6gen seines Vaters und kl\u00e4rte die ahnungslose Mutter auf, die prompt in eine tiefe Ohnmacht fiel. Von dieser Mutter, Elfriede Knapp, die als k\u00fcnstlerisch begabte Weberin im Bauhaus arbeitete, bevor Sie mit ihrem Mann in die Schweiz zog, schreibt Kaspar: \u00abSie w\u00e4re schon gerne z\u00e4rtlich zu mir gewesen, aber bei den verordneten Hemmungen und dem betr\u00e4chtlichen Altersunterschied war das nicht lebbar.\u00bb<br \/>\nNach der Matura am Freien Gymnasium nahm Kaspar Streiff Schauspielunterricht und arbeitete als Dramaturg am Schauspielhaus, um 1966, mit 23 Jahren, an die Filmakademie nach Berlin zu gehen, wo er in einer zerrissenen Zeit seine linke Gesinnung fand und einen seltsamen Film realisierte, den er schon wenige Jahre sp\u00e4ter nicht mehr verstehen sollte, wor\u00fcber er stets herzhaft lachen konnte.<br \/>\nZusammen mit seiner ersten Frau, der Schauspielerin Nikola Weisse, kam er zur\u00fcck in die Schweiz, arbeitete als Dramaturg unter Horst Zankl am Neumarkttheater, sorgte als Hausmann f\u00fcr die zwei T\u00f6chter, begleitete seine Frau nach Bremen, verfasste das Anti-Atomkraft-Theaterst\u00fcck Gorw\u00e4rts, das quer durch Deutschland gespielt wurde, fand zur\u00fcck in die Schweiz und arbeitete hier nach seiner Scheidung erst- und gleichzeitig letztmals in einer geordneten Anstellung als Dokumentalist bei Ringier. In den Achtzigerjahren war Kaspar Streiff als freier Journalist t\u00e4tig, verfasste mehrere viel beachtete, oft sehr pers\u00f6nlich gehaltene, wortgewaltige Reportagen von literarischer Qualit\u00e4t, schrieb unter anderem f\u00fcr Tages-Anzeiger, Weltwoche, NZZ, Magnum und WOZ.<br \/>\n1987 heiratete Kaspar seine zweite Frau Babara, mit der er die beiden Kinder Moritz und Jonas grosszog und meist als Hausmann waltete. Denn zur Jahrtausendwende hin verd\u00fcsterte sich die journalistische Szene, die kurzen Formen nahmen \u00dcberhand, die grossen Reportagen waren kaum mehr gefragt und viele freie Journalisten verloren ihr Einkommen. Eine der letzten beachteten journalistischen Reportagen Streiffs erschien in der Wochenendbeilage der NZZ: F\u00fcr das hinreissende Essay \u00fcber Victor Hugo recherchierte Streiff auf der Kanalinsel Guernsey.<br \/>\nIn den letzten sieben Jahren seines Lebens schrieb der universal belesene, kluge Kopf nicht mehr. Er widmete sich seiner Familie, half beim Kinder-Mittagstisch im GZ Altstadthaus, las und trank sich durch schlaflose N\u00e4chte hindurch und war konfrontiert mit wachsenden gesundheitlichen Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Vielen von uns wird Kaspar Streiff, der am 7. September fast v\u00f6llig unbemerkt starb, fehlen. Denn wer einmal an seinem Tisch sass, sich den Streitgespr\u00e4chen stellte, die unbequeme Ehrlichkeit, die manchmal fast geziert wirkte, ertrug, der wurde nicht nur mit irritierenden Gedankeng\u00e4ngen belohnt. Sondern auch mit Kaspars einmaligem Lachen. Ein h\u00f6hnisches, herzhaftes, zorniges Lachen, das gleichzeitig verletzend und liebenswert war und in dem man bis zuletzt den Buben aus Wollishofen heraush\u00f6rte, der mehr wusste, als er h\u00e4tte wissen d\u00fcrfen und der sich sowohl nach Wahrheit wie nach Zuwendung sehnte, was in unserer Gesellschaft zusammen meist nicht zu haben ist.<br \/>\nMichael Sch\u00e4delin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nzzfolio.ch\/www\/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470\/showarticle\/3961015f-90d3-4423-89fa-a6a4c2c0f4b7.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">K\u00fcnstlerpech<\/a>, <i>NZZ-Folio,\u00a0<\/i>Themenheft: Erben, 11\/03<br \/>\n<a href=\"http:\/\/issuu.com\/m-magazin\/docs\/migros-magazin-18-2008-d-vs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bild<\/a> aus 1968 aus <i>Migros Magazin<\/i> 18\/2008, 28. 4. 2008, S.10\/11 (Kaspar Streiff vorne Mitte)<\/p>\n<p>Kaspar Streiff, &#8221; Nur wenige marschieren heute noch&#8221;, \u00a0<i>Sonntagszeitung<\/i>, 1. Mai 1988:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/files\/2010\/08\/880501_Streiff_Sonntagszeitung_68er-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-3693\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/files\/2010\/08\/880501_Streiff_Sonntagszeitung_68er-1-809x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"809\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/files\/2010\/08\/880501_Streiff_Sonntagszeitung_68er-1-809x1024.jpg 809w, https:\/\/blog.zhdk.ch\/sfex\/files\/2010\/08\/880501_Streiff_Sonntagszeitung_68er-1-237x300.jpg 237w\" sizes=\"auto, (max-width: 809px) 100vw, 809px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>List of Films Eli-Eli, Kaspar Streiff, D 196?, 14 Min. Kaspar Streiff: Eli Eli Bio *1943, Wollishofen; \u2020 2007, Z\u00fcrich Nach einer zweij\u00e4hrigen Ausbildung an der Schauspielakademie im Z\u00fcrich, studierte Kaspar Streiff ab 1967 an der Filmakademie in Berlin (dffb). 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