{"id":71,"date":"2010-02-27T13:40:53","date_gmt":"2010-02-27T11:40:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/?p=71"},"modified":"2010-04-26T17:26:48","modified_gmt":"2010-04-26T15:26:48","slug":"these-5-re-lekturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/2010\/02\/27\/these-5-re-lekturen\/","title":{"rendered":"These 5 | Re-Lekt\u00fcren"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"color: #ff8c00\"><strong>Die Re-Lekt\u00fcre eines Ortes oder Objekts ist Resultat von Erkundungstouren durch eigene und fremde Wissensarchive. Die transportierten Referenzmaterialien profilieren Ausgangsorte \u00fcberraschend neu oder anders. So erm\u00f6glichen sie <\/strong><strong>ein ver\u00e4ndertes Lesen und Verstehen der Ausgangssituation. <\/strong><\/span><\/h1>\n<p><strong>Wir m\u00f6chten Orte intellektuell und emotional durchdringen. Wir statten sie mit eigenem und fremdem Wissen aus und schm\u00fccken sie damit. Das in Wissensarchiven Gefundene verweben wir mit dem Ort, verleiben es ihm ein und schaffen somit die Voraussetzungen f\u00fcr m\u00f6gliche Lekt\u00fcren, Identifikationen und Erz\u00e4hlungen, damit auch andere sehen, was wir sehen, und verstehen, was wir \u00a0verstehen. Re-Lekt\u00fcren sind eigensinnig: unvorhersehbare Reaktionen an Ort und Stelle. Die \u201aGeister\u2019, die man gerufen hat, sind nun anwesend und wirken. Sie spiegeln sich in unserem Blick auf das Geschehen. Uns interessiert, wie die \u2013 real oder fiktiv \u2013 vorgenommenen Erg\u00e4nzungen, Verkn\u00fcpfungen, \u00dcberh\u00f6hungen, Reduktionen, Verkomplizierungen wirken: Sie m\u00f6gen einem Ort neuen Glanz verleihen oder ihn entwerten, ihn aufladen oder entmachten, vielleicht gar erotisieren. Auf jeden Fall werden sie ihn welthaltiger machen. Hier sind Beispiele aus unseren Videointerviews:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Einarbeiten, verweben<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10004849\" target=\"_blank\">Denken gegen Zaubertricks <\/a>| <em>Daniele Marques | Stadionprojekt Allmend<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10004904\" target=\"_blank\">Oben Wolken, unten Schatten<\/a> | <em>Irma Ineichen | Nationalquai<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10005613\" target=\"_blank\">*S\u00e4kulare Analogie<\/a> <em>| Roger Diener | Migrosbau Hertensteinstrasse<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/9998995\" target=\"_blank\">*Wenn ich G\u00e4sten etwas in Luzern zeigen m\u00f6chte<\/a><strong> | Das Provisorische, das Leichte | Vorbehalte ausser Kraft gesetzt | Magie des Ortes | *Keine klassische Fassade | *Negation eines Volumens |<\/strong> <em>Stanislaus von Moos | KKL<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10000921\" target=\"_blank\">*Heimatkl\u00e4nge<\/a> Ein Freund, er ist Tontechnikingenieur, hat mir einmal erz\u00e4hlt, dass er als Engl\u00e4nder in Saudi Arabien angefangen habe zu bauen und zu leben. Und dass die Frauen, die zu Hause blieben, w\u00e4hrend die M\u00e4nner draussen bei irgendwelchen Projekten gearbeitet haben, enormes Heimweh nach England hatten. Die H\u00e4user waren zwar wie englische Bungalows gebaut, aber draussen sah es nicht nach England aus. Und er hat gutes Geld dadurch verdient, dass er denen den Sound englischer Atmosph\u00e4ren \u2013 Landschaften, K\u00fche usw. \u2013 auf Endlostapes geliefert hat. Die haben das dann immer in den Wohnzimmern ganz leise laufen lassen, und schon haben sie sich zu Hause gef\u00fchlt. Man kann das vielleicht so machen, dass man seine Herkunft sozusagen akustisch bei sich hat. Oder dass man bei der Hotelrezeption Tonb\u00e4nder zur Auswahl hat: heute abend mal ein bisschen Shanghai, aber ged\u00e4mpftes Shanghai. Das w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit, nur als Anregung&#8230; <em>| Fred van der Kooij | The Hotel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Die Lust, sich die Welt zu erkl\u00e4ren<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10004975\" target=\"_blank\">\u00c4lpleridentit\u00e4t und Weltniveau<\/a> <strong>| Eine Atmosph\u00e4re, die eine andere vergessen l\u00e4sst |<\/strong> <em>J\u00fcrg Stadelmann | Hotel Schweizerhof<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.vimeo.com\/8617323\" target=\"_blank\">Karikatur, Abstraktion<\/a> <em>| Andy Raeber | Reusswehr<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10005031\" target=\"_blank\">Das Dreckige, das Ungesch\u00f6nte<\/a> <strong>| \u00c4sthetik der Dekadenz | <\/strong><em>Mario Gerteis | Gaswerkareal<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <strong>\u00dcber den Umweg von Metaphern | * Unverzichtbare Assoziationen | Unter dem Dach des KKL ein magischer Ort<\/strong> Mit dem KKL hat Luzern etwas bekommen, wo man die Landschaft und die Stadt zusammen in einem Schwenk oder in einem Traveling mit dem Kopf einmal um die K\u00f6rperachse gedreht sehen kann, die ganze Stadt als Bild. Die Stadt hat ein Panoramaerlebnis bekommen. <strong>| \u201aMachine \u00e0 \u00e9mouvoir\u2019 | *Geniale Manipulation |<\/strong> <em>Stanislaus von Moos | KKL<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10001500\" target=\"_blank\">*Ort eines intensiven Schauspiels<\/a> <strong>| *Espace indicible, unsagbarer Raum |<\/strong> <em>Stanislaus von Moos | Reusswehr<\/em> <strong>\u2666 <\/strong><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10001730\" target=\"_blank\">*Nie nur Auge<\/a> Atmosph\u00e4re ist etwas, das mit dem K\u00f6rper des Betrachters zu tun hat. Wir sind nie nur Auge, und das kann man bei einer Badeanstalt ganz sch\u00f6n klarmachen: Man ist in einer Badeanstalt, weil man sich bestimmten freundlichen k\u00f6rperlichen Reizen auf kontrollierte Art und Weise aussetzen m\u00f6chte. Eine Atmosph\u00e4re der richtigen Abst\u00e4nde der K\u00f6rper zueinander. <strong>| *Kern des Atmosph\u00e4rischen | *Mitaufgef\u00fchrtes B\u00fchnenst\u00fcck |<\/strong> <em>Valentin Groebner | Seebad <\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10005071\" target=\"_blank\">Sehmaschine <\/a><strong>| Ohne Ausgang |<\/strong> <em>Valentin Groebner | Bourbaki-Panorama <\/em><strong>\u2666 <\/strong><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10005117\" target=\"_blank\">Selbstvervielf\u00e4ltigung<\/a> <strong>| Gegenstandswolken | Haufenbildung | *In Schw\u00e4rmen | Z\u00e4rtliche Hand<\/strong> Die ideale Form des Hinausgehens ist nat\u00fcrlich, mit einem Gegenstand hinauszugehen, der hier, ohne dass der Gegenstand und der Tourist das vorher schon gewusst haben, geduldig auf diese f\u00fcrsorgliche und z\u00e4rtliche Hand gewartet hat. <em>| Valentin Groebner | Giftshop Casagrande<\/em> <strong>\u2666 <\/strong><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/9999181\" target=\"_blank\">*Terms under Construction: Affect, Effect, Reflection<\/a> <strong>| Regime of the Visual | An Architecture of Dialogue? |<\/strong> <em>Marc Ang\u00e9lil | Sarah Graham | The Hotel<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10000586\" target=\"_blank\">*Assoziationsgeschehen<\/a> <strong>| *Imagination | <\/strong><em>Paolo Bianchi | The Hotel<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10089587\" target=\"_blank\">*Wie im Stundenhotel<\/a> <strong>| *Damen im Fenster | Ironie des Scheins<\/strong> Wenn man die Aussenfassade betrachtet, sieht man, dass die Inszenierung der Waren\u00e4sthetik folgt, die zwischen Angebot und Nachfrage pendelt. Angebot eines Stundenhotels, das es nicht bedient. <strong>| Montage und Architektur |<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10084930\" target=\"_blank\">*Die Erzeuger von Atmosph\u00e4ren<\/a> <strong>| *Kontrastwirkungen wie im Barock | *Liebe als Installation | *R\u00e4ume wie Gef\u00fchle? | *Tag- und Nachteindr\u00fccke |<\/strong> <em>Fred van der Kooij | The Hotel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Bilder, die uns an die Realit\u00e4t erinnern<\/em><br \/>\n<strong>\u2666 <\/strong><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10089391\" target=\"_blank\">Filme erinnern uns an die Realit\u00e4t<\/a> |<em> Jonas Raeber | Reusswehr<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10005162\" target=\"_blank\">Bilder, die an Objekten haften <\/a>Es gibt ja Bilder, die an Objekten haften bleiben \u2013 das ber\u00fchmte Vogelnest in Peking. Oder das Seelensilo \u2013 bei vielen Kirchen aus den zwanziger und f\u00fcnfziger Jahren. Begriffe, wenn sie plausibel sind, bleiben an Dingen haften, und so funktioniert Kommunikation \u00fcber Artefakte. <strong>| Assoziative Br\u00fccken |<\/strong> <em>Stanislaus von Moos | KKL <\/em><strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10088135\" target=\"_blank\">*Schwindelgef\u00fchle<\/a> Wenn man so etwas erlebt wie jetzt hier, dann kommt mir Richard Serra in den Sinn: seine Raummanipulationen mittels Stahlplatten, die zerdehnt und gew\u00f6lbt sind. Er bringt es fertig, einem den Magen durcheinanderzubringen. Das sind Dinge, wo ich mich als Kunsthistoriker frage: Ist das ein Ph\u00e4nomen rein physiologischer, rein psychologischer Art? Ist das ein Ph\u00e4nomen, das eigentlich in erster Linie im Wissenschaftsmuseum, im Palais de la D\u00e9couverte seinen Ort hat? Oder ist das wirklich Kunst? Fragen, die man sich wirklich stellen kann. Auf jeden Fall sind es Manipulationen der Wahrnehmung. Artefakte, die die Wahrnehmung in einer sehr unintellektuellen und sehr physischen Weise betreffen. <strong>| Aufgebaut wie f\u00fcr eine Operette |<\/strong> <em>Stanislaus von Moos | Reusswehr<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10088453\" target=\"_blank\">*Realit\u00e4tserzeugend<\/a> Ein wunderbarer Pleonasmus: \u201ahistorische Altstadt\u2019! Wenn etwas wirklich historisch ist, m\u00fcsste es ja nicht extra als historisch bezeichnet werden. Der Tourismus verdoppelt aber alles. Und der Tourismus ist eben auch in der Lage, grosse Schlachtereignisse oder, wie in diesem Fall, die f\u00fcr die Schweiz siegreiche, triumphale Nicht-Schlacht in ein Schauerlebnis zweiter G\u00fcte zu verwandeln. Man schaut mit anderen zusammen auf eine Simulation, die dadurch richtig wird. Richtig und wichtig und prominent und Realit\u00e4t erzeugend. Das ist ein St\u00fcck weit auch das Prinzip des Kinos, des Historienfilms. Deswegen diese merkw\u00fcrdige Fremdheiterfahrung, die sich einstellt, wenn man allein im Kino sitzt. <em>| Valentin Groebner | Bourbaki-Panorama <\/em><strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10005221\" target=\"_blank\">*Filmarchitektur als Stimmungsraum<\/a> <strong>| *Wenn die Atmosph\u00e4re eines filmischen Raumes auf uns \u00fcbergreift | *Theatralische Positionen: Die Decke im Blick |<\/strong> Fred van der Kooij | The Hotel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Re-Lekt\u00fcre eines Ortes oder Objekts ist Resultat von Erkundungstouren durch eigene und fremde Wissensarchive. Die transportierten Referenzmaterialien profilieren Ausgangsorte \u00fcberraschend neu oder anders. So erm\u00f6glichen sie ein ver\u00e4ndertes Lesen und Verstehen der Ausgangssituation. Wir m\u00f6chten Orte intellektuell und emotional durchdringen. Wir statten sie mit eigenem und fremdem Wissen aus und schm\u00fccken sie damit. Das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":211,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[],"class_list":["post-71","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/users\/211"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":195,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71\/revisions\/195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}