{"id":97,"date":"2010-02-27T13:41:37","date_gmt":"2010-02-27T11:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/?p=97"},"modified":"2010-04-26T17:30:20","modified_gmt":"2010-04-26T15:30:20","slug":"these-7-prekare-erfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/stadtlaborluzern\/2010\/02\/27\/these-7-prekare-erfahrungen\/","title":{"rendered":"These 7 | Prek\u00e4re Erfahrungen"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"color: #ff8c00\"><strong>Wo das Risiko einer r\u00e4umlichen T\u00e4uschung, eines Eingeschlossen- oder Ausgeschlossenseins besteht, wo wir uns unberechtigt in R\u00e4ume vorwagen oder eine pl\u00f6tzliche Begegnung mit dem Unerwarteten oder Bedrohlichen eintritt, werden r\u00e4umliche Erfahrungen f\u00fcr uns prek\u00e4r.<\/strong><\/span><\/h1>\n<p><strong>Prek\u00e4re Erfahrungen machen wir, wenn etwas zum Vorschein kommt, das eigentlich im Verborgenen bleiben soll. Damit einher geht eine \u2013 oft nur minimale \u2013 Verschiebung von Schwellen: vom Unsichtbaren zum Sichtbaren, vom Unh\u00f6rbaren zum H\u00f6rbaren. Physische Grenzen und Grenzen der Wahrnehmung verwischen sich, werden unsicher, unzuverl\u00e4ssig, riskant. Wir drohen die Kontrolle zu verlieren. Wir bemerken, dass wir eine r\u00e4umliche Wirklichkeit untersch\u00e4tzt haben. Erst wenn wir uns in einer unausweichlichen Situation befinden, bemerken wir, dass wir mit der jeder r\u00e4umlichen Wirklichkeit innewohnenden Dimension des Prek\u00e4ren nicht gerechnet haben. Schrecken stellt sich ein. Wir verlieren den Boden unter den F\u00fcssen. Uns interessiert, wie sich das Prek\u00e4re in r\u00e4umlichen Situationen zeigt. Hier sind Beispiele aus unseren Videointerviews:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Riskante Einsch\u00e4tzungen<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003322\" target=\"_blank\">Stockfinstere Nacht<\/a> | <em>Roman + Bruno | Seebad<\/em> <strong>\u2666<\/strong><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003386\" target=\"_blank\"> Ich setze mich ins Bild<\/a><strong> | Besteigung des KKL |<\/strong> <em>Huth &amp; Frey | KKL<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003424\" target=\"_blank\">\u00d6de Orte<\/a> <strong>| Orte meiden | Die Augen abwenden <\/strong>Es gibt R\u00e4ume, die ertrage ich nicht, weil sie ganz anonym sind. Sie sind zwar von Menschen gestaltet. Man sp\u00fcrt, sie lieben vielleicht nichts oder vielleicht etwas, das ich nicht kenne. Dann strahlen diese R\u00e4ume f\u00fcr mich Erschreckendes aus. |<em> Irma Ineichen | Nationalquai<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003467\" target=\"_blank\">D\u00e9j\u00e0 vu <\/a>Jedes Mal, wenn ich hier in der Nacht durchgehe, habe ich das Gef\u00fchl: Hier bin ich schon gewesen. Aber nicht, weil ich schon hier gewesen bin, es ist ein ganz anderes, fast unerkl\u00e4rliches Gef\u00fchl \u2013 wie ein D\u00e9j\u00e0 vu. Es ist wichtig, dass es Nacht ist, weil die Berge im Schatten sind. <strong>| Ohne Gel\u00e4nder | \u201aLivingroom\u2019 unter Wasser |<\/strong> <em>Judith Albert | Nationalquai<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003503\" target=\"_blank\">Leben zwischen zwei T\u00fcren<\/a> Eine Geschichte, die m\u00f6glicherweise zutrifft. Was waren das f\u00fcr Leute, die ins Hotel Schweizerhof gekommen sind, selbst noch in den vierziger Jahren? Leute aus Gegenden, wo die Sklaverei \u00fcblich gewesen ist, wo man den Hausdiener dabei hatte. Und das ist die Geschichte: Wenn man diese Hotelzimmert\u00fcr \u00f6ffnete, hatte es einen kleinen Zwischenraum, und dann eine zweite T\u00fcr. Und der f\u00fcr seine Herrschaft zust\u00e4ndige Laufbursche schlief zwischen den T\u00fcren in jener Zeit! <em>| J\u00fcrg Stadelmann | Hotel Schweizerhof <\/em><strong>\u2666 <\/strong><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003539\" target=\"_blank\">Eine Adresse f\u00fcr gewisse F\u00e4lle<\/a> In diesem Raum ist alles kontrolliert. Selbstverst\u00e4ndlich im Verlauf der Jahre denkt man sich: \u201eAha, da ist eine Person, die hat ein zweites Postfach. Die hat zu Hause einen Posteingang, und offensichtlich kommen da noch gewisse Dokumente nicht mit der normalen Post rein.\u201c Aber das sieht man sich an und geht zur Tagesordnung \u00fcber. |<strong> Anonyme Briefe |<\/strong> <em>Judith Stamm | Postfach<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10001500\" target=\"_blank\">*Ort eines intensiven Schauspiels<\/a> <strong>| *Kein Ort zum Wohnen | *Aufw\u00fchlend | *Bedrohliche Ruhe | <\/strong><em>Stanislaus von Moos | Reusswehr<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Das Riskante des Blicks<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003565\" target=\"_blank\">Einfangen<\/a> Eigentlich sollte man als Berufsfotograf soweit sein, dass man das, was man meint einfangen zu k\u00f6nnen, auch einf\u00e4ngt. Was aber passiert, wenn man sich zu sehr verliebt in einen Gegenstand oder in eine Person, die man abbildet? Dass man sie zu sch\u00f6n, zu \u00fcberh\u00f6ht wahrnimmt und das auf der Fotografie nicht wieder antrifft. |<em> Georg Anderhub | Nationalquai<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003611\" target=\"_blank\">Zeit und Distanz <\/a>Ich gehe von einem Bild weg, dann geh ich wieder zum Bild, schaue: Hat es eine Wirkung oder hat es keine? Manchmal stelle ich mir vor, es hat eine Wirkung. Zwei Monate sp\u00e4ter denke ich: keine Ausstrahlung. Dann muss ich wieder von vorn beginnen. <em>| Irma Ineichen | Nationalquai<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003643\" target=\"_blank\">Bis wohin reicht das Bild?<\/a> |<em> Thea Brejzek | The Hotel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Unsichtbare L\u00fccken, Schwellen, schwankende B\u00f6den<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003677\" target=\"_blank\">Natur vom Reissbrett<\/a> <em>| J\u00fcrg Stadelmann | Kantonsschule<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003708\" target=\"_blank\">Grenz\u00fcberg\u00e4nge, Orte der Reibung<\/a> <strong>| Besondere Stellen im Raum<\/strong> Es gibt einen Ort in Obwalden, dort l\u00e4uft es mir immer kalt den R\u00fccken herunter. Ein Ort, wo ich extrem ungern bin, wo ich das Gef\u00fchl habe, da ist sicher mal was ganz Schlimmes passiert. Schichten eines Ortes, die mal mehr, mal weniger erfahrbar sind. <em>| Judith Albert | Nationalquai<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Verlust, Verdr\u00e4ngung<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003745\" target=\"_blank\">Was nicht mehr sein wird<\/a> <strong>| Unwiederbringlicher Verlust |<\/strong><em> Andy Raeber | Reusswehr<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003760\" target=\"_blank\">Eine Atmosph\u00e4re, die eine andere vergessen l\u00e4sst <\/a>Ein sehr spannender Ort, der vergessen l\u00e4sst, dass das Hotel Schweizerhof nur einer ganz kleinen Elite vorbehalten war, die sich oft auf Kosten der grossen Allgemeinheit \u2013 das Geld kam ja oft aus dem Imperialismus \u2013 die Sonnenseiten des Lebens organisieren konnte. <strong>| Vordereingang, Hintereingang |<\/strong> <em>J\u00fcrg Stadelmann | Hotel Schweizerhof <\/em><strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003807\" target=\"_blank\">Ern\u00fcchternd <\/a>Wir kennen das ern\u00fcchternde Gef\u00fchl, dass uns etwas ganz stark anr\u00fchrt und wir pl\u00f6tzlich eingetaucht sind in eine magische Atmosph\u00e4re \u2013 die Person neben uns aber nicht. Ziemlich irritierend, aber sehr real. Das geh\u00f6rt auch zum Atmosph\u00e4rischen. Das Atmosph\u00e4rische ist nicht unbegrenzt teilbar. Das ist auch das Idiosynkratische am Begriff der Atmosph\u00e4re, das ich immer verteidigen w\u00fcrde. |<em> Valentin Groebner | Giftshop Casagrande<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003834\" target=\"_blank\">An Architecture of Dialogue?<\/a> We are easily introduced into a dialogue because we know the backgrounds of the hotel, we know the architect, we know the filmstills that are shown on the ceiling, our eye has been trained for this kind of architecture, and we belong to this cultural elite that has the great opportunity to afford a room in such a hotel. What happens when this connection is not established? When you feel excluded from this type of architecture? <em>| Marc Ang\u00e9lil | Sarah Graham | The Hotel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Betrug | Attrappe | T\u00e4uschung<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003874\" target=\"_blank\">Attrappe<\/a> <strong>| Sieht-so-aus-wie-L\u00fcge | Ein Fall f\u00fcr Melide |<\/strong> <em>Andy Raeber | Reusswehr<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003922\" target=\"_blank\">Sichtbares, Unsichtbares <\/a><strong>| Sich zeigen, sich verbergen | Irgend etwas stimmt nicht <\/strong>Wenn ich vor dem L\u00f6wendenkmal in Luzern stehe, schmunzle ich immer, weil ich weiss, dass hinter diesem L\u00f6wen ein Bunker ist. Und dass dieses L\u00f6wendenkmal vor einem Kulturschutzraum steht. Und da ich das weiss, wird dieser Raum f\u00fcr mich zu etwas anderem, als wenn ich das nicht weiss und nur von der bombastischen Inszenierung dieses Ortes ausgehe. <em>| J\u00fcrg Stadelmann | Kantonsschule<\/em> <strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10003949\" target=\"_blank\">Klopfprobe<\/a> <em>| J\u00fcrg Stadelmann | Hotel Schweizerhof<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Wiederholung<\/em><br \/>\n<strong>\u2666<\/strong> <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/10004009\" target=\"_blank\">Fast erschreckend<\/a> Ich habe eine Situation einmal wiedergefunden, die war fast erschreckend. Ich hatte eine Concierge in einem Haus, nach ungef\u00e4hr zwanzig Jahren bin ich dort vorbeigegangen, bin ins Haus gegangen, in den Hof, und da stand die Concierge einfach wieder im Garten. Ich habe diese Situation fast wieder verlassen m\u00fcssen, das war ja fast wie eine Wiederholung. Erschreckend. <em>| Irma Ineichen | Nationalquai<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo das Risiko einer r\u00e4umlichen T\u00e4uschung, eines Eingeschlossen- oder Ausgeschlossenseins besteht, wo wir uns unberechtigt in R\u00e4ume vorwagen oder eine pl\u00f6tzliche Begegnung mit dem Unerwarteten oder Bedrohlichen eintritt, werden r\u00e4umliche Erfahrungen f\u00fcr uns prek\u00e4r. Prek\u00e4re Erfahrungen machen wir, wenn etwas zum Vorschein kommt, das eigentlich im Verborgenen bleiben soll. 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