{"id":2035,"date":"2014-10-02T15:14:07","date_gmt":"2014-10-02T13:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=2035"},"modified":"2014-10-02T15:14:07","modified_gmt":"2014-10-02T13:14:07","slug":"warum-liegt-hier-eigentlich-zement-rum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2014\/10\/02\/warum-liegt-hier-eigentlich-zement-rum\/","title":{"rendered":"Warum liegt hier eigentlich Zement rum?"},"content":{"rendered":"<p>In der Mensa ist es wie im Inneren eines grossen Pfefferminzkonfekts.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Wenn man genauer hinsieht, handelt es sich nicht um Minzkonfekt\u00a0und auch nicht um lauter kleine dreieckige Fliesen, sondern um etwas anderes:<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>Es sind <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zementfliese\">Zementfliesen<\/a>. Zementfliesen erfreuen sich seit ein paar Jahren wieder grosser Beliebtheit, so wie vorher schon mal im neunzehnten Jahrhundert. Warum sie trotz ihrer Sch\u00f6nheit zwischendrin hundert Jahre aus der Mode gekommen sind,\u00a0weiss ich nicht. Vielleicht lag es daran, dass sich\u00a0Zementfliesen\u00a0schneller\u00a0abnutzen als Steinzeugfliesen\u00a0und\u00a0nicht s\u00e4urefest sind. Also Vorsicht beim Hantieren mit dem Essig!<\/p>\n<p>Zementfliesen werden nach wie vor in Handarbeit hergestellt. Nicht in der Schweiz nat\u00fcrlich, das w\u00e4re zu teuer, aber in Spanien, Portugal und Nordafrika. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1RsIEGKNNmU\">In diesem Video sieht man ziemlich genau, wie es geht<\/a>, und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SOd3keetfeA\">hier, wie die\u00a0Praxis\u00a0aussieht<\/a>, und wie lange es dauert, bis eine einzelne Zementfliese fertig ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Videoanschaufaule: Man braucht eine glatte und leicht ge\u00f6lte Platte, eine Art quadratische Kuchenform und einen\u00a0metallenen Farbtrennrahmen, der\u00a0die einzelnen Farbfelder voneinander trennt.\u00a0Zuerst tropft man eine Paste aus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Fzement\">Weisszement<\/a>, Marmormehl und Farbpigmenten einige Millimeter hoch in die einzelnen Sektionen. Das ist die Farbschicht. F\u00fcr eine Mensafliese sind sechzehn weisse und sechzehn gr\u00fcne Dreiecke zu f\u00fcllen. Dann\u00a0wird der Farbtrennrahmen mit einer schnellen Bewegung herausgezogen, das Muster bleibt stehen. Darauf kommen einige Millimeter trockenes M\u00f6rtelpulver, das seine\u00a0Feuchtigkeit aus der Farbschicht saugt, und zuletzt\u00a0eine dritte Lage aus fast trockenem M\u00f6rtel. Mit einer hydraulischen Presse wird die Fliese verdichtet. Nach wenigen Sekunden ist sie fest und l\u00e4sst sich aus\u00a0dem Rahmen entnehmen.\u00a0Jetzt muss sie\u00a0nur noch einige Wochen aush\u00e4rten.<\/p>\n<p>Eigentlich ist an diesem Produktionsprozess nichts, was sich nicht automatisieren liesse. Es gibt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Automatisches_Melksystem\">automatische Melkanlagen<\/a>, <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Automated_restaurant\">automatische Restaurants<\/a>\u00a0(mit <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5sVOSlUn7e0\">Ramen-Suppenrobotern<\/a>\u00a0und <a href=\"http:\/\/techcrunch.com\/2014\/05\/20\/barobot\/\">Cocktailrobotern<\/a>), und sogar <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zahnpasta#Die_Streifen\">die Streifen werden nicht von Hand in die Zahncreme gemacht<\/a>. Eines Tages wird jemand ein Verfahren zur Herstellung von Zementfliesen entwickeln, vielleicht sogar mit einer Schnittstelle zum Hochladen eigener Fliesenmuster. Und dann wird die Welt derartig von oben bis unten zementgefliest werden, dass\u00a0die Menschen in die ZHdK str\u00f6men werden, um wenigstens ab und zu ihre Augen auf ein paar Quadratmetern schlichtem grauem Beton auszuruhen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">In der Mensa ist es wie im Inneren eines grossen Pfefferminzkonfekts. Wenn man genauer hinsieht, handelt es sich nicht um&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2603,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[255615],"tags":[],"class_list":["post-2035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-observer-in-residence"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2603"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2035"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2043,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2035\/revisions\/2043"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}