{"id":2581,"date":"2014-10-13T16:20:46","date_gmt":"2014-10-13T14:20:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=2581"},"modified":"2014-10-13T16:21:06","modified_gmt":"2014-10-13T14:21:06","slug":"ein-richtiges-echtes-privates-buero","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2014\/10\/13\/ein-richtiges-echtes-privates-buero\/","title":{"rendered":"Ein richtiges echtes privates B\u00fcro"},"content":{"rendered":"<p><em>Oh, ich bin zum ersten Mal in einem Meetingraum. Nein, ach so, das ist ein richtiges echtes privates B\u00fcro! Du bist der erste, mit dem ich rede, der eines hat.<\/em><\/p>\n<p>Tut mir leid.<\/p>\n<p><em>Ich dachte schon, das ist ja ein gut eingerichteter Meetingraum \u2013 aber es ist einfach deins!\u00a0<\/em><em>Wie kommt&#8217;s, dass du ein eigenes B\u00fcro hast? Ich habe ja einen flexiblen Arbeitsplatz beim Departement f\u00fcr Kulturanalysen und Vermittlung, da gibt es gar keine eigenen B\u00fcros.<\/em><\/p>\n<p>Also ich find die Situation beim DKV genial. Ich find das superspannend, wie die das durchspielen. Wir in der Musik haben fr\u00fch gesagt: Wir brauchen Einzelb\u00fcros f\u00fcr die Studiengangsleitenden, um die Gespr\u00e4che mit den Studierenden und alle anderen Gespr\u00e4che f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Wir haben auch Grossraumb\u00fcros daneben, und wir haben Besprechungsr\u00e4ume. So wollten wir uns um diesen Lichtschacht versammeln. Wir haben das irgendwie durchsetzen k\u00f6nnen, keine Ahnung, warum.<\/p>\n<p><em>Wieso durchsetzen, gab es da Vorgaben? Ich hatte den Eindruck, dass das DKV freiwillig zum jetzigen Ergebnis gekommen ist. Die wollten urspr\u00fcnglich auch mehr Meetingr\u00e4ume und Einzelb\u00fcros und haben sich dann nach irgendeiner Beratung anders entschieden.<\/em><\/p>\n<p>Mit Vitra, genau. Es gab Vorgaben, dass es kein Einzelb\u00fcro mehr gibt. Deshalb findet man das nirgends mehr. Auch das Rektorat, du siehst, es hat kein Einzelb\u00fcro mehr &#8230;<\/p>\n<p><em>Ja, das hab ich gleich gezeigt bekommen bei meinem ersten Besuch, dass der Rektor kein eigenes B\u00fcro mehr hat.<\/em><\/p>\n<p>Genau. Jetzt sieht man ihn manchmal in diesem B\u00fcro oder in sonst einem Besprechungsraum in Ruhe arbeiten.<\/p>\n<p><em>Ja gut, aber das ist ja immer noch was v\u00f6llig anderes, als wenn er ein eigenes B\u00fcro h\u00e4tte.<\/em><\/p>\n<p>Absolut. Wir haben jetzt so entschieden. Ich bin sehr gl\u00fccklich.<\/p>\n<p><em>Hast du das Geb\u00e4ude im vorigen Zustand gekannt?<\/em><\/p>\n<p>Ja. Ich war mehrfach da drin. Ich bin beeindruckt, was die aus diesem Geb\u00e4ude gemacht haben. Absolut faszinierend. Und ich merk auch, dass ich wirklich gern zur Arbeit gehe. Ich hab vorher einen Container gehabt im Hof draussen und hab etwa zehn Jahre in diesem Container gearbeitet, das war sch\u00f6n und nat\u00fcrlich romantisch. Aber jetzt hier hab ich endlich meine Ruhe, das ist wirklich toll. Ich konnte von Anfang an sehr gut da arbeiten. Ich kann auch mein Material da haben. Das ist auch spannend, alle anderen haben gar kein Material mehr.<\/p>\n<p><em>Das wollte ich dich sowieso noch fragen, ob das wirklich\u00a0Material ist, mit dem du arbeitest. Ich hatte manchmal in anderen B\u00fcros das Gef\u00fchl, dass da die Regale so ein bisschen mit Blindtext best\u00fcckt worden sind, damit es so aussieht, als h\u00e4tte man Arbeitsmaterial, aber in Wirklichkeit nutzt das \u00fcberhaupt niemand. Aber das sind jetzt tats\u00e4chlich Sachen, die du regelm\u00e4ssig in die Hand nimmst?<\/em><\/p>\n<p>Ich kann&#8217;s dir zeigen. Also das hier, diese beiden, das sind Diplomarbeiten, wenn Studierende kommen &#8230; ich habe st\u00e4ndig Studierendengespr\u00e4che &#8230; Oder das hier beispielsweise, das ist jetzt eine Bachelorarbeit &#8230;<\/p>\n<p><em>Die m\u00fcssen das bei euch auf Papier einreichen?<\/em><\/p>\n<p>Nein, die haben die M\u00f6glichkeit, das elektronisch zu machen. Es ist zunehmend alles nur noch elektronisch, aber es gibt immer wieder auch solche.\u00a0<em>(Zeigt eine Arbeit auf Papier, auf die ein USB-Stick aufgeklebt ist)<\/em>\u00a0Also, das sind jetzt Studierendenarbeiten, die ich sofort z\u00fccken kann. Das sind Noten, die ich dringend brauche. Das sind alte Studienf\u00fchrer, die wir immer wieder z\u00fccken f\u00fcr alle m\u00f6glichen Nachfragen: Wie ist das jetzt geregelt? Nat\u00fcrlich w\u00e4re das auch im Internet. Aber es ist bequemer, hier nachzuschauen. &#8230; Ja, dann hat es sich schon fast. Dann, ich muss relativ viel Musik h\u00f6ren, oder auch, wenn neue Studierende kommen, bewerben sie sich mit Tontr\u00e4gern, welcher Art auch immer, und dann muss ich die irgendwie abh\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Aber jetzt mal angenommen, dieser Plan w\u00e4re vollst\u00e4ndig umgesetzt worden und niemand h\u00e4tte mehr Einzelb\u00fcros: Wie w\u00fcrdest du das dann alles l\u00f6sen? Man kann das ja vermutlich auch anders l\u00f6sen.<\/em><\/p>\n<p>Ich m\u00fcsste Mal f\u00fcr Mal irgendeinen Raum mieten, der eine optimale Abh\u00f6rsituation bietet. Ich h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit nicht, hier Studierendengespr\u00e4che zu f\u00fchren, ich m\u00fcsste sie verweisen auf das Medienzentrum. W\u00e4re m\u00f6glich.<\/p>\n<p><em>Das ist ja gerade ein allgemeiner Umbruch auch anderswo am Arbeitsplatz, und hier sieht man auf kleinem Raum die verschiedenen M\u00f6glichkeiten und Entwicklungsstadien.<\/em><\/p>\n<p>Ja. Ein Kollege vom DKV beispielsweise hat mir gesagt, dass die Leute von Vitra bei der Beratung gesagt haben, mit dem Grossraumb\u00fcro k\u00e4men die Leute sowieso nur 30 Prozent zur Arbeit. Und er w\u00fcrde aber behaupten, es seien dann h\u00f6chstens 15 bis 20 Prozent. Also noch weniger.<\/p>\n<p><em>Bedingt durch das Grossraumb\u00fcro?<\/em><\/p>\n<p>Bedingt durch das Grossraumb\u00fcro. Und die 20 Prozent, die dann anwesend sind, die sind dann aber in Kontakt und in st\u00e4ndig wechselnden Positionen und so weiter. Er hat das bisher als \u00fcberaus positiv erlebt.<\/p>\n<p><em>Ist es f\u00fcr mich nat\u00fcrlich auch. Immer, wenn ich mich zum Arbeiten hinsetze, sind andere Menschen um mich herum. Ich h\u00e4tte wenig Kontakt mit denen, wenn sie Einzelb\u00fcros h\u00e4tten.<\/em><\/p>\n<p>Ja, kann ich mir vorstellen. Bei uns ist die Situation insofern so, als wir st\u00e4ndig miteinander zu tun haben, und dann kennen wir uns auch. Also das funktioniert genauso gut. Ich bin gl\u00fccklich \u00fcber die Ruhe, die ich habe. Ich kann die T\u00fcr offen lassen, ich kann sie zumachen, jetzt st\u00f6ren wir niemanden, der draussen arbeitet.<\/p>\n<p><em>Ist es normal, dass es draussen so leer ist?<\/em><\/p>\n<p>Nein. Jetzt ist noch sp\u00e4te Mittagszeit, und hier gerade ist es etwas d\u00fcnner besetzt als bei anderen. Nein, normalerweise ist es hier voller. Ich bin sehr gl\u00fccklich \u00fcber diese Situation. Wie gesagt, ich hab zehn Jahre im Container gelebt, und das war toll, und jetzt geniesse ich&#8217;s, nicht mehr an den F\u00fcssen zu frieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Oh, ich bin zum ersten Mal in einem Meetingraum. Nein, ach so, das ist ein richtiges echtes privates B\u00fcro! 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