{"id":2763,"date":"2014-10-18T15:48:20","date_gmt":"2014-10-18T13:48:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=2763"},"modified":"2014-10-21T22:07:04","modified_gmt":"2014-10-21T20:07:04","slug":"taenzerinnen-sehen-dich-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2014\/10\/18\/taenzerinnen-sehen-dich-an\/","title":{"rendered":"T\u00e4nzer\/innen sehen dich an"},"content":{"rendered":"<p>Ich stehe mit der\u00a0fotografierenden Angela Leinen\u00a0und einem unbekannten Fotografen vor dem Tanzsaal mit dem grossen Fenster. Drinnen gehen\u00a0die Leute aus\u00a0der Ausbildung f\u00fcr Zeitgen\u00f6ssischen und Urbanen B\u00fchnentanz (so steht es jedenfalls auf dem Pullover ihres Trainers) gerade an die Arbeit, und wir raten, was wohl ihre Aufgabenstellung gewesen sein mag. &#8222;Ich glaube, es war &#8218;Stellt das Ebola-Virus dar'&#8220;, sage ich. &#8222;Ich glaube, es war &#8218;Macht euch irgendwie warm'&#8220;, sagt Angela. &#8222;Weisst du zuf\u00e4llig, ob die Scheibe von innen verspiegelt ist?&#8220;, frage ich den Fotografen, &#8222;ich habe mich bisher nicht getraut, reinzugehen und von innen nachzusehen. Aber eigentlich brauchen die doch Spiegel zum Trainieren, die andere Wand ist ja auch verspiegelt. Und sie\u00a0reagieren \u00fcberhaupt nicht auf das, was draussen passiert.&#8220;<\/p>\n<p>Der Fotograf weiss es auch nicht. Ich denke \u00fcber experimentelle Beantwortung der Frage\u00a0nach, aber wahrscheinlich ist es am Ende doch einfacher, reinzugehen und nachzusehen,\u00a0als\u00a0Leute\u00a0zu finden, die bereit sind, sich vor dem Fenster im Dienste der Forschung nackt auszuziehen. Der Fotograf\u00a0sagt noch eine Weile: &#8222;Aber der hat uns gerade angeschaut&#8220;, und ich sage &#8222;Der schaut uns nicht an, der schaut sich im Spiegel an.&#8220; Dann finden Angela und der Fotograf heraus, dass sie aus derselben Stadt kommen und viele\u00a0gemeinsame Freunde haben, und das besch\u00e4ftigt alle\u00a0erst mal mehr als die Tanzfragen.<\/p>\n<p>Ausserdem steht die T\u00fcr zum\u00a0Orgelsaal ausnahmsweise offen. Wir schl\u00fcpfen hinein, und ich bekomme gleich nasse Augen, weil darin so gesungen wird &#8230; eigentlich interessiere ich mich nicht f\u00fcr Gesang, schon gar nicht f\u00fcr Gesang mit Vibrato, aber Musik kann eben\u00a0manchmal auch dann was, wenn man gar nichts von ihr wissen will.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p style=\"text-align: center\">(Foto: Angela Leinen,\u00a0<a href=\"http:\/\/inneresimone.tumblr.com\">inneresimone.tumblr.com<\/a>)<\/p>\n<p>Etwas sp\u00e4ter begegnen wir im Gang einem der T\u00e4nzer.<\/p>\n<p>Fotograf: K\u00f6nnt ihr\u00a0uns eigentlich sehen, wenn wir euch zuschauen? Oder ist die Scheibe verspiegelt?<br \/>\nT\u00e4nzer: Xfjhkl fxdrglm qzxcvb.<br \/>\nFotograf: Ich bin leider nicht von hier.<br \/>\nT\u00e4nzer: Wir k\u00f6nnen\u00a0euch schon sehen.<br \/>\nIch: Oh.<br \/>\nFotograf: Aber ihr seid dran gew\u00f6hnt, oder? Wenn ihr auftretet, schauen euch ja auch alle zu.<br \/>\nT\u00e4nzer: Nein, wir\u00a0sehen das Publikum sonst eigentlich nie. Der ganze Zuschauerraum ist ja dunkel normalerweise.<br \/>\nFotograf: Und wie ist das dann f\u00fcr euch mit dem grossen Fenster?<br \/>\nT\u00e4nzer: Schwierig. Man darf sich nicht ablenken lassen, sonst verpasst man alle Anweisungen. Aber hier geht es eigentlich noch. Wir tanzen\u00a0beim CreativeCity-Fest n\u00e4chste Woche auf der Kaskade, und wenn wir da \u00fcben, das ist wirklich anstrengend. Da gehen immer Leute durch, und es sind immer irgendwelche Ger\u00e4usche, da kann man sich ganz schlecht\u00a0konzentrieren.<br \/>\nWir: Es hat\u00a0jedenfalls sehr gut ausgesehen alles! Danke!<\/p>\n<p>(Ged\u00e4chtnisprotokoll)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Ich stehe mit der\u00a0fotografierenden Angela Leinen\u00a0und einem unbekannten Fotografen vor dem Tanzsaal mit dem grossen Fenster. 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