{"id":6430,"date":"2015-04-13T08:00:44","date_gmt":"2015-04-13T06:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=6430"},"modified":"2015-04-10T18:24:16","modified_gmt":"2015-04-10T16:24:16","slug":"geduld-geduld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/04\/13\/geduld-geduld\/","title":{"rendered":"Geduld, Geduld"},"content":{"rendered":"<p>Marco Castellano, Leiter der Abteilung Raum und Bau an der ZHdK, hat sich in den rund zehn letzten Jahren mit dem Umzug ins Toni-Areal besch\u00e4ftigt. Er war zust\u00e4ndig f\u00fcr die Planung der B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze und Atelierr\u00e4ume und hat sich mit \u00fcbergeordneten Themen wie Signaletik und Gastronomiezonen besch\u00e4ftigt. Eine Bestandesaufnahme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marco Castellano, wie ging es Dir vor, w\u00e4hrend und nach dem Einzug?<br \/>\n<\/strong>Das Toni-Areal hat mir zuvor doch lange und viele schlaflose N\u00e4chte bereitet. So war es nat\u00fcrlich ein grosser Moment, als nach einem Jahrzehnt der Planung das Ding dann dastand und man merkte: es funktioniert einigermassen. Seit dem Einzug sind wir in einer Phase, die ein bisschen anstrengend und m\u00fchsam ist, denn es zeigen sich einige \u00abKinderkrankheiten\u00bb, die jetzt bearbeitet oder nachbearbeitet werden m\u00fcssen. Abgesehen davon hatte ich gerade einen Moment, in dem das Toni f\u00fcr mich fertig war: Ich habe das alte Logo der Toni-Molkerei in der Ausleihe aufh\u00e4ngen lassen.<\/p>\n<p><strong>Wie bist Du auf die Ausleihe als Ort f\u00fcr dieses Logo gekommen?<br \/>\n<\/strong>In der Bauphase ist die Diskussion um diesen Schriftzug immer wieder aufgetaucht. Das Signet ist ein St\u00fcck Geschichte dieses Hauses: es hat die Toni-Molkerei gegeben, dann die Phase der Zwischennutzungen und jetzt ist es die Hochschule. Am liebsten h\u00e4tte ich es in der Sammlung gesehen, aber es ist zu gross und hat keinen Platz dort. Gleichzeitig ist die Ausleihe ein wichtiger und zentraler Ort der Hochschule, der \u2013 da unten im Keller ruhig ein bisschen Aufwertung erfahren darf. Zudem passt der Mann mit der Milchkanne auf dem R\u00fccken irgendwie gut zur Dynamik der Ausleihe und zu dem, wof\u00fcr die Ausleihe steht. Zuletzt ist die Ausleihe einer der wenigen R\u00e4ume mit einer so grossen freien Wand. Wir haben noch mehrere Signets und Materialen \u00fcbrig, die woanders angebracht werden k\u00f6nnten \u2026<\/p>\n<p><a class=\"ngg-fancybox\" title=\" \" href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-content\/blogs.dir\/1381\/files\/tonisignet\/Logo_Tonimolkerei2.jpg\" rel=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-center\" src=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-content\/blogs.dir\/1381\/files\/tonisignet\/thumbs\/thumbs_Logo_Tonimolkerei2.jpg\" alt=\"Logo_Tonimolkerei2.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Hast Du das Gef\u00fchl, schon im Toni \u00abangekommen\u00bb zu sein?<br \/>\n<\/strong>Vermutlich braucht es zwei Jahre, bis alles funktioniert. Das Geb\u00e4ude ist Neuland. Es gibt hier am Haus Innovationen und neue Techniken, mit denen selbst im schweizweiten Kontext noch nie zuvor jemand zu tun gehabt hat. Auch die Erfahrung, auf die ich seit meiner Anstellung an der ZHdK zur\u00fcckgreife, zeigt: Immer, wenn ein neuer Studiengang gegr\u00fcndet wurde oder wenn wir innerhalb der alten Standorte gez\u00fcgelt sind, hat es ein bis zwei Jahre gedauert, bis sich die Lage eingependelt hatte. Das ITZ hat zwar versprochen: Ihr zieht ins Toni ein und werdet direkt so weiterschaffen k\u00f6nnen wie gehabt. Dennoch m\u00fcssen sich Arbeitsprozess und alles, was damit einhergeht, erst entwickeln. Das ist ziemlich normal.<\/p>\n<p><strong>Auf welche Resonanz st\u00f6sst Du in dieser Hinsicht bei Studierenden und Mitarbeitenden?<br \/>\n<\/strong>Mir scheint, als sei generell sehr viel Verst\u00e4ndnis und Flexibilit\u00e4t da. Aber das war an der ZHdK eigentlich noch nie das Problem. Andererseits sp\u00fcre ich auch viel Ungeduld: auch das ist klar. Manches Problem konnte nach vielen Monaten gel\u00f6st werden, wieder andere Probleme verschlechtern sich. Beispielsweise diskutieren wir seit Monaten mit Allreal das Thema L\u00fcftung. Bis Ende M\u00e4rz sollte eine \u00dcberarbeitung der L\u00fcftungsanlage passiert sein. Das heisst, wir doktern schon seit einem Jahr daran herum! Und vielleicht m\u00fcssen wir uns noch ein weiteres Jahr gedulden, denn vermutlich m\u00fcssen wir mit der L\u00fcftung einmal alle Jahreszeiten durchleben.<\/p>\n<p><strong>Wie ist Deine Abteilung an die Einrichtungskonzepte herangegangen?<br \/>\n<\/strong>Wir haben gewusst, dass es 1000 R\u00e4ume verteilt auf f\u00fcnf Departemente gibt, die wir einrichten m\u00fcssen. Ich bin mit grossem Respekt an die Aufgabe herangegangen. Einer meiner Leitgedanken und Priorit\u00e4ten war: F\u00fcnf Departemente mit unterschiedlichen Kulturen finden in einem grossen Haus zusammen. Ich wollte keine Sauce, nicht alles gleich machen, mit milit\u00e4rischen Strukturen die f\u00fcnf Identit\u00e4ten plattwalzen. Mir war fr\u00fch klar: ich will unterschiedliche Orte schaffen und die Vielfalt wahren. Das schl\u00e4gt sich auch im Architekturkonzept nieder. Mit dieser Herangehensweise war es ein sehr sch\u00f6ner Prozess. Wir haben die Einrichtungsplanung im Team selbst gemacht und haben versucht, so gut wir m\u00f6glich auf die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse einzugehen. Das M\u00f6bel dahinter war gar nicht so wichtig. Nat\u00fcrlich haben wir schnell herausgefunden, dass die Musik etwas konservativer ist und das DKV experimentierfreudig. Ein grosser \u00abChange\u00bb war es sowieso \u2013 f\u00fcr alle. Wir haben dann versucht, verschiedene B\u00fcrom\u00f6belprogramme einzusetzen und es sollte \u00fcberall ein bisschen anders aussehen.<\/p>\n<p><strong>Haben die Mitarbeitenden denn Freiheiten gehabt, beispielsweise die Wahl zwischen Einzelkojen versus Grossraumb\u00fcro?<br \/>\n<\/strong>Alles in allem war alles ein Frage der Verhandlung im Vorfeld: Insbesondere im Rektorat und im DKV wurde viel zwischen den Grenzen baulicher Realit\u00e4t, Einzelbed\u00fcrfnissen und Betriebsabl\u00e4ufen diskutiert.<\/p>\n<p><strong>Gehen die Einrichtungskonzepte im Haus auf?<br \/>\n<\/strong>Bis auf ein B\u00fcro, wo jetzt wieder eine Zwischenwand eingezogen werden soll, hat sich niemand beklagt. Wir sind \u00fcbrigens dreissig Leute in unserem B\u00fcro, das geht gut, auch wenn es da mit der Konzentration nat\u00fcrlich nicht immer einfach ist.<\/p>\n<p><strong>In welchem B\u00fcro wird nachger\u00fcstet?<br \/>\n<\/strong>Das will ich jetzt nicht sagen.<\/p>\n<p><strong>Wie lauten die zahlenm\u00e4ssigen Vorgaben, wenn man ein solches Einrichtungskonzept macht?<br \/>\n<\/strong>Es gibt eine Vorgabe vom Kanton: Grob gesagt etwa 10 Quadrameter pro Arbeitsplatz ab einer 50%-Anstellung. Es ist eine komplizierte Rechnung, in der man zwischen Vollzeit, Teilzeit Dozierenden und Administration unterscheiden muss. F\u00fcr Studierende gibt\u2019s keine Vorgabe. Daneben gibt es die bauliche Realit\u00e4t des Geb\u00e4udes, mit seinen Departementen und all den R\u00e4umlichkeiten, die ein solches Haus eben anbieten muss. Im Vergleich zu den Werten und Massen anderer Hochschulen in der Schweiz liegen Gestaltungsschulen in ihrer Grossz\u00fcgigkeit immer eher hoch. Die ZHAW hat halb soviele Studierende wie wir und braucht nur 1\/5 des Raumes, den wir brauchen.<\/p>\n<p><strong>Versuchst Du als Innenarchitekt, das Beste aus der Quadratmeterzahl herauszuholen?<br \/>\n<\/strong>Ich bin da pragmatisch vorgegangen \u2026 Die nutzbare Fl\u00e4che war einfach gegeben \u2013 es ging dann darum, die Betriebsstruktur m\u00f6glichst optimal abzubilden. Wir konnten sowieso immer nur L\u00f6sungsans\u00e4tze aufzeigen; ich habe keine Entscheidungskompetenz.<\/p>\n<p><strong>Auf die r\u00e4umliche Ver\u00e4nderung haben sich nicht alle Departemente gleichermassen gefreut. Welche Departemente sind gl\u00fccklicher als erwartet? Welche ungl\u00fccklicher?<br \/>\n<\/strong>Im Vorfeld habe ich den Widerstand als gr\u00f6sser empfunden als nun, seit wir vor Ort sind. Im Winter gab es seitens der Hochschulleitung so ein Papier, wo Probleme ganz grunds\u00e4tzlicher Art eingegeben wurden: die L\u00fcftung, Konflikte in Zusammenhang mit Veranstaltungen, aber auch der Master Fine Arts , der unzufrieden ist mit den Ateliers.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern wirken sich die neuen Einrichtungskonzepte auf die Kulturen der Departemente aus?<br \/>\n<\/strong>Ich denke es ist eine Wechselwirkung \u2013 aber die w\u00fcrde ich nicht \u00fcbersch\u00e4tzen. Raum hat manchmal auch mit Ruhm zu tun: der M\u00f6glichkeit, sich zu repr\u00e4sentieren. \u00abAlso: Das sind wir\u00bb. Der Umzug brachte vor allem die Chance, etwas im Kollektiv zu machen und sich als Kollektiv zu ver\u00e4ndern. Das muss sich von sich aus entwickeln. F\u00fcr Einige wirkt das Toni-Areal sicher auch einengend.<\/p>\n<p><strong>Wie meinst Du das?<br \/>\n<\/strong>Die M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Infrastruktur m\u00fcssen im Betrieb erst noch entwickelt werden. Eine gewisse Lebendigkeit entsteht durch den Gebrauch, es muss erst in Beschlag genommen werden. Das ist aber so angelegt: eine Architektur, die Ver\u00e4nderungen zul\u00e4sst und in der sich noch allerhand manifestieren wird.<\/p>\n<p><strong>Was ist ein besonders gelungener Ort f\u00fcr Dich?<br \/>\n<\/strong>Oh, da gibt es viele. Der Konzertsaal, aber auch am Stammtisch habe ich enorm grosse Freude.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Marco Castellano, Leiter der Abteilung Raum und Bau an der ZHdK, hat sich in den rund zehn letzten Jahren mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":889,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[292],"tags":[],"class_list":["post-6430","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6430","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/889"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6430"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6430\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6452,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6430\/revisions\/6452"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6430"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6430"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6430"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}