{"id":6820,"date":"2015-05-19T15:33:38","date_gmt":"2015-05-19T13:33:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/?p=6820"},"modified":"2015-05-19T16:23:50","modified_gmt":"2015-05-19T14:23:50","slug":"vom-lehrprojekt-zur-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/2015\/05\/19\/vom-lehrprojekt-zur-app\/","title":{"rendered":"Vom Lehrprojekt zur App"},"content":{"rendered":"<p>Magnus Rembold ist der Entwickler der Toni-App. Hier erz\u00e4hlt er, wie es gelang, mit dem Projekt auf die Bed\u00fcrfnisse der Campus-Nutzer zu reagieren, ein Lehrprojekt und die Auseinandersetzung \u00fcbers Toni zu bef\u00f6rdern.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Magnus, wie entstand die Idee f\u00fcr die ToniApp?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Ich bin seit 12 Jahren an der ZHdK angestellt und unterrichte Game Design und Interaction Design. Ein Modul im Interaction Design im HS 2014\/2015 hatte die Orientierung im Toni-Areal zum Thema. Die Ergebnisse \u00fcberzeugten meinen Vorgesetzten, den Departementsleiter Hansuli Matter, und so beauftragte er mich, das Thema weiterzuverfolgen. Ich sollte eine brauchbare Alltags-App entwickeln: <a href=\"http:\/\/toniapp.zhdk.ch\" target=\"_blank\">die ToniApp<\/a>.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie habt Ihr Dozierende und Studierende das Bed\u00fcrfnis nach Orientierung im Toni-Areal f\u00fcr die Entwicklung der App wahrgenommen bzw. gemessen?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Die Dimensionen des Toni-Areals sind ja eher monstr\u00f6s. Viele Leute haben Orientierungsprobleme, wenn sie die ersten Male ins Haus kommen.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Hast Du das beobachtet oder als Annahme gesetzt?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Das habe ich beobachtet \u2013 in Unterhaltungen und in den F\u00fchrungen, an denen ich teilgenommen habe. Ich selbst bin bei meinen ersten Besuchen verloren gegangen: bin im Kreis gegangen, habe mich in Treppenh\u00e4usern verirrt und eingesperrt. Dieses Bed\u00fcrfnis nach Orientierung haben wir aufgegriffen. Die Studierenden waren zu Beginn des Semesters ja alle in genau derselben Situation.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Seit wenigen Wochen nun ist die Version 0 der ToniApp verf\u00fcgbar. Wie wird sie angenommen?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Eine jede nullte Version ist dazu da, um einen \u00abRealit\u00e4tscheck\u00bb zu machen und von dort aus die Bed\u00fcrfnisse zu verfeinern. In diesem Fall wollten wir mit Tramfahrpl\u00e4nen, Men\u00fckarten und Ansprechpersonen eine erste Richtung vorgeben und <a href=\"http:\/\/toniapp.zhdk.ch\/blogeintraege\" target=\"_blank\">konkrete Reaktionen<\/a> einholen. Wir wollen herausfinden, ob wir mit der App richtigliegen. Es ist sicher keine Avantgarde in Interaction Design, sondern ganz bodenst\u00e4ndig eine Dienstleistungsapplikation f\u00fcr die Toni-Bewohner.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Welche Auswirkungen hat dieser explizite Dienstleistungsansatz auf die Entwicklung der App?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Die App soll denen, die hier im Geb\u00e4ude wohnen, studieren, arbeiten und ein- und ausgehen einen Dienst erweisen, sie soll durch die Leute im Haus gepr\u00e4gt werden und sich deshalb der konstruktiven Kritik aussetzen. Seit wir mit der Version 0 draussen sind, tut sich auf den Hauptseite vereinzelt etwas, aber ich habe mir mehr Reaktionen gew\u00fcnscht.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wohingegen die Umfrage, mit der ihr die Entwicklung zu Beginn 2015 initiiert habt, \u00fcber 900 R\u00fcckmeldungen bekommen hat! Das ist eine beachtliche Zahl.<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Ja, aber nun ist die Partizipation viel anspruchsvoller. Jetzt k\u00f6nnen die Teilnehmer keine einfachen H\u00e4kchen mehr machen, sondern m\u00fcssten sich qualifiziert \u00e4ussern. Und wie es so ist: Bei jeder neuen Ver\u00f6ffentlichung einer App-Version erreicht man nur die Leute, die eben zu dem Zeitpunkt bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Weshalb habt Ihr Euch f\u00fcr das Verfahren der Umfrage entschlossen? Und wie habt ihr die Fragen entwickelt?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Umfragen mache ich schon l\u00e4nger, da hab ich ein bisschen Erfahrung. Ich m\u00f6chte etwas \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse und die Gedankeng\u00e4nge der befragten Menschen herausfinden \u2013 die ihre W\u00fcnsche oft nicht genau benennen k\u00f6nnen. Das ist allgemein zu beobachten: Menschen k\u00f6nnen oft nicht sagen, was sie wollen, bevor sie nicht sagen k\u00f6nnen: \u00abDies und das will ich nicht.\u00bb Die Umfrage war f\u00fcr uns die M\u00f6glichkeit zu testen, was m\u00f6glicherweise gefordert w\u00e4re.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie erkl\u00e4rst Du Dir die ungleiche Verteilung der Teilnahme an der Umfrage mit 25% Antworten von Mitarbeitenden und 13% von Dozierenden \u2013 im Vergleich zu 60% von Studierenden?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Bei E-Mails \u00fcber den Verteiler der ZHdK stellt sich immer wieder heraus, dass bei vielen Leuten das Postfach voll ist. Andere sind genervt von der Postmaster-Flut und lesen die Nachrichten gar nicht erst oder legen ihre Priorit\u00e4ten anders und nehmen bewusst nicht teil. Und wer nicht innerhalb ein, zwei Tagen antwortet, bei dem ger\u00e4t die Umfrage in Vergessenheit. Die Motivation, an Umfragen teilzunehmen, ist seitens der Studierenden h\u00f6her als seitens der Mitarbeitenden. Manche haben noch die \u00abMitarbeiter-Zufriedenheitsumfrage\u00bb in Erinnerung, die vor ein paar Jahren stattgefunden hat und deren Aufarbeitung im Schneckentempo voranschreitet. Wozu also wieder bei etwas mitmachen, was eh nicht umgesetzt wird? Das ist eine gute Frage. Wir wollen hier schneller liefern.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Haben Dich die Ergebnisse erstaunt?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">In der Tat! Vor allem, dass sich ein Wunsch so deutlich herausgesch\u00e4lt hat: mit der App nutzbare R\u00e4ume zu finden. Ich bef\u00fcrchte aber, dass wir nicht genau verstanden haben, warum das so viele Leute wichtig fanden.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Welche W\u00fcnsche k\u00f6nnt Ihr nicht realisieren?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Den wichtigsten Wunsch, nutzbare R\u00e4ume zu finden \u2013 leider, leider. Das ITZ kann uns nicht so einfach einen Zugriff auf das komplexe Raumreservierungssystem geben. Aber ich hoffe, dass wir weiterhin an einer L\u00f6sung arbeiten. Ich bin nat\u00fcrlich auf den guten Willen der M\u00e4dels und Jungs vom ITZ angewiesen.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie viele Nutzer hat die Version 0?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Ich kann die Zugriffszahlen gerade noch nicht nachvollziehen. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, die \u00fcblichen Tracker von Google oder \u00e4hnliches einzubinden. Ich finde, wir m\u00fcssen hier eine schlanke eigene L\u00f6sung bringen und die Leute nicht st\u00e4ndig mit Internet\u00fcberwachung konfrontieren.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Ab wann ist mit der Version 1 zu rechnen?<\/strong><\/p>\n<div style=\"line-height:1.5em\">Schwierig abzusch\u00e4tzen. Das Projekt steht und f\u00e4llt im Augenblick mit mir. Nach dem Semesterende werde ich wieder st\u00e4rker daran arbeiten k\u00f6nnen. Was ich aber schon verraten kann: Nachdem sich Mattias Bush aus der Vertiefung Cast in seiner BA-Arbeit mit dem Marktplatz aus der Wunschliste auseinandersetzt, wird eine interne Studi-Agenda der n\u00e4chste Punkt sein. Wir reagieren damit auf einen Wunsch, der in den freien R\u00fcckmeldungen h\u00e4ufig vorkam.<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<em>Der zweite Teil des Interviews wird n\u00e4chste Woche auf diesem Blog erscheinen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Magnus Rembold ist der Entwickler der Toni-App. Hier erz\u00e4hlt er, wie es gelang, mit dem Projekt auf die Bed\u00fcrfnisse der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":889,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[292],"tags":[],"class_list":["post-6820","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/889"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6820"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6820\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6894,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6820\/revisions\/6894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zhdk.ch\/toniblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}